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zt0412

In einem ausführlichen Interview mit der ZT Zahntechnik Zeitung blickt der scheidende VDZI-Präsident Jürgen Schwichtenberg auf 30 Jahre aktive zahntechnische Berufspolitik zurück. Die Fragen stellte ZT-Redaktionsleiter Georg Isbaner.

Irritationen bei der Auftrags- schreibung, bei der Auftrags- übernahmedurchdasLaborund technischen Umsetzung sind da- durch aufgelöst, dass bestimmte qualitätssichernde Schritte in der bilateralen Beziehung schon einfließen, bevor überhaupt die erste Arbeit gemacht wird. Ein bedeutender Fortschritt ist die Einführung der Checklisten, die zwischen Zahnarzt und Labor ausgetauscht werden können. Ein Zahnarzt hat anlässlich des ersten Deutschlandtreffens der geprüften Betriebe in Isernha- gen gesagt: „Dieses Instrument derPrüfbögenhatdieKommuni- kation zwischen meiner Praxis und dem Labor so verbessert, dass es kaum noch nachträg- licher Rücksprachen bedarf.“ Damit hat der Bundesverband sein politisches Ziel erreicht: die Grundlage für mehr Sicherheit für das Labor bei der Auftrags- annahme aus der Zahnarztpra- xis! Für mich ein Erfolg! Auf der anderen Seite benötigt die Praxis die Zusammenarbeit mit einem geprüften Partner, weil die Praxen seit 1. Januar 2011 verbindlich ein Qualitätssiche- rungskonzept einführen muss- ten, in dem die Dokumentation der Leistungsfähigkeit ihrer „Zulieferer“ eine wichtige Rolle spielt. Auch das Thema elektroni- scher Datenaustausch fällt in Ihre Amtszeit. Seit der Einfüh- rung scheint es ja noch einigen Abstimmungsbedarf zu geben. Wie beurteilen Sie die derzei- tige Lage, was sind die offenen Punkte? Beim elektronischen Datenaus- tauschhandeltessichimGrunde um eine vom Gesetzgeber be- auftragte Mammutaufgabe, die normalerweise so ein kleiner Teil des Gesundheitswesens wie die Zahnheilkunde und damit auch die Zahntechnik gar nicht aus sich heraus leisten kann. Aus unserer Sicht wurde trotz aller Holprigkeiten erfolgreich das umgesetzt, was zwischen VDZI, KZBV, VDDS und VDS vereinbart war.Es gibt punktuell eine sehr exakt abgestimmte und auch von allen eingehaltene Vorgehensweise, die sowohl die Praxen als auch die Betriebe in die Lage versetzen wird, ohne Probleme zusammenzuarbeiten. Die Herausforderung besteht und bestand eigentlich nur darin, dass die KZBV immer wieder neue Kriterien der Prüfmodule eingeführt und mit aktualisier- ten Anforderungen gegenüber den anderen Beteiligten vertre- ten hat. Das scheint seit dem 29.Februar2012größtenteilsaus dem Weg geräumt zu sein. Der VDZI bleibt bei seiner vorsichti- gen Position beimThema Daten- übermittlung und Datensicher- heit. Da gibt es nach wie vor Überzeugungs- und Handlungs- bedarf, beispielsweise was den Ausweis von Einzeldaten bei den sogenannten Nicht-BEL- Leistungen angeht. Den weiter- gehenden Vorstellungen der KZBV fehlt hier nach unserer Ansicht die sachliche und recht- liche Grundlage. Die nächsten Gespräche mit der KZBV wer- den hier für mehr Klarheit in der Sache sorgen. Können Sie kurz noch auf die Rolle des VDZI bei dieser ganzen Entwicklung eingehen? Der VDZI war da ja sehr aktiv und hat sich sowohl mit den KVen, KZBVen als auch mit den Herstellern der entsprechenden Software doch sehr intensiv aus- einandergesetzt. Wie war da Ihr Einfluss? Für diese Frage bin ich Ihnen sehr dankbar, weil wir so das Bild, das in der medialen Öffent- lichkeit entstanden ist, korrigie- ren können. Erstens war der VDZI mit den Softwareanbie- tern auf der Laborseite im Mai des vergangenen Jahres so weit, dass wir eine funktionierende und auf der damaligen Basis der Vereinbarungen mit der KZBV beruhende XML-Datei in jedem Labor und in jeder Software in Deutschland zurVerfügung stel- len konnten. Zweitens waren wir diejenigen, die in der Abstimmung mit dem VDDS die Chance genutzt ha- ben, und zwar schon sehr früh, nämlich ab Mai 2011, die Kom- patibilität der Software in der Praxis und in den Labors zu ge- währleisten. Es ist für uns ärger- lich gewesen, dass dann ab Sep- tember bis November 2011 die KZBV durch immer neue Anfor- derungen durch neue Prüfmo- dule diese Kooperation verlas- sen hat. Nach außen entstand derEindrucktotalerVerwirrung. DerVDZI bedauert das außeror- dentlich, weil wir fest überzeugt sind,dassdieSystematik,wiesie bis Juni 2011 galt,für die Labore, Praxen und auch für die KV funktionsfähig gewesen wären. Es war der VDZI, der zu Beginn des Jahres 2012 erneut die Betei- ligten zusammenrief, um die be- stehenden Diskrepanzen zwi- schen den Anforderungen von 2011 und 2012 schnellstmöglich aufzulösen. Dieser Einladung – nachträglich unterstützt von der KZBV – sind