• Titel

    Redaktion

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  • Inhalt/ Impressum

    Redaktion

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  • Editorial: Ergonomie – Endlich spannend erzählt

    Michael Geil

    Schon wieder jemand, der mir sagen will, wie ich sitzen soll.“ So oder ähnlich lauten viele Reaktionen auf Vorträge oder Publikationen, die auf die ergonomischen Abläufe in einer Zahnarztpraxis fokussieren. Das Thema wird als Belehrung empfunden. Es erzeugt in der Regel keine Belohnungsmuster im Gehirn und das schlechte Gewissen stupst an den Frontallappen. Jeder weiß eigentlich, was er falsch macht – weiß aber nicht, wie er es besser machen kann, ohne eingefahrene und geliebte Verhaltensmuster aufzugeben...

  • Einführung

    ZA Thomas Senghaas, Dr. Katayoun Nadjmabadi

    Ergonomie klingt kompliziert? Ist sie aber nicht! Doch was steckt hinter dem Begriff? Warum ist Ergonomie im Praxisalltag so relevant? Und welche Zusammenhänge lassen sich da­raus ableiten für Entspannung, Effizienz und schließlich den entscheidenden Praxiserfolg?

  • (Be-)Handeln mit Erfolg – Die Ergonomie macht den Unterschied

    Redaktion

    Erfolg hat verschiedene Dimen­sionen – immer ist das Ausmaß jedoch abhängig von der Interaktion zwischen Behandlungs­einheit und Behandler und dessen Bereitschaft, ergonomisch zu arbeiten. Zudem erhöht ein ergonomischer Workflow die Compliance der Patienten. Alles zusammengenommen macht Erfolg greifbar.

  • Umfrage: Wer erfolgreich sein will, muss leiden ... oder doch nicht?!

    Redaktion

    „Halte durch“, sag ich mir selbst! Auch die beiden letz­ten zwei Patienten für heute sind wichtig – denen will ich nicht absagen müssen ...

  • Interview: Zukunft ins Jetzt geholt

    Günther Moritz im Gespräch

    Es klingt ganz leicht: Einfache Bedienung. Innovativer Komfort. Hochwertiges Design. Doch wie lassen sich diese und weitere Ansprüche 
an eine Behandlungseinheit von der ersten Idee zum fertigen 
Produkt realisieren? Welche Entwicklungsschritte fließen in 
die Entstehung einer ergonomisch optimalen Behand-
lungseinheit mit durchdachtem und praxistaug­lichem Workflow ein. Maschinenbautechniker Günther Moritz, Behandlungseinheitenentwickler bei Dentsply Sirona, gibt einen Einblick 
in die Arbeit hinter den „Kulissen“.

  • Sechs ergonomische Behandlungspositionen auf einen Blick

    Redaktion

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  • Teneo – Zusammenspiel in Perfektion

    Redaktion

    Eine Behandlungseinheit, die den kompromisslosen Anspruch verkörpert, Ergonomie, Hygiene und Design mit den täglichen Behandlungsabläufen optimal und bis ins kleinste Detail zu verbinden, ist Teneo aus dem Hause Dentsply Sirona Treatment Centers.

  • Interview: „Ergonomie ist zu 90  Prozent Kopflagerung“

    Thomas Senghaas im Gespräch

    Neben seiner zahnärztlichen Tätigkeit in der Hamburger Gemeinschaftspraxis Dr. Nadjmabadi und Senghaas widmet sich Zahnarzt Thomas Senghaas der Forschung und Entwicklung zahnmedizinischer Ausrüstungs­güter, Therapie­systeme und Workflow-Optimierungen. 2005 gründete er die Firma Dental Engineering Senghaas und bietet technisches und zahnmedizinisches Industrieconsulting. Im folgenden Gespräch steht der Hamburger Zahnarzt Rede und Antwort zur „Kopfsache“ Ergonomie.

  • Dem Ideal nahe – Agieren statt reagieren

    Redaktion

    Voraussetzung dafür sind ein Bewusstsein für ergonomische Zusammenhänge und das aktive Bemühen, diese Erkenntnisse im Alltag – beruflich wie privat – umzusetzen. Hier kommen geeignete Tools ins Spiel, die diesen Erkenntnissen zugrunde liegen, und 
Arbeit wie Leben unmittelbar und nachhaltig erleichtern, ganz nach dem Motto: 
Ich bin, also optimiere ich.

  • Intego pro – Alles, was ich brauche

    Redaktion

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  • Teneo – Zusammenspiel in Perfektion

    Andreas Wirth

    Vom Start bis zum Ziel sind Fahrer und Rennwagen eins. Das nimmt sich Teneo zum Vorbild: Mit motorischen Komponenten wie Verschiebebahn, Kopfstütze und Mundspülbecken agieren Sie mit ihm in jeder Situation als perfekt abgestimmtes Team...

