• Titel

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • CAMLOG Vertriebs GmbH

  • Editorial: Citius, altius, fortius

    Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach

    Im August 2016 traten die Bundeszahn ärztekammer, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und das Institut der Zahnärzte vor die Presse und stellten die Fünfte Deutsche Mundgesundheits studie (DMS V) vor. Da Sie sicherlich noch keine Zeit gefunden haben, das mehr als 600 Seiten umfassende Buch in die Hand zu nehmen, geschweige denn es zu lesen, erlauben Sie mir, dass ich die wichtigsten Ergebnisse kurz zu­sammenfasse: ...

  • Inhalt

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • NSK Europe GmbH

  • Erkrankungen der Speicheldrüsen – Chirurgie des gelähmten Gesichtes (Teil 3)

    Prof. Dr. med. Hans Behrbohm, Dr. med. Heiko Birke, Dr. med. Gabriele Behrbohm

    Speicheldrüsenerkrankungen sind komplex in ihrem Auftreten. Einerseits begegnen sie uns in Form von lokalen Veränderungen wie Entzündungen, Tumoren oder Zysten und andererseits sind Speicheldrüsen ein empfindlicher Indikator für eine Reihe verschiedener Erkrankungen des Gesamtorganismus. Teil 1 
und 2 dieser Serie beschäftigten sich mit speziellen Diag­noseverfahren und der Therapie von Tumorerkrankungen. Die Rehablilitation des gelähmten Gesichts stellt eine besondere Herausforderung dar.

  • Planmeca Vertriebs GmbH

  • Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern (Teil 2)

    Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Matthias Kreppel, Dr. med. Hans-Georg Kreppel, Dr. Tim Backhaus, Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Martin Scheer, Priv.-Doz. Dr. med. dent. Hans-Joachim Nickenig, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Joachim E. Zöller

    Die vorige Ausgabe (Oralchirurgie Journal 3/2016) gab einen kleinen Überblick über Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern. Gerade bei Kleinkindern spielen virale, bakterielle und mykotische Erkrankungen eine große Rolle, da alles – egal, ob Gegenstände auf der Straße oder Spielzeuge von anderen Kindern – mit dem Mund abgetastet wird. Neben den typischen infektionsbedingten Mundschleimhauterkrankungen gibt es auch nicht infektionsbedingte Erkrankungen sowie Systemerkrankungen, bei denen die Mundschleimhaut beteiligt ist. 
Teil 2 rundet die Ausführungen der letzten Ausgabe ab.

  • Dentaurum Implants GmbH

  • Septodont GmbH

  • Henry Schein Dental Deutschland GmbH

  • Sonografische Darstellung einer Zyste mit Knochendefekt

    Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer

    Bei folgendem Patientenfall handelt es sich um eine 72-jährige Patientin, die von ihrer behandelnden Zahnärztin wegen einer circa walnussgroßen Raumforderung im Bereich des linken Unterkiefers Regio 33 bis 35 überwiesen wurde. Der Schwerpunkt in diesem Fachbeitrag wurde auf die sonografische Bildgebung gelegt, um die Vorteile der Ultraschalluntersuchung in der Zahnmedizin besser verdeutlichen zu können.

  • Neuartiges Augmen­ta­tionsmaterial und Membran für Sinuslift

    Dr. Frank Zastrow, M.Sc.

    Bei der Rekonstruktion des Oberkieferseitenzahnbereichs bei mangelndem Restknochenangebot muss häufig ein Augmentationsverfahren in Betracht gezogen werden, da nach längerem Zahnverlust der Knochen atrophiert ist und kein ausreichendes Volumen für die sichere Verankerung von Implantaten zur Verfügung steht. Zur Schaffung eines ausreichend dimensionierten ­Implantatlagers kann eine Augmentation mit autologem Knochen, mit Knochenersatzmaterial oder einer Kombination beider Verfahren angezeigt sein. Häufig ist in diesen Fällen eine Sinus­bodenelevation nötig, um eine ausreichende vertikale Knochenhöhe zu erreichen. Im vorliegenden Fall wurde das „Schichtprinzip“ bei der Sinusbodenelevation unter Verwendung von biphasischem Knochenersatzmaterial in Kombination mit autologem Knochen angewendet.

  • Vertikale Kieferkammaugmentation und Implantation in der mittleren Oberkieferschneidezahnregion

    Dr. Norbert Haßfurther

    Im vorliegenden Fachbeitrag wurde mithilfe einer titanverstärkten Membran eine vertikale Kieferkammaugmentation durchgeführt. Bei der verwendeten Membran handelt es sich um eine nicht ­resorbierbare titanverstärkte Membran, welche die einfache ­
Handhabung und die Gewebeinteraktion von expandiertem Poly­tetra­fluorethylen (PTFE) mit erhöhter Barrierefunktion von verdichtetem PTFE kombiniert.

  • Produkte

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • Sinuslifttechniken und die Chirurgie der Kieferhöhle von A –Z

  • Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig erkennen und therapieren

    Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach

    Mundschleimhauterkrankungen sind in Deutschland weitverbreitet. Die Prävalenz stagniert in den letzten Jahren auf sehr hohem Niveau. Das Oralchirurgie Journal sprach mit Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach, Leiter der Sektion für klinische und experimentelle Orale Medizin des Universitätsklinikums Leipzig, über Risiken, spezielle Diagnoseverfahren in der Früherkennung und Präven­tionsmaßnahmen.

  • Baustein Anästhesiologie „Continuing education program“

    Katja Scheibe

    „Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“ Getreu dem Motto von Goethes Faust lockte die Messestadt am 17. September 2016 im Rahmen des 13. Leipziger Forums für Innovative Zahnmedizin (FIZ) zum 1. Befundsymposium unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Theodor Thiele, M.Sc.

  • Events

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • Kurs „Oralchirurgisch-Implantologische Fachassistenz“

    Dr. Joachim Schmidt, Dr. Markus Blume

    In den letzten Jahren ist es zunehmend schwieriger geworden, motiviertes und gut geschultes Assistenzpersonal für Praxen zu bekommen. Gerade in zahnärztlichen Praxen mit chirurgischem oder implantologischem Schwerpunkt besteht ein wachsender Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal, um den steigenden Anforderungen durch immer weiter wuchernde Vorschriften sowie neue Standards und dem wachsenden Informationsbedürfnis der Patienten gerecht zu werden.

  • BDO - Symposium

  • BDO-Events

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • Fortbildungsveranstaltungen des BDO 2016/17

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • Approbationsentzug bei Hygienemängeln und ­unzureichenden Notfallvorkehrungen

    Dr. Susanna Zentai

    Ein Approbationsentzug kommt nicht so häufig vor – Hygienemängel hoffentlich auch nicht. Was aber passieren kann, wenn Beanstandungen bezüglich der Hygiene vorliegen, zeigt der folgende Fall...

  • Newsletter abonnieren!

  • News

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • Kongresse, Kurse und Symposien/ Impressum

    Redaktion

    Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper!

