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Wer kaut, putzt nicht? Im Gegenteil! Kaugummikauen steigert sogar das Bewusstsein für gesunde und gepflegte Zähne.1 Und mittlerweile zählt auch die Speichelstimulation durch Kaugummikauen zu den wissenschaftlich gesicherten Empfehlungen zur Karies-prophylaxe. Die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) hat Ende letzten Jahres diese Empfehlungen in fünf Kernpunkten zusammengefasst...

Wer kaut, putzt nicht? Im Gegenteil! Kaugummikauen steigert so- gar das Bewusstsein für gesunde und gepflegte Zähne.1 Und mitt- lerweile zählt auch die Speichelstimulation durch Kaugummikauen zu den wissenschaftlich gesicherten Empfehlungen zur Karies- prophylaxe.DieDeutscheGesellschaftfürZahnerhaltung(DGZ)hat Ende letzten Jahres diese Empfehlungen in fünf Kernpunkten zu- sammengefasst. Die ersten drei davon sindTipps,die jeder Patient täglich umsetzen kann – sie bilden quasi das „ABC der täglichen Prophylaxe“ zu Hause und unterwegs: A) Zweimal täglich Zähne putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, B) nicht mehr als viermal täglich zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen und C) zur Speichelstimulation nach Mahlzeiten Kaugummi kauen. DassdabeidieeineMaßnahmezurProphylaxenichtaufKostender anderen gehen muss, sondern sie sogar noch fördern kann, zeigt eine aktuelle Umfrage1 :Wer beispielsweise Kaugummi kaut, spart sich dafür nicht etwa schon einmal das Zähneputzen, sondern pflegt seine Zähne auch sonst besser.Wie sich Patienten mit dem „ABCdertäglichenProphylaxe“injederProphylaxesitzungbestens zur Zahnpflege motivieren lassen,stellt das Dentalhygiene Journal im Folgenden vor. A) Gründliches Zähneputzen Für eine effektive Mundhygieneberatung ist es wichtig,den Patien- ten in seiner eigenen Situation „abzuholen“.Wie häufig putzt er die Zähne, welche Zahnbürste und Zahnpasta benutzt er? So ergibt sich ein Bild von seinem Kenntnisstand und Defizite werden er- kennbar. Manche Patienten tun aber auch zu viel des Guten – sie putzen übermäßig lange und häufig oder verwenden überflüssige Mundspülungen.Ziel der Beratung ist daher,ein gesundes Maß an Mundhygiene zu erreichen.Basis der häuslichen Mundhygiene ist, zweimal täglich zwei Minuten lang die Zähne zu putzen, und zwar miteinerfluoridhaltigenZahnpasta.Dabeiistesratsam,aufdieUhr zu schauen und sich nicht auf das Zeitgefühl zu verlassen. Viele elektri- sche Zahnbürsten haben einenTimer, der die Einhaltung der empfohlenen Putzzeit erleichtert.Prinzipiell werden die Zähne aber auch mit einer Handzahnbürste sauber.Neben der Putzdauer kommt es dar- auf an,alle Zahnflächen systematisch zu rei- nigen.Tipps zur Putztechnik orientieren sich ambestenandenGewohnheitendesPatien- ten.MansolltenurdasNötigsteändern,denn radikale Umstelllungen laufen meist ins Leere. Und die Reinigung der Zahnzwischenräume? Auch wenn es keine klare wissenschaftliche Evidenz dazu gibt, wie effektiv Zahnseide das Kariesrisiko senkt – für die parodontale Gesundheit ist sie unverzichtbar. B) Nicht mehr als viermal täglich zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten Hier stehen die Ernährungsgewohnheiten im Fokus. Der Patient zählt auf, was er üblicherweise isst und trinkt. Die meisten wissen zwar, dass Süßigkeiten Karies verursachen, kennen die Hinter- gründe aber nicht und hören interessiert zu, wenn die Prophylaxe- assistentin erklärt,dass Bakterien im Biofilm Zucker in Säuren um- wandeln,die wiederum den Zahnschmelz angreifen.Hier gibt es so manchen Aha-Effekt, zum Beispiel, wenn die Patienten erfahren, dass das kariogene Potenzial von Fruchtsäften genauso hoch ist wie das von Cola und Limo. ZielderBeratungisteineSensibilisierungfüreinezahngesundeEr- nährung, ohne den Zucker zu verteufeln. Zu empfehlen sind maxi- mal vier zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten pro Tag, denn darüber hinaus steigt das Kariesrisiko massiv. Als Alternative dienen zuckerfreie Produkte, die mit Zuckeraustausch- oder Süßstoffen gesüßt sind. C) Speichelstimulation nach Zwischenmahlzeiten Ein weiteres Thema für die eigenständige Zahnpflege sollte in der Prophylaxesitzung der positive Effekt von zuckerfreien Kaugummis auf die Zahngesundheit sein. Die Patienten erfahren, dass das Kauen den Speichelfluss anregt, was Plaquesäuren neutralisiert, NahrungsresteausdemMundspültundMineralstoffefürdieZahn- substanz bereitstellt. Dies ist besonders nach den Mahlzeiten wir- kungsvoll. Ratsam ist, drei bis viermal täglich zuckerfreien Kau- gummi zu kauen, und zwar mindestens zehn, besser 20 Minuten lang. Das gilt besonders für diejenigen Patienten, bei denen ein SpeicheltesteineniedrigeSekretionsratevonunter1ml/Minuteer- geben hat. Wie effektiv diese Prophylaxemaßnahme ist, belegen zahlreiche Studien: Das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi stei- gert den Speichelfluss bis um das Zehnfache des Ruhewertes. 1 Repräsentative Online-Umfrage von TNS Infratest unter 2.000 Männern und Frauen in Deutschland imAlter von 16 bis 65 Jahre im März 2013. 46 DENTALHYGIENE JOURNAL 4/2014 TIPPPROPHYLAXE Das ABC der täglichen Prophylaxe ©zayats-and-zayats

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