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Was hat man uns Zahnärzten schon alles versprochen und wie oft war in der Praxis die Enttäuschung groß. Entsprechend können Sie sich meine höfliche Reaktion vorstellen, als ich Ende 2012 auf einem großen implantologischen Kongress in Hamburg auf einen kleinen Stand aufmerksam wurde. Weil ich mich als Zahnarzt verpflichtet fühle, Neuerungen, die potenziell zur Verbesserung der Patientengesundheit beitragen können, nicht kategorisch infrage zu stellen, hörte ich eine gute Stunde den Ausführungen des Entwicklers aufmerksam zu. Eine gesunde Skepsis blieb, dennoch entschloss ich mich, das Produkt in unserer Praxis an ausgewählten Patienten zu testen.

n Dentcoat ist eine hochkonzentrierte, auf zwei Kom- ponenten aufbauende mineralbildende Flüssigkeit, die nach dem Zusammenführen der Ausgangslösungen Millionen kleiner Kristalle bildet (Abb. 1). Hauptkom- ponenten sind reiner Alkohol und kolloidales Silizium- dioxid. Nach dem Vermischen bilden sich Fluorapatit- Kristalle in der alkoholischen Lösung. Diese Kristalle sind hexagonale Stäbchen, die sich nur durch das Vor- handensein des F-Ions vom Hydro- xylapatit (OH-) chemisch unter- scheiden. Im Rahmen einer Hydro- lysereaktion werden die einge- lagerten Farbpigmente aus dem Zahnschmelz gelöst und die Fluor- apatit-Kristalle über kovalente Bin- dungen fest an den Zahnschmelz gebunden (Abb. 2). Fluorapatit be- sitzt eine höhere Säuretoleranz als Hydroxylapatit. Das Ergebnis Unter dem Rasterelektronen- mikroskop stellt sich die Oberflä- che unseres Zahnschmelzes nach jahrelangen Säureattacken wie ein schroffes Gebirge mit Gipfeln und Tälern dar (Abb. 3). Die neuen Kristalle haften durch die Applika- tion nicht nur mechanisch, sondern verbinden sich chemisch fest mit dem vorhandenen Zahnschmelz. Die Täler werden von Durchgang zu Durchgang mit Fluorapatit-Kristallen aufgefüllt, die Schmelzstruk- turverdichtetsich,weildieKristallesichinihrerStruk- tur selbst ausrichten (Abb.4).Optisch ist dieser Effekt während der Behandlung sichtbar, weil sich die Schmelzoberfläche in ihrer Farbe deutlich aufhellt Anwenderbericht 20 DENTALHYGIENE JOURNAL 4/2014 Eine Revolution in der Prophylaxe? Was hat man uns Zahnärzten schon alles versprochen und wie oft war in der Praxis die Ent- täuschung groß. Entsprechend können Sie sich meine höfliche Reaktion vorstellen, als ich Ende2012aufeinemgroßenimplantologischenKongressinHamburgaufeinenkleinenStand aufmerksam wurde. Weil ich mich als Zahnarzt verpflichtet fühle, Neuerungen, die potenziell zur Verbesserung der Patientengesundheit beitragen können, nicht kategorisch infrage zu stellen, hörte ich eine gute Stunde den Ausführungen des Entwicklers aufmerksam zu. Eine gesunde Skepsis blieb, dennoch entschloss ich mich, das Produkt in unserer Praxis an aus- gewählten Patienten zu testen. Ralf Breier Abb.1 Abb.2 Abb.1:KristallbildungnachZusammenführenderAusgangslösungen.–Abb.2:DieKristallebindensichandenZahnschmelz. Abb.5a Abb.5b Abb.3 Abb.4 Abb. 3: Mikroskopische Nahaufnahme des Zahnschmelzes nach jahrelangen Säureattacken. – Abb. 4: Dentcoat-Kristalle richten sich aus. – Abb. 5a und b: Schmelzoberfläche hellt sich auf, höhere Opazität und seidiger Glanz entstehen.

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