  • ABO Service

  • Dentsply Sirona Implants

16. Jahrgang | € 10,00 zzgl. MwSt. | ISSN 1617-7843 | PVSt. F 54707 Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal 4 2016 Fachbeitrag Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern – Teil 2 Seite 10 Anwenderbericht Neuartiges Augmen tationsmaterial und Membran für Sinuslift Seite 20 Interview Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig erkennen und therapieren Seite 30 Events 1. Befundsymposium in Leipzig Seite 34
Ihr Leistungsplus: iSy® All-in-Sets + Implantat + Einpatienten-Formbohrer + Implantatbasis + Verschlusskappe + Gingivaformer + Multifunktionskappen + Preisgarantie bis 31.12.2017 + Exzellenter Service 99,– € zzgl. gesetzlicher MwSt. beim Kauf eines 4er-All-in-Sets (cid:72)(cid:50)(cid:88)(cid:3)(cid:72)(cid:82)(cid:83)(cid:3)(cid:67)(cid:64)(cid:82)(cid:3)(cid:79)(cid:81)(cid:68)(cid:72)(cid:82)(cid:54)(cid:68)(cid:81)(cid:83)(cid:68)(cid:3)(cid:48)(cid:84)(cid:64)(cid:75)(cid:72)(cid:83)(cid:159)(cid:83)(cid:82)(cid:82)(cid:88)(cid:82)(cid:83)(cid:68)(cid:76)(cid:3)(cid:85)(cid:78)(cid:77)(cid:3)(cid:34)(cid:32)(cid:44)(cid:43)(cid:46)(cid:38)(cid:13)(cid:3)(cid:36)(cid:82)(cid:3)(cid:72)(cid:82)(cid:83)(cid:3)(cid:82)(cid:66)(cid:71)(cid:75)(cid:64)(cid:77)(cid:74)(cid:11)(cid:3)(cid:422)(cid:3)(cid:68)(cid:87)(cid:72)(cid:65)(cid:68)(cid:75)(cid:3)(cid:84)(cid:77)(cid:67)(cid:3)(cid:183)(cid:65)(cid:68)(cid:81)(cid:89)(cid:68)(cid:84)(cid:70)(cid:83)(cid:3)(cid:72)(cid:77)(cid:3)(cid:67)(cid:68)(cid:81)(cid:3) (cid:47)(cid:81)(cid:64)(cid:87)(cid:72)(cid:82)(cid:3) (cid:76)(cid:72)(cid:83)(cid:3) (cid:68)(cid:72)(cid:77)(cid:69)(cid:64)(cid:66)(cid:71)(cid:68)(cid:81)(cid:3) (cid:39)(cid:64)(cid:77)(cid:67)(cid:71)(cid:64)(cid:65)(cid:84)(cid:77)(cid:70)(cid:11)(cid:3) (cid:68)(cid:423)(cid:3)(cid:3)(cid:89)(cid:72)(cid:68)(cid:77)(cid:83)(cid:68)(cid:76)(cid:3) (cid:54)(cid:78)(cid:81)(cid:74)(cid:422)(cid:3)(cid:78)(cid:86)(cid:3) (cid:84)(cid:77)(cid:67)(cid:3) (cid:68)(cid:72)(cid:77)(cid:68)(cid:76)(cid:3) (cid:84)(cid:77)(cid:82)(cid:66)(cid:71)(cid:75)(cid:64)(cid:70)(cid:65)(cid:64)(cid:81)(cid:68)(cid:77)(cid:3) (cid:47)(cid:81)(cid:68)(cid:72)(cid:82)(cid:12)(cid:14)(cid:43)(cid:68)(cid:72)(cid:82)(cid:12) (cid:83)(cid:84)(cid:77)(cid:70)(cid:82)(cid:85)(cid:68)(cid:81)(cid:71)(cid:159)(cid:75)(cid:83)(cid:77)(cid:72)(cid:82)(cid:13)(cid:3) (cid:35)(cid:72)(cid:68)(cid:3) (cid:72)(cid:50)(cid:88)(cid:3) (cid:32)(cid:75)(cid:75)(cid:12)(cid:72)(cid:77)(cid:12)(cid:50)(cid:68)(cid:83)(cid:82)(cid:3) (cid:82)(cid:72)(cid:77)(cid:67)(cid:3) (cid:68)(cid:72)(cid:77)(cid:3) (cid:68)(cid:66)(cid:71)(cid:83)(cid:68)(cid:82)(cid:3) (cid:43)(cid:68)(cid:72)(cid:82)(cid:83)(cid:84)(cid:77)(cid:70)(cid:82)(cid:79)(cid:75)(cid:84)(cid:82)(cid:3) (cid:84)(cid:77)(cid:67)(cid:3) (cid:68)(cid:77)(cid:83)(cid:71)(cid:64)(cid:75)(cid:83)(cid:68)(cid:77)(cid:3) (cid:85)(cid:72)(cid:68)(cid:75)(cid:68)(cid:3) (cid:51)(cid:68)(cid:72)(cid:75)(cid:68)(cid:11)(cid:3) (cid:67)(cid:72)(cid:68)(cid:3) (cid:50)(cid:72)(cid:68)(cid:3) (cid:82)(cid:78)(cid:77)(cid:82)(cid:83)(cid:3) (cid:89)(cid:84)(cid:74)(cid:64)(cid:84)(cid:69)(cid:68)(cid:77)(cid:3) (cid:76)(cid:183)(cid:82)(cid:82)(cid:83)(cid:68)(cid:77)(cid:13)(cid:3) Bei iSy ist mehr für Sie drin. Mehr Qualität. Mehr Service. Mehr Leistung.(cid:3) (cid:36)(cid:77)(cid:83)(cid:67)(cid:68)(cid:66)(cid:74)(cid:68)(cid:77)(cid:3) (cid:50)(cid:72)(cid:68)(cid:3) (cid:72)(cid:50)(cid:88)(cid:3) (cid:84)(cid:77)(cid:67)(cid:3) (cid:68)(cid:81)(cid:69)(cid:64)(cid:71)(cid:81)(cid:68)(cid:77)(cid:3) (cid:50)(cid:72)(cid:68)(cid:11)(cid:3) (cid:86)(cid:64)(cid:81)(cid:84)(cid:76)(cid:3) (cid:24)(cid:24)(cid:3) (cid:36)(cid:84)(cid:81)(cid:78)(cid:3) (cid:70)(cid:183)(cid:77)(cid:82)(cid:83)(cid:72)(cid:70)(cid:68)(cid:81)(cid:3) (cid:82)(cid:72)(cid:77)(cid:67)(cid:3) (cid:64)(cid:75)(cid:82)(cid:3) (cid:20)(cid:24)(cid:3) (cid:36)(cid:84)(cid:81)(cid:78)(cid:13)(cid:3) (cid:51)(cid:68)(cid:75)(cid:68)(cid:69)(cid:78)(cid:77)(cid:3)(cid:15)(cid:22)(cid:15)(cid:19)(cid:19)(cid:3)(cid:24)(cid:19)(cid:19)(cid:20)(cid:12)(cid:16)(cid:15)(cid:15)(cid:11)(cid:3)(cid:86)(cid:86)(cid:86)(cid:13)(cid:72)(cid:82)(cid:88)(cid:12)(cid:72)(cid:76)(cid:79)(cid:75)(cid:64)(cid:77)(cid:83)(cid:13)(cid:67)(cid:68)(cid:13) C A D / C A M r e a d y
EDITORIAL Citius, altius, fortius Im August 2016 traten die Bundeszahn- ärztekammer, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und das Institut der Zahnärzte vor die Presse und stellten die Fünfte Deutsche Mundgesundheits- studie (DMS V) vor. Da Sie sicherlich noch keine Zeit gefunden haben, das mehr als 600 Seiten umfassende Buch in die Hand zu nehmen, geschweige denn es zu lesen, erlauben Sie mir, dass ich die wichtigsten Ergebnisse kurz zu- sammenfasse: – Acht von zehn der 12-jährigen Kinder (81,3 %) sind heute völlig kariesfrei. – Die Zahl kariesfreier Gebisse hat sich in den Jahren 1997 bis 2014 prak- tisch verdoppelt. – Jeder achte ältere Mensch ist völlig zahnlos. Im Jahre 1997 war es noch jeder Vierte. – Pflegebedürftige ältere Menschen haben jedoch eine höhere Karies- erfahrung und weniger eigene Zähne. Die Zahl der Parodontal- erkrankungen nimmt durch die de- mografische Entwicklung ab, jedoch ist durch die Altersabhängigkeit der Erkrankung mit einem steigenden Behandlungsbedarf zu rechnen. Der Präsident der Bundeszahnärzte- kammer, Dr. Peter Engel, konstatiert: „Die Studienergebnisse dürfen Patien- ten und Zahnmediziner stolz machen und belegen, dass die Vorsorge funk- tioniert und die Bedeutung der Mund- gesundheit bei den Patienten steigt.“ Können Sie, lieber Leser, diese Ergeb- nisse in Ihrer Praxis mit denen der hier vorgestellten Studienpopulation von 4.600 Menschen in 90 Standorten be- stätigen? Haben Sie andere Erfahrun- gen gemacht? Schauen wir beispielhaft auf eine Al- tersgruppe, die in der DMS V als jün- gere Erwachsene (35- bis 44-Jährige) zusammengefasst werden: Hier wird berichtet, dass nahezu alle jüngeren Erwachsenen von Karies betroffen sind. Ihre durchschnittliche Karieserfahrung betrug 11,2 Zähne. Parodontale Erkran- kungen lagen bei 52 % der jüngeren Erwach s enen vor. Hierbei handelt es sich um die Altersgruppe, die als Kinder bzw. Jugendliche von der eingeführten Gruppen- und Individualprophylaxe profitieren konnten! Schaut man sich die weiteren Alterskohorten an (65- bis 74-Jährige und die älteren Senioren von 75 bis 100 Jahre), fällt auf, dass vor allem die älteren Senioren eine durchschnittliche Karieserfahrung von 21,6 Zähnen aufwiesen und Parodon- talerkrankungen bei über 90 % der Pro- banden in dieser Alterskohorte lagen. Es wurde viel erreicht, nichtsdesto- trotz fällt auf, dass sich die Karies- und Parodontalerkrankungen in die Alters- phasen des höheren Lebensalters ver- schoben haben und die Krankheitslast folglich im höheren Alter verdichtet wird. So konnten die Autoren zeigen, dass beispielsweise das orale Morbi- ditätsprofil der älteren Senioren in der DMS V eine fast identische Prävalenz- struktur im Hinblick auf Karies und Paro- dontitis hatte, wie dies vor knapp zehn Jahren in der jüngeren Altersgruppe dokumentiert wurde. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass sich das Mundgesundheitsverhalten für die Oral prophylaxe auf der Bevölkerungs- ebene verbessert hat. Das Zahnputz- muster nach Häufigkeitszeitpunkt und -dauer hat sich erheblich gesteigert. Fast jedes zweite Kind und fast jeder dritte jüngere Senior gaben an, ein ge- sundheitsförderliches Zahnputzen an- zuwenden. Entsprechend ausgeprägt war auch die Selbsteinschätzung der Untersuchten: Drei von vier Studienteil- nehmern gaben an, sehr viel oder viel für den Erhalt der eigenen Zahngesund- heit zu tun! Die wenig kritische Selbst- einschätzung unserer Patienten zeigt, dass offensichtlich eine nicht unerheb- liche Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit besteht. Es muss noch viel tägliche Überzeugungsarbeit ge- leistet werden, um den Patienten klar- zumachen, dass simples „Zahnbürste- in-den-Mund-nehmen“ nicht dazu führt, dass im Mund alles „sauber“ und „gesund“ wird. [Infos zum Autor] Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Torsten W. Remmerbach Oralchirurgie Journal 4 | 2016 3
INHALT Editorial 3 Citius, altius, fortius Torsten W. Remmerbach Fachbeitrag 6 Erkrankungen der Speicheldrüsen – Teil 3 Prof. Dr. med. Hans Behrbohm, Dr. med. Heiko Birke, Dr. med. Gabriele Behrbohm 10 Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern – Teil 2 Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Matthias Kreppel, Dr. med. Hans-Georg Kreppel, Dr. Tim Backhaus, Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Martin Scheer, Priv.-Doz. Dr. med. dent. Hans-Joachim Nickenig, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Joachim E. Zöller 18 Sonografi sche Darstellung einer Zyste mit Knochendefekt Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer Anwenderbericht 20 Neuartiges Augmen ta tionsmaterial und Membran für Sinuslift Dr. Frank Zastrow, M.Sc. Vertikale Kieferkammaugmentation und Implantation in der mittleren Oberkieferschneidezahnregion Dr. Norbert Haßfurther 24 Events 34 1. Befundsymposium in Leipzig Katja Scheibe 36 Vorschau Kurs „Oralchirurgisch- Implantologische Fachassistenz“ Katja Scheibe BDO | Events 38 40 Vorschau Recht 42 Approbationsentzug bei Hygienemängeln und unzureichenden Notfallvorkehrungen Dr. Susanna Zentai 26 Markt | Produktinformationen 41 Fortbildungsveranstaltungen des BDO 2016/17 46 News 50 Termine/Impressum Interview 30 Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig erkennen und therapieren Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach Das Oralchirurgie Journal ist die offi zielle Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen e.V. Titelbild © Ruslan Grumble/Shutterstock.com 4 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
JETZT MIT QUICKSTOP-FUNKTION . n e t l a h e b r o v n e g n u r e d n Ä . 6 1 0 2 r e b m e z e D . 1 3 s i b g i t l ü g t o b e g n A . t S w M . s e g . l g z z s i e r P * AKTIONSPREISE vom 01. September bis 31. Dezember 2016 8.999 €* 11.549 €* TEL.: +49 (0)6196 77606-0 E-MAIL: info@nsk-europe.de WEB: www.nsk-europe.de FAX: +49 (0)6196 77606-29
FACHBEITRAG Prof. Dr. Behrbohm [Infos zum Autor] Speicheldrüsenerkrankungen sind komplex in ihrem Auftreten. Einerseits begegnen sie uns in Form von lokalen Veränderun- gen wie Entzündungen, Tumoren oder Zysten und andererseits sind Speicheldrüsen ein empfindlicher Indikator für eine Reihe verschiedener Erkrankungen des Gesamtorganismus. Teil 1 und 2 dieser Serie beschäftigten sich mit speziellen Diag- noseverfahren und der Therapie von Tumorerkrankungen. Die Rehablilitation des gelähmten Gesichts stellt eine besondere Herausforderung dar. Erkrankungen der Speicheldrüsen Teil 3 – Chirurgie des gelähmten Gesichtes Prof. Dr. med. Hans Behrbohm, Dr. med. Heiko Birke, Dr. med. Gabriele Behrbohm chen“ kann. Der N. facialis innerviert die mimische Muskulatur, steuert über Abgänge bzw. Anteile des mit ihm t e r s t o c k .com h u t S / e rli n B o r k © Y oder verlaufenden N. intermedius die Spei- chel- und Tränensekretion (N. petrosus superficialis major), die Impedanz des Mittelohres (N. stapedius) und den Ge- schmackssinn (Chorda tympani). Die Ursachen für Lähmungen des N. facialis sind vielfältig. Häufig ist die sogenannte Bell’s palsy, die ideo- pathische Fazialisparese, bei der sich keine erkennbare Ursache finden lässt. Weitere Ursachen sind Verletzungen, Entzün- dungen und Tumoren. Eine Fazialisparese kann zentral peripher verursacht sein. Bei der zentralen Parese bleibt die Innervation der Stirn meist erhalten, betroffen ist vor allem die periorale Mus- kulatur. Die periphere Pa- rese betrifft prinzipiell alle peripheren Äste in Abhän- gigkeit von der Lokalisation der Ursache. Die Fazialisparese ist ein Leit- symptom für Malignität bei Tu- moren der Schädelbasis und der Glandula parotis, kann jedoch auch bei Tumoren des Nerven selbst und beim Heerfordt-Syndrom auftreten. Mimik und Gesichtsausdruck wer- den von 43 Muskeln in einer nur ca. 1 cm tiefen Schicht unterhalb der Haut des Gesichtes vermittelt. Das Gesicht sei der Spiegel der Seele, sagt eine alte Redensart. Tatsächlich führen gleiche Gefühle auch in allen Kul- turkreisen zu gleichen mimi- schen Aktivitäten. Natürlich können Gefühle gezeigt und verborgen werden. Allerdings mit Einschrän- kungen: Das Gros der mimischen Muskulatur wird über den N. facialis willkür- lich innerviert. Teile der Pars orbitalis des M. orbicularis oculi werden autonom in- nerviert. So kann z. B. zwischen einem echten und unechten Lächeln unter- schieden werden. Letzteres ist asymme trisch, meist links betont und hat ein anderes Timing und Verhältnis zwischen Intensität und Dauer. Von klinischer Bedeutung ist, dass der Patient bei einer Fazialis- parese nach einem Apoplex weiter mit den „Augen spre- Abb. 1: Mimische Muskulatur des Gesichts. 6 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
