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Die zahnärztliche Praxis ist tagtäglich mit vielschichtigen, individuellen Problemen ihrer Patienten konfrontiert. In jedem einzelnen Fall ist daher eine Reihe von Überlegungen anzustellen. Untersuchung, Diagnose, Behandlungsplanung und die Behandlung selbst wollen natürlich bewusst und umsichtig durchgeführt werden. Allerdings finden bei Therapiebeginn häufig vermeintlich unwichtige Begleitumstände, wie die Patientenlagerung und die Sitzposition des Zahnarztes oder der Zahnärztin, keine Beachtung mehr.

Mit der Behandlung soll in erster Linie ein optimales Ergebnis für den Patienten erreicht werden.DiesesZielführtinderzahnärztlichen Berufsausübung nicht selten zu Raubbau an dereigenenGesundheit.KnappeTermine,nicht eingeplante Schmerzpatienten und ein da- durchvollesWartezimmerführendazu,dassder Zahnarzt die Patienten oft in suboptimaler Po- sition behandelt, ohne über die Konsequenzen für die eigene Gesundheit nachzudenken. Erst bei beginnenden Schäden mit Begleitschmerz wachenviele,aberimmernochnichtalle,auf. Rücken- und Nackenbeschwerden sind die häufigsten Berufserkrankungen bei den Zahn- ärzten. Internationale Studien geben an, dass im Schnitt 65% der Zahnärzte berufsbedingte muskuloskelettale Schmerzen oder Beschwer- denunterschiedlicherIntensitätimLaufeihres Berufslebens erleiden. Groteskerweise sind dieseBeschwerdennichtalsBerufskrankheiten anerkannt. Der Grund ist offensichtlich: Die Berufsgenossenschaft könnte bei der hohen AnzahlanErkranktendieKostennichtschultern. EsliegtalsoinderHanddeseinzelnenZahnarz- tes,sichvorsolchenSchädenundeinerdrohen- denBerufsunfähigkeit zuschützen. Was ist die Ursache für diese Erkrankungen? Der Arbeitsbereich eines Zahnmediziners ist klein und schwer zugänglich: zwei einander entgegengewandte Zahnreihen tief in der Mundhöhle. In diesem engen, nassen, von Zunge,WangenundGaumenumgebenenBe- reich soll Präzisionsarbeit höchster Qualität verrichtetwerden. Das Problem ist das Sehen Für die meisten Zahnärzte ist das wichtigste Ziel,denPatienteneinemöglichstperfekteund fehlerfreie Behandlung zu ermöglichen. Aus diesem Grund verbiegen, verdrehen und ver- windensiesich,umeineperfekteSichtaufih- ren Behandlungsbereich zu haben und arbei- ten stundenlang in den ungesündesten und unbequemsten Stellungen. Positioniert sich derBehandlerbequembzw.setztersich„rich- tig“ hin, so ist damit in den meisten Fällen ein ausreichender Blick auf den Behandlungsbe- reichnichtmehrgegeben. BEHANDLERPOSITION Die zahnärztliche Praxis ist tagtäglich mit vielschichtigen, indivi- duellen Problemen ihrer Patienten konfrontiert. In jedem einzelnen Fall ist daher eine Reihe von Überlegungen anzustellen. Untersu- chung,Diagnose,BehandlungsplanungunddieBehandlungselbst wollennatürlichbewusstundumsichtigdurchgeführtwerden.Aller- dings finden bei Therapiebeginn häufig vermeintlich unwichtige Begleitumstände, wie die Patientenlagerung und die Sitzposition des Zahnarztes oder der Zahnärztin, keine Beachtung mehr. Ergonomie im zahnärztlichen Praxisalltag Autor: Per Fossdal 20 ZWP spezial 1+2/2012 Abb. 1: Aus der Studie der TH Darmstadt zeigt eine der möglichen Haltungen, die der Forderung der FDI am nächstenkommt.–Abb.2und3zeigenHaltungen,dievondenuntersuchtenZahnärztenbesondershäufigund langanhaltend eingenommen wurden, dadurch besonders belastend sind und dramatische physiologische Auswirkungen haben. Solche Fehlhaltungen können allerdings – wie gesagt – vermieden werden. (Quelle: Kursskript Präventivzahnmedizin Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde [Leiter: Prof. Dr.W.H.-M.Raab]HeinrichHeine-Universität,Düsseldorf.) Abb.1 Abb.2 Abb.3 Video zur Behandlungseinheit KaVo ESTETICA E70 QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z.B. mithilfe des Readers i-nigma)