1/ 17 März 2017 Behandeln in Balance Die erfolgreiche Praxis Do it yourself! Alles auf einen Blick Zwölf Insidertipps aus der Praxis zur Ergonomie Sechs optimale Behandlungs- positionen in Poster form
I E G E Z N A Inh alt 3 EDITORIAL 4 EINFÜHRUNG 8 BEHANDLER UND PATIENT 18 BEHANDLUNGSPOSITIONEN AUF EINEN BLICK 20 ERGONOMIE MEETS DESIGN 30 BEHANDELN IN BALANCE E-Book Literatur IMPRESSUM Verlagsanschrift OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 | 04229 Leipzig Tel. +49 341 48474-0 | www.oemus-media.de Verantwortliche Redakteurin: Dipl.-Kff. Antje Isbaner Tel. +49 341 48474-120 a.isbaner@oemus-media.de Druckerei Silber Druck oHG Am Waldstrauch 1 | 34266 Niestetal Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind ur heberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zu- stimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Ver- vielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung vorausge- setzt, sofern nichts anderes vermerkt ist. Mit Einsendung des Manuskriptes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elek- tronischen Speicherung in Datenbanken zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Für unverlangt eingesandte Bücher und Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Mit anderen als den redaktionseigenen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitrages trägt die Ver- antwortung. Gekennzeichnete Sonderteile und Anzeigen befinden sich außer- halb der Verantwortung der Redaktion. Für Verbands-, Unternehmens- und Marktinformationen kann keine Gewähr übernommen werden. Eine Haftung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Darstellungen wird in jedem Falle ausgeschlossen. Gerichtsstand ist Leipzig. Unternehmen Dentsply Sirona – The Dental Solutions Company™ Sinius Eizient bis an die Wurzel Sinius ist nicht nur kompakt und platzsparend, sondern bedeutet für Sie efektiven Zeitgewinn und mehr Behandlungsfreiraum. Die integrierte Endodon- tiefunktion garantiert Ihnen bessere Arbeitsabläufe und damit einen höheren Behandlungserfolg. Mit den integrieren reziproken Feilensystemen, welches ausschließlich für Behandlungseinheiten von Dentsply Sirona zur Verfügung steht, ermöglicht Ihnen Sinius die einfache und schnelle Verwendung der gängigen Feilensysteme. Die Feilenbibliothek lässt sich problem- los durch weitere Feilensysteme ergänzen. Mit Sinius haben Sie den gesamten Worklow perfekt im Blick und arbeiten absolut hygienisch, sicher und eizient. dentsplysirona.com
Editorial Ergonomie: Endlich spannend erzählt „Schon wieder jemand, der mir sagen will, wie ich sitzen soll.“ So oder ähnlich lauten viele Reaktionen auf Vorträge oder Publikationen, die auf die ergonomischen Abläufe in einer Zahnarztpraxis fokussieren. Das Thema wird als Belehrung empfunden. Es erzeugt in der Regel keine Belohnungsmuster im Gehirn und das schlechte Gewissen stupst an den Frontal- lappen. Jeder weiß eigentlich, was er falsch macht – weiß aber nicht, wie er es besser machen kann, ohne eingefahrene und geliebte Verhaltensmuster aufzugeben. Vor diesem Hintergrund lohnt es kaum, den Finger zu erheben. Denn obwohl mir ein befreundeter Physiotherapeut einmal ge- sagt hat, dass er einen Zahnarzt an seiner Körperhaltung aus großer Entfernung erkennen kann, fällt es mir schwer, zu glau- ben, dass Zahnärzte achtsam mit sich und ihrem Körper um- gehen – jedenfalls nicht, bevor es zu spät ist. Im dichten Praxisalltag können die einzelnen ergonomischen Aspekte in der Fülle des gesamten Behandlungsspektrums leicht untergehen. Sie werden als klein genug empfunden, ihnen keine Beachtung zu schenken oder sie einfach wegzu- diskutieren. Im Fazit bedeutet das: Es braucht eine neue Be- trachtung der Ergonomie, die ihrer Bedeutung für Arbeitsfreude und Arbeitsfähigkeit wirklich gerecht wird. Und genau das soll diese Broschüre leisten: Das Bewusstsein wecken für die Erfolgsfaktoren einer Zahnarztpraxis, die sich nicht nur aus der Breite der Behandlungsangebote ergeben, sondern auch daraus, wie die täglichen Abläufe gestaltet wer- den. Kurzum: aus der richtigen Balance im Zusammenspiel von Mensch, Maschine und Raum. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre! Michael Geil, Geschäftsführer von Dentsply Sirona Bensheim und Group Vice President Treatment Centers Behandeln in Balance ZWP EXTRA 3 Behandeln in Balance ZWP EXTRA
Einführung Ergonomie klingt kompliziert? Ist sie aber nicht! Doch was steckt hinter dem Begriff? Warum ist Ergonomie im Praxisalltag so relevant? Und welche Zusammenhänge lassen sich da raus ableiten für Entspannung, Effizienz und schließlich den entscheidenden Praxiserfolg? Der Begriff der Ergonomie ist auf die altgriechischen Wörter ฀ργον (ergon – Arbeit, Werk) und νόμος (nomos – Regel, Gesetz) zurück- zuführen.1 Als Teilgebiet der Arbeitswissenschaft dient die Ergonomie „(…) der optimalen Gestaltung von Arbeitssystemen in Bezug auf die Abstimmung zwischen Mensch, Maschine und Arbeitswelt“. Es besteht ein Zusammenhang zwischen menschlicher Arbeitskraft, deren Gesunderhaltung und ökonomischem Nutzen. Vereinfacht lässt sich daraus das Ziel ableiten, dass der Mensch seine Arbeit möglichst erfolgreich bewältigen können soll, ohne dass dabei eine gesundheitliche Belastung ent- steht.1, 2, 3, 4, 5 So toleriert der Körper zwar einige Zeit Raubbau an ihm – ist jedoch die Grenze erst überschritten, verringert sich die Arbeits- leistung rapide und damit auch der Aspekt des (ökonomischen) Nutzens und Erfolgs. 4 4 ZWP EXTRA Behandeln in Balance ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Entspannung statt Verspannung Ergonomie lässt sich als Schnittstelle zwischen Mensch und Gerät begreifen, Behandler und Behandlungseinheit sollen nachfolgend im Fokus der Betrach- tungen und Bestrebungen stehen. Oberstes Ziel ist dabei die komfortable Be- handlung – nicht nur für den Patienten, sondern auch für den Behandelnden selbst! Schmerzfrei und entspannt. Nicht umsonst ist Gesundheit sprichwört- lich das höchste Gut – hat ihr Verlust doch weitreichende Folgen, auch auf die berufliche Tätigkeit. Wege zu mehr Effizienz Nur ein Zahnarzt ohne körperliche Beschwerden, also ohne Schmerzen bei- spielsweise im Bereich der Wirbelsäule oder der Nackenmuskulatur, die aus jahrelanger falscher Belastung beim Behandeln resultieren, kann sich seinen Patienten mit uneingeschränkter Aufmerksamkeit und voller Konzentration widmen. Gezielt und effizient, ohne störende Einflüsse, für ein optimales Er- gebnis. Dies ermöglicht mehr Behandlungen pro Patient bzw. die Behandlung von mehr Patienten. Erfolg ist planbar Ergonomische Aspekte wirken als Er folgsverstärker und machen den Unter- schied aus – zwischen einer durchschnittlich er folgreichen Praxis und einer Praxis, die überdurchschnittlich er folgreich ist. Denn Erfolg ist nicht nur abhängig von dem, WAS man tut, sondern auch davon, WIE man es tut. Bausteine des Erfolgs Für die Zahnarztpraxis setzt sich Erfolg aus drei Bausteinen zusammen: medi- zinischer, wirtschaftlicher und persönlicher Erfolg. Diese drei Komponenten sind eng miteinander verknüpft. Der medizinische Erfolg bildet in der Regel die Grund- lage für den wirtschaftlichen Erfolg. Der wirtschaftliche Erfolg trägt wiederum maßgeblich zum persönlichen Erfolg bei. Wenn sich der persönliche Erfolg ein- stellt, wirkt dies auf den klinischen und wirtschaftlichen Erfolg zurück. m o c . k c o t s r e t t u h S / n n i i l a K v o k a I © Die auf den folgenden Seiten platzier- ten Tipps zur praxistaug lichen Ergo- nomie stammen von dem Hamburger Zahnarzt Thomas Senghaas und basie- ren auf seinen über Jahrzehnte gewon- nenen Erkenntnissen und Erfahrungen. Thomas Senghaas’ Tätigkeitsschwer- punkte umfassen die Bereiche Endo- dontie, Implantologie sowie Forschung und Entwicklung und garantieren ein In- siderverständnis für die ganz konkreten Belange und Herausforderungen der täglichen zahn medizinischen Arbeit. Zahnarztpraxis ZA Thomas Senghaas Dr. Katayoun Nadjmabadi Maria-Louisen-Straße 67 22301 Hamburg tipp Unterkieferpositionen Aus der Notwendigkeit, den Kopf des Patienten zwischen Hände und Knie zu lagern, ergibt sich besonders für die Unterkieferpositionierung eine mög- lichst horizontale Einstellung der Rü- ckenlehne. Nur dann und bei ausrei- chender Sitzhöhe ist überhaupt ein er- gonomischer Unterkieferzugang ohne Wirbelsäulenverdrehung möglich. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 5
Einführung tipp Große Sitzhöhe für Beinfreiheit Häufig mit verdrehtem Oberkörper zu arbeiten, führt zunächst zu Verspannungen und dann zu dauerhaften Be- schwerden. Die Ursache liegt in einer unzureichenden Sitzhöhe des Behandlers. Die oberste und erste Regel in der Ergonomie ist es, einen möglichst großen Freiraum zwischen den Händen und den Knien des Behandlers zu schaffen. Hier muss ausreichend Raum sein für den Patientenoberkörper und die Rückenlehne. Um insbesondere für die Unterkiefertherapien ausreichend Raum für Rückenlehne und Patient zu schaffen, muss der Zahnarzt hoch sitzen und der Patient entsprechend hoch und waagerecht gelagert werden. Dafür wird ein Behandlerstuhl mit einer großen Hubfeder benötigt. Bei großen und kräftigen Patienten empfiehlt sich sogar ein zusätzlicher Sattelsitz, um mit der nötigen Sitzhöhe und ausreichend großer Beinfreiheit ergonomisch therapieren zu können. 