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Nicht frei von Stolz konnte Studiengruppenleiter Prof. Dr. Dr. Peter Stoll die Mitglieder des Freiburger Forums Implantologie (FFI) begrüßen, welche den Hörsaal der Stollschen Privatklinik in Stegen-Attental bis auf den letzten Platz füllten.

Fortbildung Treffen der DGZI-Studiengruppe Freiburger Forum Implantologie Nicht frei von Stolz konnte Studiengruppenleiter Prof. Dr. Dr. Peter Stoll die Mitglieder des Freiburger Forums Implantologie (FFI) begrüßen, welche den Hörsaal der Stollschen Privatklinik in Stegen-Attental bis auf den letzten Platz füllten. Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau Diese enorme Resonanz hatte ihren Grund: Der Referent des Abends, aus der Schweizer Bundeshauptstadt Bern angereist, war kein geringerer als Professor Anton Sculean, der Klinikdirektor der Klinik für Parodontologie der Universität Bern. Mit Sculean sprach einer der definitiv anerkanntesten Parodontologen im deutschsprachigen Raum, dem in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten unzählige Studien aus dem Bereich der regenerativen Parodontologie, der Laserzahnheilkunde und der parodontalen Grundlagenforschung zu verdanken sind. In seinem Gruß- und Einführungswort wies Professor Stoll auf die enormen Fortschritte hin, die auf dem Gebiet der parodontalen Regenerationsforschung erzielt werden konnten. Mit dem viel zu früh verstorbenen Professor Gisbert Krekeler, Begründer der Sektion Parodontale Chirurgie der Universitätsklinik Freiburg, hatte das Bemühen um die Regeneration geschädigter parodontaler Strukturen einen wesentlichen und wortgewaltigen Förderer gefunden. So freute sich der FFI-Studiengruppenleiter, dass nunmehr ein aktuelles, ebenbürtiges Pendant zu Krekeler als Referent gewonnen werden konnte und dankte in diesem Zusammenhang herzlich der Firma Straumann für deren wertvolle Unterstützung bei der Konzeption und Verwirklichung des Studiengruppentreffens. Materialien für die PAR-Regeneration Als Materialien können hierbei Knochenersatzmaterialien, GTR, EMD, Wachstumsfaktoren und PRP zum Einsatz kommen. Den Knochenersatzmaterialien wies Sculean nur geringe Wertigkeit zu, diese weisen lediglich eine Platzhalterfunktion auf, das Ausbilden eines langen Saumepithels und das Ausbleiben von Regeneration ist eine unvermeidbare Folge. Anders sieht es bei autologem, gefriergetrockneten Knochen und natürlichem Knochenmaterialien aus, welche eine osteokonduktive Wirkung aufweisen. Ein erstes Fazit Sculeans: Immer biologisch aktive Materialien benutzen! Etwas positiver fiel die Bewertung der GTR aus, durch den Einsatz von nicht resorbierbaren und resorbierbaren (synthetische und Kollagen) kann eine Wundstabilisierung (Epithelzellen) und somit auch eine Regeneration erreicht werden,allerdings wies der Berner Parodontologe darauf hin, dass diese Verfahren technisch überaus sensibel sind und bei großen Defekten es zu einem Kollaps der Membran kommen kann. Den Einsatz von Wachstumsfaktoren gab der Referent als noch nicht marktreif an;beim Platelet Rich Plasma sieht er keine Verbesserung im Vergleich zum konventionellen Vorgehen. Parodontale Regeneration Professor Sculean teilte aufgrund des „offenen Systems“ die Wundheilung in der Parodontologie in zwei Heilungstypen ein: a) der reparative Typ mit Saumepithel (z.B.nach Kürettagen und Lappen-OPs) b) der regenerative Typ mit neuer Zementschicht,neuen PA-Fasern und neuem Alveolarknochen Grundvoraussetzung für die Regeneration ist allerdings das Vorhandensein von Zellen aus intaktem Desmodont,Wundstabilität,Freiraum und eine Heilung per primam intentionem (gute Nähte hierzu unbedingt erforderlich!). Einsatz und Bewertung von Schmelzmatrixproteinen Hohe Wertigkeit weist Professor Sculean EMD zu, ausgehend von den Grundlagenforschungsergebnissen von Slavin (1975/1976) kommt heute vor allem Amelogenin zum Einsatz. Es ist ein indirekter Effekt auf die Freisetzung von Wachstumsfaktoren zu verzeichen,die eingesetzten Proteine weisen eine überaus gute Haftfähigkeit auf den Wurzeloberflächen auf, die bis zu vier Wochen anhalten kann! Zum Zeitpunkt der Applikation sollten allerdings weder Blut noch Speichel die zu benetzende Wurzel verunreinigen. Es ist ein – dem CHX ähnlicher – antibakterieller Effekt zu verzeichnen, zudem wird die Knochenprolife- 66 IMPLANTOLOGIE JOURNAL 1/2010

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