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Die Implantologie ist heute unbestritten eine wissenschaftliche Methode, die innerhalb der Zahnheilkunde an Bedeutung gewinnt. In dem Maße, wie immer neue Verfahren und -Modifikationen in der Implantologie ihre Praxisreife erhalten, immer -kompliziertere Fälle -versorgbar und Sanierungskonzepte ohne die Einbeziehung -implantologischer Verfahren -immer fragwürdiger werden, ist aber gleichzeitig -kritisch zu hinterfragen, was in der -zahnärztlichen Praxis umsetzbar ist und was der Patient wirklich wünscht.

Marktübersicht Implantatsysteme n Die wissenschaftliche Prüfung innovativerVerfahren und Methoden vonWerkstoffen,Oberflächen oder Ein- heilzeiten hängt deutlich den auf den Markt drängen- den, durch massive Werbung unterstützten und durch Wettbewerb geforderten Versprechungen und Verhei- ßungenhinterher.Wir–ebenfallsdemWettbewerbaus- gesetzten–Zahnärztekönnenunsnuraufdasverlassen, wasunsindenPrintmediensovielversprechendundfar- big dargestellt wird. Da die Implantologie zahnmedizinisch und markt- wirtschaftlich von ständig steigendem Interesse ist, sind wir heute immer noch mit einer Vielzahl von neuen Systemen auf dem Markt konfrontiert. Die persönliche konkrete Entscheidung für die Integra- tion der Implantologie in das eigene Praxiskonzept beginnt in der Regel mit der Entscheidung für ein Im- plantatsystem. Diese Entscheidung ist das Resultat (sollte es zumindest sein) einer mehr oder minder in- tensiven Auseinandersetzung mit dieser Thematik mit allen seinen Konsequenzen für die Praxis.Neben ganz konkreten Überlegungen zur Eignung eines spezifischen Systems für die Lösung bestimmter kli- nischerFragestellungensindeshäufigkollegialeRat- schläge und Erfahrungen und vor allem subjektive Produktinformationen der Hersteller selbst, die eine Entscheidung für den Kauf eines Systems wesentlich beeinflussen. Es ist allerdings bei der Vielzahl von Implantatsyste- men auf dem deutschen Markt nicht möglich, eine objektiveBewertungallerSystemevorzunehmen.Wis- senschaftliche Grundlagenuntersuchungen der letz- ten Jahre haben aber dazu geführt, dass bestimmte Kriterien bei den führenden Implantatsystemen na- hezu übereinstimmen. Grundsätzlich gilt immer noch die These, dass ent- scheidend für den Praxiserfolg nicht das neueste,son- dern das für den jeweiligen Patienten am besten ge- eignete und sicherste Verfahren (System) den Praxis- erfolg begründet. Das Wissen um die eigene Kompe- tenz und damit auch das Erkennen von Grenzen der eigenen Fähigkeiten ist die Basis für die Vermeidung von Misserfolgen. Implantatsysteme – welche auch immer – führen nicht per se zum Erfolg. Werkstoffe AlleführendenHerstellerverwendenheuteTitan(Grade 2–5) als Material für die Implantatgrundkörper. Gele- gentlich anzutreffende Legierungsanteile (TIALVA) tra- gen zur höheren Härte bei und ermöglichen dadurch grazilere Implantatdurchmesser. Andere Werkstoffe konnten die in sie gesetzten Erwartungen entweder nicht erfüllen (Kunststoffe, Aluminiumoxidkeramiken, Kobalt-Basis-Legierungen) oder sie sind gegenwärtig (Zirkon) in der wissenschaftlichen und klinischen Prü- fung.ReintitanweistheutediebestenParameterinBio- kompatibilität und Biostabilität auf. Makrodesign In der enossalen Implantologie haben sich heute rota- tionssymmetrische Implantatgrundkörper durchge- setzt.Der Einsatz von zylinderförmigen oder wurzelför- migen Implantaten wird ebenso wie die Verwendung von schraubenförmigen Grundkörpern im Wesent- lichen durch persönliche Intentionen und weniger durchrationaleÜberlegungenbegründet.Zweifellosist bei vielen dieser enossalen Grundformen im normalen (D1undD2)KnocheneineausreichendePrimärstabilität zu erreichen. Eine hohe Primärstabilität ist Vorausset- zung für eine sichere Osseointegration. Spezifisches Gewindedesign (z.B. progressives Gewinde) kann aller- dingsauchbeieinemsehrweichenKnochen(D3–D4)zu einer ausreichenden Primärstabilität führen. Exten- sionsimplantate haben heute einen untergeordneten Stellenwert in der enossalen Implantologie. Mikrodesign WesentlichmehrVielfalt undDiskussionsstoffbietet sich bei der Frage nach der Oberflächenstruktur der Implan- tatkörper. Während von der „machined“ Oberfläche der Brånemark-Implantate ausreichend umfassende Lang- zeitergebnisse vorliegen und damit eine beachtliche Überlebensquote nachgewiesen wurde, ist nach jünge- 150 JAHRBUCH IMPLANTOLOGIE 2012 Implantatsysteme auf einen Blick Die Qual derWahl am Implantatmarkt Die Implantologie ist heute unbestritten eine wissenschaftliche Methode, die innerhalb der Zahnheilkunde an Bedeutung gewinnt. In dem Maße, wie immer neue Verfahren und Modifikationen in der Implantologie ihre Praxisreife erhalten, immer kompliziertere Fälle versorgbar und Sanierungskonzepte ohne die Einbeziehung implantologischer Verfah- ren immer fragwürdiger werden, ist aber gleichzeitig kritisch zu hinterfragen, was in der zahnärztlichen Praxis umsetzbar ist und was der Patient wirklich wünscht. Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen G. Köhler/Berlin