6 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Medizinischer Erfolg Anerkennung auf klinischem Gebiet kann leichter erzielt werden, wenn es dem Be- handler gelingt, seine Patienten – ohne Kompromisse – immer von der klinisch besten Therapie zu überzeugen. Wenn er dann in der Lage ist, für die eingesetzte Therapie die besten Resultate zu erzie- len, steigt das Vertrauen seiner Patienten und er kann sie zu einer sorgfälti geren Mundpflege und Prophylaxe motivieren. Persönlicher Erfolg Dieser definiert sich durch Zufriedenheit im Beruf, das Maß an Anerkennung von Patienten, vom Team, von Kollegen oder aus dem persönlichen Umfeld und nicht zuletzt von der Höhe des erreichten Sta- tus. Weiterhin ist der Grad der Entschei- dungsautonomie ausschlaggebend für den persönlichen Er folg sowie die Sicher- heit der Zukunft einer Praxis. m o c . k c o t s r e t t u h S / c a b o t o h P © Wirtschaftlicher Erfolg Der Aspekt hängt davon ab, wie gut es gelingt, einen besseren Ertrag pro Be- handlung zu generieren, mehr Behand- lungen pro Patient durchzuführen oder mehr Patienten zu gewinnen. tipp Vorbereitung der Horizontallagerung Um eine waagerechte Patientenpositionie- rung für die Unterkieferpositionen und eine Kopfüberstreckung für Oberkieferthera- pien erreichen zu können, ist es je nach Pa- tient manchmal erforderlich, ihn entspre- chend vorzubereiten. Gerade ältere Patien- ten und Patienten mit einem Lagerungs- schwindel haben Probleme mit einer zügigen Fremdabsenkung durch die moto- risch ver fahrende Behandlungseinheit. Hier kann es sehr hilfreich für die Patienten- compliance sein, den Patienten schon vor Therapiebeginn in eine liegestuhl ähnliche „Wellnessposition“ zu verfahren. Bei einer solch halb liegenden Sitzposition werden das Cortische Organ und der Kreislauf auf die spätere voll ständige Horizontallage- rung vorbereitet. Zusammengefasst Adaptiert man den Begriff der Ergonomie auf eine Zahnarztpraxis, soll der Behandler in die Lage versetzt werden, auf sich selbst zu achten und ohne Schmerzen zu agieren. Die ergonomischen Aspekte wirken als Er folgsverstärker in medizinischer, wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht. Ergonomie ermöglicht nicht nur eine entspannte Konzentration auf den Patienten, sondern erzeugt damit auch mehr Vertrauen mit klinisch besseren Ergebnissen – und daraus resultieren wirtschaft- licher Er folg und persönliche Zufriedenheit. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 7
Behandl er und Patient 8 8 ZWP EXTRA Behandeln in Balance ZWP EXTRA Behandeln in Balance
(Be-)Handeln mit Erfolg Die Ergonomie macht den Unterschied Erfolg hat verschiedene Dimen- sionen – immer ist das Ausmaß jedoch abhängig von der Inter- aktion zwischen Behandlungs- einheit und Behandler und dessen Bereitschaft, ergonomisch zu arbeiten. Zudem erhöht ein ergonomischer Workflow die Compliance der Patienten. Alles zusammengenommen macht Erfolg greifbar. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 9 m o c . k c o t s r e t t u h S / o d u t S a c i r f A © i
Behandl er und Patient Erfolgreicher ist, wer ergonomisch arbeitet. Denn nur ein entspannter, schmerzfreier Behandler kann sich ganz seinen Patienten widmen. Mit größter Konzentration, zur vol- len Zufriedenheit des Patienten – für seinen Erfolg und die Weiterempfehlung der Praxis. Angefangen beim medizinischen Erfolg, der Grundlage jeden weiteren Erfolges ist, geht es im ersten Schritt darum, den Pa- tienten von der klinisch besten Therapie zu überzeugen. Auch, wenn das Beste meist die teurere Therapieoption ist. Gefragt sind hier die Persönlichkeit des Behandlers und das Vertrauen der Patienten. Voraussetzung dafür ist die Erfüllung der drei Ergonomiefaktoren: das eigene Wohlbefinden, die Konzentra- tion auf den Patienten sowie dessen Komfort. Schmerzen reduzieren die Ausstrahlung der Persönlichkeit, und Patienten spüren, ob sich ihr Zahnarzt auf seine Beschwerden oder auf sie konzentriert. Ausstrahlung und Fokus erzeugen Vertrauen, und mit mehr Vertrauen entscheiden sich die Patienten häufiger für die bestmögliche Therapie und damit für das bessere Therapieergebnis. Dazu kommt, dass höherwertige Behandlungen in der Regel nicht nur die besseren Therapie- resultate liefern, sondern aufgrund der Tatsache, dass sie teu- rer sind, auch zu einer besseren Patientencompliance führen. Am Ende steht schließlich die Weiterempfehlung der Praxis. Für den wirtschaftlichen Erfolg lauten die Ziele: besserer Er- trag pro Behandlung, mehr Behandlungen pro Patient und mehr Patienten. Doch Ertragssteigerungen lassen sich eher selten durch Einsparungen, erhöhte Preise oder schnellere Arbeit ma- ximieren, ebenso ist der Anzahl der Behandlungen pro Patient 10 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Drei Ergonomiefaktoren Behandeln mit Erfolg ist das Ziel wohl eines jeden Behandlers und jeder Praxis. Der Erfolg wird von der Ergonomie, genauer gesagt von den Faktoren der Ergonomie, stark beeinflusst, wenngleich dieser nicht allein abhängig ist von diesen: • Wohlbefinden des Zahnarztes • Konzentration auf den Patienten • Komfort des Patienten m o c . k c o t s r e t t u h S / v o t a k h s a B i i l a t i V © eine natürliche Grenze gesetzt. Bleibt also, mehr Patienten bzw. mehr von den „richtigen“ Patienten zu generieren. Das heißt konkret: Patienten mit hohem den- talen Bewusstsein, die aufgrund einer Weiterempfehlung in die Praxis kommen, schon viel über die Behandlung wissen, was wiederum den Zeitaufwand für die Beratung reduziert, und das Preisniveau der Praxis kennen. Denn Weiterempfeh- lungen geschehen in der Regel auf glei- chem sozialen Niveau. Allerdings ist die Voraussetzung wiederum Vertrauen, Per- sönlichkeit des Behandlers und gute Be- ratung – mit den drei Egonomiefaktoren als unabdingbare Basis. Der persönliche Erfolg ist messbar an der Zufriedenheit des Zahnarztes in sei- nem Beruf. Betreibt er die Zahnheil- kunde, für die er einmal studiert hat? Bekommt er dafür die Vergütung, die er verdient hat? Auch auf den persönlichen Erfolg haben die drei Faktoren der Ergo- nomie einen wichtigen Einfluss. Wieviel Anerkennung der Behandler von seinen Pa tienten, vom Team, von Kollegen und aus seinem persönlichen Umfeld be- kommt, wie hoch sein Status ist, wie au- tonom er in seinen Entscheidungen ist und wie sicher er in die Zukunft schauen kann – all das hängt unter anderem auch von seinem medizinischen und wirt- schaftlichen Erfolg ab – und dieser nicht zuletzt wieder von den drei Ergonomie- faktoren. Das bedeutet: Die Kombination aus dem, WAS man tut und WIE man es tut, setzt eine Spirale in Gang. Der Behand- ler entscheidet die Richtung, in die sie sich dreht. tipp Lagerung kleiner/ weiblicher Patienten Eine Behandlungseinheit kann nicht für alle Körpergrößen optimiert sein. Manchmal ist es schwierig, gerade sehr kleine Patienten ergonomisch zu lagern. Bei Behandlungseinheiten mit schwer oder nicht ausreichend verstell- baren Kopfstützen ist es leichter, sich zu verdrehen, als den Patienten richtig zu positionieren. Bei einer motorischen Kopfstütze dagegen lässt sich das Auf- lagekissen auf seiner Magnetfläche einfach um 180° drehen, wodurch der Kopf auflagepunkt ausreichend nach kaudal verlagert wird. Zum Höhenaus- gleich wird dann die Kopfstütze mit einem Knopfdruck um ca. 20° abge- senkt. Damit lassen sich auch kleine Pa- tienten in allen Positionen ohne Kom- forteinbußen sowie ohne Verdrehen und Verbiegen des Zahnarztes oder der Zahnärztin ergonomisch behandeln. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 11
Umfrage Wer erfolgreich sein will, muss leiden … oder doch nicht?! oder doch nicht?! „ Halte durch“, sag ich mir selbst! Auch die beiden letz- ten zwei Patienten für heute sind wichtig – denen will ich nicht absagen müssen ... Eine im November 2016 gestartete Onlineumfrage6 unter jeweils 300 Zahn- unter jeweils 300 Zahn- ärzten in Deutschland und den USA ergab höchst interessante Aufschlüsse ärzten in Deutschland und den USA ergab höchst interessante Aufschlüsse zu den Arbeitsbedingungen der Teilnehmer.* Dabei wurden drei Bereiche zu den Arbeitsbedingungen der Teilnehmer.* Dabei wurden drei Bereiche des Behandlungsalltags ins Visier genommen: Die Wichtigkeit von Komfort und des Behandlungsalltags ins Visier genommen: Die Wichtigkeit von Komfort und Design einer Behandlungseinheit, die Befindlichkeiten von Patienten während Design einer Behandlungseinheit, die Befindlichkeiten von Patienten während der Behandlung sowie arbeitsbedingte Schmerzerfahrungen des Behandlers. Eines der Ergebnisse der Umfrageauswertung sticht hervor: Eine nicht zu unter- Eine nicht zu unter- schätzende Zahl an Zahnärzten leidet in ihrer täglichen Berufsausübung unter schätzende Zahl an Zahnärzten leidet in ihrer täglichen Berufsausübung unter Schmerzen. Auf einer Skala von 1 bis 6 (1 für keine arbeitsbedingte Schmerzen Schmerzen. Auf einer Skala von 1 bis 6 (1 für keine arbeitsbedingte Schmerzen und 6 für starke arbeitsbedingte Schmerzen) gaben 23 % der befragten Zahn- und 6 für starke arbeitsbedingte Schmerzen) gaben 23 % der befragten Zahn- ärzte in Deutschland an, unter mittleren Schmerzen der Stufe 3 zu leiden, 8 % ärzte in Deutschland an, unter mittleren Schmerzen der Stufe 3 zu leiden, 8 % unter starken Schmerzen der Stufe 5 und immerhin noch 1 % unter sehr starken unter starken Schmerzen der Stufe 5 und immerhin noch 1 % unter sehr starken Schmerzen der Stufe 6. Bei 49 % der untersuchten Zahnärzteschaft in Deutsch- Schmerzen der Stufe 6. Bei 49 % der untersuchten Zahnärzteschaft in Deutsch- land zeichnet sich mit weiteren Abstufungen eine beginnende Schmerzwahrneh- land zeichnet sich mit weiteren Abstufungen eine beginnende Schmerzwahrneh- mung ab. Den Zahlen aus Deutschland stehen ebenso eindeutige Aussagen aus mung ab. Den Zahlen aus Deutschland stehen ebenso eindeutige Aussagen aus den USA gegenüber: Hier sind es sogar 4 % der Befragten, die unter sehr starken den USA gegenüber: Hier sind es sogar 4 % der Befragten, die unter sehr starken Schmerzen leiden, 8 % unter Schmerzen der Stufe 5 und 18 % unter Schmerzen Schmerzen leiden, 8 % unter Schmerzen der Stufe 5 und 18 % unter Schmerzen der Stufe 4. Angesichts dieser Angaben stellt sich die Frage: Gehören Schmer- der Stufe 4. Angesichts dieser Angaben stellt sich die Frage: Gehören Schmer- zen zur Berufsausübung eines Zahnarztes dazu oder geht es, mit Know-how und zen zur Berufsausübung eines Zahnarztes dazu oder geht es, mit Know-how und der richtigen Behandlungseinheit, auch ohne? * Die meisten an der Umfrage teilnehmenden Zahnärzte in Deutschland benutzen eine Behandlungs- einheit von Dentsply Sirona oder KaVo. In den USA hingegen arbeitet der Großteil der Umfrageteilneh- mer mit ADEC. Zudem wurde die Mehrzahl der Antworten von männlichen Zahnärzten aus dem Bereich der allgemeinen Zahnheilkunde generiert, die in Deutschland im Schnitt 36 bis 40 Stunden die Woche und in den USA 30 bis 35 Stunden die Woche arbeiten. 12 ZWP EXTRA Behandeln in Balance m o c . k c o t s r e t t u h S / l a n o i s s e f o r P B S E ©
