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Risikoläsionen der Mundhöhlenschleimhaut wie orale Leukoplakien, Erythroplakien/Ery throleukoplakien oder auch der orale Lichen planus erfordern eine Früherkennung und Langzeitkontrolle, um allfällige maligne Transformationen möglichst im Anfangsstadium zu erkennen. Anhand eines Patientenfalles soll der Stellenwert der Früherkennung und das Management von Risikoläsionen der Mundhöhlenschleimhaut aufgezeigt werden.

Fachbeitrag Risikoläsionen der Mundhöhlenschleimhaut Ein Einsatz für den Laser Risikoläsionen der Mundhöhlenschleimhaut wie orale Leukoplakien, Erythroplakien/Erythroleukoplakien oder auch der orale Lichen planus erfordern eine Früherkennung und Langzeitkontrolle, um allfällige maligne Transformationen möglichst im Anfangsstadium zu erkennen. Anhand eines Patientenfalles soll der Stellenwert der Früherkennung und das Management von Risikoläsionen der Mundhöhlenschleimhaut aufgezeigt werden. Dr. Sandro A. Halbritter, Priv.-Doz. Dr. Michael M. Bornstein/Bern, Dr. Peter Spieler/St. Gallen Die regelmäßige und eingehende Untersuchung der Mundhöhlenschleimhäute in der zahnmedizinischen Praxis gewinnt immer mehr an Bedeutung. Zahnärzte und Dentalhygienikerinnen sehen in der Privatpraxis einen großen Teil der schweizerischen Bevölkerung und können bei der initialen Befundaufnahme oder anlässlich der Nachsorgeuntersuchungen unter idealen Umständen ein stomatologisches (opportunistisches) Screening ihrer Patienten durchführen (Hardt und Schlenk 1991, Reichart 2000, Bornstein et al. 2006a). Der Zahnarzt und sein Praxisteam tragen somit eine beträchtliche Verantwortung,was die Früherkennung und Prävention von malignen oder prämalignen Veränderungen der Mundhöhlenschleimhaut betrifft. Das stomatologische Screening kann die Morbidität und Mortalität infolge eines Plattenepithelkarzinoms der Mundhöhle durch Frühdiagnose und Therapie senken (Horowitz 2003). Dafür spricht auch, dass die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung eines asymptomatischen Mundhöhlenkarzinoms im Frühstadium bei einer zahnärztlichen Kontrolluntersuchung deutlich höher ist als beim Hausarzt (Holmes et al. 2003). Präkanzeröse Läsionen – heute auch als Präkursorläsionen bezeichnet – der oralen Schleimhaut sind als morphologisch verändertes Gewebe zu verstehen, aus welchem Krebs häufiger entstehen kann als bei normalem Gewebe (Reichart 2003,Gale et al. 2005). Zu diesen Veränderungen zählen die orale Leukoplakie mit ihren Unterformen (homogen und inhomogen) sowie die Erythroplakie. Die orale Leukoplakie wird als primär weiße Veränderung der Mundschleimhaut, die keiner anderen Erkrankung zugeordnet werden kann, definiert (Axéll et al. 1996). Die orale Leukoplakie ist die wichtigste potenziell maligne Veränderung der Mundhöhle. Die Prävalenz liegt zwischen 1 und 5 % (Axéll 1976,Salonen et al.1990,Schepman et al. 1996), die maligne Entartung von Leukoplakien zwischen 2,2 und 17,5 % (Sciubba 1995). Inhomogene Leukoplakien scheinen ein höheres Entartungsrisiko zu haben als homogene (Silverman et al. 1984). Auch der Tabakkonsum spielt eine Rolle.So tritt bei Rauchern die Leukoplakie sechs Mal häufiger auf als bei Nichtrauchern (Baric et al. 1982). Es besteht des Weiteren eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen dem Tabakkonsum (bzw. der konsumierten Menge) und der Prävalenz oraler Leukoplakien. Studien haben gezeigt, dass sich mit dem Stopp des Tabakkonsums die oralen Leukoplakien zurückbilden oder gar vollständig verschwinden können (Gupta et al. 1995). Die Erythroplakie wird (analog zur oralen Leukoplakie) als rote Veränderung der Mundschleimhaut beschrieben, die keiner anderen Erkrankung zugeordnet werden kann (Axéll et al. 1996). Erythroplakien mit oder ohne weiße Komponenten (dann als Erythroleukoplakie bezeichnet) weisen in der Regel bereits initial auf Abb. 1: Klinischer Befund der 4 x 1 cm großen, weißlichen, nicht abwischbaren, mit einer inhomogenen und nodulären Oberfläche versehenen Schleimhautveränderung mit leichter peripherer Rötung am linken Zungenrand. – Abb. 2: Exfoliative Zytologie: Bürstenabstrich aus dem linken Zungenrand. Links im Bild befinden sich dysplastische unreife Plattenepithelzellen (Pfeil), rechts sind kernlose Plattenepithelschollen (Hyperkeratose) zu sehen (Doppelpfeil), oben rechts im Bild Keratohyalingranula in oberflächlichen Plattenepithelzellen (Stern) (Originalvergrößerung: x 400; Papanicolaou-Färbung). – Abb. 3: Exfoliative Zytologie:Bürstenabstrich aus dem linken Zungenrand. Links im Bild befinden sich dysplastische unreife Plattenepithelzellen (Pfeil), rechts sind Keratohyalingranula in oberflächlichen Plattenepithelzellen zu sehen (Stern) (Originalvergrößerung:x 200; Papanicolaou-Färbung). 16 LASER JOURNAL 1/2010

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