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Die zahnärztliche Implantologie nimmt in ihrer Häufigkeit, aber auch in ihrer Komplexität stetig zu. Gleichzeitig wächst der Anspruch unserer Patienten im Hinblick auf Minimalinvasivität der Eingriffe und Ästhetik des erreichten Ergebnisses. „Vermeintliche Misserfolge“ werden immer weniger akzeptiert. Die präoperative zahnärztliche Diagnostik muss sich diesen veränderten Anforderungen anpassen.

n Die radiologische Diagnostik, die auf die Entde- ckung der„X-Strahlen“ von C.W.Röntgen im Jahre 1895 zurückgeht, ist in der heutigen zahnärztlichen Thera- pie nicht mehr wegzudenken (Abb.1).Neben der intra- oralen Zahnfilmaufnahme gilt seit Mitte der 1970er- Jahre die Panoramaschichtaufnahme (PSA/OPG) als Standard in der zahnärztlich-radiologischen Diagnos- tik. Sie stellt häufig die radiologische Grundlage für viele diagnostische Fragen und bietet in der Regel eine zuverlässige Übersicht über die knöchernen Struktu- ren des Kauorgans.Die PSA ebenso wie die intraoralen Zahnfilmaufnahmen stellen jedoch Summationsbil- der der abgebildeten anatomischen Region dar. Die Aussagekraft im Hinblick auf spezielle Details ist da- her teilweise unzureichend. Zahlreiche zahnärztliche Krankheitsbilder erfordern eine Röntgendiagnostik in mehr als einer Ebene, um den Befund in seiner räum- lichen Ausdehnung erfassen zu können. Diese räumli- che Beurteilung hat häufig nicht nur therapeutische, sondern auch forensische Bedeutung, wobei dies für die Implantologie genauso gilt wie für die Weisheits- zahnentfernung oder die Beurteilung ausgedehnter zystischerVeränderungen. Durch Einführung der transversalen Schichtaufnah- men (TSA) in die zahnärztliche Röntgendiagnostik konnten mithilfe von Zusatzfunktionen/-Geräten mo- derne Panoramaschichtgeräte die gewünschte 3. Di- mension bildlich darstellen. Dadurch wurden die dia- gnostischenMöglichkeitendeutlicherweitert (Abb.2).1 Die transversalen Schichtaufnahmen haben sich je- doch in den Jahren nicht als diagnostisches Standard- verfahren durchgesetzt. Die geringe Popularität des Verfahrens kann dabei neben der notwendigen kos- tenintensiven Veränderung am Multifunktionsgerät, der ungewohnten Aufnahmetechnik (Verwendung spezieller Aufbissbehelfe, Zentriereinrichtungen für Ober-undUnterkiefer)insbesondereinderverfahrens- immanenten Unschärfe der erzeugten Bilder gesehen werden. Spezielle Fragestellungen können aufgrund dieser Unschärfe bei diffizilen anatomischen Verhält- nissenimBereichdesKauorgansnurunzureichendbe- antwortet werden. Computertomografie (CT) Lange Zeit fehlte die Möglichkeit der Herstellung überlagerungsfreier Querschnittsbilder. Eine solche Technik wurde erstmals 1972 von Godfrey N. Houns- field2 mit der von ihm maßgeblich entwickelten Com- putertomografieinderMedizinvorgestellt.Indenfol- genden Jahren wurde diese bildgebende Diagnostik so weiterentwickelt, dass die Computertomografie mittlerweile in vielen medizinischen Fachrichtungen als bildgebendes Standardverfahren nicht mehr weg- zudenken ist. Dabei erzeugt die um den Patienten ro- tierende Röntgenröhre einen fächerförmigen Rönt- genstrahl, dessen Breite der gewünschten Dicke der untersuchten Körperschicht entspricht. Die absor- bierte Strahlung wird von einem eindimensionalen Zeilensensor erfasst und in Form von elektrischen Im- pulsen an einen angeschlossenen Computer weiter- geleitet,worausprimäraxialeSchnittbilderderunter- suchtenKörperregionentstehen.DurchsekundäreRe- konstruktion können aus diesem primären Datensatz beliebige Schnittbilder in axialer, sagittaler und koro- naler Ebene sowie 3-D-Ansichten erzeugt werden. In der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie hat die Computertomografie als diagnostisches Verfah- ren, wenn überhaupt, erst sehr spät (1990er-Jahre) Diagnostik und Planung 28 JAHRBUCH IMPLANTOLOGIE 2011 Digitale Volumentomografie in der zahnärztlichen Implantologie Die zahnärztliche Implantologie nimmt in ihrer Häufigkeit, aber auch in ihrer Komplexität stetig zu. Gleichzeitig wächst der Anspruch unserer Patienten im Hinblick auf Minimalin- vasivität der Eingriffe und Ästhetik des erreichten Ergebnisses. „Vermeintliche Misser- folge“ werden immer weniger akzeptiert. Die präoperative zahnärztliche Diagnostik muss sich diesen veränderten Anforderungen anpassen. OA Peter Dirsch/Witten/Herdecke Abb.1:C.W.Röntgen(1845–1923);DRM.–Abb.2:AxialeUnterkieferaufnahmemitkoronalenRekonstruktionen.–Abb.3:TSA-AufnahmemitMesskörpern.