mehr als 50 Teil- nehmer gefolgt. Eines der Er- gebnisse war, dass man eine Fol- gesitzung verabredete, die dann nochmal klar festlegt, welche ParameterdieXML-Dateihaben soll. Wir glauben an die Funk- tionsfähigkeit des Systems. Am Ende des Quartals, also der Ab- rechnungszeit, hat jeder ein Interesse daran, dass es funktio- niert. Welche Rolle spielen die digi- talen dentalenTechnologien und wie wird sich das in den Ausbil- dungsprogrammen der Innun- gen niederschlagen? Die maschinenunterstützte Teil- fertigung von Zahnersatz gibt den zahntechnischen Betrieben mittelfristig die Möglichkeit,dem hohen Kostendruck im Markt zu begegnen. Wir bedauern, dass diese Innovationen nicht nur im Zahntechniker-Handwerkange- wendet werden, sondern auch außerhalb, nämlichTeilfertigun- gen im industriellen Umfeld. In diesem Segment findet ein un- gesunder Preiskampf statt, der weder der Industrie noch dem Handwerk insgesamt guttut.Für die Sicherung der Versorgungs- qualität vor Ort, d. h. von der schnellen Reparatur bis zur komplexen Versorgung, bedarf es der umfassenden Präsenz des Zahntechnikers vor Ort. Aus fachlicher Sicht gehört die Zahntechnik in die Gesamtver- antwortung des selbstständigen Zahntechnikermeisters – Zahn- technik ist gefahrengeneigtes Handwerk. Mit den neuen Tech- nologien kann auch dem riskan- ten Billigsegment des Auslands- zahnersatzes effektiv entgegen- getreten werden. Das ist positiv. Diese neuen Technologien lo- cken auch Auszubildende in das Handwerk. Ich sehe das ins- besondere in der Hochschule Osnabrück, wo die ausgebilde- ten Zahntechniker ihr Bachelor- studium beginnen und einen ganz anderen Einstieg in die di- gitaleTechnikhabenalsnochvor fünf Jahren. Darüber freue ich mich sehr, weil ich dafür bin, die Zukunft dieses Handwerks zu sichern. Auffallend in Ihrer Amts- zeit oder generell in Ihrem po- litischen Engagement für das Zahntechniker-Handwerk ist und war Ihr Einsatz über die na- tionalen Grenzen hinaus.Sie ha- ben sich sehr stark im europäi- schen Verband engagiert. Was sind die Perspektiven für dieses Engagement, woraus resultiert überhaupt Ihre Motivation, ei- nen einheitlichen europäischen Standard zu kreieren? Der Ansatz ist so simpel wie die in den römischen Verträgen niedergelegte europäische Kon- vention.Wir haben keinen deut- schen Markt mehr, sondern sind Bestandteil des europäischen Binnenmarktes.Das ist ein Fakt, an dem auch die Zahntechnik nicht vorbeikommt. Die Er- kenntnis allein reicht schon aus, umzurealisieren,dass,wennich etwas für das Zahntechniker- Handwerk in Deutschland ver- ändern will,dieses Ziel auf euro- päischer Ebene angestrebt wer- Hedent GmbH Obere Zeil 6 – 8 D-61440 Oberursel/Taunus Germany Telefon 06171-52036 Telefax 06171-52090 info@hedent.de www.hedent.de Weitere Produkte und Informationen finden Sie auf unserer Homepage! Durch direkten Anschluss an die Wasser- leitung entfällt das lästige Nachfüllen von Hand. Der Dampfstrahl bleibt durch die vollautoma- tische Niveau- regulierung konstant. Inkoquell 6 ist ein Wasserauf- bereitungsgerät zur Versorgung von Geräten mit kalkfreiem Wasser bei automatischer Kesselfüllung. Einfache Installa- tion. Das Gerät verhindert durch Teildemineralisierung des Leitungswassers Kalkablage- rungen im Dampfstrahlgerät. Robuste Bauweise aus Edelstahl sichert eine einwandfreie Funktion des Gerätes über einen langen Zeitraum. Besonders wirtschaftlich. Einfache Rege- nerierung durch den Anwender. Hedent Inkosteam Inkoquell 6 Wasserenthärter Gerät schützt Ihr Dampfstrahlgerät vor Verkalkung. Inkosteam Ein leistungsstarkes Hochdruckdampfstrahlgerät für den täglichen Einsatz im Labor und allen Arbeitsbereichen, wo hartnäckiger Schmutz auf kleinstem Raum zu entfernen ist. Das Inkosteam arbeitet mit einer Dampfstufe. Das Inkosteam II arbeitet mit zwei Dampfstufen. Normal- dampf und Nassdampf. Der Schmutz wird nicht nur gelöst, sondern fließt durch die hohe Spülwirkung gut ab. Durch den zweistufigen Fußschalter lässt sich der Dampf jederzeit individuell anpassen. Keine umständlichen Schalter- funktionen. Kessel und Heizung sind aus hochwertigem Edel- stahl gefertigt. Hohe Zuverläs- sigkeit und Betriebssicherheit. Platzsparend durch Wand- halterung, Arbeitsflächen bleiben frei. Dampfdüse am Handstück auswechselbar. Dampfdüsen 1 mm, 3 mm zusätzlich erhältlich. ANZEIGE POLITIK6 | www.zt-aktuell.de Nr. 4 | April 2012 Fortsetzung von Seite 4 Fortsetzung auf Seite 8 2004: Der neu gewählte FEPPD-Präsident Jürgen Schwichtenberg (2.v.r.) mit den Vizepräsidenten Paolo Batta- glia, Italien, und David Smith, Großbritannien, sowie Generalsekretär Michel Rey, Schweiz (v.l.).