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Die Präparation mit Er:YAG-Lasern hat gegenüber Hochgeschwindigkeitsschleifkörpern diverse Vorteile. Wesentlich sind das optimale subjektive Empfinden der Patienten bei Laseranwendung zur Präparation und der weitgehende Verzicht auf Anästhesien. Durch die Weiterentwicklung sind eine zunehmende Akzeptanz und Sicherheit in der Anwendung festzustellen.

Er:YAG-Laser 78 JAHRBUCH LASERZAHNMEDIZIN 2012 n Die Kavitätenpräparation mit dem Er:YAG-Laser hat sich in den letzten 20 Jahren stark weiterentwickelt. Basierend auf den Arbeiten von Keller und Hibst aus den 1990er-Jahren hat sich eine breite Anwendung für die Erbiumwellenlängen ergeben (Keller und Hibst 1997, Keller et al. 1998). So hat sich auch das Indika- tionsspektrum dieser Wellenlänge stets erweitert. Durch die geringe thermische Beeinflussung des Sub- stratsunddieguteundselektiveAblationimlebenden Gewebe ist der Er:YAG-Laser heute eine wertvolle Hilfe in der Knochenchirurgie (Paghdiwala 1993) und Paro- dontologie (Levin und Roll-Avrahami 2002). Die An- wendung des Er:YAG-Lasers zur Wurzeloberflächen- reinigung schafft bessere Bedingungen zur Anhaf- tung von Fibroblasten und damit zur einem besseren Reattachment (Schopp et al.2001). Besonders effiziente Übertragungssysteme und Hand- stücke haben dazu geführt, dass die vom Gerät produ- zierte Laserenergie auf die Oberfläche der Zähne über- tragen werden kann und zu einem schnellen Arbeiten führen.Das ist heute der wichtigste Aspekt,wo sich die Geräte der einzelnen Hersteller teils gravierend unter- scheiden.SogenannteMaxmod-Einstellungenarbeiten mit Pulsenergien von bis zu 1.000mJ und stehen im Abtrag einer Turbine in nichts nach, zeigen zum Teil so- gar einen höheren Abtrag an Zahnsubstanz. Die laser- gestützte Kavitätenpräparation ist gut untersucht und ineinschlägigenWerkenumfassenddokumentiert(Mo- ritz et al.2006). Das Kollagennetzwerk des Dentins, ein wichtiger An- sprechpartner für moderne adhäsive Füllungsmateria- lien,wird durch die Laserstrahlung oberflächig zerstört unddenaturiert.IndenTubulikonntejedocheinnormal ausgeprägtes Netzwerk gefunden werden (Benazzato und Stefani 2003).Neben der berührungsfreien Kavita- tion mit Laser ist die Erzielung einer bakterienfreien OberflächealsGrundlagederPräventionvonSekundär- kariesundderGesunderhaltungdespulpalenOrganszu nennen (Sharon-Buller et al.2003). Tanabe et al. (2002) wiesen eine dem konventionellen SchleifenvergleichbarehistochemischeReaktioninden pulpalen Geweben nach. Bei der Aktivität der alkali- schen Phosphatase, spezifischer Antigen exprimieren- derZellenundreaktiverNervfasernkonntekeinwesent- licherUnterschiedbiszusiebenTagennachderPräpara- tion gefunden werden.Wichtig für eine fehlende Schä- digung der Pulpa ist jedoch die Nutzung geeigneter Power Settings, um die Präparationseigenschaften zu verbessern (Nair et al.2003). Der Haftverbund von laserkonditionierten Oberflächen im Schmelz und Dentin wird sehr kontrovers disku- tiert. De Munk et al. (2002) fanden bei ihren Untersu- chungen, dass mit dem Diamantschleifer präparierte und geätzte Oberflächen einen besseren Haftverbund als gelaserte Oberflächen aufweisen. Die verwendete Frequenz der Pulse hat jedoch keinen Einfluss auf die Verbundstabilität zwischen Schmelz und Komposit (Concalves et al. 2003). Auch dieser Aspekt der Laser- zahnheilkunde wurde umfassend untersucht und ver- bessert. Geräteparameter Er:YAG-Laser gehören zu den Festkörperlasern, wobei das Laserlicht über einen Blitzlampen gepumpten Er- bium dotierten Yttrium-Aluminium-Granat (YAG)-Kris- tall erzeugt wird. Das über einen halbdurchlässigen Spiegel ausgekoppelte Laserlicht der Wellenlänge 2.940 nm wird je nach Gerät über einen Spiegelgelenk- arm oder eine Spezialglasfaser zum Handstück beför- dert.An der Hartsubstanz werden heute dieWellenlän- gendesEr:YAG-Lasersbei2.940nmunddesEr,Cr:YSGG- Lasersbei2.780nmeingesetzt.Spiegelgelenkarmesind beidieserWellenlängedominierendunddurchdieopti- maleAustarierungundLeichtgängigkeitproblemfreizu bedienen. Die Handstücke sind entsprechend einem Winkelstück aufgebaut und enthalten das optische EndstückzumFreisetzendesLaserstrahls,dasentweder ein Spezialglasfenster oder ein Saphir-Tip enthalten kann,sowiedieLeitungssystemeundDüsenfürdieWas- serkühlung.SowohlFensteralsauchTipsindfüreinebe- rührungsfreie Arbeit konzipiert. Der Tip sollte in einer Entfernungvon3bis5mmgeführtwerden,dasonstaus der Oberfläche herausgeschossene Zahnpartikel zu ei- ner Beschädigung führen. Füllungen im Zahnhalsbereich – Mit dem Laser im Vorteil Vorgehen imVergleich zur konventionellen Behandlung Die Präparation mit Er:YAG-Lasern hat gegenüber Hochgeschwindigkeitsschleifkörpern diverse Vorteile. Wesentlich sind das optimale subjektive Empfinden der Patienten bei La- seranwendung zur Präparation und der weitgehende Verzicht auf Anästhesien. Durch die Weiterentwicklung sind eine zunehmende Akzeptanz und Sicherheit in der Anwendung festzustellen. Dr. med. Michael Hopp/Berlin, Prof. Dr. med. dent. Reiner Biffar/Greifswald