Portalsuche

ZWP-News | Wirtschaft und Rechtzur Übersicht

Behandlungseinwilligung der Patienten

© Shutterstock.com

Recht 17.02.2011

Behandlungseinwilligung der Patienten

Eine der häufigsten Argumente bei rechtlichen Auseinandersetzungen, ist der Vorwurf des Patienten, dass er die Behandlung nicht wollte. Streng genommen sind diese Eingriffe oder Behandlungen Körperverletzung und können erhebliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wie aber kann ein Patient einer Behandlung wirksam zustimmen?

Der Patient benötigt für seine Entscheidung eine angemessene Zeit, wenn möglich ausreichend Zeit. In der Regel geht man davon aus, je schwerwiegender und kostenintensiv der Eingriff, um so länger. Selbstverständlich in Abhängigkeit der zahnmedizinischen Notwendigkeit. Diese Entscheidung trifft der behandelnde Zahnarzt/ -in. Für die geplante Therapie sollte der Patient alle Einzelheiten kennen um eine Entscheidung zu treffen oder eine andere Beratung einzuholen. Ganz besonderes Augenmerk sollten Sie auf die möglichen Risiken legen, diese Abwägung ist für eine Entscheidungsfindung von enormer Bedeutung. Eine Aufklärung über die Diagnose, Behandlung, Alternativen oder Risiken ist definitiv eine ärztliche Leistung und nicht an eine Mitarbeiterin delegierbar. Die Beratung über die Kosten und die Leistungen der GKV kann der Patient durch eine geschulte Mitarbeiterin erhalten. In diesem Zuge ist die Frage nach dem Zahlungswunsch des Patienten bei Eigenanteilen von Vorteil. Die Entscheidungsfindung ist eine persönliche Entscheidung des Patienten, sie sollte in einer separaten Sitzung erfragt werden. Der Folgetermin ist in Absprache mit dem Zahnarzt/ -in in einem angemessenen Abstand zu vereinbaren. In dieser Sitzung ist die Entscheidung des Patienten in der Kartei zu dokumentieren, im besten Fall mit Unterschrift des Patienten.

Eine rechtswirksame Aufklärung und Behandlungseinwilligung kann jedoch nicht jeder Patient für sich alleine treffen. Besondere Beachtung gilt:

• Kinder – hier ist der Erziehungsberechtigte der Entscheidungsträger
• Personen mit Betreuer – hier entscheidet der amtlich bestellte Betreuer
• ausländischen Mitbürgern – hier muss die Verständigung beachtet werden. Notfalls sollten Sie einen Dolmetscher hinzuziehen (mit Einverständnis des Patienten aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht).

Die Behandlungseinwilligung ist ein wichtiger und grundlegender Punkt in der Therapie. Patienten können und sollten in diese Entscheidungen einbezogen werden. Mein Tipp an Sie: erarbeiten Sie gemeinsam die wichtigsten Beratungs- und Aufklärungsinhalte im Team und mit dem Praxisinhaber und nutzen Sie dies als Checkliste und Grundlage.

Dieser Artikel wurde verfasst von:

Kontakt

Individuelles Praxismarketing &
Abrechnungsbetreuung InPrA
Jana Brandt
Freiberufliche ZMV, Fachautorin & Referentin
Vordere Dorfstr. 20
06343 Hermerode - Stadt Mansfeld
Büro: 034775 - 20224
Fax : 034775 - 20223