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Privatkassen boykottieren Gesundheitskarte

Die private Krankenversicherung (PKV) boykottiert die weitere Verbreitung der elektronischen Gesundheitskarte. Damit erhält das groß angelegte Informationstechnologie-Projekt einen weiteren Dämpfer. Die Karte soll das Leben für Krankenversicherte, Ärzte und Kliniken bundesweit leichter machen. Mediziner sollen ohne Reibungsverluste über die jeweilige Krankheitsgeschichte informiert werden.

Die PKV stoppt nun die Ausgabe der Karten in Testregionen, wie der Direktor des PKV-Verbands, Volker Leienbach, am Mittwoch in Berlin mitteilte. Auch Vorbereitungen für den flächendeckenden Einsatz der Karten in der ersten Region Nordrhein werden gestoppt. Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Kliniken seien bislang nicht verpflichtet, die Karte anzunehmen und zu verwenden, nannte er als Grund.

«Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar», sagte Leienbach. Ohne verpflichtende Anwendung der Karte seien die Ausgaben für den Aufbau der Infrastruktur von bis zu 360 Millionen Euro nicht zu verantworten. Bislang erhielten 3700 Privatversicherte in sieben Testregionen Karten.

Die gesetzlichen Krankenkassen gehen davon aus, dass ihre Versicherten in Nordrhein ab Oktober Karten bekommen, wie eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte. Die Vorbereitungen liefen. Die Kassen bestehen aber darauf, dass die Ärzte später bei den Online-Funktionen der Karten mitmachen. Die Ärzte beharren hingegen auf Freiwilligkeit.

Quelle: dpa, 01.07.2009