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2_News Nr. 3 | Juni 2009 | www.pn-aktuell.de NEWS Mundhöhlenkrebs-Früherkennung: Bürstenabstrich ersetzt Messer Jährlich erkranken in Deutschland über 10.000 Menschen neu an Mundhöhlenkrebs, Tendenz weiter steigend. Bei der männlichen Bevölkerung gehören Mundhöhlenkarzinome damit zu den siebthäufigsten Tumoren. Überlebenswahrscheinlichkeit und Lebensqualität eines Patienten sind umso höher, je kleiner der Tumor bei der Diagnosestellung und Behandlungsbeginn ist. DeutlicheVerbesserungschancen sieht die DGMKG deshalb bei frühzeitiger Diagnostik. Ein neues, hochgradig aussagekräftiges Früherkennungsverfahren wurde jetzt aus DGMKG-Reihen von Priv.-Doz. Dr. Dr. Oliver Driemel (Lüneburg) entwickelt, der dafür den Deutschen Miller Preis erhielt. „Es kann heute als gesichert gelten, dass eine Therapieverzögerung von mehr als vier Wochen eine signifikant schlechtere Überlebensrate bedingt“, warnt Prof. Dr. Dr. Elmar Esser, Pressereferent der DGMKG. Deshalb ist das neue Verfahren ein echter Durchbruch in der Mundhöhlenkrebs-Früherkennung, kann Leben retten und Lebensqualität verbessern. angesehen wurden, einfach zunächst weiter beobachtet, und spielte damit gegen die Zeit – oder es wurde eine Gewebeprobe mittels Skalpell entnommen. Dr. Driemel und sein Team fanden in enger Zusammenarbeit mit Pathologe Prof. Dr. Hartwig Kosmehl aus Erfurt heraus, dass mit einer relativ harten Bürste genau die richtigen Zellen der Mundhöhle entnommen werden können, die direkt anschließend im Labor Aufschluss über die Art der Veränderung geben. „Mit dem modernen Verfahren des zytologischen Bürstenabstrichs können verdächtige Schleimhautveränderungen in der Mundhöhle ohne Skalpell und mit hoher Aussagekraft überprüft werden“, sagt Driemel. Weg als absolut sinnvolle Routinemethode in viele MKG-chirurgische und zahnmedizinische Praxen gefunden. „Eine regelmäßige Kontrolle und Untersuchung der Mundschleimhaut muss Bestandteil der zahnärztlichen Basisuntersuchung beim Patienten werden – regel- und routinemäßig“, fordert Driemel. Hierin sieht die DGMKG eine realistische Chance zum Rückgang der Erkrankungshäufigkeit und -schwere: Denn fortgeschrittene Mundhöhlekarzinome erfordern meist einschneidende Therapiemaßnahmen, dies mit erheblichen Folgen für die Betroffenen. Frühe Tumorstadien lassen sich in der Regel erfolgreich mit individuellen Einzelbehandlungen mit geringen Einschränkungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität therapieren. In einer systemischen Früherkennung sehen die Experten die aussichtsreiche Strategie zur Verminderung der individuellen Krankheitsbelastung. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG). Bürste ersetzt Skalpell Die gewöhnliche Zellentnahme mit einfachem Wattestab-Abstrich, was man beispielsweise erfolgreich in der Gynäkologie einsetzt, gelingt in der Mundhöhle nicht mit gleicher Aussagekraft, da das Mundhöhlenepithel verhornt und die entscheidenden Zellen mit einem einfachen WattestabAbstrich nicht gewonnen werden können. Bisher hat man daher Schleimhautveränderungen, die nicht als dringend tumorverdächtig Gut- oder bösartig? Neuer Marker für sicheren Befund Entscheidend für die Aussagekraft der Zellentnahme per Bürste, die sogenannte Bürstenbiopsie, sind in Driemels Studie jedoch erstmals immunmarkierte Strukturproteine, die eine Schlüsselrolle für das aggressive Wachstum bösartiger Mundschleimhautveränderungen darstellen. Bösartige Zellen werden rot angefärbt und können einfach, schnell und mit hoher Sicherheit unter dem Mikroskop identifiziert werden. Die hohe Sicherheit und Aussagekraft dieser methodisch erweiterten und abgesicherten BürstenZellentnahme und -untersuchung empfiehlt diese Technik als ersten diagnostischen Schritt im Rahmen des Moni- torings von Mundschleimhautschädigungen. Somit werden diagnostische Fehleinschätzungen frühzeitig erkannt. Voraussetzung ist auch hierbei die Erfahrung des Spezialisten hinsichtlich der richtigen Entnahmestelle. Bei jedem eindeutigen Karzinom-Verdacht ist jedoch nach wie vor eine Skalpellbiopsie erforderlich. Durch eine sehr frühe Erken- nung einer bösartigen Veränderung kann die notwendige chirurgische Therapie im Umfang kleiner bleiben. Regelmäßige Kontrolle: Rechtzeitig erkannt – für immer gebannt Die Bürstenbiopsie hat bereits erfreulicherweise den Wirksame Parodontalbehandlung bei Rauchern PARODONTOLOGIE IMPRESSUM Wissenschaftler in den USA haben herausgefunden, warum Raucher anfälliger für chronische Parodontitis sein könnten. Ein