Arbeitsbedingte Schmerzerfahrungen des Behandlers Intensität von arbeitsbedingtem Schmerz 3% 1% 29 % 26% 16% 18% 8% 8% 23% 17% 32% 19% kein Schmerz 1 2 3 4 5 6 starker Schmerz Wichtigkeit von Komfort Komfort des Zahnarztes während der Behandlung 2% 3% 5% 25% 1% 7% 4% 3% 28% 57% Patientenkomfort 3% 3% 20% 2% 1% 6% 2% 18% 32% 42% nicht wichtig 1 2 3 4 5 6 sehr wichtig Entspannungszustand der Patienten während der Behandlung Wie viel einfacher ist es, einen entspannten Patienten zu behandeln im Vergleich zu einem angespannten, ängstlichen Patienten? 2% 1% 1% 14% 1% 6% 2% 1% 24% 66% nicht einfacher 1 2 3 4 5 6 viel einfacher 63% 72% 80% Behandeln in Balance ZWP EXTRA 13
Behandl er und Patient Patient im Fokus Erlebnis Behandlung Ohne Patienten gäbe es die berufliche Grund- lage des Zahnarztes nicht – und weder medizini- schen, wirtschaftlichen noch persönlichen Erfolg. Der größte Erfolgsmotor ist schlussendlich die Weiter- empfehlung durch die Zufriedenheit des Patienten. Je- doch müssen Patienten, wenn sie eine Weiterempfehlung aussprechen sollen, mit der Praxis, dem Behandler, dem Team, dem Behandlungsangebot und den -ergebnissen zufrieden sein. Patientenzufriedenheit resultiert aus be- sonderen Behandlungserlebnissen und hervorragenden Therapieresultaten. Das besondere Behandlungserlebnis entsteht aus dem, was der Zahnarzt anbietet und wie er es umsetzt. Beispiele für das WAS sind etwa pro- thetische Versorgungen in einer Sitzung oder die Integrierte Im- plantologie mit ihrer bemerkenswerten Sicherheit durch simul- tane chirurgische und prothetische Planung des Implantates und die verlässliche Umsetzung der Planung mittels einer hochpräzi- sen Bohrschablone.7 Das WIE resultiert aus der Persönlichkeit des Behandlers, dem Praxisambiente, dem Behandlungskom- fort, dem Schmerzmanagement (hier: für den Patienten) und der Erfüllung der Erwartungen, die bei der Beratung erzeugt wurden. 2 Persönlichkeit des Behandlers Patienten schätzen es wert, wenn sie im Mittelpunkt stehen, wenn der Behandler sich aus- schließlich auf sie konzentriert und sie umfassend und verständlich beraten werden. Gerade zu Beginn verlangt das Verhältnis des Patienten zum Behandler Vertrauen. Das bedingt eine sichere Persönlichkeit des Behandlers. Das, was er sagt, und seine Behandlungsergebnisse müssen überzeu- gen. Auch kleinste Beschwerden in Nacken, Rücken oder Schulter und daraus resultierende geistige Ab- lenkungen sind dem abträglich. Hier kommt es ganz besonders auf die Schnittstellen zwischen Behand- lungseinheit, Patient, Behandler und Assistenz an. Wenn die Behandlungseinheit so gestaltet ist, dass Behandler und Assistenz richtig sitzen, der Patient richtig liegt und der Behandler eine optimale Sicht auf das Behandlungsfeld hat, ist viel gewonnen. Der Behandler sollte ein technisches Arbeitsumfeld schaffen, dass ihm alle Voraussetzungen für überdurchschnittlichen Erfolg bietet. So kann er das Um- feld mit Überzeugung nutzen und dem Patienten die beste medizinische Versorgung anbieten. Praxisambiente Gutes Design 1 3 4 6 Das Praxisambiente besitzt eine große Selek- tionskraft. Wichtig ist, dass Praxisambiente und Geräte das widerspiegeln, was der Behandler mit seiner Praxis zum Ausdruck bringen möchte. Je passen- der Konzept und Stil aufeinander abgestimmt sind, desto glaubwürdiger sind Praxis und Behandler. Einen großen Stellenwert nimmt die Behandlungseinheit als zentraler Mittelpunkt der Praxis ein. Weiterhin ist es der Ort, an dem sich der Patient in die Hände des Behandlers begibt – und nicht zuletzt die ergonomische Schnittstelle, die dem Behandler bei seiner täglichen Arbeit von Nutzen sein soll. 5 Gut designt, d. h. als Synthese aus Ästhetik und Funktion gestaltet, wirkt sich die Behandlungs- einheit positiv auf Stimmung und Wohlbefinden von Behandler und Patient aus. So wies eine Studie mit 2.000 Pro- banden im Auftrag von HTC, einem der weltweit führenden Her- steller und Designer von Smartphones und mobilen Innovatio- nen, nach, dass schöne und zugleich nützliche Alltagsgegen- stände dieselbe positive Wirkung haben wie das Betrachten eines Kunstwerks oder körperliche Bewegung. Gutes Design triggert positive Emotionen und löst Ruhe und Zufriedenheit aus, indem logisches Denken und Gefühle in Harmonie gebracht werden. Wer also im Alltag Objekte, die Ästhetik und Funktion vereinen, betrachten und nutzen kann, ist glücklicher.8 Behandlung mit Komfort Ästhetik wird als Wertschätzung empfunden. Ebenso ein komfortabler Behandlungsplatz: Mit einer motorischen Kopf- stütze, die den Patientenkopf anatomisch nach hinten absenkt, einem bequemen Einstieg, der den Patienten sanft und ruckfrei in die gewünschte Position bringt, der Ober- und Unterkörper den richtigen Winkel bilden lässt und sich an die Wirbelsäule anpasst, der nach längerem Liegen noch genauso bequem anmutet wie zu Beginn, eine Massagefunktion bietet und Temperaturschwankungen ausgleicht. Ein solch kompromissloser Fokus auf den Patienten zahlt sich aus. 14 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Schmerzmanagement Erfüllung der Patienten- beim Patienten erwartungen 7 Anspannung und Entspannung haben einen großen Einfluss auf das Schmerzempfinden des Patienten. Angstpatienten benötigen mehr Schmerzmittel als Patienten, die einen Zahnarztbesuch mit positiven Gefühlen assoziieren. Gene- rell kann der Behandlungsplatz als zentrales Element auf die Empfindungen des Patienten einen großen Einfluss neh- men. Eine bequem auf den Pateinten voreingestellte Ein- stiegs- und Begrüßungsposition der Behandlungseinheit, ein aufgeräumter Behandlungsplatz mit integrierten Geräten und im Hintergrund vorbereitete Verbrauchsmaterialien, die erst nach Behandlungsbeginn mit einem Griff auf das Tray gelegt werden, erzeugen Wohlgefühl und Vertrauen beim Pa- tienten, wirken Stress entgegen oder bauen diesen ab. Und nicht zuletzt gestaltet sich ohne Stress die Behandlung für Zahnarzt und Patient erfolgreicher. Der Patient möchte als besonderer Kunde behandelt werden. Insbesondere dann, wenn er sich für eine höherwertige Be- handlung entschieden hat. Er möchte umworben werden und erwartet eine Dienstleistung auf Augenhöhe. Weiterhin erwar- tet er eine professionelle und verständliche Beratung. Er möchte die Behandlungsoptionen verstehen, um sich dann für die bestmögliche entscheiden zu können. Schließlich möchte der Patient die volle Konzentration des Behandlers und an- schließend die Behandlungsversprechen in Form hervorragen- der Therapieresultate erfüllt sehen. Das ist eine ganze Menge. Medizinische Kompromisse und Kompromisse in der Ausstattung sollten sei- tens des Behandlers also von Anfang an ver- mieden werden. Schlussendlich steht die Wei- terempfehlung der Praxis auf dem Spiel. 8 Zusammengefasst Der Behandler steht im Dienste des Patienten – die Behandlungs- einheit dabei im Dienste des Behandlers. Mit durchdachter Ergo- nomie und optimalem Workflow sorgt diese für Entspannung und ist somit eine Investition in die Zukunft der Praxis. Kompromisse sollten nur im Ausnahmefall gemacht werden. tipp Lagerung von Kindern Bei kleinen Kindern reicht die Maßnahme, die motorische Kopfstütz-Auflage zu dre- hen, nicht aus. Bei Kindern wird der Kopf dort gelagert, wo ein Erwachsenenkopf auch liegen würde, nur das Gesäß des Kin- des wird höher, auf der horizontalen Rü- ckenlehne, positioniert. Dazu wird je nach Kindesgröße die motorische Kopfstütze sogar weiter ausgefahren, um das Kindes- gesäß deutlich auf der Mitte der Rücken- lehne stabil lagern zu können. So bleiben alle ergonomischen Positionen und Greif- wege regelgerecht erhalten. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 15 © chuanpis/Shutterstock.com
Interview Zukunft ins Jetzt geholt Es klingt ganz leicht: Einfache Bedienung. Innovativer Komfort. Hoch- wertiges Design. Doch wie lassen sich diese und weitere Ansprüche an eine Behandlungseinheit von der ersten Idee zum fertigen Produkt realisieren? Welche Entwicklungsschritte fließen in die Entstehung einer ergonomisch optimalen Behand- lungseinheit mit durchdachtem und praxistaug- lichem Workflow ein? Maschinenbautechniker Günther Moritz, Behandlungseinheitenentwickler bei Dentsply Sirona, gibt einen Einblick in die Arbeit hinter den „Kulissen“. Wie läuft die Entwicklung einer Behand- lungseinheit wie z. B. Teneo ab? Welche Impulse beziehen Sie aus Praxis und Forschung? Die Gestaltung einer Behandlungseinheit basiert für uns auf einem ganzheitlichen Verständnis von Ergonomie. Im Vorder- grund stehen dabei die gesunde Körper- haltung aller an einer Behandlung Betei- ligten und deren Sicherheit. Die Nutzung der Funktionen wird nach rationellen Gesichtspunkten ausgerichtet, wobei die Technik immer dem Menschen unterge- ordnet ist. Im Vordergrund stehen die Positionen des Zahnarztes und der Assis- tenz zu den Funktionskomponenten – Patientenstuhl, Arztelement, Assistenz- element, Leuchte, Bedienoberflächen, Monitor, Fußschalter und so weiter. In Ver- bindung mit den Möglichkeiten der Lage- rung des Patienten ergeben sich quasi automatisch Behandlungsabläufe nach ergonomischen Gesichtspunkten. Hier kommt der Kopflagerung der Patienten und damit der Kopfstütze des Behand- lungsplatzes eine Schlüsselstellung zu. Denn eine Kopfstütze, die sich nur schwer verstellen lässt, wird im Praxisalltag nicht verstellt, denn dann ist es für den Zahn- arzt einfacher, sich mal eben zu verbiegen und zu verdrehen. Zudem basiert die Ge- staltung unter anderem auch auf Anforde- rungen aus anthropometrischen Daten- blättern, Normen und Richtlinien. Durch eine begleitende Validie- rung während des Entwicklungs- prozesses in Form von Tests und Erprobungen durch Fokusgruppen wird die Gebrauchstauglichkeit weiter- entwickelt und letztlich abgesichert. Be- obachtungen der in der Praxis betriebe- nen Behandlungseinheiten, Bewert ungen von Kundenreklamationen und Bench- marks sind weitere wichtige Hinweise und Impulse, die in unseren Entwicklungspro- zess einfließen, ergänzt von Informatio- nen aus dem Markt, wie zum Beispiel die medizinische Weiterentwicklung von Be- handlungskonzepten oder auch technolo- gische Trends und Innovationen. Was macht, Ihrer Meinung nach, einen praxistauglichen