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Mundfäule

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Branchenmeldungen 23.02.2012

Mundfäule: Kindern weiche und kühle Nahrung geben

Mundfäule ist eine schmerzhafte Entzündung des Mundraums durch Herpesviren. Das Zahnfleisch ist geschwollen und blutet leicht. Weiche und kühle Nahrung erleichtert betroffenen Kindern das Essen.

Wenn Kleinkinder zum ersten Mal in Kontakt mit Herpesviren kommen, können sich sehr schmerzhafte Bläschen und oberflächliche kleine Geschwüre im gesamten Mundraum häufig mit hohem Fieber entwickeln, die sogenannte Mundfäule oder Gingivostomatitis herpetica bzw. Stomatitis aphthosa. Miteinbezogen ist meist das Zahnfleisch, welches schmerzhaft geschwollen ist und bei Berührung leicht blutet. Das Kind hat einen typischen fauligen Mundgeruch. „Eltern sollten ihren erkrankten Kindern bevorzugt weiche und kühle Nahrung geben, wie z.B. Eiscreme, kalten Pudding, Jogurt. Auch Nudeln ohne Tomatensoße, Reis, Milch- und Gemüsebrei sind geeignet. Das Trinken kann ein Strohhalm erleichtern. Geeignet sind beispielsweise klares Wasser, kalter Kamillentee und kühle Milch. Meiden sollten Kinder alles was scharf, sauer, heiß oder hart ist, aber auch Obstsäfte, die die Mundschleimhaut reizen“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Bei kleinen Kindern besteht die Gefahr, dass sie wegen der Schmerzen nicht mehr trinken wollen und die Nahrung verweigern. Im schlimmsten Fall kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein, um Flüssigkeit über eine Magensonde oder sogar einen venösen Zugang in den Körper zu bekommen und dadurch eine  Austrocknung des Kindes zu verhindern. Schmerzlindernde Gele oder Salben und evtl. fiebersenkende Zäpfchen reichen jedoch meist aus, um die Beschwerden zu lindern.

Die Erstinfektion mit Herpes-simplex-Viren (Herpes-Virus Typ 1) erfolgt meist zwischen dem zehnten Lebensmonat und dem vierten Lebensjahr, häufig über die infizierten Eltern. Da betroffene Kinder ansteckend sind, sollten sie zuhause bleiben, bis das Fieber abgeklungen ist und die Bläschen abgeheilt sind. Dies dauert etwa eine bis zwei Wochen. Die Viren verbleiben danach zwar noch im Körper –  vorwiegend im Ganglion des Trigeminusnerven –, werden aber erst wieder aktiv, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bei den meisten Virenträgern bilden sich dann Fieberbläschen an den Lippen, bei manchen brechen die Herpesbläschen auch an anderen Stellen des Körpers aus.

Eltern mit Lippenherpes sollten darauf achten, die Krankheit nicht auf ihr kleines Kind zu übertragen, indem sie häufig ihre Hände waschen, ihr Kind nicht küssen und auch nicht seinen Schnuller ablecken. „Der Inhalt der Bläschen ist hoch ansteckend. Die darin enthaltenen Herpesviren werden bei Berührung der Bläschen oder beim gemeinsamen Gebrauch von Gläsern, Besteck, Handtüchern und Zahnbürsten weitergegeben, d.h. durch Tröpfchen- und Schmierinfektion“, warnt Dr. Fegeler.

Quelle: Kinder & Jugenärzte im Netz