für die Erkrankung verantwortliches Bakterium verändert seine Bestandteile und die Art, wie es den Mund des Rauchers infiziert, indem es auf den Zigarettenrauch reagiert. Die kürzlich im Magazin „Environmental Microbiology“ veröffentlichte Studie zeigte, dass das Bakterium Porphyromonas gingivalis seine DNA und seine Membranproteine in Reaktion auf den Zigarettenrauch verändert und anpasst. Einige Gene des P. gingivalis, die mit seiner Virulenz (Infektiosität), Entgiftung, oxidativen Stressmechanismen und DNA-Wiederherstellung in Verbindung stehen, werden durch den Zigarettenrauch modifiziert.Als Folge davon ist die Anzahl der Proteine in den Zellmembranen verändert. Dies wirkt sich auf wicherklären, warum Raucher eher gegenüber Parodontalbehandlungen resistent sind und sich als anfällig gegenüber oralen Erkrankungen erweisen, die durch Infektionen mit P. gingivalis hervorgerufen wurden. Nachdem dieVeränderungen in den Bestandteilen des Bakteriums erkannt wurden, wird es leichter sein eine wirksame Behandlung für Raucher zu finden,die mit P.gingivalis infiziert sind. Dr. David Scott von der University of Louisville sagte: „Es ist seit Langem bekannt, dass Raucher anfälliger für Parodontitis sind als Nichtraucher. Die Gründe dafür sind jedoch unklar. Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass Komponenten des Zigarettenrauchs Schlüsselmerkmale eines wichtigen bakteriellen Pathogens verändern, welches anschließend Einfluss darauf nimmt, wie unser Immunsystem reagiert. Es könnte sich herausstellen, dass wir verschiedene Behandlungspläne für Raucher und Nichtraucher entwickeln müssen.“ Quelle: Wiley-Blackwell/Eurekalert Nachrichten Verlag Verlagsanschrift: Oemus Media AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Redaktionsleitung Katja Kupfer (V.i.S.d.P.) Redaktionsassistenz Kristin Urban Projektleitung Stefan Reichardt (verantwortlich) Produktionsleitung Gernot Meyer Anzeigen Marius Mezger (Anzeigendisposition/ -verwaltung) Herstellung Nadine Ostermann (Grafik, Satz) Tel.: 03 41/4 84 74-0 Fax: 03 41/4 84 74-2 90 E-Mail: kontakt@oemus-media.de Tel.: 03 41/4 84 74-3 27 E-Mail: kupfer@oemus-media.de Tel.: 03 41/4 84 74-3 25 E-Mail: k.urban@oemus-media.de Tel.: 03 41/4 84 74-2 22 E-Mail: reichardt@oemus-media.de Tel.: 03 41/4 84 74-5 20 E-Mail: meyer@oemus-media.de Tel.: 03 41/4 84 74-1 27 Tel.: 03 41/4 84 74-1 90 E-Mail: m.mezger@oemus-media.de Tel.: 03 41/4 84 74-1 14 E-Mail: n.ostermann@oemus-media.de tige Charakteristika der Bakterienzellen aus und beeinflusst, wie das Immunsystem dieses Pathogen erkennt. Dies könnte Nikotinkaugummi erhöht Mundkrebsrisiko Kaugummis und Hustenbonbons, die Nikotin enthalten, könnten mit Mundkrebs im Zusammenhang stehen, teilten Forscher mit. Nikotinersatztherapien dienen dazu, dass man mit dem Rauchen aufhört, und enthalten Nikotin, die Sucht erzeugende Substanz in Zigaretten. Aber Forschungen des Medical Research Council, publiziert im PLoS ONE, lassen darauf schließen, dass diese Therapien ein mögliches Risiko für Mundkrebs haben. Jedoch Experten meinen, dass diese Forschungsergebnisse die Leute nicht davon abhalten sollte, die Tabakersatztherapien zu nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Unter anderem wegen anderer Bestandteile in Zigaretten, wie Teer und Kohlenmonoxid. Die Forscher des Institute of Dentistry, Queen Mary University London fanden im Nikotin einen erhöhten Anteil eines Gens, genannt FOXM1. Sie entdeckten ebenso, dass FOXM1 in frühen Phasen des Mundkrebses anstieg. Quelle: www.zahn-online.de vom 05.05.2009 Die „PN Parodontologie Nachrichten“ erscheint regelmäßig als Zweimonatszeitung. Bezugspreis: Einzelexemplar: 8,– € ab Verlag zzgl. gesetzl. MwSt. und Versandkosten. Jahresabonnement im Inland 45,– € ab Verlag zzgl. gesetzl. MwSt. und Versandkosten. Abo-Hotline: 03 41/4 84 74-0. Die Beiträge in der „Parodontologie Nachrichten“ sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach schriftlicher Genehmigung des Verlages. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit von Verbands-, Unternehmens-, Markt- und Produktinformationen kann keine Gewähr oder Haftung übernommen werden. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung (gleich welcher Art) sowie das Recht der Übersetzung in Fremdsprachen – für alle veröffentlichten Beiträge – vorbehalten. Bei allen redaktionellen Einsendungen wird das Einverständnis auf volle und auszugsweise Veröffentlichung vorausgesetzt, sofern kein anders lautender Vermerk vorliegt. 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