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Wasser ist Leben. Und im Wasser, besonders in dem der zahnärztlichen Behandlungseinheit, lebt manchmal mehr, als Zahnarzt, Mitarbeitern und Patienten recht sein kann. Die Anforderungen an das Trinkwasser in Deutschland sind zwar hoch und die Wasserwerke sehr gut überwacht. Allerdings hat das Trinkwasser, das die Wasserwerke in das Netz einspeisen, oft nicht die gleiche Qualität wie das Wasser, das am Ende einer Behandlungseinheit durch die Turbine herauskommt.

n In Zahnarztpraxen besteht das Problem des sehr ge- ringen Wasserverbrauches der einzelnen Behandlungs- einheiten.Dieserliegt erfahrungsgemäßbeica.sechsLi- tern pro Tag, wenn die Behandlungseinheit gut ausge- lastet ist. Dadurch können sich Biofilme schneller als in vielbenutzten Leitungen bilden,was die Bildung von ge- fährlichenKrankheitserregernwieLegionellenundPseu- domonaden begünstigt. Sowohl für die Patienten als auch die Praxisangestellten besteht dann Gefahr, sich überdasPraxiswassermit Krankheitenzuinfizieren. Legionellen Legionellen sind wassergängige, stäbchenförmige Bak- terien, die zu 90 Prozent mit der Legionärskrankheit in ZusammenhangstehenundvermehrtauchinZahnarzt- praxen vorgefunden werden.Ältere,schlecht gewartete oder auch nur zeitweilig genutzteWarm- wasserleitungen und -behälter stellen eineerhöhteGefahrenquelledar. Legionellen können via Aerosole in die Lunge des Menschen gelangen. Be- sonderskrankeoderimmungeschwächte Personen sind anfällig für eine Legio- nellose, die ausbrechen kann, wenn im Wasser vorhandene Legionellen sich zu einer infektiösen Konzentration vermeh- renunddannvialungengängigeAerosole (<5m)aufdenMenschenübertragenwer- den. Das Krankheitsbild der Legionellose äußert sich in Form von grippeähnlichen Zuständen bis zur schweren Lungenent- zündung,die in 15 Prozent der Fälle sogar tödlich enden kann. Bundesweit gibt es etwa 30.000 Legionellen-Infektionen pro Jahr,ca.3.000 davon sind tödlich (Quelle:Ärztezeitung v.30.06.2004). DasPontiac-FieberwirdebenfallsdurchLegionellenver- ursacht und ist vom Krankheitsverlauf nicht so gefähr- lich einzustufen wie die klassische Legionellose. Trotz starkem Krankheitsgefühl erholen sich die Patienten meist innerhalb von fünfTagen fast vollständig. Übertragen werden kann die Infektion überall dort, wo Aerosol entsteht. Aerosole bestehen aus sehr kleinen festen und flüssigen Partikeln,die aufgrund ihrer gerin- genGrößelangeinderLuftverweilenundvonZahnarzt, Praxismitarbeitern und Patienten eingeatmet werden. IneinerZahnarztpraxiskönnenAerosole,diebeiderVer- wendungvonHand-undWinkelstückensowieTurbinen entstehen,inbiszu1,5mAbstandzumHandstücknach- gewiesen werden. Legionellen im Praxiswasser sind meldepflichtig. Stellt einLaborbeieinerWasseranalyseLegionellenfest,muss esdiesesErgebnisandiezuständigenBehördenweiter- leiten. Es droht eine Betriebsunterbrechung, bis die Le- gionellen imWasser nicht mehr nachweisbar sind. Pseudomonaden Über den Weg der retrograden Kontamination gelangt auchPseudomonasaeruginosaimmerwiederindieWas- serleitungen. Es ist in der Lage,sogenannte ökologische Nischen zu bevölkern,in denen Nährstoffe und sonstige Lebensbedingungen für andere Bakterien nicht ausrei- chend sind. Pseudomonas aeruginosa bil- det Alginate und ist ein ausgezeichneter Produzent von Biofilmen. Gegen Chlor zeigt derKeimeinerelativhoheResistenz: erst 0,3mgfreiesChlorproLiter,eingehal- ten an den Zapfstellen, über einen Zeit- raum von mehreren Monaten, führten zumErfolg. Pseudomonas aeruginosa ist häufig an eitrigen Wundinfektionen beteiligt, die schlechtheilenundauchmitdenmeisten Antibiotika nicht beseitigt werden kön- nen. Gegen andere Medikamente entwi- ckelt es Enzyme,um diese zu inaktivieren oder abzuwehren. Einmal in die Wunde gelangt,lässt ersichvonanderenEntzün- dungskeimen in der Wunde nicht ver- drängen,sondern erobert diese nach einiger Zeit.Wun- den sollten daher nicht mit unsterilem Leitungswasser gewaschen oder ausgespült werden. Die Situation für Zahnärzte Verschiedene Lösungen für Leitungssysteme haben unterschiedlicheAuswirkungenaufLebewesenundde- ren Fähigkeiten,sich in Form eines Biofilms abzusetzen. Aufgrund dieser Gefahr habenWasserverbände poten- ziellen Ursachen von Verkeimung besondere Schutz- Bericht 30 DENTALHYGIENE JOURNAL 3/2011 Gefahrenquelle Praxiswasser Wasser ist Leben. Und im Wasser, besonders in dem der zahnärztlichen Behandlungsein- heit,lebtmanchmalmehr,alsZahnarzt,MitarbeiternundPatientenrechtseinkann.DieAn- forderungen an das Trinkwasser in Deutschland sind zwar hoch und die Wasserwerke sehr gut überwacht. Allerdings hat das Trinkwasser, das die Wasserwerke in das Netz einspei- sen, oft nicht die gleiche Qualität wie das Wasser, das am Ende einer Behandlungseinheit durch die Turbine herauskommt. Kristin Jahn/Leipzig Neuentwicklungderdoctorwater GmbH. Autarke Einheit zur effi- zientenWasseraufbereitung.

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