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Eine Standortbestimmung der Zahntechnik und zukünftige Wege zum Erfolg hat der Fachkongress „Faszination Prothetik“ von DeguDent am Freitag, 20. Januar 2012, in Frankfurt am Main mehreren Hundert Zahntechnikern und Zahnärzten aufgezeigt. Dabei griff Zahntechnikermeister Jochen Peters, Neuss, ein ebenso klassisches wie neuerlich aktuelles Thema auf: Funktion. Wie das Labor in diesem Bereich punkten kann, erläutert er im folgenden Interview.

Herr Peters, man sollte doch denken, dass in den vergangenen fünfzig Jah- ren alles über das Thema „Funktion in Zahntechnik und Zahnmedizin“ gesagt wurde, was sich darüber sagen lässt. Inwiefern handelt es sich dennoch um ein junges Fachgebiet? Vielleicht sollte man nicht sagen, dass es sich bei dem Thema Funktion um ein „junges Fachgebiet“, sondern eher um ein „expandierendes und Gestalt an- nehmendes Ganzes“ handelt – immer verbunden mit der Liebe zum Detail, jedoch stets mit dem Blick auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Okklusalfläche, Funktion, Indikation und individuellen physischen Berüh- rungspunkten. Voraussetzung zur Er- füllung dieser sicher hohen Ansprü- che ist das Wissen um funktionelle Gesetzmäßigkeiten und ihre anschlie- ßende Umsetzung. Nur so können in der heutigen Zeit Professionalität und Wirtschaftlichkeit – gerade im Hinblick auf die moderne Technologie – in Labor und Zahnarztpraxis erreicht werden; und genau hier liegt für uns in Deutschland die große „globale Chance“. Zertifizierte Meisterlabore können mit dem billigen ausländi- schen Zahnersatz nicht konkurrieren und „schöne Kauflächen“ beherrschen viele, das ist kein Alleinstellungs- merkmal mehr. Aber ästhetische und funktionell korrekt hergestellte Ok- klusalflächen und Zahnwandungen sind Mangelware, und hier liegt un- sere Chance, gerade mit Blick auf die modernen Technologien und spe- ziell auf die CAD/CAM-Technik: Un- sere Vorteile sollten sein: ästhetischer und funktionsgerechter Zahnersatz, bei dem der Behandler auf das Einschlei- fen verzichten kann, wertvolle Zeit spart und somit ganz deutlich den Unterschied zum „nur schönen“ Zahn- ersatz aufgezeigt bekommt. Bleibt noch der Patient, der uns mit dem größten Kompliment verwöhnen kann, das da lautet: „… wie meine eigenen Zähne.“ Erleichtern nicht die heute verfügba- ren Software-Tools eine korrekte Ok- klusion so weit, dass hier praktisch nichts mehr schiefgehen kann? Die Software-Tools sind doch nur so gut, wie wir es zulassen: Das Designen mit der Maus eröffnet uns unzählige Möglichkeiten. Die Annahme jedoch, aufgrund der angebotenen Vielfältig- keit für den Patienten nicht nur die „schönste“, sondern auch eine be- sonders funktionale Okklusalfläche zu gestalten, reduziert sich ganz schnell auf „Null“, wenn bei der Rekonstruk- tion nicht von Anfang an mit Kom- petenz geplant wird. Jeder Mensch ist ein Unikat und weist eine ihm ganz eigene und individuelle Okklusion auf: Eine Okklusion, so groß die Software- Tools auch sein mögen, kann niemals bereits passend in einem System vor- handen sein. Unikate sind einmalig, und nur mit dem entsprechenden Know- how erlaubt uns die moderne Tech- nik, patienten- und praxisorientierten Zahnersatz zu designen. Das bedeu- tet: Wer sich in der Anfangsphase zu wenig mit den individuellen Verhält- nissen auseinandersetzt oder falsche Schlüsse zieht, induziert automatisch einen Bedarf an nachträglichem Ein- schleifen in der Praxis. Das ist mehr als lästig und im Fall von Zirkon- oxidrestaurationen eine „harte“ Strafe: Jeder Zahnarzt und Patient dankt es uns daher, wenn es ihm erspart bleibt. Heißt dies: CAD/CAM-Technologie und der Werkstoff Zirkonoxid haben die Bedeutung einer stimmigen Okklusion nochmals erhöht? Ja, auf jeden Fall. Möchte man die vielen Möglichkeiten, die uns die neue Technologie bietet, mit Sachverstand nutzen, genügt es nicht mehr, nach den alten Konzepten von vor 20 Jah- ren zu arbeiten. Es ist nicht ausrei- chend, dass sich die technischen Vor- aussetzungen auf Hightech-Niveau bewegen. Jeder Einzelne von uns ist aufgefordert, diese Eigenschaften mit modernem Wissen zu ergänzen, damit am Ende ein Zahnersatz entsteht, wel- cher den neuen Technologien ent- spricht und auch als Hightech-End- produkt unser Labor verlässt. Entspre- chend dem Motto: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Worin liegt denn, wenn man das so sagen kann, der hauptsächliche Fehler, den Zahntechniker heute begehen? Der größte Fehler besteht darin, dass Zahntechniker und Behandler die Ok- klusalflächen nicht „global“ betrachten und immer noch gern an alten Okklu- sionskonzepten festhalten. Ein weite- rer großer Fehler ist das unsachgemäße 50 ZWL 2/2012 Firmennews Digitalisierung Interview „Funktion im Lichte aktueller CAD/CAM-Technologien“ Eine Standortbestimmung der Zahntechnik und zukünftige Wege zum Erfolg hat der Fachkon- gress „Faszination Prothetik“ von DeguDent am Freitag, 20. Januar 2012, in Frankfurt am Main mehreren Hundert Zahntechnikern und Zahnärzten aufgezeigt. Dabei griff Zahntechniker- meister Jochen Peters, Neuss, ein ebenso klassisches wie neuerlich aktuelles Thema auf: Funk- tion. Wie das Labor in diesem Bereich punkten kann, erläutert er im folgenden Interview.

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