Mimische Aktivitäten und chirurgi- sche Möglichkeiten zur Rehabilitation des gelähmten Gesichtes (Abb. 2): Rechte Seite: Mimik bei intakter Funk- tion des N. facialis: – Stirn heben und runzeln – Bewegungen der Augenbraue – Vollständiger Lidschluss – Anheben des Mundwinkels – Wangenkompression – Heben, Breit- und Herunterziehen der Mundwinkel Linke Seite: – Stirn – Oberlidimplantate – Unterlidplastiken – Muskelumlagerung (M. masseter) – Tonisierung und Konturierung der Wangen – Heben der Mundwinkel Symptomatik Die klinische Symptomatik der Fazialis- parese ist recht komplex und besteht aus: Schlaffe Lähmung der mimischen Muskulatur meist einer Gesichtshälfte, erweiterer Lidspalte mit unvollständi- gem Lidschluss, Asymmetrie des Ge- sichtes, Artikulationsstörungen durch Tonusverlust der Lippen- und Wan- genmuskulatur, Verstreichen der Naso- labialfalten. Stirn- und Brauenptose, Geschmacksstörung, Hyposialie, ver- minderter Tränenfluss mit Gefahr der Hornhautulzera. Diagnostik Ist die Ursache und Lokalisation einer Fazialisparese unklar, erfolgt die Topo- diagnostik mit bildgebenden Verfahren, audiologischen und funktionsdiagnosti- schen Tests. Mit verschiedenen elektro- physiologischen Verfahren zur Bestim- mung der Nervenleitgeschwindigkeit und des Summenaktionspotenzials kann einerseits das Ausmaß der Schädi- gung objektiviert und durch Messungen im Intervall eine Prognose der funktio- nellen Restitution abgeleitet werden. Basisuntersuchungen sind: CT des Fel- senbeins bzw. der Schädelbasis, Schir- mertest, Impedanzaudiometrie, Elektro- gustometrie. Bei Tumoren in der Glandula parotis: Sonografie mit Stanzbiopsie oder Feinnadel- aspirationszytologie (FNAZ), MRT mit Kontrast mittel. Operative Verfahren Das Spektrum der chirurgi- schen Maßnahmen ist groß und richtet sich nach der Ursache und individuellen Situation. Prinzipiell sollte zunächst immer der Erhalt bzw. die Rekonstruktion des Nervus facialis Vorrang haben. Dazu dienen Nervenrekonstruk- tionen mithilfe von Interponaten aus anderen peripheren Nerven, wie z. B. dem N. auricolotemporalis oder suralis mit End-zu-End- oder Jump- Anastomose, Hypo glossus-Fazialisanas - tomosen. Das Prinzip der Cross Face Nerve Grafts besteht in einem Anschluss von Ner- ventransplantaten an Fazialisäste der nicht gelähmten Seite. Ist eine nervale Rekonstruktion des Gesichts unmöglich, so kann mit einer neuromuskulären Transposition bzw. Muskelumlagerung eines innervier- ten Muskels die mimische Muskulatur funktionell und dynamisch ersetzt werden. Hierfür eignen sich besonders der M. temporalis und M. masseter, weil sie vom N. trigeminus innerviert werden. Auch besteht die Möglichkeit des freien Gewebetransfers eines Mus- kel-Nerv-Transplantats aus dem Ober- schenkel mit Mikrogefäß- und Nerv- anastomose. Wenn eine dynamische Rehabilitation nicht infrage kommt, so kann eine statische Zügelung z. B. der Stellung der Mundwinkel mit Faszie, meist Fascia lata, erfolgen. Individuelles Konzept Häufig wird es notwendig sein, ein sehr individuelles Konzept der motorischen Rehabilitation eines gelähmten Ge- sichts zu erstellen. Dieses orientiert sich an dem konkreten Ausfallsmuster und der eventuellen nervalen Restaktivität einzelner Nerven äste. Dabei muss jede Region für sich und natürlich das Ge- FACHBEITRAG 2b i k s w o k l a D : k fi a r G 2a Abb. 2 2c Abb. 2a: 1. Stirnlift, 2. Brauenlift, 3. Oberlidimplantate, 4. Unterlidstraffung, 5. Hochziehen des Wangenfettkörpers, 6. SMAS-Straffung, 7. Muskelumlagerung, 8. Zügelung (Fascia lata), 9. Heben des Mundwinkels. – Abb. 2b: Befestigung des Lidimplantats. – Abb. 2c: Gewinnung der Fascia lata. sicht insgesamt geplant werden. Für das Auge sind Oberlidimplantate hilfreich. Elemente der Facelift-Chirurgie können je nach Befund durch Anheben des SMAS (superficial musculo aponeurotic system) oder im Stirnbereich eines sub- kutanen Stirn-Brauen-Lifts einfließen. Fallbeispiel Bei der damals 54-jährigen Patientin kam es 17 Jahre nach der Erstmani- Abb. 3: Prüfen des für den Lidschluss notwendigen Implantat- gewichts mit einem Dummy. Oralchirurgie Journal 4 | 2016 7
FACHBEITRAG Abb. 4a Abb. 4b Abb. 4c Abb. 4d Abb. 4e Abb. 4f Abb. 4a: Befund nach der Tumorresektion und vor der operativen Rehabilitation mit Unterlidektropium, unvollständigem Lidschluss, Tonusverlust der rechten Wange, hängendem Mundwinkel. – Abb. 4b: En-face-Bild drei Monate postoperativ. – Abb. 4c: Stirnrunzeln. – Abb. 4d: Lidschluss. – Abb. 4e: Halbprofil. – Abb. 4f: Lächeln. festation und 16 Jahre nach einem loklalen Rezidiv zu einem zweiten Re- zidiv eines myoepithelialen Karzinoms der Glandula parotis rechts. Die The- rapie erfogte damals durch partielle Parotidektomien in einem auswärtigen Krankenhaus. Vor fünf Jahren erfolgte eine radikale totale Parotidektomie mit Neck dissection rechts. Der vom Tumor zerstörte N. facialis musste größtenteils geopfert werden. Der Nervenstamm wurde in seinem intramastoidalen Verlauf dargestellt und Anteile des Augenastes konnten erhalten werden. Postoperativ bestand eine fast vollständige periphäre Fazia- lisparese rechts mit einer Restaktivität des Augenastes mit unvollständigem Lidschluss des rechten Auges. Tumor- klassifikation: rpT3pN0 R0. Danach erfolgte eine adjuvante Strah- lentherapie für die Rezidivlokalisation plus Sicherheitssaum in 3-D-geplanter Technik mit einer Gesamtdosis von 64,8 Gy. In einem Intervall von einem Jahr nach der Operation erfolgte die operative Rehabilitation der pareti- schen Gesichtshälfte rechts. Die Rehabilitätion erfolgte wie folgt: A: Implantation eines Oberlidimplan- tates aus Gold. Mit sogenannten Dum- mys wird zuvor das Implantat mit dem optimalen Gewicht ermittelt. Das ist das Gewicht, welches einerseits zu ei- nem vollständigen Lidschluss führt und andererseits eine mühelose Hebung des Lides ermöglicht. B: Gewinnung von Facia lata aus dem Oberschenkel. Fascia lata ist die fes- teste Faszie des Körpers. Sie verläuft vom Labium externum der Crista iliaca zum Condylus lateralis femoris und zum Retinaculum patellae an der lateralen Seite des Oberschenkels (Abb. 2c). C: Befestigung der Fascia lata über eine Inzision der Nasolabialfalte an der Ober- und Unterlippe mit vorheriger Abmessung und Anzeichnung in Höhe des Filtrum und Einbetten und Fixieren in einem neuen „Kanal“. D: Transposition des M. masseter und Fixierung der gespannten Fascia lata am Stumpf des M. masseter. t k a t n o K Prof. Dr. med. Hans Behrbohm Ltd. OA Dr. med. Heiko Birke Dr. med. Gabriele Behrbohm Park-Klinik Weißensee Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité Schönstraße 80, 13086 Berlin und Privat-Institut für medizinische Weiterbildung und Entwicklung auf dem Gebiet der Hals-Nasen-Ohrenkunde e.V. behrbohm@park-klinik.com 8 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
Planmeca Romexis® Eine Software – alle Lösungen Behandlungseinheiten, digitale Bildgebung und CAD/CAM – das alles erstmals in einer Software Planmeca bietet eine revolutionäre „All-In-One“ Softwarelösung für Praxen und Kliniken jeglicher Größe. Unsere seit langem bewährte Softwareplattform Planmeca Romexis® ist führend in der Dentalindustrie, weil sie ALLE Ihre digitalen Geräte unter einem Dach vereint und jederzeit mit Ihren Ansprüchen mitwachsen kann. Planmeca Romexis ermöglicht Ihnen nahezu ungeahnte Zeit- und Kostenersparnisse, damit Sie sich voll und ganz auf die Behandlung Ihrer Patienten konzentrieren können. Für weitere Informationen: www.planmeca.de Planmeca Vertriebs GmbH Walther-Rathenau-Str. 59, Bielefeld 33602 Tel. 0521-560665-0, verkauf@planmeca.de
FACHBEITRAG Teil 1 des Artikels Literatur [E-Paper] Die vorige Ausgabe (Oralchirurgie Journal 3/2016) gab einen kleinen Überblick über Erkrankungen mit Beteiligung der Mund- schleimhaut bei Kindern. Gerade bei Kleinkindern spielen virale, bakterielle und mykotische Erkrankungen eine große Rolle, da alles – egal, ob Gegenstände auf der Straße oder Spielzeuge von anderen Kindern – mit dem Mund abgetastet wird. Neben den typischen infektionsbedingten Mundschleimhauterkrankungen gibt es auch nicht infektionsbedingte Erkrankungen sowie Sys- temerkrankungen, bei denen die Mundschleimhaut beteiligt ist. Teil 2 rundet die Ausführungen der letzten Ausgabe ab. Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern – Teil 2 Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Matthias Kreppel, Dr. med. Hans-Georg Kreppel, Dr. Tim Backhaus, Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Martin Scheer, Priv.-Doz. Dr. med. dent. Hans-Joachim Nickenig, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Joachim E. Zöller Herpangina (Zahorsky) Die Herpangina wird vor allem durch das Coxsackie-Virus A Typ 4 hervor- gerufen. Betroffen sind üblicherweise Kinder bis zum 4. Lebensjahr. Typi- scherweise kommt es nach einer Inku- bationszeit von weniger als einer Wo- che zu plötzlich auftretendem Fieber, Übelkeit, Erbrechen, reduziertem All- gemeinzustand sowie Muskelschmer- zen.36 Nach wenigen Stunden kommt es im Bereich vom Oropharynx zu heftigen Halsschmerzen und Schluck- beschwerden. Am Weichgaumen und den Gaumenmandeln entstehen steck- nadelkopfgroße Bläschen mit einem roten Halo (Abb. 1). Nach einem Tag platzen die Bläschen und lassen fi brinbelegte Erosionen zurück. Nach einer Woche klingen die Beschwer- den wieder ab. Die Diagnose ergibt sich klinisch und lässt sich von der Gingivostomatitis herpetica vor allem durch die fehlende Gingivabeteiligung abgrenzen.37 g r o . a i d e p i i k w / r e g r e b z t e m S r e t e P © i Abb. 1 10 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 Morbus Heck (fokale epitheliale Hyperplasie) Bei der fokalen epithelialen Hyperplasie handelt es sich um eine Erkrankung der oralen Mukosa, die sich multilokulär an der Mundschleimhaut manifestiert. Sie wurde erstmals 1965 als eigenständige Entität beschrieben.38 imponieren multiple, rund- Klinisch ovale, einzeln oder konfl uierende, leicht erhabene oder knotig geballte Papeln von weicher Konsistenz. Bei breitblasigem Aufsitzen erreichen sie in der Regel eine Größe von maximal 1 cm. Die Oberfl äche ist meist fein ge- stippt und erscheint durch eine leichte Verhornung schwach weißlich. Die Schleimhautproliferationen befi nden sich an der Lippenschleimhaut, an der Wangenschleimhaut, an Zungenrücken und Zungenrand sowie an der Gingiva des Frontzahnbereichs. Die Abbildun- gen 2a und b zeigen jeweils viral be- dingte Akanthome, denen sich DNA von HPV 13 nachweisen ließ. Befallen sind vorwiegend Kinder, es werden aber auch Erwachsene beider- lei Geschlechts betroffen. Bei Eskimos
FACHBEITRAG Abb. 2a Abb. 2b in Grönland, Kanada und Alaska sowie bei Indianern in Nord- und Südamerika ist die Erkrankung endemisch. Auch in Südafrika und der Türkei tritt die Krankheit auf. In der Bundesrepu blik Deutschland ist sie sehr selten. Im Zuge der derzeit starken Immigration aus südlichen Erdteilen kann auch in Zukunft bei uns mit einem häufigeren Auftreten gerechnet werden.39 Ätiologisch gilt heute die virale Genese durch den mehrfach gelungenen Nach- weis krankheitsspezifischer humaner Papillomviren als gesichert (besonders die Typen 13 und 32). Genetische Fak- toren sind nicht bekannt.40 Die schmerzlosen Schleimhautverän- derungen entsprechen dem Typ eines Papilloms und können sich nach jah- relangem Bestehen spontan zurückbil- den. Differenzialdiagnostisch ist unter anderem an Verrucae vulgares und Condylomata accuminata zu denken. Die Erkrankung tritt auch als opportu- nistische Begleitinfektion bei erworbe- ner Immunschwäche auf.39 Eine Biopsie zur Absicherung der kli- nischen Diagnose sollte stets unter- nommen werden, insbesondere, um in Anbetracht der möglichen Spontan- remission unnötige radikale chirurgi- sche Maßnahmen zu vermeiden. Zur Behandlung kommen therapeutisch isolierte Kürettagen oder Laserexzisio- nen in Betracht. Alternativ kann auch eine Therapie mit Imiquimod, einem Immunmodulator, stattfinden.41,42 Intraorale Hämangiome und vaskuläre Malformationen Der Begriff Hämangiom wird tradi- tionell genutzt, um eine Vielzahl von vaskulären Anomalien zu beschreiben. Im Gegensatz zu vaskulären Malforma- tionen, bei denen es sich um struktu- Abb. 3 relle Anomalien der Blutgefäße ohne endotheliale Proliferation handelt, werden Hämangiome als benigne Tu- moren angesehen, die eine schnelle Endothelproliferation zeigen. Während Hämangiome bei Geburt vorliegen oder sich innerhalb der ersten acht Lebens- wochen entwickeln, bestehen vasku- läre Malformationen definitionsgemäß bereits bei Geburt und persistieren das gesamte Leben über. Je nach involvier- ten Gefäßen teilt man sie in kapilläre, venöse oder arteriovenöse Malforma- tionen mit hohem oder niedrigem Blut- fluss ein (Abb. 3; Hämangiom Ober- lippe). Hämangiome stellen die häu- figsten Tumoren im Kindesalter dar, sie treten bei 5 bis 10 % aller einjährigen Kinder auf, wobei Mädchen drei- bis fünfmal häufiger betroffen sind.43 Selten bestehen Hämangiome in voll- ständiger Ausprägung bereits bei der Geburt. Typischerweise entwickeln sie sich über einen Zeitraum von sechs bis zehn Monaten. Danach verlangsamt sich das Wachstum oder es kommt zur Persistenz ohne Wachstum. Bis zum fünften Lebensjahr hat sich rund die Hälfte aller Hämangiome spontan zu- rückgebildet, im Alter von neun Jahren sind 90 % der Hämangiome wieder verschwunden. Die Hämangiome stel- len sich rötlich bis blaurot, erhaben oder leicht vorgewölbt dar. Bei Druck verblassen sie. Die häufigste Komplikation von Hä- mangiomen stellt mit 20 % die Ulze- ration mit sekundärer bakterieller In- fektion dar. Anders als erwartet sind signifikante Blutungen äußerst selten. Bei Hämangiomen in speziellen Lokali- Oralchirurgie Journal 4 | 2016 11