Workflow aus? Der Workflow muss in Einklang mit den Nutzungsroutinen und Gewohnheiten des Anwenders stehen, ihm Vorteile und einen wirklichen Mehrwert bei der Zahnbehandlung bieten. Dazu zählen die intuitive Erkennung des Arbeitsfort- schritts und die jederzeitige Eingriffs- möglichkeit bei notwendiger Abwei- chung davon, bis hin zur individuellen Konfigurierbarkeit und Upgradefähig- keit. Es müssen Bedienelemente/Be- dienoberflächen vorhanden sein, bei denen haptische und optische Eigen- 16 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Günther Moritz ist Maschinenbautechniker bei Dentspl y Sirona Treatment Centers. Er begann 1974 bei Sirona in der Fertigung und Arbeitsvorberei- tung und ist heute für die Innovationen und Konzepte der Behandlungs- einheiten mitverantwortlich, besonders im Bereich der Ergonomie. schaften miteinander harmonieren und die sich auch während der Behandlung wirklich bedienen lassen. Um ideale Ar- beitsbedingungen zu erreichen, müs- sen alle Elemente einer Behandlungs- einheit ineinanderwirken und in den Workflow eingeschlossen sein, wie zum Beispiel der Fußschalter zur handfreien Bedienung. Wie entwirft man eine Behandlungs- einheit, die auch noch in zehn Jahren den Ansprüchen zahnmedizinscher Versorgungen entspricht? Im Vorfeld und während der Entwicklung einer Behandlungseinheit werden einge- hend die Bedürfnisse an die Funk- tionalitäten auf die Möglichkeiten der medizinischen Weiterentwicklung vom Produkt management und der Entwick- lung untersucht. Zudem werden Infor- mationen und Untersuchungen, u. a. von Hochschulen und Zahnarztpraxen, sowie Trends zu „neuen“ Workflows aus- gewertet und ihre – hierin liegt der zen- trale Blick nach vorn – Zukunftsrelevanz betrachtet. Die Vernetzung mit Geräten anderer Dentsply Sirona-Bereiche spielt natürlich eine große Rolle hin zur ganz- heitlichen Zahnbehandlung. Ebenso be- werten wir die technologisch möglichen und nötigen Veränderungen. Alle Er- kenntnisse fließen in die Gestaltung der Behandlungseinheit, besonders der Schnittstellen, ein. In enger Zusammen- arbeit zwischen Designer und Entwick- lung wird ein visuelles und haptisches Erscheinungsbild geschaffen, das die Produkteigenschaften in hoher Qualität und bleibendem Wert darstellt. Stichwort Kopflagerung: Worin liegt der eindeutige Vorteil ihrer Motorik? Die Lagerung des Kopfes zur Behand- lung am UK oder OK erfordert dessen unterschiedliche Überstreckung. Da- durch entsteht bei geöffnetem Mund eine gute Sicht auf die zu behandelnden Zahnflächen. Die Motorik der Kopf- stütze verstellt sowohl den Auflagewin- kel des Kopfteils als auch gleichzeitig den sich ändernden Auflagepunkt des Kopfes in der Längsachse. Die Kinema- tik der Kopfstütze bildet die anatomi- sche Bewegung des Kopfes nach und unterstützt so optimal Kopf und Hals- wirbelsäule des Patienten. Damit sind schnell und zielsicher ergonomische Behandlungspositionen eingestellt, und sie ist, wie schon gesagt, so einfach zu verstellen, dass der Zahnarzt es auch während der Behandlung tut. Und das ist eine grundlegende Voraussetzung für ergonomisches Behandeln. Interviewerin: Marlene Hartinger tipp Handfreie Steuerung Für den gesamten Therapieablauf gilt immer, beide Hände möglichst am Arbeitsfeld zu belassen und die gesamte Therapiesteuerung handfrei mit dem Fußschalter vorzunehmen. Wer sich daran erst einmal gewöhnt hat, der arbeitet deutlich schneller und effektiver. Und Patienten spüren sofort, ob sich der Zahnarzt voll und ganz auf sie konzentrieren kann oder sich um seine Einstellungen an der Behandlungseinheit kümmern muss. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 17
Sechs ergonomische Behandlungspositionen auf einen Blick OK-Front palatinal 9 10 Hier wird palatinal behandelt, also mit indirekter Sicht und extraoral geführtem Fotospiegel. Der Patient ist mit seinem Kopf leicht zur ZA-Seite verlagert, um dem ZA auf 11:30 entgegenzukommen. Der Patient liegt weitgehend horizontal mit weit überstrecktem Kopf, sodass die Nasenspitze nicht unterhalb der Kniescheiben liegt (Wohlfühlhorizontale), da sonst die Compliance des Pati- enten überstrapaziert wird. 9 11 10 12 OK, I. Quadrant (OK rechts), Molaren Die Molaren des ersten Quadranten werden zwischen 10:00 und 12:00 behandelt, der Patientenkopf ist leicht zur Assistenzseite geneigt und etwas nach links gerollt. Im Aus- gleich dazu ist der Oberkörper auf der Rückenlehne leicht zur Arztseite verlagert. Der Kopf ist allerdings nur mäßig überstreckt. Auch hier gilt: Die Nasenspitze befindet sich oberhalb der Kniescheiben. 9 10 OK, II. Quadrant (OK links), Molaren Die Behandlungsposition liegt zwischen 11:00 und 12:30. Unter 12:00 werden die Beine mit der Assistenz versetzt. Die Assistenz hat dann ihr rechtes Bein links des linken ZA-Beins und ihr linkes zwischen den ZA-Beinen. Der Pa- tient liegt mit dem Oberkörper auf der linken RL-Fläche, um mit dem Kopf nach rechts überzurollen. So präsen- tiert er dem ZA seine linke Oberkiefermolarenreihe en face. Hierbei ist der Kopf wieder möglichst maximal überstreckt. Cave: Wohlfühlhorizontale einstellen. ZWP EXTRA Behandeln in Balance 11 12 11 12
echs ergonomische Behandlungspositionen auf einen Blick UK-Front Hier liegt die Behandlerposition zwischen 11:00 und 12:00. Meist fasst der Behandler mit seiner linken Hand um den Patienten herum und stützt sich auf dem Patientenkinn ab. Der direkte Einblick erfolgt von oben, knapp an der Nase und dem Oberkiefer vorbei, auf die Unterkieferfront. Ganz wich- tig für eine ausreichende Beinfreiheit des Behandlungsteams: Der Patient ist absolut horizontal zu lagern. Die motorische Kopfstütze ist maximal aufgerichtet. Der Patient kippt den Kopf nach vorne und senkt sein Kinn auf den Brustkorb so weit wie möglich ab. 10 9 11 12 9 10 11 12 UK, IV. Quadrant (UK rechts) Erneut ist die Behandlerposition 9:00, manchmal sogar bis 10:00. Wichtig ist, dass der Behandler mit dem unteren Teil seiner Wirbelsäule aufrecht sitzt und sich nicht „klein macht“, um z. B. die Bukkal- seite von 46 oder 47 zu sehen. Der Patientenkopf ist leicht abgewandt vom ZA in Richtung Assistenz, sowohl leicht geneigt als auch rübergerollt, um die rechte seitliche Flanke des Unterkiefer dem ZA nach oben entgegenzuhalten. UK, III. Quadrant (UK links) Der Behandler sitzt auf 9:00. Die gewünschte Behandlungsposition wäre eigentlich 6:00, um dem Patienten in den linken Unterkiefer schauen zu können. Das wird hier durch die entsprechende Kopfdrehung und Seitenverlagerung des Patienten erreicht. Der Patient schaut mit seitenverlagerter Kopfposition dem ZA von unten direkt ins Gesicht (für den ZA virtuelle Position 6:00). Um so bequem liegen zu können, wird erneut der Oberkörper auf der Rückenlehne nach links verlagert und leicht nach rechts gerollt. 9 10 11 12 Behandeln in Balance ZWP EXTRA
Xxx Ergonomie meets Design 20 20 ZWP EXTRA Behandeln in Balance 20 ZWP EXTRA Behandeln in Balance ZWP EXTRA Herstellerinformation
Teneo Zusammenspiel in Perfektion Eine Behandlungseinheit, die den kompromisslosen An- spruch verkörpert, Ergonomie, Hygiene und Design mit den täglichen Behandlungsabläufen optimal und bis ins kleinste Detail zu verbinden, ist Teneo aus dem Hause Dentsply Sirona Treatment Centers. Herstellerinformation ZWP EXTRA 21
Ergonomie meets Design Die Teneo-Behandlungseinheit verbindet intelligente Ergonomie-Konzepte und effektive Workflow-Aspekte in Perfektion. So stehen dem Behandler genau aufeinander abge- stimmte Arbeits- und Behandlungsprozesse für die tägliche Praxis automatisch und zu jeder Zeit zur Verfügung. Schlussendlich bedeutet dies: Erleichterte Arbeitsabläufe und perfekte Ergebnisse, die Behandler wie Patient gleichermaßen höchst zufriedenstellen. Durchdachte Automatikfunktionen der Behandlungseinheit garantieren ein ge- sundes und komfortables Arbeiten: Der Behandler muss nicht immer wieder aufs Neue seinen Patienten, sich und die Be- handlungseinheit in eine Position brin- gen, die es ihm ermöglicht, den nächsten Behandlungsschritt ergonomisch und mit geringer körperlicher Belastung durchzu- führen. Teneo übernimmt dieses ausge- klügelte Zusammenspiel und bereitet so optimale Arbeitsbedingungen für Behand- ler wie Assistenz. Konkret bedeutet das: Die Behandlungs- einheit ermöglicht nicht nur ein intuitives Sitzen, optimales Sehen und komfortab- les Lagern des Patienten, sondern über- nimmt – einmal richtig programmiert – diese Aufgaben automatisch für jede Behandlungssituation. Die Schnittstellen zur Bedienung sind so optimiert, dass es einfacher ist, den Behandlungsplatz zu bedienen als sich selbst zu verbiegen. Das Design ist in sich stimmig und ver- trauensbildend und die integrierten Work- flows sind praxiserprobt und verleihen Teneo das Prädikat „Intelligent“. Laut einer Studie vom Institut für Arbeitswis- senschaft der Technischen Hochschule Darmstadt leiden 64 Prozent der Zahn- ärzte an Wirbelsäulenerkrankungen und 42 Prozent klagen über haltungsbedingte Kopfschmerzen als typisches Resultat von Nacken -, Schulter - und Rückenver- spannungen. Mehrere Untersuchungen in Europa9–15 und in den USA16–18 belegen zudem, dass die überwiegende Anzahl an Zahnärzten gerade in jungen Jahren nicht ausreichend darauf achtet, den Mund des Patienten so zu positionieren, dass sie in einer ergonomischen Sitzposition auch langfristig beschwerdefrei arbeiten können. Dabei ist die Lösung ganz ein- fach: die Kopfstütze. Ihre Performance entscheidet grundlegend über die Körper- haltung von Zahnarzt und Assistenz. Die motorisch bewegte Kopfstütze lässt nicht nur den Kopf des Patienten ent- spannt liegen, sondern ist auch auf den anatomischen Bewegungsablauf der menschlichen Halswirbelsäule program- miert. Damit werden Überstreckungen von den Patienten als weniger unange- nehm empfunden. Durch die automati- sche Speicherung von Patientengröße und Arbeitsposition des Zahnarztes ist im digitalen Zusammenspiel von Patienten- liege und Kopfstütze der Mund des Pa- tienten behandlungsbezogen – und hierin liegt die große Kunst von Teneo – immer richtig positioniert. Die motorische Kopf- stütze kann zudem per Fußschalter be- wegt werden, was hygie nisch von Vorteil ist und Hände wie Konzentration beim Pa- tienten belässt. Damit lässt sich die Kopf- stütze ganz einfach feinjustizieren, ohne dass der Oberkörper des Behandlers nachgeführt werden muss. Das ist durch- dachte Ergonomie. Teneo. Zusammenspiel in Perfektion 22 ZWP EXTRA Herstellerinformation
