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Branchenmeldungen 07.07.2009
Zuckerersatzstoff Xylitol scheint Frühkindlicher Karies vorzubeugen
Kinder, denen ein Sirup mit dem natürlich vorkommenden Süßstoff Xylitol gegeben wird, könnten weniger wahrscheinlich Milchzahnkaries entwickeln, so ein Bericht in der Juli-Ausgabe des Magazins Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine.
Nach Informationen des Artikels nimmt die Verbreitung der Frühkindlichen Karies, auch Nuckelflaschenkaries genannt, kontinuierlich zu. "Arme Kinder sind etwa doppelt so häufig betroffen, wie finanziell besser gestellte Gleichaltrige. Ebenso ist es bei ihnen wahrscheinlicher, dass ihre Erkrankung unbehandelt bleibt", schreibt der Autor. "Schlechte Mundgesundheit beeinflusst die Ernährungsweise und vermindert signifikant die Lebensqualität. Dabei ist Karies eine Erkrankung, die weitgehend vermeidbar ist."
Durch seine antibakterielle Wirkung gegen kariogene Organismen hat sich Xylitol als effektiv in der Vorbeugung von Karies gezeigt. Diese früheren Untersuchungen befassten sich vornehmlich mit Kaugummi oder Lutschpastillen, die bei Schulkindern mit bleibenden Zähnen angewendet wurden.
Dr. Peter Milgrom von der University of Washington, Seattle, und seine Kollegen bewerteten die Wirkung einer Anwendung von Xylitol-haltigem Sirup. Dazu untersuchten sie 94 Kinder im Alter von 9-15 Monaten in der Republik der Marshallinseln, wo Frühkindliche Karies ein ernsthaftes Problem darstellt.
Zwei aktive Behandlungsgruppen erhielten 8 Gramm Xylitolsirup pro Tag, aufgeteilt in zwei (33 Kinder) oder drei (32 Kinder) Rationen pro Tag. Eine dritte Gruppe (29 Kinder), die Kontrollgruppe, erhielt eine kleine Menge Xylitolsirup pro Tag, bestehend aus einer Dosis von 2,67 Gramm. Das Gesundheitsministerium der Republik der Marshallinseln hatte eine Nutzung von Placebos nicht erlaubt.
Nach durchschnittlich 10,5 Monaten hatten 24,2 Prozent (8 von 33) der Kinder mit 2 Dosen Xylitol am Tag und 40,6 Prozent (13 von 32) der Kinder mit 3 Dosen Xylitol am Tag Zahnkaries. In der Kontrollgruppen wurde Karies bei 51.7 Kindern (15 von 29) festgestellt. Die durchschnittliche Anzahl kariöser Zähne lag bei 0,6 in der 2-Dosen Gruppe, einem Zahn in der 3-Dosen Gruppe und 1,9 in der Kontrollgruppe.
"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Aufnahme von Xylitol (8 Gramm am Tag) in einer zweimal täglichen Dosis während des Milchzahndurchbruchs bis zu 70 Prozent der kariösen Zähne vorbeugen könnte", so der Autor. "Die Aufteilung der 8 Gramm in drei Dosen konnte die Effektivität der Behandlung nicht erhöhen. Die Ergebnisse liefern unseres Wissens zum ersten Mal den Beleg, dass Xylitol wirksam ist bei der Prävention von Milchzahnkaries." Weitere Untersuchungen sind nötig, um Strategien für eine optimale öffentliche Gesundheit zu entwickeln. Doch in Bevölkerungen mit hohen Kariesraten ist Xylitol wahrscheinlich eine kosteneffektive Präventionsmaßnahme.
Quelle: JAMA/Archives Journals, 07.07.2009