FACHBEITRAG Symptomen führt, und der Lues connata tarda, bei der es erst in späteren Jah- ren zu sichtbaren Zeichen (sogenannte Stigmata) kommt, unterschieden. Symptome der Lues connata praecox sind eine Hepatosplenomegalie, ein Ikterus, ein kutanes Pemphigoid und der syphilitische Schnupfen (Coryza syphilitica). Die Lues connata tarda ist durch die Hutchinson-Trias gekenn- zeichnet, die aus den Tonnenzähnen, der Keratitis parenchymatosa und Innenohrschwerhörigkeit besteht.49 Bei den Tonnenzähnen handelt es sich um eine Fehlbildung der Zahnkronen, die vor allem die mittleren oberen Schneidezähne betrifft. Sie haben eine Tonnenform der Krone mit einer halb- mondförmigen Einbuchtung der Inzi- salkante. Weiterhin können die unteren mittleren Schneidezähne und auch die ersten Molaren betroffen sein. Weitere Stigmata der Lues connata tarda sind die Säbelscheidentibia, eine Sattelnase, einer hoher gotischer Gaumen und die Parrot-Furche (perioral zirkulär ange- ordnete Rhagaden, die bis ins Lippenrot reichen).49 Morbus Kostmann (Kostmann -Syndrom, Infantile Agranulozytose) Beim Kostmann-Syndrom handelt es sich um eine seltene autosomal-rezes- sive Störung der Granulopoese mit Feh- len aller Reifungsstadien, die zu einer massiven Anfälligkeit gegenüber bak- teriellen Infektionen führt. Vor Einfüh- rung der Knochenmarktransplantation und insbesondere der G-CSF-Therapie (Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor) führte die Erkrankung im frühen Säuglingsalter zum Tod.50,51 Im- Aufgrund der eingeschränkten munabwehr kommt es häufi g ab dem zweiten Lebensjahr als intraorale Ma- nifestation zu erosiven Gingivitiden und einer rasch progredienten Paro- dontitis marginalis profunda. Dieses Beschwerdebild verläuft in der Regel in schubweisen Exazerbationen und führt zu bleibenden Schäden am jugend- lichen Gebiss mit fortschreitendem Knochenabbau, Zahnlockerungen und Zahnfehlstellungen.52 m o c . k c o t s r e t t u h S / n o K a n y r e t a K © Verbindung von Arterien und Venen gekennzeichnet.43 Da sich die meisten Hämangiome spon- tan zurückbilden, ist hier meistens ein abwartendes Vorgehen angezeigt. Außer bei lebensbedrohlich großen Hämangiomen oder bei starker Wachs- tumstendenz ist im Kindesalter selten die Indikation zur chirurgischen The- rapie gegeben. Bei systemischer Korti- songabe kommt es in 70 bis 90 % zu einem kompletten Ansprechen der Hä- mangiome.46 Für vaskuläre Malforma- tionen stellen gepulste Farbstoffl aser eine Behandlungsalternative dar.47 Lues connata Syphilis ist eine weltweit vorkommende Geschlechtskrankheit mit zunehmender Tendenz auch wieder in Deutschland. Der natürliche Wirt ist der Mensch. Erreger dieser meldepfl ichtigen Infekti- onserkrankung ist Treponema pallidum ssp. pallidum (Abb. 4). Bei Erwachse- nen dringen die Erreger über Haut und Schleimhäute in den Körper ein, jedoch ist auch eine diaplazentare Übertra- gung möglich, die zur Manifestation der Erkrankung bei Säuglingen führt.48 Eine diaplazentare Übertragung ist ab dem vierten Schwangerschaftsmonat möglich. Bei hohen Erregerzahlen kann es vom sechsten bis achten Monat zum Spätabort kommen. Es wird bei Kindern zwischen der Lues connata praecox, die bereits bei Neugeborenen auftritt und in den ersten beiden Lebensjahren zu Abb. 4 sationen, wie z. B. der Orbita, kann es zu schweren Komplikationen, wie einer Amblyopie durch Druckschädigung kommen. Große zervikofaziale Häman- giome kommen auch im Rahmen des PHACE(S)-Syndroms vor:44 1. Posteriore Gehirnanomalie (meistens Dandy-Walker-Syndrom) 2. Hämangiome (zervikofazial lokalisiert) 3. Arterielle Anomalien 4. Cardiale Defekte (meist Coarctatio aortae) 5. Eye (Augen) Anomalien 6. Sternale Spalte Ein weiteres, seltenes Syndrom, das mit dem Auftreten von Hämangiomen assoziiert wird, ist das Kasabach-Mer- ritt-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine ernste Koagulopathie. Häufi g kommt es zur Thrombozytopenie und Blutungen durch Plättchenverbrauch im Hämangiom. In 20 bis 30 % der Fälle kommt es zu einem tödlichen Ausgang.45 Vaskuläre Malformationen hingegen bestehen bereits bei Geburt und bil- den sich auch nicht zurück. Die Prä- valenz liegt bei 0,3 bis 1 % aller Neu- geborenen. Venöse Malformationen schimmern typischerweise bläulich und schwellen bei zunehmendem venösem Druck an. Sekundär kommt es häufi g zu Thrombosen oder zur Ausbildung von Phlebolithen. Arterio- venöse Malformationen sind durch ei- nen hohen Blutfl uss mit einer direkten 12 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
JA ICH WILL DAS CITO MINI® AUS DEM HAUSE DENTAURUM. Seit mehr als 20 Jahren Kompetenz, Zuverlässigkeit und Innovation in der Implantologie - weltweit. Sagen auch Sie ja! Turnstr. 31 I 75228 Ispringen I Germany I Telefon + 49 72 31 / 803 - 0 I Fax + 49 72 31 / 803 - 295 www.dentaurum-implants.com I info@dentaurum-implants.com
FACHBEITRAG Leukämien leukozytärer Leukämien sind bösartige Erkrankun- gen, die durch autonome, irreversible Wucherungen Zellen (Abb. 5) und Verdrängung der nor- malen Hämatopoese im Knochenmark definiert sind. Die Krankheit ist als ma- ligner Tumor des blutbildenden Systems anzusehen, früh werden Milz, Leber, Lymphknoten und auch andere Organe von den Leukämiezellen befallen. Es handelt sich um eine heterogene Krankheitsgruppe, deren Ätiologie noch weitgehend ungeklärt ist. Nach der klinischen Symptomatologie, dem Krankheitsverlauf, dem Reifegrad und der Abstammung der Zellen werden akute (unreifzellige) und chronische (reifzellige) Leukämien unterschieden und hierbei in myeloische und lympha- tische Formen eingeteilt.53 Im Rahmen der zahnärztlichen Dia- gnostik interessieren besonders die akuten Leukämien, da diese klinisch oft sehr früh Veränderungen an der Mundschleimhaut und besonders an der Gingiva als sichtbare Wegweiser für die Krankheit aufzeigen.54 Da eine detaillierte Besprechung der verschiedenen Leukämieformen den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, werden hier nur die häufigsten Befunde dargestellt. Der Interessierte sei auf die einschlägige internistisch- hämatologische Literatur verwiesen. Akute Leukämien (akute Leukosen, unreifzellige Leukämien) Unbehandelt führen diese innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten zum Tode. Sie sind durch das Auftreten von unreifen Zellen des hämatopoetischen Systems („Blasten“ im Knochenmark) und peripheren Blut gekennzeichnet. Die Erkrankung kann auf andere Kör- pergewebe übergreifen. Die Inzidenz beträgt in der Bundesrepublik Deutsch- land 6/100.000 Menschen jeden Le- bensalters. Es wird zwischen der akuten myelo- ischen Leukämie (akute Myeloblasten- leukämie, AML), die vornehmlich im Erwachsenenalter auftritt, und der akuten lymphatischen Leukämie, die mit zwei Häufigkeitsgipfeln zunächst m o c . k c o t s r e t t u h S / i m e c n a C i n n a v o G © i Abb. 5 14 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 im Kindesalter (zweites bis sechstes Lebensjahr) und erneut mit rasch zu- nehmender Häufigkeit im höheren Le- bensalter auftritt, unterschieden. Die Allgemeinsymptomatik akuter Leu- kämien tritt meist plötzlich aus voller Gesundheit heraus auf, mit Zeichen ei- nes schweren fieberhaften Infekts und zunehmender Blutungsneigung aus Mund, Nase, Magen-Darm-Trakt und den ableitenden Harnwegen, aufgrund einer thrombozytopenischen Blutungs- neigung. Die intraorale Symptomatik der akuten Leukämie zeigt nahezu re- gelmäßig und oft schon im Frühstadium Veränderungen in der Mundschleim- haut, vor allem an der Gingiva:54,55 Als Leitsymptome gelten: – Nekrosen-Ulzerationen – Gewebsvermehrung der Gingiva (durch leukämische proliferative In- filtrate), keine Gingivahyperplasie – Blutungen (meist thrombozytopeni- scher Natur, seltener plasmatische hämorrhagische Diathesen) Häufig kommt es infolge der Abwehr- schwäche zu Candidiasis der Mund- höhle, die als opportunistische In- fektion zu deuten ist. Bei der akuten lymphatischen Leukämie im Kindesalter sind ausgeprägte Gingivaveränderun- gen und Veränderungen des Parodon- tiums selten. Typischerweise liegen bei den akuten lymphatischen Leukämien regelmäßig Vergrößerungen der Hals- lymphknoten vor. Infolge der hämor- rhagischen Diathese ist eine Blutungs- neigung unterschiedlichsten Ausmaßes möglich: von leichten Ekchymosen bis zu profusen Schleimhautblutungen. Der diagnostische Stellenwert dieser in wechselnder Kombination auftre- tenden intraoralen Kardinalsymptome ist immer in Zusammenhang mit den Allgemeinerscheinungen zu sehen.54,55 Hierbei ist stets zu berücksichtigen, dass die Veränderungen in der Mund- höhle in Abhängigkeit von Art und Ver- laufsform der Leukämie, dem Ausmaß der Resistenzschwäche und dem Alter der Patienten außerordentlich variabel sind. Es muss betont werden, dass kein Gingiva-, Parodontal- und Mund- schleimhautbefund pathognomonisch für eine bestimmte Leukämieform ist.
Septanest mit Adrenalin 1/100.000 und Septanest mit Adrenalin 1/200.000. Verschreibungsp(cid:2)ichtig. Zusammensetzung: Arznei- lich wirksame Bestandteile: Septanest 1/100.000: 1 ml Injektionslösung enthält 40,000 mg Articainhydrochlo- rid, 0,018 mg Epinephrinhy- drogentartrat (entspricht 0,010 mg Epinephrin). Septa- nest 1/200.000: 1 ml Injekti- onslösung enthält 40,000 mg Articainhydrochlorid, 0,009 mg Epinephrinhydrogentartrat (entspricht 0,005 mg Epineph- rin). Sonstige Bestandteile: Na- triummetabisulit (Ph. Eur.) 0,5 mg (entsprechend 0,335 mg SO2), Natriumchlorid, Natri- um edetat (Ph. Eur.), Natrium hy- droxid, Wasser für In jektions - zwecke. Anwendungsgebiete: Inil- trations- und Leitungsanästhe- sie bei Eingriffen in der Zahn- heilkunde, wie: Einzel- und Mehrfachextraktionen, Trepa- nationen, Apikalresektionen, Zahnfachresektionen, Pulpek- tomien, Abtragung von Zysten, Eingriffe am Zahn(cid:4)eisch. Hinweis: Dieses Produkt ent- hält keine Konservierungs- stoffe vom Typ PHB-Ester und kann daher Patienten verab- reicht werden, von denen be- kannt ist, dass sie eine Allergie gegen PHB-Ester oder che- misch ähnliche Substanzen besitzen. Gegenanzeigen: Septanest mit Adrenalin darf aufgrund des lokalanästhetischen Wirk- stoffes Articain nicht ange- wendet werden bei: bekannter Allergie oder Überempindlich- keit gegen Articain und andere Lokalanästhetika vom Säure- amid-Typ, schweren Störun- gen des Reizbildungs- oder Reizleitungssystems am Her- zen (z. B. AV-Block II. und III. Grades, ausgeprägte Brady- kardie), akuter dekompensier- ter Herzinsufizenz (akutes Versagen der Herzleitung), schwerer Hypotonie, gleichzei- tiger Behandlung mit MAO- Hemmern oder Betablockern, Kindern unter 4 Jahren, zur intravasalen (Ein- spritzen in ein Blutgefäß). Auf- grund des Epinephrin (Adrena- lin)-Gehaltes darf Septanest mit Adrenalin auch nicht ange- wendet werden bei Patienten mit: schwerem oder schlecht kompensiertem Diabetes, pa- roxysmaler Tachykardie oder hochfrequenter absoluter Ar- rhythmie, schwerer Hypertonie, Kammerwinkelglaukom, Hy- perthyreose, Phäochromozy- tom, sowie bei Anästhesien im Endbereich des Kapillarkreis- laufes. Warnhinweis: Das Arznei- mittel darf nicht bei Personen mit einer Allergie oder Über- empindlichkeit gegen Sulit so wie Personen mit schwerem Asthma bronchiale angewen- det werden. Bei diesen Per- sonen kann Septanest mit Adre nalin akute allergische Reaktionen mit anaphylakti- schen Symptomen wie Bron- chialspasmus auslösen. Das Arzneimittel darf nur mit be- sonderer Vorsicht angewendet werden bei: Nieren- und Le- berinsufizienz (im Hinblick auf den Metabolisierungs- und Ausscheidungsmechanismus), Angina pectoris, Arteriosklero- se, Störungen der Blutgerin- nung. Das Produkt soll in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger Nutzen- Risiko -Abwägung eingesetzt werden, da keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegen und nicht bekannt ist, ob die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen. Nebenwirkungen: Toxische Reaktionen (durch anomal hohe Konzentration des Lokalanästhetikums im Blut) können entweder sofort durch unbeabsichtigte in- travaskuläre Injektion oder verzögert durch echte Überdosierung nach Injektion einer zu hohen Menge der Lösung des Anästhetikums auftreten. Unerwünschte verstärkte Wirkungen und toxische Reaktionen können auch durch Injektion in besonders stark durchblutetes Gewebe eintreten. Zu beobachten sind: Zentralnervöse Symptome: Nervosität, Unruhe, Gähnen, Zittern, Angstzustän- de, Augenzittern, Sprachstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Ohrensausen, Injektion * Septanest wird in anderen Ländern auch unter dem Namen Septocaine oder Medicaine vertrieben Schwindel, tonisch-klonische Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Koma. Sobald diese Anzeichen auftreten, müssen rasch korrektive Maßnahmen erfolgen, um eine eventuelle Verschlimmerung zu vermeiden. Respiratorische Symptome: erst hohe, dann niedrige Atemfrequenz, die zu einem Atemstillstand führen kann. Kardiovaskuläre Symptome: Senkung der Kontraktionskraft des Herzmuskels, Senkung der Herzleistung und Abfall des Blutdrucks, ventrikuläre Rhythmusstö- rungen, pektanginöse Beschwerden, Möglichkeit der Ausbildung eines Schocks, Blässe (Cyanose), Kammer(cid:4)immern, Herzstillstand. Selten kommt es zu allergi- schen Reaktionen gegenüber Articain, Parästhesie, Dysästhesie, Hypästhesie und Störung des Geschmacksempindens. Besondere Hinweise: Aufgrund des Gehaltes an Sulit kann es im Einzelfall insbesondere bei Bronchialasthmatikern zu Überempindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende Atmung, akuter Asthma- anfall, Bewusstseinsstörung oder Schock äußern können. Bei operativer, zahnärztlicher oder groß(cid:4)ächiger Anwendung dieses Arzneimittels muss vom Zahnarzt entschieden werden, ob der Patient aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen darf. Handelsformen: Packung mit 50 Zylinderampullen zu 1,7 ml Injektionslösung. (Septanest 1/100.000 oder 1/200.000) im Blister. Pharmazeutischer Unternehmer: Septodont GmbH – 53859 Niederkassel Stand: 05/2015 Gekürzte Angaben – vollständige Informationen siehe Fach- bzw. Gebrauchs- information. MANAGING PAIN FOR YOUR PRACTICE SEPTANEST Mit 4 Injektionen jede Sekunde weltweit das bevorzugte Lokalanästhetikum der Zahnärzte*. Zugelassen von 70 Gesundheitsbehörden (u. a. FDA und EMEA) auf der ganzen Welt entspricht Septanest den höchsten Qualitätsstandards. Latex kann Allergien verursachen. Septanest ist 100% latexfrei und kommt während des gesamten Herstel- lungsprozesses nie mit Latex in Berührung. Eine gute Entscheidung. Wir unterstützen Sie in allen Bereichen der schmerzfreien Behandlung.