ErgoMotion Die anatomisch korrekte, kombinierte Bewegung von Rückenlehne und Sitzfläche verhin- dert eine unangenehme Streckung oder Stauchung der Wirbelsäule. Die richtige Lagerung des Patienten muss zwei Kriterien erfüllen: Sie muss einer- seits dem Patienten ein Gefühl der Sicher- heit und des Wohlbefindens vermitteln und andererseits dem Behandler die Mög- lichkeit einer ergonomischen Sitzposition sowohl für Unter- wie Oberkieferein- stellungen geben. Erreicht wird dies durch ein intelligentes Zusammenspiel von Patienten liege und Kopfstütze. Sind beide perfekt aufeinander abgestimmt, schafft das ein Mehr an Komfort, gleich- zeitig Vertrauen auf Patientenseite und eine zu jeder Zeit garantierte ergonomi- sche Haltung und gesunde Arbeitsweise von Behandler und Assistenz. Eine Win-win-Situation par excellence! Zu den Grundregeln des komfortablen Lagerns gehört, dass Kopf und Knie auf einer Ebene liegen sollten. Dies garantiert eine optimale Blutzirkulation. Der Patient emp findet keine Spannung an der Lendenwir belsäule, wenn der Winkel der Rücken lehne in liegender Position 8–12 Grad be trägt, die Oberschenkel angeho- ben sind und sich die Hüfte etwas tiefer als die Schultern befindet. Das anato- misch ge formte Polster von Teneo verhin- dert das Verrutschen des Patienten, so- dass sich dieser zu jeder Zeit gut aufge- hoben fühlt. Eine ergonomische Kopf- stütze sollte nur einmal an die Patienten- größe angepasst werden. Ein Nachjustie- ren der Auszugs länge beim Wechseln der Therapieposition sollte nicht notwendig sein. Teneo bietet zwei Polstervarianten an: ein Hightech- Klima- Premiumpolster und ein besonders bequemes Loungepolster. Beide Varianten sind so ausgelegt, dass sich Patienten auch bei Langzeitbehand- lungen wohlfühlen und die benötigte Com- pliance zeigen. Als voll digitales Behand lungszentrum kennt Teneo die auf den Patienten pas- senden, präferierten Einstellungen. So ist der Patient ab der ersten Behandlung immer optimal gelagert. Zudem wird im Fall eines Positionswechsels die Bewe- gung von Rückenlehne und Sitzfläche der- art kombiniert, dass eine Streckung oder Stauchung der Wirbelsäule verhindert wird (ErgoMotion). Weitere Extras, die einen hohen Komfort des Patienten garantieren, sind die Lordosen stütze, die es möglich macht, die Rückenlehne des anatomisch geform- ten Patienten stuhls individuell an die Wir- belsäule anzu passen sowie eine integ- rierte Massagefunktion, die vor allem bei längeren Be handlungen dem Patienten zusätzlich Ent spannung verschafft. tipp Kopfrollbewegung nutzen (Position 6:00) Häufig wird für Therapien im Bereich des 2. und 3. Quadranten die Wirbel- säule über die Maßen belastet. Die Ge - fahr ist, dass man sich zu weit über den Pa tienten torso strecken muss, um eine geeignete Einsicht zu bekommen. Hier ist es sehr wichtig, den Patienten seinen Kopf weit auf die Seite drehen zu las- sen, um in einer entspannten Sitzposi- tion eine 6:00-Einsicht auf den Mund- raum zu erhalten. Das ist in der Regel für den Patienten nicht unangenehm und verbessert den ergonomischen Zu- gang ganz erheblich. Für die Assistenz bedeutet das, entweder im Stehen zu assistieren oder weiter nach „oben“ auf 12:00 zu wandern und mit der rechten Hand um den Patientenkopf herumzugreifen. Herstellerinformation ZWP EXTRA 23
Ergonomie meets Design Teneo arbeitet als Premiumeinheit mit einer motorischen Verschiebebahn, die das Arztelement ganz ohne Zugbewegung mit dem Arm in die zahnarztindividuell richtige Position fährt. Zudem fällt es – wenn es zum Beispiel bereits im Schulter- bereich zu Beschwerden gekommen ist – leichter, die Hand nach unten zu führen als ein peitschengeführtes Instrument auf Schulterhöhe zu greifen. Die Bedienung der Teneo-Behandlungs- einheit ist einfach, übersichtlich und indi- vidualisierbar. Das handfreie Arbeiten bringt eine Reihe an Vorteilen: die Sitzpo- sition des Behandlers muss nicht verän- dert werden, sodass Hände und Aufmerk- samkeit ganz und gar beim Patienten blei- ben. Die motorischen Bewegungen kön- nen kraftfrei erfolgen. Zudem ist ein hygienebewussteres Arbeiten mühelos möglich. Die Bedienoberfläche EasyTouch ist intu- itiv verständlich, individuell programmier- bar und ermöglicht jederzeit die Integra- tion von neuen Funktionen. Mit EasyTouch und den innovativen Dentsply Sirona-Ins- trumenten können Behandler auch an lan- gen Arbeitstagen mühelos und mit besten Ergebnissen arbeiten. Durch frei program- mierbare Einstellungen und den wählba- ren Einfachmodus kann die Menüführung der EasyTouch ganz einfach an die Ge- wohnheiten des Behandlers angepasst werden. Die integrierbaren Endodontie- und Implan tologiefunktionen machen Tischgeräte und lange Umrüstzeiten über- flüssig. Und weil die Bedienoberfläche upgradefähig ist und die Instrumente mit genormten Schnittstellen ausgestattet sind, sind auch zukünftige Behandlungs- erweiterungen problemlos möglich. Integrierbar: Implantologie und Endodontie Bei der integrierbaren Implanto logiefunktion können Drehzahl, Drehmoment und Durchflussmenge der sterilen Kühlflüssigkeit jeweils individuell auf die gewohn- ten Arbeitsschritte des Behandlers eingestellt werden und die integrierte Implan- tatdatenbank bietet für alle Einstellungen Sicherheit und Behandlungskomfort. Auch die integrierte Endodontiefunktion macht Tischgeräte überflüssig und bietet neben einer exakten Drehmomentsteuerung optional einen ApexLocator für höchste klinische Sicherheit. Ebenso bietet die einzigartige Feilen bibliothek nicht nur für traditionelle, sondern auch für moderne, besonders effektive re- ziproke Feilensysteme Behandlungskomfort und Sicherheit. 24 ZWP EXTRA Herstellerinformation
tipp Wirbelsäulenverlagerung Um den Zugang besonders für den 2. Quadranten im Molarenbereich noch weiter zu verbessern, ist es zu der Roll- bewegung des Patientenkopfs zusätz- lich ergonomisch erforderlich, den Pa- tientenkopf zur Seite zu neigen. Dabei würde der Kopf rechts neben der Kopf- stütze in der Luft hängen. Um hier eine bequeme Lösung für den Patienten zu erlangen, lässt man ihn mit seinem Oberkörper auf der Rückenlehne nach links rücken, und der dann eigentlich links der motorischen Kopfstütze lie- gende Kopf wird nach rechts geneigt. Das Teneo-Design vereint Dynamik, schwungvolle Fließbe- wegungen, Wertigkeit und Stabilität. Die Designwelten von Teneo bieten die Möglichkeit, die Einrichtung ganz dem Ge- schmack und den Vorlieben des Praxisinhabers anzupassen. Bei der Wahl der Polster- und Lackfarben bestehen vielfältige Varianten. Um hier die Auswahl zu erleichtern, wurden be- sonders harmonierende Farbtöne in drei Farbwelten zusam- mengefasst. Die elegante Welt zeichnet sich durch klas- sische, zeitlose Kombinationen für einen besonders edlen Look aus. Die natürliche Welt hingegen zeigt sanfte, warme Farbtöne für ein beruhigendes Behandlungsklima und die dritte Variante, die vitale Welt, begeister t durch farbenfrohe, frische Töne für eine moderne, lebendige Atmosphäre. Zudem stehen zwei Farblinien zur Auswahl: Zum einen die Farblinie „Neutral“. Hier sind alle Lackflächen weiß. Die ge- wünschte Farbstimmung wird über die Polster farben erzeugt. Das wirkt klar und fokussier t. Zum anderen gibt es die Farb- linie „Akzent“. Hier gestaltet der Behandler die Polster farbe und wählt dazu einen Lack, der über einen Farbstreifen aus mattglänzendem Metalliclack an Wassereinheit, Arzt- und Assistenzelement einen zum Behandlungsraum passenden Akzent setzt. Herstellerinformation ZWP EXTRA 25
Ergonomie meets Design inte- Die Behandlungseinheit bietet grierte Workflows in drei verschiedenen Ausprägungen: als Integration von Gerä- ten in den Behandlungsplatz, als Inte- gration von nicht miteinander verbunde- nen Geräten in einen Workflow und als Geräte und Workflow-Steuerung mittels einer Software. Die Integration von Zustellgeräten in den Teneo-Behandlungsplatz ist vielfältig: Die Instrumentensteuerung für die endodon- tische oder implantologische Behand- lung (mit zugehöriger NaCl-Pumpe), der Apexlocator, die intraorale Videokamera, die CEREC Omnicam-Kamera für den op- tischen Abdruck – alle diese Geräte kön- nen mit demselben Fußschalter, dem Fußschalter der Behandlungseinheit, bedient werden. Der Behandlungsplatz sieht immer professionell und vertrau- enserweckend aufgeräumt aus. Der Be- handler arbeitet immer mit derselben Be- dienphilosophie und mit immer dersel- ben Schnittstelle: mit dem Fußschalter und dem Touchscreen der Behandlungs- einheit. Die zweite Variante integrierter Workflows ist das Einbinden der verschiedensten Geräte in einen Behandlungsablauf, sodass sich für Behandler und Pa tient besondere Vorteile erge- ben. So kann enorm und effektiv Zeit gespart werden, z. B. beim Zahnfleischmanagement mittels Laser beim optischen Abdruck mit CEREC bei subgingivaler Präparation, bei einer finalen CEREC-Versor- gung von mittels integriertem Implanto- logie-Workflow gesetzten Implantaten, durch Intraoralsensoren, die bei der endodontischen Behandlung sofort ein Kontrollbild liefern sowie durch den Ein- satz von Lasern für das Keimmanage- ment im Wurzelkanal. Wenn Sensoren und Laser während der Behandlung griff- bereit und ebenfalls einfach zu bedienen sind, kommt der Workflow nicht ins Stocken und der Patient nimmt den professio nellen Fluss der Behandlung im Unter bewusstsein wahr. Wenn Behandlungsabläufe zusammen- gefasst werden und die Parameter der entsprechenden integrierten Funktionen per Software vorprogrammiert sind, müssen Behandler sich weniger um die Geräte kümmern und können sich mehr auf ihre Patienten fokussieren. Auch das schafft Vertrauen. Wenn sich der Behandlungsplatz für jede Behandlungsvariante mit einem Klick auf Behandler und Patient einstellt und Operationsfeld sowie Instrumente genau dort sind, wo sie in diesem Au- genblick hingehören, sitzt der Behandler auch automatisch richtig und beschwer- defrei. So fungiert der Behandlungs - platz auch als permanenter Ergonomie- experte. Die hohe Schule der Workflow-Steuerung ist die Kombination und Kontrolle meh- rerer Geräte mittels einer Software. Wie zum Beispiel bei der integrierten Implan- tologie, wo ein Orthophos SL 3D, CEREC, Sidexis und die Implantatplanungssoft- ware Galileos Implant per fekt ineinan- dergreifen, um die benötigten Implantate nicht nur simultan unter chirurgischen und ästhetischen Gesichtspunkten minimalinvasiv und patientenscho- nend zu planen, sondern auch daraus abgeleitete, hochpräzise Bohrscha- blonen entweder mit CEREC selbst herzustellen oder zentral bei SICAT herstellen zu lassen. Die einfache Be- dienung der Software und insbeson- dere ihr Einsatz im Rahmen der Pati- entenberatung über den Monitor der Be- handlungseinheit machen die praxis- taugliche Ergonomie möglich – obwohl der besondere Nutzen sowohl aus dem Behandlungs angebot selbst, als auch aus dem WAS und gleichzeitig aus dem WIE generiert wird. tipp Indirektes Arbeiten mit extraoralem Fotospiegel In der Oberkiefertherapie sind die meis- ten Zahnflächen nur mit dem Spiegel ergonomisch einsehbar. Da bei der Präparation das Wasserspray intraoral eine kontinuierliche Sicht verhindert, ist der Mundspiegel, oder noch besser ein Fotospiegel, extraoral zu führen und am Patientenkinn abzustützen. Was- serspritzer gibt es hier kaum, und der verlängerte Strahlengang wird mit der Lupenbrille überbrückt. Der Foto spiegel kann auch von einer eingeübten Assis- tenz gehalten werden. 26 2626 ZWP EXTRA Herstellerinformation
