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Kieferorthopädin verweigert Behandlung
Die Weigerung einer Zahnärztin aus Donaueschingen, einen türkischen Jungen mit dem Namen «Cihad» zu behandeln, hat eine heftige Debatte ausgelöst. Die Kieferorthopädin wollte Medienberichten zufolge den 16-Jährigen mit Zahnspange nicht behandeln, weil sein Name «Heiliger Krieg» bedeute - dies sei ihr «übel aufgestoßen», sagte sie den «Stuttgarter Nachrichten».
Sie empfinde es als Kriegserklärung an alle Nicht-Islamisten. Später bedauerte sie die Ablehnung des jungen Patienten. Dessen Eltern reagierten schockiert und wiesen darauf hin, dass sie den Namen ausgewählt hätten, weil er ihnen gefalle, nicht aus islamistischen Motiven heraus.
Der Berliner Antisemitismusforscher Wolfgang Benz zeigte sich in der «Frankfurter Rundschau» «zutiefst erschreckt« über das Verhalten der Ärztin. Dies sei »ein Beweis dafür, dass die Hetze gegen Muslime in unserem Lande Früchte« trage. Das sei «mehr als theoretische sogenannte Islam-Kritik», die sich irgendwo in den Zeitungsfeuilletons abspiele. «Das ist eine praktische Wirkung, da wird einem Menschen, der einen bestimmten Namen hat, von dem man auf seine kulturelle Zugehörigkeit schließt, die ärztliche Behandlung verweigert. Ich bin entsetzt», sagte Benz.
Der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Ulrich Goll (FDP), sagte auf ddp-Anfrage, es müsste allgemein bekannt sein, dass der Vorname des Jungen für den sogenannten «Heiligen Krieg» stehe, also für grausamen islamitischen Terrorismus. «Es ist für mich daher nicht nachvollziehbar und absolut geschmacklos, wenn Eltern in Deutschland für ihren Sohn den Namen ´Cihad´ auswählen.» Gleichwohl wäre es aus seiner Sicht richtig gewesen, den Jungen, der für seinen Namen nichts könne, zu behandeln und danach das Gespräch mit den Eltern zu suchen.
Quelle: ddp, 07.02.2010
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