FACHBEITRAG Allgemein gilt festzustellen, dass akute Leukosen im Erwachsenenalter häu- fi ger zu intraoralen Manifestationen führen und mit schwereren Verände- rungen in der Mundhöhle einhergehen als die chronischen Leukämien. Für den Zahnarzt ergibt sich hieraus eine besondere diagnostische Herausforde- rung, die in der frühzeitigen Äußerung der Verdachtsdiagnose einer akuten Leukämie liegt, die wiederum per se zu einer raschen Veranlassung weiterer Abklärung führen wird.56 Fazit: Eine akut ulzerierende oder akut nekrotisierende Gingivostomatitis ist, bei Behandlungsresistenz über einige Tage hinweg, als dringend verdächtig auf eine maligne Systemerkrankung an- zusehen und sollte, um keine wertvolle Zeit für die Behandlung eines solchen Krankheitsbildes zu verlieren, zeitnah hämatologisch abgeklärt werden. Hyperkeratosis palmoplantaris (Papillon-Lefèvre-Syndrom) Das Papillon-Lefèvre-Syndrom ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die zur Gruppe der selte- nen Palmoplantarkeratosen gehört. Sie führt zu einer übermäßigen Verhornung (Hyperkeratose) an Händen und Füßen und geht mit schweren Schädigungen der parodontalen Gewebestrukturen einher. Die Hyperkeratosen treten ge- wöhnlich zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr auf.57 Die intraorale Manifestation zeigt pa- rallel zu den Verhornungsstörungen schwere entzündliche Veränderungen am Zahnstützgewebe, schon kurz nach dem Durchbruch der Milchzähne. Es kommt zu akuten Entzündungen der Interdentalpapillen und der margina- len Gingiva, die zur Bildung von Zahn- fl eischtaschen führen, aus denen sich Pus entleert. In kurzer Zeit entwickelt sich eine Parodontitis marginalis pro- funda, die je nach Ausprägungsgrad des Syndroms zu einem Ausfallen der Milchzähne bis zum vierten oder fünf- ten Lebensjahr führt.58 Im zahnfreien Intervall zwischen dem Verlust der Milchzähne und dem Durchbruch der bleibenden Zähne ist die Alveolarmu- kosa weitgehend unauffällig. Nach 16 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 g r o . a i d e p i i k w / k e z t a m k W © Kawasaki-Syndrom betrifft vor allem Kleinkinder und imitiert im anfängli- chen Erscheinungsbild Infektionskrank- heiten wie Masern oder Scharlach.64 Die orale bzw. intraorale Manifestation umfasst das Bild einer trockenen Chei- litis, die oben genannte Himbeerzunge, sowie eine intensive Gingivostomati- tis mit Rötung und Schwellung. Diese Veränderungen dauern in der Regel so lange wie das Fieber persistiert.63 Eine für das frühe Lebensalter ungewöhn- liche Komplikation ist die Bildung von Aneurysmata, Stenosen oder Throm- ben in den Koronargefäßen (Abb. 6) in einzelnen Fällen.62,65 Priv.-Doz. Dr. Dr. Matthias Kreppel [Infos zum Autor] Dr. Hans-Georg Kreppel [Infos zum Autor] t k a t n o K Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Matthias Kreppel Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und Inter- disziplinäre Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie der Universität zu Köln Kerpener Straße 62, 50931 Köln Tel.: 0221 47896594 mattheskreppel@yahoo.de Abb. 6 Durchbruch der bleibenden Zähne wiederholt sich der oben beschriebene parodontale Destruktionsprozess, so- dass auch die bleibenden Zähne bis zum 15. Lebensjahr verloren gehen. Die Weisheitszähne bleiben verschont.52,58 Röntgenaufnahmen zeigen analog zum klinischen Befund massive Osteolysen der alveolären Knochenstrukturen.59 Die zahnärztliche Therapie kann bes- tenfalls den Ablauf des parodontalen Destruktionsprozesses protrahieren. Neuere klinische Erfahrungen sprechen für den positiven Einfl uss von Retino- iden, nicht nur auf die Hyperkeratosen, sondern auch auf die marginale Paro- dontitis.60,61 Kawasaki-Syndrom ( mukokutanes Lymphknoten- syndrom) Das Kawasaki-Syndrom ist eine akute, fi eberhafte (lang anhaltendes Fieber) systemische Erkrankung, die durch eine nekrotisierende Vaskulitis der kleinen und mittleren Arterien gekennzeichnet ist.62 Es kommt zu einer Entzündung in vielen Organen, die mit Ikterus, Arthral- gien, Meningitis, Schwellungen der Halslymphknoten, polymorphen Exan- themen, Plantar- und Palmarerythe- men, Konjunktivitis und Mundschleim- hautbeteiligung einhergeht; die Zunge kann wie bei Scharlach im Sinne einer Himbeerzunge verändert sein.63 Das
OPTIMIEREN SIE IHR HYGIENEMANAGEMENT T U N G A E R B P L A U N N G G E R Ä T E N L I E R I A E R E H C S I N H C E I E C V R E S T HYGIENEKONZEPT M S C H U A N L U A G E NGS- MENT M A T DAS HYGIENEKONZEPT VON HENRY SCHEIN Möchten Sie mehr erfahren? Dann kontaktieren Sie uns! Henry Schein entwickelt sein Hygienekonzept stetig weiter, um die ordnungsgemäße Umsetzung von Hygieneabläufen nicht zur zeitintensiven Zusatzarbeit werden zu lassen. Das Konzept baut auf den 4 Säulen Hygiene-, Qualitäts-, Geräte- und Schulungsmanagement auf und eignet sich für alle Zahnärzte, MKG-Chirurgen, Kieferchirurgen, Implantologen und Labortechniker, die sich gerne auf ihre Kernarbeit konzentrieren möchten. Hotline: 0800 - 14 000 44 FreeFax: 08000 - 40 44 44 E-Mail: hygiene@henryschein.de
FACHBEITRAG Bei folgendem Patientenfall handelt es sich um eine 72-jährige Patientin, die von ihrer behandelnden Zahnärztin wegen einer Dr. Dr. Dr. O. Knauer [Infos zum Autor] circa walnussgroßen Raumforderung im Bereich des linken Un- terkiefers Regio 33 bis 35 überwiesen wurde. Der Schwerpunkt in diesem Fachbeitrag wurde auf die sonografische Bildgebung gelegt, um die Vorteile der Ultraschalluntersuchung in der Zahn- medizin besser verdeutlichen zu können. Sonografische Darstellung einer Zyste mit Knochendefekt Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer Die Patientin war klinisch symptom- los. Der Nervus mentalis links hatte keine Sensibilitätsstörungen und die Zähne 33, 34 und 35 waren relativ fest. Die intraorale Palpation ergab eine prallelastische Auftreibung im Be- reich der Gingiva in Regio 33 bis 35. In der präoperativen Röntgenaufnahme erkennt man eine relativ gut begrenzte Aufhellung im Bereich des Unterkiefer- knochens. Die Zähne 33 und 34 sind leicht gekippt, haben aber keine Wur- zelresorptionen (Abb. 1). Sonografische Diagnostik Zur genauen Beschreibung des Befun- des wurden mehrere sonografische Untersuchungen mit unterschiedlichen Sonden durchgeführt. Bei der extra- oralen Untersuchung (Frequenz 8 MHz) wurde die Sonde auf der Wange auf- legt. Es konnte ein größerer zentraler, knöcherner Defekt nachgewiesen wer- den. Die eigentliche Raumforderung ist echoarm, mit einigen reflexreicheren Zonen und dorsaler Schallverstärkung – was für eine Flüssigkeitsansammlung spricht (Abb. 2). Die intraorale Sonografie, bei der die Hockeysticksonde mit einer Frequenz von 14 MHz direkt auf das Zahnfleisch appliziert wurde, stellt eine gut be- grenzte Raumforderung dar, die den Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1: Teilansicht des präoperativen Orthopantomogramms: Es sind keine Wurzelresorptionen an 33, 34 und 35 zu erkennen. – Abb. 2: Die Raumforderung ist echoarm mit einigen reflexreicheren Zonen und dorsaler Schallverstärkung. 18 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
FACHBEITRAG hinweg. Dies war der erste sichere Hin- weis auf einen zusätzlichen knöchernen lingualen Defekt, der im OP-Situs spä- ter bestätigt werden konnte (Abb. 4). Die postoperative Röntgenaufnahme zeigt ebenfalls diesen zentralen lingu- alen Knochendefekt (Abb. 5). Vorgehen Klinisch, radiologisch sowie sono- grafisch sprach der Primärbefund für eine typische zystische Veränderung, die langsam verdrängend wächst und den Knochen auflöst. Eine Keratozyste konnte aufgrund der fehlenden Resorp- tionen der Zahnwurzeln ausgeschlos- sen werden. Es bestand auch kein Verdacht auf einen bösartigen Kno- chentumor, da die Sensibilität des Ner- vus mentalis links nicht betroffen war. Die Zyste wurde in Lokalanästhesie in toto excochleiert und histologisch un- tersucht. Im OP-Situs zeigte sich, dass Anteile des Nervus mentalis in direktem Kontakt mit der Zyste standen. Der Ner- vus mentalis wurde vorsichtig freiprä- pariert. Die Zähne 33 und 34 wurden belassen, damit der Unterkiefer nicht noch weiter geschwächt wird, da eine erhöhte Kieferbruchgefahr bestand. Fazit Durch die zusätzlichen sonografischen Untersuchungen konnte die Raumfor- derung besser und klarer dargestellt werden, was den operativen Eingriff vereinfachte. Die Patientin konnte im Vorfeld darüber aufgeklärt werden, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine gutartige Neubildung handelt. Dies reduziert im Allgemeinen den präoperativen Stress der betroffenen Patienten erheblich. t k a t n o K Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Zahnmedizin e.V. Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie Naumburger Straße 76 06667 Weißenfels www.mkg-knauer.de Oralchirurgie Journal 4 | 2016 19 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 3: Sonografische Abbildung der lingualen Knochenlamelle mithilfe der Hockeysticksonde. – Abb. 4: Mit der Micro-Convex-Sonde zeigte sich eine deutliche Schallverstärkung nach lingual über den Unterkieferknochen hinweg. – Abb. 5: Auf der postoperativen Röntgenaufnahme ist ebenfalls der zentrale linguale Knochendefekt zu sehen. Knochen vestibulär, zentral durchbro- chen hat. Im vorderen Anteil sind viele echoreichere Strukturen nachweisbar. Dabei handelt es sich um Detritus und Zystenflüssigkeit. Eine dorsale Schall- verstärkung lässt sich aufgrund der geringeren Eindringtiefe der Schall- wellen nicht nachweisen. Die linguale Knochenlamelle lässt sich gut abbilden (Abb. 3). Die andere verwendete intraorale Sonde war eine Micro-Convex-Sonde mit ei- ner Frequenz von 10 MHz und einer mittleren Eindringtiefe. Hier zeigte sich eine deutliche Schallverstärkung nach lingual über den Unterkieferknochen
ANWENDERBERICHT Dr. Frank Zastrow [Infos zum Autor] Bei der Rekonstruktion des Oberkieferseitenzahnbereichs bei mangelndem Restknochenangebot muss häufig ein Augmenta- tionsverfahren in Betracht gezogen werden, da nach längerem Zahnverlust der Knochen atrophiert ist und kein ausreichendes Volumen für die sichere Verankerung von Implantaten zur Ver- fügung steht. Zur Schaffung eines ausreichend dimensionierten Implantatlagers kann eine Augmentation mit autologem Kno- chen, mit Knochenersatzmaterial oder einer Kombination beider Verfahren angezeigt sein. Häufig ist in diesen Fällen eine Sinus- bodenelevation nötig, um eine ausreichende vertikale Knochen- höhe zu erreichen. Im vorliegenden Fall wurde das „Schichtprin- zip“ bei der Sinusbodenelevation unter Verwendung von bipha- sischem Knochenersatzmaterial in Kombination mit autologem Knochen angewendet. Neuartiges Augmen ta tionsmaterial und Membran für Sinuslift Dr. Frank Zastrow, M.Sc. Ziel der Behandlung war es, neben einer langzeitstabilen prothetischen Versorgung mit gutem ästhetischem Ergebnis, die Volumenstabilität des Augmentats in der Heilungsphase sowie den möglichst vollständigen Umbau des Knochenersatzmaterials in eigenen vitalen Knochen sicherzu- stellen. Fallbericht Eine 53-jährige Patientin stellte sich mit einer Schaltlücke Regio 25 und 26 vor. Sie wünschte eine festsitzende implan- tatgetragene Versorgung. Aufgrund der langjährigen Zahnlosigkeit stellte sich eine hochgradige Knochenatrophie und eine extrem stark pneumatisierte Kie- Abb. 1: Cone-Beam-Computertomografie (CBCT) der Ausgangssituation und Backward Planning. 20 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 ferhöhle dar (Abb. 1 und 2). Als Zugang für die Sinusbodenelevation wurde ein vestibuläres Kieferhöhlenfenster an- gelegt und die Schneider‘sche Mem- bran unter Knochenkontakt präpariert (Abb. 3 und 4). Mittels Bone Condensern wurde an- schließend der Knochen Regio 25 ver- dichtet, um eine bessere mechanische Festigkeit des Knochens zu erreichen und um eine ausreichende Primärsta- bilität des Implantats zu gewährleis- ten (Abb. 5). Um den Knochendefekt aufzufüllen, kam das „Schichtprinzip“ zur Anwendung, bei dem der kraniale Defektanteil mit einem biphasischen, vollständig resorbierbaren Knochen- ersatzmaterial (SYMBIOS® Biphasi- sches Knochenersatzmaterial) und der implantatnahe Bereich mit autologen Knochenspänen aus der Implanta- tionsstelle aufgefüllt wurde (Abb. 6). Die Anordnung dieser beiden Mate- rialien bewirkte, dass die Implantate weitgehend im eigenen Knochen ver-
ANWENDERBERICHT Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13 Abb. 2: Klinische Ausgangssituation. – Abb. 3: Laterales Fenster für die Sinusbodenelevation. – Abb. 4: Präparation der Schneider‘schen Membran. – Abb. 5: Knochen- verdichtung Regio 25. – Abb. 6: Einbringen der Knochenspäne in die krestale Sinusregion. – Abb. 7: Sinusbefüllung nach dem Schichtprinzip. – Abb. 8: Implantat in Regio 25. – Abb. 9: Adaption der Membran an das Wundgebiet. – Abb. 10: Adaptierte Membran in situ. – Abb. 11: Spannungsfreier Wundverschluss. – Abb. 12: Vollständig verknöcherter Operationsbereich bei Wiedereröffnung. – Abb. 13: Knochenverdichtung Regio 26. ankert werden konnten. Das langsam resorbierende Knochenersatzmaterial schützte bei dieser Technik vor einer zu raschen Resorption durch den Druck in der Kieferhöhle. Knochenersatzmaterial Das biphasische Knochenersatzma- terial enthält einen 80-prozentigen Trikalziumphosphatanteil (TCP) und einen 20-prozentigen Hydroxylapa- titanteil (HA). TCP stellt das allmäh- liche Remodeling im vitalen Knochen sicher. HA sorgt während der Ein- heilphase zusammen mit der waben- artigen Struktur des Materials für eine ausreichende Volumenstabilität des Augmentats. Vor der Einbringung wurde das Material mit Eigenblut ge- mischt und nach der Koagulation des Bluts mit dem Einbringinstrument in den Defekt eingelagert. Abbildung 7 zeigt den nach dem Schichtprinzip gefüllten Sinus. Dieses Schichtverfah- ren mit einer Kombination aus Kno- chenersatzmaterial und autologem Knochen bietet den Vorteil, dass die Einheilzeit lediglich 3,5 bis 4 Monate beträgt, während bei ausschließ- licher Verwendung von Knochen - ersatzmaterial acht bis neun Monate Einheilzeit bei wenig Restknochen veranschlagt werden müssen. Chirurgisches Vorgehen Im Anschluss an die Defektauffül- lung wurde in Regio 25 ein Implantat (ANKYLOS C/X®) mit 3,5 mm Durch- messer und 11 mm Länge inseriert (Abb. 8). Zur Deckung des Defekts wur- de eine Kollagenmembran (SYMBIOS® Collagen Membrane SR; slow resor- bable) verwendet, deren Eigenschaften auf das Knochenersatzmaterial abge- stimmt sind. Zur leichteren Adaptation an die anatomischen Gegebenheiten des Wundgebiets wurde sie für etwa fünf bis zehn Minuten in Kochsalzlö- sung hydriert. Zur Stabilisierung wurde die Membran anschließend mit Pins Oralchirurgie Journal 4 | 2016 21
