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Beim diesjährigen AAO-Kongress in Chicago demonstrierte Dr. George Anka, welch wertvolles Hilfsmittel temporäre Verankerungen bei der Behandlung von Okklusionsebenen-Neigungen darstellen. Im folgenden Beitrag fasst er seine Erkenntnisse zusammen.

meistaufdemBauchmitzurSei- te geneigtem Kopf,dann kann die- se periodische, einseitige Druck- einwirkung auf den Kiefer zur graduellen Deformierung führen. Kinder, die ihr Kinn häufig auf eine Handfläche stützen, können so den Kiefer und seinWachstum direkt beeinflussen, wobei sich die Schwere auch hier nach der Häufigkeit der Ausübung sol- cher Gewohnheiten richtet.Auch orale Gewohnheiten wie das Zun- genstoßen, die durch respirato- rische Probleme entstehen, kön- nen zur Entwicklung eines offe- nen Bisses führen. Unilaterales Kauen führt zur Neigung der Okklusionsebene und in deren Folge zur Veränderung der Kie- ferposition.Bei erwachsenen Pa- tienten, die bereits eine Fehlbil- dungentwickelthaben,musszu- erst die ungünstige Gewohnheit abgestellt werden, um die kiefer- orthopädische Korrektur zu er- leichtern. Die Herausforderung bei der Be- handlung geneigter Okklusions- ebenen liegt zuerst einmal in der Abstellung der begünstigenden Gewohnheiten. Dann sollte man wissen, dass Möglichkeiten einer Camouflage-Behandlung limi- tiert sind. Der Einsatz vonTADs und dentoalveolare Behandlun- gen wie auch kieferorthopädi- scheVerfahren sind auf den Be- reich beschränkt, in dem Zähne und ihre alveolaren Strukturen liegen, die unterliegenden basa- len Knochenstrukturen werden nicht mit erfasst. In diesem Zu- sammenhang wird auch deut- lich, dass eine Camouflage-Be- handlung schwerer Kieferdefor- mierungen nicht durch ausglei- chende Verfahren möglich ist. Betroffene Patienten sollten zur Planung eines chirurgischen Ein- griffs an einen Kiefer- und Ge- sichtschirurgen überwiesen wer- den. Bei Symmetrien im Erwachsenen- alter sollten verschiedene Punk- te berücksichtigt werden: Zu- nächst muss die unterschiedli- che Lage und Asymmetrie der rechten und linken Auslenkung festgestellt werden, danach die unterschiedliche Länge der rech- ten und linken Kieferhälfte, die Höhe der rechten und linkenAus- lenkung zur Orbitallinie und die Gesichtsmittellinie. Die erfassten Deformierungen sind mitunter so komplex, dass eine kieferor- thopädische Behandlung allein nicht ausreicht.Obwohl die Nut- zung eines 3-D-Scans für die Fest- stellung der Schwere und Loka- tion eines Falles eine große Hilfe sein kann, steht mit der Abfor- mung im Artikulator einVerfah- ren zur Verfügung, das sowohl zur Dokumentation und Modell- analyse als auch zur Orientie- rung in Abwesenheit des Patien- ten genutzt werden kann. CBCT kann aufgrund der Strah- lenbelastung nicht unkritisch bei allen jungen Patienten eingesetzt werden, es sei denn, eine abnor- me Anomalie liegt vor und der Einsatz erfolgt niedrigfrequent. Die Nachbildung amArtikulator ist hilfreich,um die Bewegung der Artikulation,die Intervention der Zahnhöcker und die Neigung der Okklusionsebene zu der Gegen- seite nachvollziehen zu können. Die erhobenen Befunde dienen zur Diagnosesicherung und sind Grundlage für den Behandlungs- plan, der entweder allein kiefer- orthopädisch oder zu einem spä- teren Zeitpunkt der Entwicklung des Kindes gemeinsam mit einem Kiefer- und Gesichtschirurgen umgesetzt wird. 2. Ästhetik Eine Verschiebung der Okklu- sionsebene um mehr als 3 Grad von der Norm kann in den meis- ten Fällen auch durch Unerfah- rene festgestellt werden.Eine sol- che Abweichung beeinflusst auch dasLächeln,daseinwichtigerWeg der menschlichen Kommunika- tionist.Wirmöchtenbetroffenen PatientenmitderBehandlungihr Selbstwertgefühl zurückgeben. DeshalbsolltedieKorrekturder dentoalveolaren Morphologie mittels Kieferorthopädie durch eine myofunktionelle Therapie ergänzt oder begleitet werden, damit die Gesichtsmuskeln nach dem Abschluss der Behandlung ein schönes Lächeln hervorbrin- gen können.Oftmals ist ein kom- plexer interdisziplinärer Behand- lungsplan nötig, damit das Be- handlungsergebnis voll zur Gel- tung kommen kann. Das betrifft nicht nur die Zufriedenheit unse- rer Patienten, sondern gilt auch für die Stabilität des Behand- lungsergebnisses nach dem Ende der Therapie. Die Ausgangssituation und das gewünschte Behandlungsergeb- nis sind planbar und können mit dem Patienten vor Behandlungs- beginn diskutiert werden.Das ist wichtig,damit der Patient dieThe- rapiemitrealistischenErwartun- gen beginnt und die Limits der Behandlung kennt. 3. Funktion Eine Abweichung von mehr als 3 Grad kann die Funktion, die MastikationunddasLächelnbe- einflussen.Wir wissen,dass eine gewisse faziale Asymmetrie, da- runter auch eine Neigung der Ok- klusionsebenen im kieferortho- pädischen Patientengut häufig anzutreffenist.Deshalbwurdedie Bedeutung der Diagnose fazia- ler Asymmetrien hervorgehoben und in das routinemäßige kiefer- orthopädische Prozedere inte- griert.Wir sollten unsere Patien- ten mit der bestmöglichen Ge- sichtsform und Morphologie am Ende der Behandlung entlassen. Der Einsatz vonTADs bei Korrektur geneigter Okklusionsebenen WISSENSCHAFT & PRAXIS4 | Nr. 12 | Dezember 2011 ANZEIGE Abb. 5: Einsatz von Intrusion und Distalisation. – Abb. 6: Einsatz von Extrusion und Distalisation. TPA plus Haken Indirekte Kraftapplikation TPA plus Haken Distalisierung und Intrusion TPA plus Haken Distalisierung und Extrusion LA plus Haken Indirekte Kraftapplikation LA plus Haken Distalisierung und Extrusion Abb. 2–4: Das biomechanische Diagramm von TPA mit Haken. Fortsetzung von Seite 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 LA plus Haken Distalisierung und Intrusion Abb. 8 Abb. 9 Abb. 7–9: Das biomechanische Diagramm von LA plus Haken.