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Mit der zunehmenden Zahl an dentalen Implantationen steigt auch die Prävalenz der periimplantären Entzündungen. Die Häufigkeit einer Mukositis wird in der Literatur mit Werten bis zu 80 Prozent und die einer Periimplantitis zwischen 11,3 und 47,1 Prozent angegeben.1,2 Dabei existiert noch keine offizielle Leitlinie bzw. gültiges Protokoll zum Vorgehen gegen diese Entzündungsformen.3,4 Die Höhe dieser Werte verdeutlicht die Relevanz der Diagnostik, Prävention und Therapieansätze bezüglich dieser Erkrankungen.

n Der Sammelbegriff der periimplantären Entzündun- gen lässt sich in zwei Krankheitsformen gliedern, die MukositisunddiePeriimplantitis.DieMukositisist defi- niert als reversible Entzündung des periimplantären WeichgewebeseinesinFunktionstehenden,osseointe- grierten Implantates. Es liegt bei dieser Form der Ent- zündung noch kein pathologischer Knochenabbau vor. SiegehtnichtobligatineinePeriimplantitisüber.Beider Periimplantitis handelt es sich dagegen um einen Ent- zündungsprozess der periimplantären Gewebe mit Knochenverlust bei osseointegrierten Implantaten in Funktion. Wichtig ist dabei die Kennzeichnung, dass die Implantate zum Zeitpunkt der Freilegung und der funktionellenBelastungalleklinischenAnzeicheneines Erfolges aufwiesen. Grundsätzlich lassen sich Komplikationen, die zum Im- plantatverlust führen können,in primäre (während der Einheilphase) und sekundäre (nach der Osseointegra- tion) Komplikationen einteilen. Diese können biologi- scher (infektiös-bakterieller) oder mechanischer (funk- tioneller) Natur sein. Die periimplantären Entzündun- gen zählen damit zu den sekundären Komplikationen der Implantologie. Periimplantäre Strukturen Vergleicht man die periimplantären Weichgewebe mit den parodontalen Strukturen natürlicher Zähne, be- steht nur bedingt Ähnlichkeit. Die periimplantäre Mu- kosa enthält mehr kollagene Fasern in einer anderen StrukturierungimVergleichzurGingiva.Dasimplantat- nahe Bindegewebe ist gefäßärmer als entsprechende parodontale Strukturen und weist dementsprechend eineschlechtereAbwehrgegenüberexogenenIrritatio- nen auf.5,6 Bei einer entzündlichen Zerstörung dieser Kontaktstelle kann eine bakterielle Kontamination di- rekt in Richtung des Knochens vordringen und zu einer raschen Zerstörung führen.7 Risikofaktoren Risikofaktoren,die die Entstehung einer Periimplantitis beeinflussen können,sind zusammengefasst: – Mangelnde Mundhygiene und Compliance – Parodontitis-Hintergrund – Rauchen – Lokale präimplantologische Pathologien – Suprakonstruktion – Systemische Erkrankungen –BereitsstattgefundenerimplantologischerMisserfolg – Breite bzw.Vorhandensein der befestigten Mukosa DieMundhygienegilt alswichtigsterPräventionsfaktor zur Vermeidung periimplantärer Erkrankungen. Sie ist sehrengverknüpftmitderAn-bzw.Abwesenheitdieser Erkrankungsform.8,9 Ohne regelmäßige Kontrollen ist eine periimplantäre Entzündung eine häufige klinische Erscheinungsform.10–12 Die Compliance des Patienten, d.h.dieKooperationvor,währendundnachderBehand- lung (besonders in Bezug auf einer effektiven häus- lichenMundhygieneunddieWahrnehmungvonRecall- terminen und PZR) muss vor der Implantation evaluiert und festgehalten werden. Wie in der Parodontologie spielt eine bakterielle Besie- delung die größte Rolle in Bezug auf eine periimplan- täre Entzündung.13–16 In zahlreichen Studien wurde ge- zeigt,dass die entzündliche periimplantäre Flora der ei- ner aggressiv verlaufenden Parodontitis gleicht.14,15,17 Es ist bewiesen,dass parodontal-pathogene Keime bei Pa- rodontitispatienten übertragen werden können. Dabei kann die vorhandene Restbezahnung als Reservoir für die mikrobielle Besiedelung der Implantate dienen. Diese Residualflora besitzt dabei den größten Einfluss Fachbeitrag 20 ORALCHIRURGIE JOURNAL 2/2012 Periimplantäre Entzündungen Risikofaktoren,Diagnostik,Prävention undTherapiemöglichkeiten Mit der zunehmenden Zahl an dentalen Implantationen steigt auch die Prävalenz der periim- plantären Entzündungen. Die Häufigkeit einer Mukositis wird in der Literatur mit Werten bis zu 80 Prozent und die einer Periimplantitis zwischen 11,3 und 47,1 Prozent angegeben.1,2 Dabei existiert noch keine offizielle Leitlinie bzw. gültiges Protokoll zum Vorgehen gegen diese Ent- zündungsformen.3,4 Die Höhe dieser Werte verdeutlicht die Relevanz der Diagnostik, Präven- tion und Therapieansätze bezüglich dieser Erkrankungen. Dr. med. dent. Phillip Wallowy/Waldshut Abb.1:ImplantatgetrageneKronean36ohnespontaneEntzündungs- zeichen oder Symptomatik. – Abb. 2: Deutlich erhöhte Sondierungs- tiefen (> 10 mm) bei bestehender Periimplantitis.