ANWENDERBERICHT Abb. 14 Abb. 15 Abb. 16 Abb. 17 Abb. 18 Abb. 20 Abb. 21 Abb. 19 Abb. 22 Abb. 14: Implantatinsertion Regio 26. – Abb. 15: Eingebrachte Implantate. – Abb. 16: Klinische Situation vor Freilegung des neugebildeten Knochens. – Abb. 17: Wieder- eröffnung mit apikal mobilisiertem Verschiebelappen vier Monate nach der Insertion von Implantat 26. – Abb. 18: Gingivaformer in situ. – Abb. 19: OPG nach Eingliederung der definitiven prothetischen Versorgung. – Abb. 20: ATLANTIS ISUS-Brücke. – Abb. 21: Definitive prothetische Versorgung auf dem Situationsmodell.– Abb. 22: Klinische Ansicht der finalen Versorgung. im Knochen fixiert (Abb. 9 und 10). Danach erfolgte der spannungsfreie Wundverschluss (Abb. 11). Bei Wiedereröffnung des Wund- gebiets nach 3,5 Monaten stellte sich der Operationsbereich vollständig ver- knöchert dar (Abb. 12). In Regio 26 wurde da raufhin mit einer Trepanfräse neu gebildeter Knochen entnom- men und später histologisch unter- sucht. Die Untersuchung ergab eine Knochen neubildung mit relativ wenig An zeichen für Entzündungsreaktio- nen, wie sie bei einem Knochenumbau typisch sind. Anschließend wurde auch hier für eine bessere Primärstabilität der Knochen mittels Bone Condensern verdichtet und die Insertion des zwei- ten geplanten Implantats (ANKYLOS, Durchmesser 3,5 mm, Länge 11 mm) vorgenommen (Abb. 13–15). Abbil- dung 16 zeigt Regio 26 vier Monate nach der Implantatinsertion. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Verschiebelappen nach apikal mobilisiert (Abb. 17), um die keratinisierte Mukosa nach bukkal zu verlagern. Durch dieses Verfahren wird sichergestellt, dass die Mukosa um die Implantate herum fest und unbeweglich bleibt. Abbildung 18 zeigt die Gingivaformer in situ. Auf dem postoperativen Röntgenbild ist die Lage der Implantate (Abb. 19) – exakt wie präoperativ geplant – und die leicht subkrestale Platzierung zu sehen. Prothetische Versorgung Die definitive prothetische Versor- gung wurde 9,5 Monate nach der Sinus bodenelevation eingegliedert. Abbildung 20 zeigt die CAD/CAM- gefertigte Brücke (ATLANTIS ISUS) in Regio 25 und 26. Die Zähne 24 und 27 wurden mit metallkeramischen Einzel- kronen versorgt, während die Kronen auf den Implantaten Regio 25 und 26 aus Stabilitätsgründen verblockt wurden (Abb. 21). Die Brücke wurde mittels Balance Base- Aufbauten auf den Implantaten verschraubt. Diese Lösung wurde gewählt, um das Ri- siko von Zementresten im Sulkus und das damit einhergehende Risiko einer Periimplantitis zu vermeiden (Abb. 22). t k a t n o K Dr. Frank Zastrow, M.Sc. Heidelberger Straße 38 69168 Wiesloch Tel.: 06222 52127 info@zahnarzt-dr-zastrow.de 22 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
NeoGen™ eine neue Generation titanverstärkter Membranen Membran - S I Klein Interproximal 29 x 14 mm Membran - M I Mittel Interproximal 30 x 19 mm Membran - L I Groß Interproximal 36 x 21 mm Membran - M Mittel 32 x 22 mm Membran - L Groß 34 x 25 mm Tel. 0221 55405-322 · www.neoss.com
ANWENDERBERICHT Im vorliegenden Fachbeitrag wurde mithilfe einer titanverstärk- ten Membran eine vertikale Kieferkammaugmentation durchge- führt. Bei der verwendeten Membran handelt es sich um eine nicht resorbierbare titanverstärkte Membran, welche die einfache Handhabung und die Gewebeinteraktion von expandiertem Poly tetra fluorethylen (PTFE) mit erhöhter Barrierefunktion von verdichtetem PTFE kombiniert. Dr. Haßfurther [Infos zum Autor] Vertikale Kieferkammaugmentation und Implantation in der mittleren Oberkieferschneidezahnregion Dr. Norbert Haßfurther Die Geschichte der PTFE-Membra- nen beginnt in den späten 1980er- Jahren, als W. L. Gore & Associates, Inc. eine Membran aus expandiertem PTFE entwickelte. In den 1990er-Jah- ren wurde eine dichte PTFE-Membran entwickelt, die einer Freilegung besser standhält. Die hier beschriebene Mem- bran (NeoGen™, Neoss GmbH) gehört zu den PTFE-Membranen, welche die vorteilhaften Eigenschaften (Hand- habung, Gewebeinteraktion) von ex- pandiertem PTFE mit erhöhter Bar - rierefunktion von verdichtetem PTFE kombiniert. Die titanverstärkte Mem- bran ist aus drei Schichten aufgebaut. Die äußere, weichgewebefreundliche PTFE-Schicht weist eine Bakterien- resistenz auf und die mittlere Schicht besteht aus widerstandsfähigem und stark formbarem Titannetz. Die in- nere PTFE-Schicht wiederum weist eine expandierte Textur auf, die eine vorhersagbare Hartgewebeintegration ermöglicht. Kombiniert ergeben die Schichten eine Membran, die einfach zu handhaben ist und die Augmenta- tionsstelle schützt. Im vorliegenden Fallbeispiel wird eine Knochenregene- ration mit solch einer Membran und gleichzeitiger Insertion von Implan- taten bei einem sehr schmalen atro- phierten Kieferkamm beschrieben. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 24 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
ANWENDERBERICHT Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Fallbeschreibung Ein 40-jähriger Patient stellte sich mit einem fehlenden mittleren Schneide- zahn und einem resorbierten Kiefer- kamm vor (Abb. 1). Vertikale Kieferkamm- augmentation und Implantation Es wurde ein Mukoperiostlappen mit Entlastungsinzisionen gebildet, wo- durch ein großer vertikaler Defekt sichtbar wurde (Abb. 2). Ein Implantat (Neoss ProActive® Straight) wurde bei dem 8 mm vertikalen Defekt gesetzt (Abb. 3). Autogene Knochenzylinder (3,4 x 4–5 mm) wurden aus der Linea obliqua des Unterkiefers in der Molaren - region entnommen und um das Implan- tat eingebracht, um die Regeneration zu beschleunigen und als Platzfüller zu fun - gieren (Abb. 4). Vom gleichen Hersteller wurde eine titanverstärkte Membran zugeschnitten, geformt und in den OP- Situs eingepasst sowie bukkal mit zwei Stiften fixiert (Abb. 5). Die Weichgewe- beseite der Membran verfügt über eine dichte Textur, welche die Interaktion mit dem Weichgewebe fördert. Dies verleiht der Membran Stabilität und bildet eine Barrierefunktion, sodass das Risiko einer Infektion bei Membranfreilegung mini- miert wird. Die Hartgewebeseite verfügt über eine expandierte Textur, die eine vorhersagbare Hartgewebe integration ermöglicht. Zusammen mit der starren Netzkonfiguration kann eine vollstän- dige Knochenauffüllung erreicht wer- den. Ein spannungsfreier Lappenver- schluss wurde durch Entlastung des Periosts auf der bukkalen Seite erreicht (Abb. 6). Die Weichgewebeheilung ver- lief komplikationslos (Abb. 7 und 8). Freilegung und Ausformung Nach sechs Monaten wurde der Zweit- eingriff durchgeführt. Es wurde eine zentral-krestale Inzision mit Entlas- tungsinzisionen verwendet (Abb. 9). Der Lappen wurde abgehoben, um die Membran freizulegen (Abb. 10). Das Weichgewebe konnte nach der Abhei- Abb. 13 Abb. 14 lung leicht von der Membran getrennt werden. Die Membran wurde entfernt. Neu gebildeter Knochen füllt den ge- samten von der Membran geschaffe- nen Raum (Abb. 11). Überschüssiger Knochen oben auf den Deckschrauben wurde entfernt, um Zugang zum Implan - tat zu erhalten (Abb. 12). Ein PEEK-Gin- givaformer wurde mit dem Implantat verbunden und der Lappen verschlos- sen (Abb. 13). Das direkt nach dem Ein- setzen des Abutments aufgenommene Röntgenbild zeigt, dass der Knochen erfolgreich bis zur Höhe der Implantat- plattform regeneriert wurde (Abb. 14). Fazit Das beschriebene Fallbeispiel zeigt, dass sich eine titanverstärkte Membran zur vertikalen Kieferkammaugmentation mit Implantatinsertion in der mittleren Schneidezahnregion im Oberkiefer eig- net. Die Membran hält das Weichge- webe davon ab, in den Defekt hinein- zuwachsen, und schafft Raum, damit sich dieser mit Knochen füllen kann. Somit ist eine vertikale Kieferkammaug- mentation und Implantation auch in der mittleren Oberkieferschneidezahn- region möglich. t k a t n o K Dr. Norbert Haßfurther Lahnwegsberg 21 35435 Wettenberg Tel.: 0641 982190 norbert@dr-hassfurther.eu Oralchirurgie Journal 4 | 2016 25
MARKT | PRODUKTINFORMATIONEN W&H Neues Chirurgiegerät für noch mehr Sicherheit zen Implantmed in puncto Anwenderkomfort. Ein attraktives Sparangebot zum neuen Implantmed findet sich im aktuellen W&H Herbst-Goodie- Book, das noch bis Dezember 2016 gilt. W&H Deutschland GmbH Tel.: 08682 8967-0 www.wh.com Im September 2016 stellte W&H die neue Generation seines be- währten Chi rurgiegerätes Implantmed vor. Dank inno vativen Funk- tionserweiterungen und intelligenten Systemkomponenten bietet Implantmed nun noch mehr Sicherheit, Flexibilität und eine noch einfachere Bedienbarkeit. Ein Motordrehmoment von 6,2 Ncm und eine Motordrehzahl von 200 bis 40.000 rpm machen dabei präzises Arbeiten ohne großen Kraftaufwand möglich. Die Behandler werden durch das neue W&H Chirurgiegerät nicht nur bei der präzisen Durchführung der oralchirurgischen Eingriffe, sondern auch beim effi zienten Zeitmanagement unterstützt. Dafür sorgen unter anderem personalisierbare Programmabläufe für bis zu sechs Nutzer. Die neu konzipierte Kühlmittelpumpe ermöglicht die Beladung auch unter sterilen Bedingungen. Mit W&H [Infos zum Unternehmen] der aktivierbaren Dokumentationsfunk- tion können sämtliche Werte und Parameter der Implantat- insertion auf einem USB-Stick gespeichert werden. Fünf neue, zum Chirurgiemotor passende chirur- gische Hand- und Winkelstücke mit LED+ sowie eine kabellose Fußsteuerung ergän- Septodont Kriterien für ein qualitatives und sicheres Lokalanästhetikum Bei dentalen Arzneimitteln ist es essen- ziell, dass alles aus einer Hand kommt. Nur so können alle Prozessschritte wie Produktion, Qualität, Vertrieb, aber auch das Bearbeiten von Reklamationen sowie Produktberatung optimal gesteuert wer- den. Grundsätzlich gilt, der Zahnarzt sollte Lokalanästhe- Septodont [Infos zum Unternehmen] tika nur von Anbietern beziehen, die auch selbst herstellen. Dieser sollte nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern inter- national tätig sein. Eine Zulassung durch die als sehr restriktiv gel- tende amerikanische Food & Drug Administration (FDA), wie bei Septanest, ist Garant für heraus- ragende Qualität und Sicherheit des Produktes. Als Standard sollte der Wirkstoff Articain verwendet werden. Septodont bietet für spezielle Indikationen Lokalanästhetika mit den Wirkstoffen Lido- cain und Mepivacain an. Bereits im 6. Jahr in Folge führt Septodont die Roadshow durch. Zusätzlich werden regional Workshops und Fortbildungsver- anstaltungen angeboten, die ebenfalls den persönlichen Austausch sicherstellen. Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 26 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 Septodont GmbH Tel.: 0228 97126-0 www.septodont.de
PRODUKTINFORMATIONEN | MARKT Planmeca 3-D-Röntgen: Wenn der Preis ein Privileg zum Standard macht Planmeca [Infos zum Unternehmen] Der finnische Dentalgerätehersteller Planmeca macht mit seiner ProMax-Familie 3-D-Diagnos- tik erschwinglich für jede Zahnarztpraxis. 3-D-Röntgengeräte mit DVT-Bildgebung liefern detailliertere Informationen und bieten eine deutlich bessere Diagnostik als eine 2-D-Pano- ramabildgebung – und das mithilfe einer bis zu 75 Prozent geringeren Strahlendosis. Auch die juristischen Aspekte sind nicht außer Acht zu lassen. Wenn zwei- dimensionale Aufnahmen keine klare Diagnose ermöglichen, hat der Patient aus forensischer Sicht ein Recht auf sichere und best- mögliche Diagnostik. Die All-in-one-Geräte aus der ProMax-Familie erfüllen alle maxillo- fazialen Bildgebungsbedürfnisse: die 2-D-Aufnahmefunktion sowie alle für die Zahnheilkunde erforderlichen Arten dreidimensionaler Bildgebung – DVT, 3-D-Gesichtsfoto und 3-D-Oberflächenscan. Ob Panorama-, extraorale Bissflügel- oder Fernröntgenbildgebung – durch ihre detaillierte Wiedergabe unterstützen die damit erstellten 3-D-Aufnahmen täglich die Planung und Behandlung unterschied- lichster Patientenfälle. Planmeca Vertriebs GmbH Tel.: 0521 560665-0 www.planmeca.de Dentaurum Implants Neoss In drei Schritten zum Erfolg Dentaurum Implants [Infos zum Unternehmen] Die Dentaurum Implants GmbH, ein Tochter- unternehmen der Dentaurum-Gruppe, er- weitert ihr umfassendes Produktspektrum für die Implantologie um die Neuentwick- lung CITO mini®. Es handelt sich hierbei um ein System einteiliger Implantate, das die minimalinvasive Insertion in nur drei Schritten er- laubt. Die einteiligen Kugelkopfimplantate sind in drei Durchmessern (1,8 / 2,2 / 2,5 mm) und jeweils zwei Längen (11 / 13 mm) erhältlich. CITO mini®-Implantate können transgingival und minimalinvasiv eingebracht werden. Je nach Ausgangssituation lassen sich mit den einteiligen Kugelkopfimplantaten vielfach aug- mentative Maßnahmen vermeiden. Da in vielen Fällen eine Sofortbelastung dieser Implantate möglich ist, haben Patienten zudem schnell Freude an dem Gefühl wiedergewonnener Lebensqualität. Weiterführende Informationen über CITO mini® erhalten Interessenten bei der Dentaurum Implants Hotline, die mit erfahrenen Implantologen und Zahntechnikern besetzt ist. Eine neue Generation Membranen NeoGen™ ist eine neue Gene- ration nicht resorbierbarer titanver stärkter und nicht verstärkter Membranen, welche die einfache Handhabung und die Gewebe- interaktion von expandiertem PTFE mit er- höhter Barrierefunktion von verdichtetem PTFE kombiniert. Die Membran ist aus drei Schichten aufgebaut. Die äußere, weichgewebefreundli- che PTFE-Schicht verfügt über eine dichte Tex- tur, welche die Inter aktion mit dem Weichgewebe ermöglicht. Dies verleiht Stabi lität und bildet eine Barrierefunktion, sodass das Risiko einer Infektion mini- miert wird. Die mittlere Schicht besteht bei den titanverstärkten Membranen aus einem widerstandsfähigen und dennoch leicht formbaren Titannetz, das während der gesamten Heilungsphase seine Form behält. Die innere PTFE-Schicht wiederum weist eine expandierte Textur auf, die eine vorhersagbare Hartgewebeintegra- tion ermöglicht. Zusammen mit der festen Netzkonfiguration kann eine vollständige Knochenauffüllung erreicht werden. Die NeoGen™ Membranen sind in sieben verschiedenen anatomi- schen Formen erhältlich, um alle Hauptindikationen abzudecken. Dentaurum Implants GmbH Tel.: 07231 803-560 www.dentaurum-implants.com Neoss GmbH Tel.: 0221 55405-322 www.neoss.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Oralchirurgie Journal 4 | 2016 27