Teneo er füllt die höchsten Hygienestan- dards. Von pflegeleichten, glatten Ober- flächen über leicht abnehmbare Funk- tions teile bis hin zu integrier ten Sanier- adaptern ist alles auf leichtes Handling und minimalen Zeitaufwand bei maxima- ler Keimreduzierung ausgelegt. Alle Instrumentenschläuche können zur regelmäßigen Reinigung der Wasser- wege an die integrier ten Sanieradapter angeschlossen werden. Zusätzlich kön- nen die Saugschläuche selbst während der Behandlung angeschlossen und per Knopfdruck mit einem Wasserstrom von innen gereinigt werden. Optional desinfizier t die Reinigungsfunktion die Saugschläuche dabei mit Chemikalien aus der Dentsply Sirona-Pflege- und Desinfektionsmittelliste, die automa- tisch zudosier t werden. Zusammengefasst Intuitive Bedienoberfläche: Einfach zu bedienen, konfigurierbar und up- gradefähig. Motorische Kopfstütze: Zurechtlegen des Patientenkopfes mit nur einem Fußtipp, handfrei und ergonomisch, für einen jederzeit entspannt aufrech- ten Zugang. tipp Optimaler, fließender Behandlungskomfort durch innovative Workflow- und Automatikfunktionen. Optimale Integration von Tischgerätefunktionen für effiziente Endodontie- und Implantologiebehandlungen. Patientenspezifische Stuhlpositionen: Patientenspezifisches Speichern und Abrufen von Stuhlprogrammen (mit Sidexis 4 ver fügbar). Altersgerechtes Behandeln: Schleichfahrt, rückenschonende Liegenbewe- gungen (OrthoMotion und ErgoMotion) und die patientenindividuelle Spei- cherung von Behandlungspositionen bieten besondere Vorteile bei der Behandlung älterer Patienten. Hochwertige Materialien: Besonders geprüfte, hochwertige Kunststoffe und das funktionale Design mit seinen glatten Ober flächen gewährleisten eine lange Lebensdauer und einfache Reinigung. Split-Tray ohne Instrumentierung Das Split-System mit getrenntem Schwe- betray und Arztelement machen eine so günstige Positionierung der Handinstru- mente möglich, dass ein Instrumentieren durch die Assistenz nicht erforderlich ist. Die direkten und kurzen Greifwege ma- chen einen schnelleren und kommunika- tionsärmeren Instrumentenzugang für den Zahnarzt sinnvoller und beide Hände der Assistenz können auf diese Weise viel wertiger und ergonomisch hilfrei- cher im Arbeitsfeld eingesetzt werden. Herstellerinformation ZWP EXTRA 27
Interview „Ergonomie ist zu 90 Prozent Kopflagerung“ Neben seiner zahnärztlichen Tätigkeit in der Hamburger Gemeinschaftspraxis Dr. Nadjmabadi und Senghaas widmet sich Zahnarzt Thomas Senghaas der Forschung und Entwicklung zahnmedizinischer Ausrüstungs güter, Therapie systeme und Workflow-Optimierungen. 2005 gründete er die Firma Dental Engineering Senghaas und bietet technisches und zahnmedizinisches Industrieconsulting. Im folgenden Gespräch steht der Hamburger Zahnarzt Rede und Antwort zur „Kopfsache“ Ergonomie. Wovon lebt Ergonomie in Ihrer täglichen Praxis? Für mich gehen Ergonomie und Workflow Hand in Hand. Alltäglich gelebte Ergono- mie bedeutet für unser Team und unsere Patienten hohe Produktivität und sicheren Therapieerfolg mit geringer körperlicher Belastung. Wenn die Arbeit, und das auch bei besonders anspruchsvollen Thera- pien wie z. B. in der Endodontie, locker und entspannt von der Hand geht, dann ist das nicht nur ein Gewinn für den Pra- xiserfolg, sondern macht auch einfach Spaß! Diese Leichtigkeit der Arbeit ist nicht zu unterschätzen. Ergonomie ist Aufgabe des gesamten Teams. Wie sind die konkreten Aufgaben in Ihrer Praxis verteilt? Die Teamabstimmung ist für das ergono- mische Zusammenspiel die Essenz, die den Workflow erst rund macht. Hier ist es Aufgabe der ZFA, das Therapie-Set-up vor- zuorganisieren. Mit einem gut durchdach- ten Tray-System und vordefinierten Thera- pieszenarien wird das Behandlungszim- mer vorbereitet. Der Patient wird zur Be- handlungseinheit geleitet und korrekt vor- positioniert. Die Größenanpassung wird über Sidexis 4 automatisch aufgerufen und von der ZFA überprüft oder neu ein- gestellt. Schwierige Patienten werden mit einer tiefen „Wellness-Position“ auf die spätere Horizontallagerung vorbereitet. Die dezidierte Patientenpositionierung wird dann erst von mir als Behandler nach einer Patientenbegrüßung über die sorg- fältig programmierten Positionen von Teneo automatisch angefahren. Wenn das im Praxisablauf möglich ist, hole ich auch gerne den Patienten persönlich im Wartezimmer ab und geleite ihn zur Be- handlungseinheit. Das zeigt dem Patien- ten, bei all der Hightech, auch mein per- sönliches Engagement und meine Empa- thie. Wie wichtig ist die motorische Kopf- stütze für die praxistaugliche Ergono- mie? Welche Beispiele gibt es hierzu aus Ihrem Praxisalltag? Alle ergonomischen Parameter in der den- talen Ergonomie leiten sich unmittelbar aus der idealen Kopflagerung ab. Daher kann man sagen, 90 Prozent unserer Er- gonomie ist Kopfsache, das ist ganz wört- lich zunehmen, aber auch im übertrage- nen Sinn zutreffend. Dazu müssen wir uns auf die ergonomischen Regeln einlassen wollen und manchmal un bedachte Ge- wohnheiten hinterfragen. Wenn also Ergo- nomie Kopfsache ist, dann ist eine Be- handlungseinheit ergonomisch nur so gut wie die praxisrelevante Performance ihrer Kopfstütze. Aber cave: Die schönste me- chanische 3-D-Einstellfunktionalität einer Kopfstütze hilft uns im praktischen Alltag überhaupt nicht, wenn niemand sie kor- rekt einstellt! Die intensive Hinwendung zum Patienten im geschäftigen Praxis- alltag macht uns unaufmerksam uns selbst gegenüber. Die Antwort auf dieses Problem liefert Teneo perfekt mit der mo- torischen Kopfstütze. Durch die präzise Programmierung der motorischen Kopf- stütze fährt Teneo die tatsächlichen Kopf- positionen für die OK- und die UK-Thera- pien voreingestellt an. Da aber verschie- dene Therapien an verschiedenen Zahnflächen immer wieder andere Anfor- derungen an die genaue Kopfposition stel- len, bietet die Behandlungseinheit über den Kreuzfußschalter an der Stuhlbasis jederzeit die direkte und handfreie Justier- möglichkeit an. So ist es tatsächlich ein- facher und wirklich praktikabel, während der Therapie die Kopfstütze für die gerade benötigte Einsicht anzupassen, anstatt den eigenen Körper zu verbiegen. Und das Beste ist, für einen fließenden Workflow und die präzise Anpassung der Situation bleiben die Hände und Instrumente dabei in Arbeitsposition. Wie sieht Ihr perfekter Workflow aus? Ich vergleiche den perfekten dentalen Workflow immer gerne mit der Abstim- mung im Spitzensport. Hier gibt es sehr viele Parallelen, wie zum Beispiel beim 28 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
radikalen Surfen. Es kann alles stimmen – Wetter, Welle, Kopf und Körper – und so eine perfekte Power Jibe ergeben oder aber „Waschmaschine“. Die Welle hat einen erwischt, erstklassig gerüttelt und zerlegt, weil einzelne Komponenten – Tra- petztampen, Schlaufen, Riggtrimm – nicht optimal abgestimmt waren. Anstatt eines Adrenalinkicks hat man das Gefühl, in den Gabelbaum beißen zu müssen. Für mich steht fest: Nie ohne vernünftiges Material aufs Meer. Gleiches gilt für die Praxis. Wir vollbringen jeden Tag kleine therapeutische Kunststücke für unsere Patienten; wenn da keine Kon- gruenz zwischen Mensch und „Sportgerät“ (Behandlungseinheit) besteht, wenn wir es nicht schaffen, die perfekte Welle des Workflows zu erwischen, dann ist das wie „Waschmaschine“. Man fühlt sich von den widrigen Um- ständen zerschlagen und das Ergebnis ist ohne „Eleganz“ und ziemlich unbefriedigend. Mit der richtigen Vorprogrammierung bei Teneo ist mein Arbeitsfeld genau da, wo es sein soll, die Instru- mente im Arztelement genau im richtigen Greifabstand und das Schwebetray nahe am Arbeitsfeld. Die Steuerung der motorischen Kopfstütze, der Stuhlhöhe und der Bedienoberfläche ist handfrei und der zu steuernde Workflow individuell direkt abrufbar. So läuft mein Workflow bei jeder Welle und jeder problematischen Wendung der Therapie elegant und gelassen ab. Welcher direkte Zusammenhang ergibt sich aus dem bewussten Streben nach Ergonomie in Ihrer Praxis und Ihrem Erfolg als Behandler und Praxisinhaber? Wie schon erwähnt, ist für mich Ergonomie und Workflow eine Einheit, die meine Arbeit flüs- siger, leichter und eleganter macht. Zudem trägt diese duale Einheit für mich auch wesent- lich zur Qualitätssicherung bei. Das ist vielleicht für den Praxiserfolg sogar der wichtigste Aspekt. Meine Patienten können bei mir ihre zahnärztliche Versorgung auf höchstem Niveau erwarten; das ist für mich nicht nur in der Außendarstellung mit entsprechen- den Ausrüstungsgütern und der allgemeinen Praxisausgestaltung dargestellt, son- dern das zeigt sich auch während meiner Therapien mit einer Leichtigkeit und Souveränität des Workflows, die für den Patienten beruhigend und entspannend wirkt. Die Patienten fühlen sich bei uns jederzeit sicher aufgehoben, weil sie spüren, dass wir ihr Problem nicht am Limit unter Anspannung bewältigen, sondern bei uns dentales Hightech in Symbiose mit professioneller Fertig - keit zu maximalen Ergebnissen führt. Das ist unsere Ergonomie und das ist unser Erfolg. Interviewerin: Marlene Hartinger „Der dentale Workflow ist wie die Abstimmung im Spitzensport.“ Behandeln in Balance ZWP EXTRA 29
