Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

lehb12

Die klassischen Verfahren der Wurzelkanalaufbereitung haben ihre Grenzen. So ist es zum -Beispiel bei gekrümmten Kanälen nicht immer möglich, infiziertes Weichgewebe oder -Kanalwanddentin vollständig zu entfernen oder maximal zu reduzieren. Studien belegen, dass der Einsatz von Dentallaser hier Abhilfe schafft. Der folgende Artikel beschreibt -Wirkungs- und Vorgehensweise.

59 JAHRBUCH LASERZAHNMEDIZIN 2012 Endodontie n Das Dentin der Zahnwurzel besteht zu 70% aus an- organischen (Apatitkristalle),zu 20% aus organischen Bestandteilen und zu 10% ausWasser (Angaben in Ge- wichtsprozent). Die Brinellhärte beträgt 650 HB. Ein Charakteristikum des Dentins sind die Dentinkanäl- chen (Junqueira,1991).Sie verlaufen im apikalen Anteil der Wurzel eher geradlinig, während sie im koronalen Anteil radiär verlaufen. Inhalt der Dentinkanälchen sind Odontoblastenfortsätze (Tomes’sche Fasern).Der Durchmesser beträgt etwa 2 μm.Weiterhin enthalten die Dentinkanäle Gewebsflüssigkeit, organische Strukturen und vereinzelt Endäste sensibler Nerven. Die Kanälchen sind permeabel, was für die Bakterien- besiedlung von Bedeutung ist. Ein Problem stellen zusätzliche Foramina und laterale Kanäle dar. Sie sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Aufgrund der fast unmöglichen Aufbereitung solcher Strukturen (selbst das Exstirpieren ist meist nicht möglich) kann es zu Komplikationen kommen, da infiziertes Weichgewebe im Kanal zurückbleibt und so eine Exazerbation des Entzündungsprozesses möglich wird. Bakterienbesiedelung desWurzelkanals Die Bakterienflora des infizierten Wurzelkanals ist von unterschiedlichen Bakterienarten geprägt. So fand Baumgartner in einer Studie über frisch extrahierte,in- fizierte Zähne 20 Bakterienarten in den apikalen 5 mm desWurzelkanals (Baumgartner,1991) (Tab.1). DieBesiedlungistindenmeistenFällenErgebniseiner kariösen Läsion.Als Folge der durch die Bakterien und deren Stoffwechselprodukte hervorgerufenen Ent- zündungsreaktion, an deren Anfang eine Hyperämie steht, kommt es schließlich zur Nekrose der Pulpa. Da somit alle Abwehrmechanismen der vitalen Pulpa fehlen, können sich die verschiedenen Bakterien im Kanal ungehemmt etablieren und vermehren. Durch Übertreten der Bakterien ins periapikale Gewebe kommt es anschließend zu einer Abwehrreaktion am Periapex, in deren Folge schließlich ein Abszess, ein Granulom oder eine radikuläre Zyste entsteht. Verur- sacht wird die Entzündungsreaktion durch verschie- dene Bestandteile und Stoffwechselprodukte der Bakterien. So kommt es zu einer fortschreitenden Destruktion periapikalen Gewebes einschließlich des Knochenabbaus. Apikale Parodontitiden können durchdieimWurzelkanalundindenDentinkanälchen enthaltenen Bakterien hervorgerufen und unterhal- ten werden. Das entscheidende Ziel einer endodonti- schen Behandlung ist daher die effiziente,größtmög- liche Reduktion der pathogenen Keime im Wurzel- kanal (Darwisch,1994;Briseno,1992). Behandlungsformen Je nach Vorgeschichte werden zwei wesentliche Vor- gehensweisen unterschieden: a) Vitalexstirpation Sie findet Anwendung,wenn sich die Pulpa durch trau- matisch oder bakteriologisch bedingte Reizung ent- Lasereinsatz in der Endodontie Voraussetzungen für denTherapieerfolg Die klassischen Verfahren der Wurzelkanalaufbereitung haben ihre Grenzen. So ist es zum Beispiel bei gekrümmten Kanälen nicht immer möglich, infiziertes Weichgewebe oder Kanalwanddentin vollständig zu entfernen oder maximal zu reduzieren. Studien belegen, dass der Einsatz von Dentallaser hier Abhilfe schafft. Der folgende Artikel beschreibt Wirkungs- und Vorgehensweise. Prof. Norbert Gutknecht/Aachen Actinomyces species (fakultativ) 2 Actinomyces sp. 1 Actinomyces israelii 1 Actinomyces viscosus (fakultativ) 1 Actinomyces naeslundii (fakultativ) 2 Bacteroides intermedius 5 B.denticola 1 B.buccae 5 Bifidobacterium sp. 1 Eubacterium sp. 1 Fusobacterium nucleatum 3 Lactobacillus sp.(fakultativ) 4 Lactobacillus sp. 3 Peptostreptococcus anaerobius 5 Peptostreptococcus micros 1 Propionibacterium sp. 1 Enterococcus faecalis (fakultativ) 4 Streptococcus intermedius 1 Streptococcus mutans (fakultativ) 3 Veilonella parvula 5 Spezies gefunden in x Kanälen von 10 Tab.1: Bakterienarten im infiziertenWurzelkanal (nach Baumgartner, 1991).