MARKT | PRODUKTINFORMATIONEN Demedi-Dent Knochenersatzmaterial für schnelle Regeneration Abb. 1 Abb. 2 Der menschliche Körper ist erstaunlich und will heilen. Biokompatible Materialien helfen, eine schnelle Rege- neration zu ermöglichen. EthOss® liefert ein stabiles, biologisch abbaubares Gerüst. Es bietet eine Umgebung, welche reich an Phosphat- und Kalziumionen ist. Das neue Knochen- ersatzmaterial wird mit einer optimalen Geschwin- digkeit absorbiert und durch neuen Wirtsknochen ersetzt. Das erkrankte und geschädigte Gewebe des Patienten wird in seinen ursprünglichen Zustand zu- rückgeführt, sodass optimale Bedingungen für eine Implantation vorliegen. Das Knochenersatzmaterial besteht aus einer synthe- tischen zwei phasigen Paste und wird mit einer Spritze appliziert. Es besteht kein Wash-out-Effekt in bluten- den Arealen. Das Material ermöglicht eine schnelle Umbildung zu eigenem Knochen und erfordert keine zusätzliche Kollagenmembran. Das Knochenvolumen wird durch EthOss® erhalten. Abb. 3 Abb. 4 Abb. 1: Degranulierter Bereich. – Abb. 2: EthOss® Augmentation. – Abb. 3: Neuer Knochen nach zwölf Wochen. – Abb. 4: 50 Prozent neuer Knochen nach zwölf Wochen. Demedi-Dent GmbH & Co. KG Tel.: 0231 4278474 www.demedi-dent.com NSK Kombinierbares Ultraschall-Chirurgiesystem Anwender bedeutet das NSK Link System eine hohe Flexibilität und Zukunftssicherheit, denn für welches Chirurgiesystem auch immer er sich zunächst ent- scheidet: Das Ergänzungsprodukt kann zu jedem be- liebigen Zeitpunkt hinzugefügt werden. NSK Europe GmbH Tel.: 06196 77606-0 www.nsk-europe.de Mit dem Ultraschall-Chirurgiegerät VarioSurg3 bietet NSK ein Chi- rurgiesystem, welches über eine um 50 Prozent höhere Leistung verfügt als das Vorgängermodell. In Verbindung mit der jederzeit zuschaltbaren „Burst“-Funktion, welche für einen Hammereffekt sorgt, wird dabei die Schneidleistung und Schnittgeschwindigkeit signifikant erhöht. Das ultraschlanke und federleichte Handstück mit LED-Beleuchtung – selbstverständlich sterilisierbar und ther- modesinfizierbar – sorgt jederzeit für optimalen Zugang und beste Sicht. Lichtleistung und Kühlmittelmenge sind je nach Anwendungs- bereich regulierbar, sodass in Verbindung mit einer Vielzahl an zur Verfügung stehenden Aufsätzen den Anwendungsbereichen der VarioSurg3 praktisch keine Grenzen gesetzt sind. Durch das große, hinterleuchtete Display ist der Behandler jederzeit und aus jedem Blickwinkel über die aktuellen Behandlungs- parameter informiert. Über das NSK Dynamic Link System kann die neue VarioSurg3 mit dem NSK Implantat- motor Surgic Pro zu einer kompakten, nur minimalen Raum beanspruchenden Einheit verbunden werden. Die so gekoppelten Chirurgieeinheiten lassen sich dann mit nur einer Fußsteuerung bedienen. Für den NSK [Infos zum Unternehmen] Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 28 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
Referenten I Prof. Dr. Hans Behrbohm/Berlin I Dr. Theodor Thiele, M.Sc./Berlin Sinuslifttechniken und die Chirurgie der Kieferhöhle von A–Z Der endoskopisch kontrollierte Sinuslift Ein Demonstrations- und Arbeitskurs ONLINE-ANMELDUNG/ KURSPROGRAMM www.sinuslift-seminar.de Kursinhalt OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 event@oemus-media.de www.oemus.com E4 T K F O R T B ILDUN G S P N U Praktische Übungen NEU Vor, aber auch nach der Sinusbodenaugmentation und dem Setzen von Implantaten stellen sich Fragen, auf die exemplarisch anhand typischer klinischer Beispiele ein- gegangen wird. Während des Kurses werden die einzelnen Übungsschritte erläutert, demonstriert und mit klinischen Beispielen hinterlegt. I Fenestrierung am rohen Ei mit dem DASK (Dentium Advanced Sinus Kit) I Setzen von Implantaten I Augmentation und Sinuslift am Modell Theorie I Bedeutung der Kieferhöhle aus zahnärztlicher Sicht I Möglichkeiten der zahnärztlichen Diagnostik im Grenzbereich zur HNO I Zahnärztliche Chirurgie am Alveolarfortsatz und Kieferhöhle I Der Sinuslift und Knochenaufbau am Kieferhöhlenboden (div. Techniken) I Komplikationen bei Eingriffen im Bereich der Kieferhöhle Termine 2016/2017 11. November 2016 12. Mai 2017 26. Mai 2017 13. Oktober 2017 03. November 2017 | | | | | 14.00 – 18.00 Uhr | Essen 09.00 – 13.00 Uhr 14.00 – 18.00 Uhr 14.00 – 18.00 Uhr 14.00 – 18.00 Uhr Berlin | | Warnemünde | München | Wiesbaden Video- und Livedemonstration am Modell Organisatorisches I Setzen von drei Implantaten auf jeder Seite I Sinuslift auf beiden Seiten I Endoskopie über die Fossa canina I Endoskopisch kontrollierter Sinuslift I Abtragung einer Zyste über die Fossa canina I Bimeatale Abtragung einer Zyste I Osteoplastischer Zugang über die Fossa canina nach Lindorf I Kontrolle der topografischen Anatomie durch Öffnen eines präformierten Fensters in der Kieferhöhle auch ohne Endoskop Kursgebühr inkl. DVD Tagungspauschale Bei der Teilnahme am Hauptkongress wird die Kursgebühr angerechnet. 195,– € zzgl. MwSt. 35,– € zzgl. MwSt. Hinweis: Jeder Kursteilnehmer erhält die DVD „Implantate und Sinus maxillaris“, auf der alle Be- handlungsschritte am Modell bzw. Patienten noch einmal step-by-step gezeigt und ausführlich kommentiert werden. Dieser Kurs wird unterstützt von Sinuslifttechniken/Chirurgie der Kieferhöhle von A–Z Anmeldeformular per Fax an 0341 48474-290 oder per Post an OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Hiermit melde ich folgende Personen zu dem unten ausgewählten Kurs verbindlich an: 2016 Essen 11. November 2016  2017 Berlin Warnemünde München Wiesbaden 12. Mai 2017  26. Mai 2017  13. Oktober 2017  03. November 2017  Titel | Vorname | Name Titel | Vorname | Name Praxisstempel Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Veranstaltungen erkenne ich an. Datum/Unterschrift OJ 4/16 E-Mail (Bitte angeben! Sie erhalten Ihr Zertifikat per E-Mail.)
INTERVIEW Mundschleimhauterkrankungen sind in Deutschland weitver- breitet. Die Prävalenz stagniert in den letzten Jahren auf sehr hohem Niveau. Das Oralchirurgie Journal sprach mit Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach, Leiter der Sektion für klinische und experimentelle Orale Medizin des Universitätsklinikums Leipzig, über Risiken, spezielle Diagnoseverfahren in der Früherkennung und Präven tionsmaßnahmen. Univ.-Prof. Dr. Remmerbach [Infos zur Person] Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig erkennen und therapieren Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach Welche Rolle spielen Mund- schleimhauterkrankungen und wie häufig treten sie auf? Eine gute Mundgesundheit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, sich gesund und wohlzufühlen. Erkrankun- gen des Mundes und der Zähne sind in Deutschland weitverbreitet: Weni- ger als ein Prozent aller Erwachsenen haben ein kariesfreies Gebiss. Die Prä- valenz von Parodontalerkrankungen stagniert in den letzten Jahren auf sehr hohem Niveau. Die hohe Prävalenz von Munderkran- kungen ist eng mit der Lebensweise verbunden – insbesondere mit dem Konsum von Zucker, Alkohol und Tabak – und kann daher individuell beeinflusst werden. Somit besteht vor allem bei lebensstilassoziierten Verän- derungen der Mundhöhle ein hohes Präventions potenzial. Es ergeben sich daher zahlreiche wirkungsvolle und kostengünstige Vorsorgemaßnahmen. Eine Vielzahl weiterer äußerer Ein- flüsse, wie Infektionen durch Bakte- rien, Viren oder Pilze, wirken auf die Mundschleimhaut ein. Aber auch Ver- letzungen durch Zahnersatz (scharfe Kronen-, Füllungs- und Prothesenrän- Abb. 1: Prof. Dr. W. Torsten Remmerbach spricht über Risiken und spezielle Diagnoseverfahren in der Früherkennung von Mundschleimhauterkrankungen. 30 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 der) führen zu temporären, aber zum Teil sehr schmerzhaften Veränderungen der Mundschleimhaut. Andere Veränderungen sind nicht sel- ten symptomlos, das heißt, sie verursa- chen keine Beschwerden und sind dem Patienten somit auch selten bewusst. Zu diesen gehören zum Beispiel Pilz- infektionen, in der Regel durch Candida albicans verursacht, aber auch Leuko- plakien oder Lichen, die sich ebenfalls symptomlos in der Mundhöhle mani- festieren können. Gibt es Unterschiede bei den Mund- schleimhauterkrankungen? Wenn ja, welche unterschiedlichen Arten von Mundschleimhauterkrankungen gibt es und welche sind am häufigsten? Ich gehe davon aus, dass die häufigs- ten Veränderungen der Mundschleim- haut traumatisch bedingt sind. Sollte es sich nicht um ein chronisches Trauma handeln, heilen diese in der Regel nach sieben bis zehn Tagen vollständig ab. Von temporären Verletzungen abgese- hen, ist nach der deutschen Mundge- sundheitsstudie (Version III) der orale Lichen planus die häufigste Erkrankung der Mundschleimhaut. Da in der Regel akute Infektionen nur temporär auftreten und üblicherweise spätestens nach 14 Tagen abgeheilt sind, haben diese sicherlich einen deut-
INTERVIEW lich höheren Stellenwert, werden aber durch die entsprechenden Mundge- sundheitsstudien schwerlich erfasst. Dazu zählen die bereits erwähnte In- fektion mit Candida-Spezies oder ein Befall der Mundschleimhaut mit huma- nen Herpesviren. Obwohl nur wenige belastbare epide- miologische Daten vorliegen, kann man davon ausgehen, dass bei 8 Prozent der Erwachsenen und 25 Prozent der Senioren ein Lichen planus, eine Can- didainfektion oder orale Leukoplakien der Mundschleimhaut vorliegen. Interessant ist, dass in den meisten Stu- dien aufgezeigt werden konnte, dass die Prävalenz von Mundschleimhaut- erkrankungen im Alter deutlich zunimmt. Dazu zählen auch prothesenassoziierte Veränderungen der Mundschleimhaut, wie die Stomatitis bzw. Fibrome, die vorrangig bei den älteren Patientinnen und Patienten zu finden sind. Woran erkennen Patienten und Ärzte einen möglichen Krankheitsbeginn? Sollte die Veränderung Schmerzen verursachen, ist es relativ einfach für den Patienten, den Erkrankungsbeginn festzustellen. Schwierig wird es vor allem immer dann, wenn die Verände- rung schmerzlos ist und keine Probleme beim Sprechen oder bei der Nahrungs- aufnahme hervorrufen. Daher ist die visuelle Inspektion und Palpation der Mundhöhle einschließlich der umgebenden Weichteile bei jeder zahnärztlichen Kontrolle umso wichti- ger, um eben diese „stummen“ Verän- derungen frühzeitig zu erkennen. Daher muss bei jedem zahnärztlichen Kon- trolltermin auch nach sogenannten po- tenziell malignen Veränderungen (auch Vorläuferläsionen oder früher Präkan- zerosen genannt) geschaut werden, da sich die Veränderungen mittelfristig zu einer bösartigen Veränderung an Lip- pen, der Zunge, des Mund bodens, des Gaumens, der Speicheldrüsen oder des Rachens entwickeln können. Gibt es eine besonders gefährdete Patientengruppe? Tabak- und Alkoholkonsum gehören zu den Hauptrisikofaktoren für die Entste- hung von Plattenepithelkarzinomen in Abb. 2: Das Referententeam des Befundworkshops Zahnmedizin im Rahmen des Ostseekongress/ 9. Norddeutsche Implantologietage (v.l.): Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz, Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach und Prof. Dr. Hans Behrbohm. der Mundhöhle und des Rachens. So ergibt sich aufgrund der unterschiedli- chen Lebens- und Konsumgewohnhei- ten auch ein unterschiedliches Risiko, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Auch bestimmte Viren tragen zur Kar- zinogenese verschiedener Tumoren im Kopf-Hals-Bereich bei, im Bereich der Tonsillen und des Oropharynx sind dies meist humane Papillomaviren der Risikogruppen 16 und 18. Die HPV- assoziierte Karzinomentstehung wird vor allem in diesen anatomischen Re- gionen als Co-Faktor für die maligne Transformation angesehen. „Häufig ergibt sich das Problem, dass nach Auffinden von Schleimhaut- veränderungen diese vom Zahnarzt als harmlos und somit weder als biopsie- oder kontrollbedürftig eingestuft werden.“ Worauf sollten die Allgemeinzahn- ärzte achten, wenn es um die Dia- gnose geht? Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass die Prognose von bösartigen Erkran- kungen maßgeblich vom Stadium der Behandlung abhängig ist. Je kleiner der Primärtumor bei Therapiebeginn, desto besser sind die Überlebenschancen der Patienten. Auch ist die Bedeutung der Anamnese nicht zu unterschätzen, familiäre Häufungen von Tumorerkran- kungen sind in der Familienanamnese ebenso zu erfragen, wie die Abfrage von Lebensgewohnheiten. Vor allem der Tabak- und Alkoholkonsum sind für eine Risiko-Stratifizierung von erheb- licher Bedeutung. So ist nicht nur die Frage nach dem aktuellen Konsumverhalten zu stellen, sondern nach dem Konsum in der Ver- gangenheit, da ansonsten das indivi- duelle Risiko häufig unterschätzt wird. Die Erfassung von Tumorerkrankungen in der jeweiligen Familie und einer mög- lichen beruflichen Gefahrenexposition sollte die Risikoanamnese abschließen. Wie sehen die einzelnen diagnos- tischen Schritte aus, die bei einem Verdacht auf eine Mundschleimhaut- erkrankung zu befolgen sind? Die lückenlose Inspektion und Palpa- tion der Mundhöhle und der angren- zenden Gewebe stellen die wichtigs- ten Faktoren bei der Abklärung von Mundschleimhauterkrankungen dar. Hier ist es besonders wichtig, schwer einsehbare Bereiche der Mundhöhle, wie Gaumensegel, Mundboden oder den dorsalen Zungenrand korrekt zu beurteilen. Sollte die Ursache infolge eines chro- nischen Traumas zu suchen sein, kann sofort gehandelt und die Ursache beseitigt werden: Einkürzen der Pro- thesenränder, Klammerarme, Polieren, überstehende Kronen ersetzen etc. Häufig ergibt sich das Problem, dass nach Auffinden von Schleimhautverän- Oralchirurgie Journal 4 | 2016 31