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Dem Ideal nahe Agieren statt reagieren Die perfekte Balance aus Arbeit und Leben, Bemühen und Entspannen gibt es nicht. Sie ist eine Wunschvorstellung, und dazu noch so individuell wie das Empfinden von Glück, Freiheit oder Erfolg. Was es jedoch gibt, sind Annäherun- gen an das Ideal. m o c . k c o t s r e t t u h S / a v o b u D © Behandeln in Balance ZWP EXTRA 31
Behandeln in Balance Voraussetzung dafür sind ein Bewusstsein für ergonomische Zusammenhänge und das aktive Bemühen, diese Erkenntnisse im Alltag – beruflich wie privat – umzusetzen. Hier kommen geeignete Tools ins Spiel, die diesen Erkenntnissen zugrunde liegen, und Arbeit wie Leben unmittelbar und nachhaltig erleichtern, ganz nach dem Motto: Ich bin, also optimiere ich. Die Schritte hin zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance sind kein Geheimnis: Schafft man sich ergonomische Arbeitsbedin- gungen, die ein zielgerichtetes und entspanntes Behandeln er- möglichen, umgibt man sich mit effektiven Tools und nutzt die Möglichkeiten ihrer Performance, dann entsteht eine Ketten- reaktion des Erfolgs. Die Arbeit geht schneller und zielgerichte- ter, weil der Behandler ohne Schmerzen agiert und auf imple- mentierte Automatismen zurückgreifen kann. Der Patient regis- triert die entspannte Situation des Behandlers und entspannt sich ebenfalls. Die Behandlung entkrampft und vereinfacht sich und führt so zu einem erfolgreichen Endergebnis. Mit nur etwas Vorarbeit ist es wirklich so einfach, wie es klingt! Und all dies ohne körperlichen Kraftakt. Wiederholbar und jederzeit mit dem angestrebten Ausgang. Die Konsequenz einer solch entspannten, gesunden und er- folgreichen Arbeitssituation: Auch der Bereich außerhalb der Praxis und des beruflichen Agierens wird davon erfasst. Es entsteht mehr Zeit und damit mehr Spielraum für persönliche Inhalte und Verwirklichungen, es entsteht eine Form von Glück. 32 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Grundpfeiler der Work-Life-Balance Die Pfeiler, die zu einem erfüllten und erfolgreichen Leben gehören, stehen in Wechselbeziehung zueinan- der. Jeder Pfeiler sollte Beachtung finden, verknüpfend gelebt werden und so in Balance zueinander stehen. Eine anhaltende Übergewichtung bestimmter Aspekte und Ausrichtungen führt langfristig zu Konflikten und einer reduzierten Lebensqualität. • Berufliche Ebene: Karriere und Geld • Persönliche Ebene: Selbstverwirklichung der Potenziale eines Ichs • Körperliche Ebene: Gesundheit • Soziale Ebene: Familie und Freunde tipp Steuerung der motorischen Kopfstütze Für einen entspannten ergonomischen Zugang zum Arbeitsfeld ist die dezi- dierte Kopfposition des Patienten von entscheidender Bedeutung. Die genaue Justage der motorischen Kopfstütze zur Therapie und auch während der Therapie bei wechselnden Arbeitserfor- dernissen oder Zahnflächen sollte hand- frei ohne Arbeitsunterbrechung erfol- gen können. Das ist nur mit einer moto- rischen Kopfstütze möglich, deren Steuerung in erster Ebene direkt mit dem Kreuzfußschalter jederzeit justier- bar ist. Hierzu wird im Set-up die moto- rische Kopfstütz-Funktionalität „Moto- rische Kopfstütze auf Kreuzfußschal- ter“ aktiviert. m o c . k c o t s r e t t u h S / k c o t s o o L © l Durch die Absicherung der gesundheitlichen Komponente im Beruf, durch ein bewusstes auf sich achtgeben basierend auf ergonomischen Arbeitsprozessen, multiplizieren sich gleichzeitig die wirtschaftlichen und privaten bzw. persönli- chen Möglichkeiten. Kurzum: Man erlangt einen ganzheitli- chen Erfolg, von dem auch andere – sei es Familie, seien es Freunde oder Arbeitskollegen – profitieren. Denn der Ge- nuss des Erfolges ist nur dann in voller Fülle erlebbar, wenn man ihn mit anderen teilen kann. Und auch ein mögliches Scheitern – jeder High-Achiever weiß, dass Erfahrungen des Scheiterns in den Prozess hin zum Erfolg einfließen – wird von ergonomischen Strukturen auf- gefangen, verliert seine Wucht und verringert sein Ausmaß. Denn gelingt etwas nicht, lassen sich die Gründe schneller benennen und gegebenenfalls korrigieren, immer ausgehend von einer Grundüberzeugung, auf dem richtigen Weg zum Erfolg zu sein. Das große Gewinnpotenzial, das ergonomischen Verhält- nissen inhärent ist, entfaltet und zeigt sich dann, wenn agiert wird, d. h. die notwendigen Schritte für ein gesundes Arbeiten eingeleitet werden, bevor eventuelle gesundheitli- che Beschwerden auftreten. Wird erst dann reagiert, wenn ein deutliches Schmerzempfinden vorliegt, braucht es Zeit für eine grundlegende Korrektur. Damit verzögert sich auch der Erfolg. Auf den Alltag einer zahnmedizinischen Praxis bezogen heißt das: Schafft man hier anhand gezielt ausgesuchter Tools – zum Beispiel mit einer ergonomisch optimierten Behand- lungseinheit – ergonomische Strukturen in Form eines durch- dachten und praxistauglichen Workflows, der automatisch greift, ist die Voraussetzung geschaffen, dass Zahnarzt und Assistenz bestmöglich arbeiten können und so der Weg frei ist für die schon erwähnte Kettenreaktion des Erfolgs. Behandeln in Balance ZWP EXTRA 33
Behandeln in Balance tipp Ebenen-Steuerung der Instrumente Um eine Fußsteuerung zu beschleuni- gen und zu erleichtern macht es Sinn, die Motoren entsprechend der eigenen Therapieanwendungen vorzukonfigu- rieren (Drehzahl und Kühlung), um dann in der Therapie nur noch zwischen zwei Ebenen mit dem Cursor direkt hin- und herzuschalten: z. B. langsam ohne Was- ser zum Exkavieren und schnell mit Wasser zum Ausarbeiten und Polieren. Wie in den vorangegangenen Kapiteln gezeigt wurde, sind die ergonomischen Aspekte mit den Erfolgsfaktoren einer Praxis hochgradig vernetzt. Diese kyber- netische Struktur der ergonomischen Effekte lässt sich anhand des richtigen Sitzens anschaulich und einfach verdeut- lichen: Sitzt ein Behandler richtig sowie beschwerdefrei und ermöglicht auch der Behandlungsplatz dem Zahnarzt, sich zu 100 Prozent auf den Patienten zu konzen- trieren, folgt ein natürlicher Lauf einer er- gonomischen Erfolgsgeschichte. Die ausgeglichene Persönlichkeit des Be- Die ausgeglichene Persönlichkeit des Be- handlers entfaltet sich mühelos in der handlers entfaltet sich mühelos in der Praxis und auch die Behandlungssitua- Praxis und auch die Behandlungssitua- tion ist stimmig: Die Erwartungen des Pa- tion ist stimmig: Die Erwartungen des Pa- tienten werden erfüllt und der Patient er- tienten werden erfüllt und der Patient er- fährt ein besonderes Behandlungserleb- fährt ein besonderes Behandlungserleb- nis. Damit hat sich zwischen Behandler nis. Damit hat sich zwischen Behandler und Patient ein Vertrauensvorsprung ein- und Patient ein Vertrauensvorsprung ein- gestellt. Dieses besondere Patientenver- gestellt. Dieses besondere Patientenver- trauen ist bei der nächsten Behandlung trauen ist bei der nächsten Behandlung von außerordentlicher Bedeutung. Denn von außerordentlicher Bedeutung. Denn Patienten mit Vertrauen akzeptieren in Patienten mit Vertrauen akzeptieren in der Regel auch höherwertige Therapie- der Regel auch höherwertige Therapie- vorschläge, deren Umsetzung wiederum vorschläge, deren Umsetzung wiederum zu Therapieergebnissen zu Therapieergebnissen führen. Diese hervorragenden Therapie- führen. Diese hervorragenden Therapie- ergebnisse resultieren, zusammen mit ergebnisse resultieren, zusammen mit dem besonderen Vertrauen und dem er- dem besonderen Vertrauen und dem er- besseren besseren neuten Behandlungserlebnis, mit sehr großer Sicherheit in einer Weiterempfeh- lung der Praxis und garantieren somit die wirtschaftliche Stabilität. Zudem passiert jedoch noch mehr: Die eigene Schmerzfreiheit und das hervor- ragende Therapieergebnis erhöhen die berufliche Zufriedenheit des Behand- lers. Zufriedene Menschen verfügen über eine unanfechtbare Ausstrahlung, die in der Regel auch ansteckend ist und im Praxisteam und bei den Patienten nachhallt. Damit bekommt die morgend- liche Freude auf die Praxis und auf den nächsten Patienten einen neuen, hohen Wert. Denn dieser Wert multipliziert sich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Praxis. Die besondere Zufriedenheit des Be- handlers in der Praxis wirkt sich natürlich auch auf seine Persönlichkeit aus. Er gewinnt an Authentizität und Überzeu- gungskraft. Nur wer von sich und einer Sache überzeugt ist, kann auch andere überzeugen. Das gewonnene Vertrauen motiviert, erleichtert die Arbeit und führt zu besseren Resultaten. Denn es gibt kaum etwas in der Zahnheilkunde, das Patienten mehr überzeugt als hervor- ragende Ergebnisse. Zusammengefasst Jede „Kleinigkeit“, die Teil des zahnmedizinischen Praxisalltags ist, trägt am Ende zum ganzheit- lichen Erfolg bei und sollte in ihrer Bedeutung gesehen und ernst genommen werden. Denn das Große entsteht – wie in anderen Bereichen des Lebens – auch im Kontext einer Zahnarztpraxis im Kleinen. Hier gilt es, Veränderungen und Optimierungen positiv gegenüberzustehen und sich die Zusammenhänge, die eine hohe und stabile Arbeitsproduktivität beeinflussen, genau zu betrachten – um langfristig gesund, erfolgreich und glücklich zu sein. 34 ZWP EXTRA Behandeln in Balance
Intego pro Alles, was ich brauche Sie suchen eine Behandlungseinheit, die für Ihre Ansprüche genau passt. Sie möchten sie lexibel konigurieren. Sie arbeiten mit ihr ermüdungsfrei – alleine oder mit Assistenz. Sie investieren in ein hochwertiges Produkt, in Sicherheit und Zukunft. Sie möchten das Beste in der Klasse? Intego Pro hat alles, was Sie brauchen – nicht mehr und nicht weniger. Willkommen bei Intego pro. Jetzt auch mit LEDview Plus und neuer Turn-Funktion! dentsplysirona.com
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