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GOZ-2012 – Honorarverbesserung?

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Wirtschaft und Recht 15.12.2011

GOZ-2012 – Honorarverbesserung?

Am 4. November 2011 hat der Bundesrat die Novellierung der GOZ zum 1. Januar 2012 beschlossen. Nach der Veröffentlichung der Verordnung im Bundesanzeiger reglementiert diese neue GOZ dann ab nächstem Jahr die Praxiseinnahmen der deutschen Zahnärzte.

Da im Festzuschuss-System bei gleich- und andersartigen Arbeiten die GOZ Abrechnungsgrundlage ist, ist diese Änderung auch für Kassenpatienten relevant. Hinzu kommt, dass bei dentinadhäsiven Mehrschichtrekonstruktionen oder Aufbaufüllungen die Mehrkosten nach der GOZ berechnet werden, und auch Wurzelbehandlungen sind aufgrund der Kons-Richtlinie 9 häufig privat zu berechnen. Grund genug, sich also frühzeitig über die finanziellen Auswirkungen auf die eigene Praxis Klarheit zu verschaffen. Während in den Medien lautstark über eine 6%ige Erhöhung der Honorare lamentiert wird, sieht die Realität etwas anders aus. Zwar sind die Grundbewertungen für Kronen erhöht worden, allerdings sind nun alle zahntechnischen Kronenvarianten in die Leistungsbeschreibung einbezogen worden, sodass zum Beispiel eine dentinadhäsiv befestigte Keramikkrone keine Faktorsteigerung rechtfertigt, was für die GOZ-88 über Jahre in Gerichtsprozessen erstritten wurde.

Auch dentinadhäsive Aufbaufüllungen sind gegenüber der gerichtlich bestätigten Analogberechnung nach den Inlaypositionen 215–217 der GOZ-88 in der GOZ-2012 niedriger bewertet. Dazu kommen Einschränkungen in den Abrechnungsbestimmungen der bMF (GOZ 203). Zusammenfassend kann man sagen, dass die Änderungen so subtil sind, dass ein Vergleich von Einzelpositionen keine Aussage über die Auswirkungen auf die Praxiseinnahmen gestattet. Ein Beispiel soll dies erläutern.

Wir betrachten eine vollverblendete Keramikbrücke in der Front zum Ersatz des Zahnes 11. Ein Brückenanker hat den Befund „ww“, es werden zwei dentinadhäsive Aufbaufüllungen an den Brückenpfeilern geplant. Die gesamte Planung wurde mit der Synadoc-CD einmal nach der GOZ-88 und per einfache Umschaltung nach der GOZ-2012 berechnet. Das Ergebnis entspricht leider nicht den Erwartungen, die in den Medien propagiert werden: statt einer Erhöhung von sechs Prozent ergibt die Planung nach der GOZ-2012 ein Minus von circa 16 Euro! Schauen wir uns die Unterschiede im Detail an.

Während für die Positionen 501 und 507 in der GOZ-88 der 3-fache Satz angesetzt werden konnte, stellt die vollverblendete Keramikkrone keinen Anlass für eine Faktorsteigerung dar, da Kronen jeglicher technischer Ausführung dem Leistungsinhalt der Position 5010 entsprechen. Demzufolge kann auch nur der mittlere Steigerungssatz von 2,3 angesetzt werden. Das macht dann 436 Euro Honorar in der neuen GOZ statt 439 Euro in der GOZ-88. Auch bei der dentinadhäsiven Aufbaufüllung gibt es weniger Honorar, wobei bei Brückenankern schon die besser bewertete Position GOZ 2080 zum Ansatz kommen kann, was bei Einzelkronen per Abrechnungsbestimmung ausgeschlossen ist. Hier muss man sich dann mit der GOZ 2180 für die Aufbaufüllung und der GOZ 2197 für die adhäsive Befestigung abfinden.

Man sieht, dass es wirklich nicht so einfach ist, beide Gebührenordnungen zu vergleichen und dass in jedem Einzelfall ALLE Positionen für einen solchen Vergleich herangezogen werden müssen. Mit der Synadoc-CD bekommt man ein Planungsprogramm in die Hand, das blitzschnell für jeden konkreten Patientenfall den Vergleich zwischen alter und neuer GOZ bietet und durch intelligente Faktorsteigerung dem Zahnarzt ermöglicht, einen kalkulationssicheren Kostenplan mit allen erforderlichen Anlagen sofort auszudrucken.

Eine kostenlose Probeversion kann im Internet unter www.synadoc.de bestellt werden.

Dieser Artikel wurde verfasst von:

Kurse für das zahnärztliche Personal

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