I E G E Z N A Spezialisten- Newsletter Fachwissen auf den Punkt gebracht Anmeldeformular Newsletter www.zwp-online.info/newsletter www.zwp-online.info FINDEN STATT SUCHEN „Wichtig ist, zu beachten, dass auch bei vollständiger Entfernung der Läsionen weitere Kontrolltermine zu vereinbaren sind, da trotzdem eine Entartung nicht ausgeschlossen werden kann.“ derungen diese vom Zahnarzt als harm- los und somit weder als biopsie- oder kontrollbedürftig eingestuft werden. Oftmals verbergen sich gerade hinter diesen Läsionen bereits die erwähnten potenziell malignen Veränderungen, die aber dringend einer weiteren dia- gnostischen Abklärung bedürfen. So wurden in der Vergangenheit inte- ressante adjuvante Methoden entwi- ckelt, um die klinische Einschätzung einer solchen Läsion für den Kliniker zu vereinfachen: Vor vielen Jahren wurde die Toluidinblaufärbung inauguriert; hierbei handelt es sich um eine Vitalfär- bung, die lebende Zellen anfärbt, und ist also in vivo einsetzbar. Läsionen mit geringen Dysplasien oder Atypie wer- den allerdings nicht immer zuverlässig mit Toluidinblau angefärbt. Daher hat sich diese Färbetechnik nicht in der Routineanwendung etablieren können. Gleiches gilt für die sogenannte Fluo- reszenztechnik, die zwar kommerziell erhältlich ist, aber auch hier nicht die gewünschte Verbreitung gefunden hat. Die von uns favorisierte Technik ist die sogenannte Bürstenbiopsie, die nach dem Vorbild der Früherkennung des Zervixkarzinoms im Bereich der Gynä- kologie auch in der Mundhöhle in den letzten Jahren Anwendung gefunden hat. Das Verfahren ermöglicht dem Zahnarzt ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand verdächtige Veränderungen im Bereich der Mund- schleimhaut hinsichtlich ihrer Dignität untersuchen zu lassen. Dazu wird mit den entsprechenden Zellkollektoren re- präsentatives Material von der Läsion gewonnen und dem Pathologen in einer entsprechenden Fixationslösung zur Untersuchung zur Verfügung ge- stellt. Jeder Zahnarzt sollte bei Mund- schleimhautläsionen, bei denen nicht primär die Indikation zur Gewebeprobe gestellt wird, sondern eine klinische Verlaufskontrolle vorgesehen ist, routi- nemäßig eine flüssigkeitsbasierte Bürs- tenbiopsie durchführen, um Zweifel bezüglich der Dignität weitestgehend auszuschließen. Welche Therapieschritte sind möglich? Die Therapie hängt von der Diagnose der entsprechenden Erkrankung ab, ein symptomloser Lichen muss in der Regel weiter kontrolliert, aber nicht therapiert werden. Sollten Erosionen oder Blasenbildungen vorliegen, ist eine entsprechende Kortisonbehand- lung erforderlich. Bei Leukoplakien ist eine histologische Untersuchung zur Abklärung der Dysplasie erforderlich. Bei sogenannten Leukokeratosen ohne Nachweis von Dysplasien ist ein drei- bis sechsmonatiges Nachsorgeintervall einzuhalten. Gerade höhergradige dys- plastische Läsionen sollten vollständig entfernt werden. Wichtig ist, zu beachten, dass auch bei vollständiger Entfernung der Läsionen weitere Kontrolltermine zu vereinbaren sind, da trotzdem eine Entartung nicht ausgeschlossen werden kann. Welche Präventionsmaßnahmen gibt es? Die wichtige Aufgabe des Zahnarztes besteht darin, auf den Patienten ein- zuwirken, seine Rauch- und Alkohol- gewohnheiten zu überdenken und diese möglichst abzustellen. Sollten die Maßnahmen der Primär- prävention nicht greifen, sollten regel- mäßige gewissenhafte Untersuchungen der Mundhöhle erfolgen, um vor allem Vorläuferläsionen frühzeitig zu erken- nen und weiter abklären zu lassen. Herr Professor Remmerbach, vielen Dank für das Gespräch. t k a t n o K Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach Liebigstraße 10–14 04103 Leipzig Tel.: 0341 9721106 som@uniklinik-leipzig.de
33. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen 10. Implantologie für den Praktiker 8. Gutachtertagung Thema: Operative Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde – Implantologie vernetzt (cid:149) Medicolegale Aspekte (cid:149) Systemerkrankungen Implantat-Werkstoffe (cid:149) Immunologische Reaktion auf (cid:149) Titan Implantate? (cid:149) Periimplantäre Entzündungen: therapeutische Strategien (cid:149) Operative Verfahren in der Implantologie (cid:149) Chirurgische Zahnerhaltung versus Implantat? (cid:149) Lunchsymposien, Industrieworkshops (cid:149) Helferinnenkurse, Teamkurse (Abrechnungsseminar, Chirurgische Assistenz, Notfallmedizin) 9. - 10. Dezember 2016 Hotel Adlon Kempinski Berlin BDIZ EDI, Kooperationspartner der 33. Jahrestagung des BDO Anmeldung unter: https://events.colada.biz/bdo-dgmkg-2016 www.bdo-dgmkg-2016.de
EVENTS Abb. 1 „Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“ Getreu dem Motto von Goethes Faust lockte die Messe- stadt am 17. September 2016 im Rahmen des 13. Leipziger Forums für Innovative Zahnmedizin (FIZ) zum 1. Befundsymposium unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Theodor Thiele, M.Sc. 13. Leipziger Forum 13. Leipziger Forum [Bildergalerie] [Video] 1. Befundsymposium in Leipzig Von der Blickdiagnose zum komplizierten Fall Katja Scheibe Nach der Auftaktveranstaltung des 1. Befundworkshops Zahnmedizin im Juni 2016 zum Ostseekongress/ 9. Norddeutsche Implantologietage in Warnemünde erfolgte nun mit dem Befundsymposium die erfolgreiche Fort- setzung in Leipzig. Das 1. Befundsymposium beschäftigte sich am Wochenende intensiv mit den Algorithmen der Befunderhebung, -be- wertung und -einordnung für die zahn- medizinischen Fachgebiete Implanto- logie, Oralchirurgie sowie Parodonto- logie. Ziel dieser Veranstaltung war es, die Intuition der Teilnehmer für die klini- sche Befunderhebung und -bewertung zu schärfen. Anhand von ausgewählten Beispielen wurde die zentrale Rolle des Zahnarztes herausgearbeitet, verdeut- licht und vor allem diskutiert. In Vertretung von Prof. Dr. Hans Behr- bohm eröffnete Dr. Theodor Thiele, M.Sc., Fachzahnarzt für Oralchirurgie aus Berlin, mit einer einleitenden Frage „Visuelle Organbefunde – essenziell oder verzichtbar?“ das Symposium. „Der visuelle Organbefund steht am Anfang jeder Behandlung. Je mehr Befunde der Arzt kennt, desto grö- ßer ist seine klinische Erfahrung und desto schärfer ist sein diagnostischer Blick“, so Thiele. Auf der Basis visueller Befunde im Zuge der klinischen Un- tersuchung lassen sich durch den Be- handler aufgrund seiner Erfahrungen typische Symptome herausfinden, aus denen sich die Diagnose erschließt. In Behrbohms Ausführungen ging er auf pathogene sowie typische Befunde ein und beschrieb die Verdachtsdiagnostik als entscheidend. Die Befunderhebung aus chirurgischer Sicht wurde anschließend von Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, dargestellt. Sein Fokus lag dabei auf der systematischen Diagnos- tik, denn „typische Symptome weisen auf eine Vielfalt unterschiedlicher mög- licher Erkrankungen hin“, erläuterte 34 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
EVENTS Grötz. Wichtig sei eine detaillierte Be- funderhebung „vom Physiologischen zum Pathologischen, d. h. das Normale kennen, um das Krankhafte zu erken- nen“. Je mehr Indizien vorhanden sind, desto spezifischer wird die Evaluation aus chirurgischer Sicht, betonte Grötz. Dr. Theodor Thiele thematisierte in sei- nem Vortrag „Seltene Erkrankungen? Oder der visuelle Organbefund!“ die Befunderhebung und -bewertung aus implantologischer Sicht. Große Relevanz nahm in seinen Ausführungen der Ge- sichtseindruck (Mund, Augen etc.) des Patienten ein. Anhand von aussage- kräftigem Bildmaterial beschrieb er die visuellen Merkmale von ausgewählten Grunderkrankungen. Ebenso ging er auf die Problematik der zeitlichen Verände- rungen ein: „Befunde, die früher häufig waren, z. B. Tuberkulose, Syphilis und Lues, sind heute selten, treten aber zu- nehmend wieder in Erscheinung.“ Eine besondere Herausforderung auf diesem Gebiet stelle aktuell die Migration von Flüchtlingen dar, erläutert Thiele. Seinen Vortrag schloss er mit einem Quiz zur Vertiefung der erworbenen Kenntnisse. Nach einer kurzen Pause und dem Be- such der Industrieausstellung stand der Vortrag von Prof. Dr. Georg Gaßmann, Studiengangsleiter Dentalhygiene und Präventionsmanagement der praxis- Hochschule, auf der Agenda. Er beleuch- tete die Befunderhebung und -bewer- tung aus parodontaler Sicht. Besonderes Augenmerk lag in der Interdisziplinarität Abb. 2 Abb. 1: Das Befundsymposium am Samstagnachmittag war ein voller Erfolg. – Abb. 2: Daumen hoch für eine gelun- gene Veranstaltung (v.l.): Prof. Dr. Georg Gaßmann, Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz und Dr. Theodor Thiele, M.Sc. von Parodontitis und der Allgemeinge- sundheit. Er stellte Zusammenhänge dar und verwies in seinen Ausführungen auf praxisrelevante Fälle. Gaßmann wies darauf hin, dass besonders in der Blick- diagnostik darauf zu achten sei, welcher Zahnfleischtypus vorliegt. Weiterhin sei die Schaffung einer dreidimensionalen Vorstellung des Defektes durch Sondie- rung unerlässlich. Eine spannende Podiumsdiskussion mit den Referenten rundete das Symposium ab. Die Teilnehmer hatten die Möglich- keit, eigene Praxisfälle vorzustellen, um gemeinsam mit den Referenten nach ei- nem Lösungsansatz zu suchen bzw. die eigene Vorgehensweise zu erläutern. Fazit dieser Veranstaltung: Der be- rühmte Blick über den Tellerrand nimmt in der zahnmedizinischen Befunderhe- bung, -bewertung und -einordnung eine wichtige Rolle ein. Das geschulte Auge und ein umfangreiches Fachwis- sen bilden eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. t k a t n o K OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 event@oemus-media.de www.oemus.com www.leipziger-forum.info ANZEIGE Werden Sie Autor für das Oralchirurgie Journal. Kontaktieren Sie Georg Isbaner  g.isbaner@oemus-media.de  0341 48474-123 © PureSolution/Shutterstock.com
EVENTS | VORSCHAU 5. CAMLOG Zahntechnik-Kongress 2017 Am 13. Mai 2017 findet der 5. CAMLOG Zahntechnik-Kongress im Colosseum in Essen statt. Unter dem Leitgedan- ken „Faszination Implantatprothetik“ tauschen sich erfahrene Experten und Kongressteilnehmer über neue Entwick- lungen und Materialien sowie über die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Zahntechnik aus. Als Austragungsort sind Essen und das Colosseum perfekt. Denn die Ruhrmetropole stand in der Vergangenheit wie kaum eine andere deutsche Stadt für technischen Fortschritt – daran knüpft CAMLOG an. Die Digitalisierung und die da- raus resultierenden Möglichkeiten zur individuellen Patientenversorgung sind die Schwerpunktthemen des Kongresses. In ihren Vorträgen setzen sich die Exper- ten mit jeweils drei Kernfragen ausein- ander, die sie anhand ihrer Erfahrungen CAMLOG [Infos zum Unternehmen] analysieren und beantwor- ten. Ein Highlight wird der Vortrag „Du bist die Entscheidung“ von Urs Meier. In seinem Vortrag ermutigt er sein Publikum, Entscheidungen mit Freude und ohne Angst zu treffen. Die Teilnehmer dürfen gespannt sein. Der 5. CAMLOG Zahntechnik-Kongress bie- tet die ideale Gelegenheit, neue Bezie- hungen zu knüpfen und das vorhandene Wissen aufzufrischen. Weitere Infor- mationen finden Interessierte unter www.faszination-implantatprothetik.de CAMLOG Vertriebs GmbH www.camlog.de World Summit Tour 2017 2017 heißt Dentsply Sirona Implants Zahnärzte und Zahn- techniker aus aller Welt bei der World Summit Tour willkom- men, einer wissenschaftlichen Kongressreihe im Bereich Implantologie. Hochkarätige internationale Gastredner, nationale Referenten sowie ein abwechslungsreiches Pro- gramm machen die Tagungsreihe zu einem einzigartigen Branchenereignis. An den vier Tagungsorten werden insgesamt rund 150 Re- ferenten und Moderatoren zugegen sein, um die aktuellsten Ideen, Innovationen und wissenschaftlichen Daten in ihrem jeweiligen Fachgebiet zu erörtern. Zwischen Februar und November findet die Kon- gressreihe in Tokio, San Diego, Nizza und Shanghai statt. Nizza ist natürlich für die Anreise aus Deutschland besonders attrak- tiv und bietet zudem ein spezielles High- light: Für jedes Implantatsystem wird es dort einen eigenen Programmbereich geben. Weitere Informationen zur World Summit Tour sowie zur Anmeldung finden Sie auf der Tourwebsite unter www.worldsummittour.com Dentsply Sirona Impl. [Infos zum Unternehmen] Dentsply Sirona Implants www.dentsplyimplants.de 36 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
VORSCHAU | EVENTS Implantologie im Ruhrgebiet – 6. Essener Implantologietage Am 11. und 12. November 2016 fi nden im ATLANTIC Congress Hotel Essen unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Thomas Weischer zum 6. Mal die Essener Implantologietage statt. Die Themenpalette ist breit gefächert und das Referen- tenteam besonders hochkarätig. Unter der Themenstellung „Moderne implantologische Be- handlungskonzepte – Diagnostik, Behandlungsplanung und chirurgisch/prothetische Umsetzung“ widmen sich die Esse- ner Implantologietage diesmal einem Themenspektrum, das de facto die Implantologie in ihrer gesamten Breite darstellt. Ausgehend von der Diagnostik und prä- implantologischen Aspekten (Deppe/Behrbohm), geht es über praktische Kriterien beim Sinuslift (Palm) hin zu Fragen der funktionellen Rehabilitation in der ästhetischen Zone (Khoury), Sofortversorgung (Nentwig), Augmentation (Thiele), Gewebemanage- ment (Gonzales/Kasaj/König) sowie Prothetik in schwierigen Fällen (Weischer). 6. Essener Implantologietage Das hochkarätige Referententeam mit ausgewiesenen Experten von Univer- sitäten und aus der Praxis sowie die spannenden Vortragsthemen werden Garant für ein erstklassiges Fortbil- dungserlebnis sein. Der Pre-Congress mit verschiedenen Seminaren zu den Themen Parodontologie, Sinuslifttech- niken, implantologische Chirurgie und Endodontie sowie das be- gleitende Programm für das Praxispersonal schaffen zu- gleich die Möglichkeit, die 6. Essener Implantologie- tage auch als Teamfortbil- dung zu erleben. [Programm] www.essener-implantologietage.de 6. Badische Implantologietage – Wann gehen Implantate verloren? Am 2. und 3. Dezember 2016 fi nden im Baden-Badener Kongresszentrum unter der wissenschaftlichen Leitung von Priv.-Doz. Dr. Dr. Ronald Bucher zum 6. Mal die Badischen Implantologie- tage statt. Ein Pre-Congress Programm mit Live-OP und diversen Seminaren rundet das Programm ab. Inzwischen werden in Deutschland jährlich ca. eine Million Implantate inseriert. Obwohl die Im- plantologie auf eine für den medizinischen Bereich über- durchschnittliche Erfolgs- quote von mehr als 90 Pro- zent verweisen kann, heißt das nicht, dass Implantate nicht kurz- und langfris- tig verloren gehen können. Gründe hierfür gibt es viele. Sie reichen von unzureichen- der Compliance seitens des Patienten, über handwerkliche Fehler des Zahn- arztes (Chirurgie und Prothetik) bis hin zu Erkrankungen in der Mundhöhle (z. B. Periimplantitis) oder auch syste- mische Erkrankun- mische Erkrankun- gen. Gleichzeitig gen. Gleichzeitig wächst angesichts wächst angesichts der wachs enden der wachs enden Zahl von gesetzten Zahl von gesetzten Implantaten sowie Implantaten sowie ihrer ihrer steigenden steigenden Liegezeit das Ver- Liegezeit das Ver- lustrisiko sowohl lustrisiko sowohl 6. Badische Implantologietage [Programm] relativ als auch absolut. Im Rahmen der Badischen Implantologietage soll es daher darum gehen, wie Fehler und Risiken vermieden werden können, da- mit auch langfristig die Stabilität von implantologischen Versorgungen ge- sichert ist. Das Leitthema der Tagung lautet daher: „Wann gehen Implantate verloren? – Implantologie im Span- nungsfeld von Erfolg und Misserfolg“. Experten von Universitäten und aus der Praxis werden in diesem Kontext über ihre Erfahrungen berichten und mit den Teilnehmern deren praktische Umsetzung diskutieren. Da es sich hier um Fragestellungen aus dem Alltag nicht nur implantologisch tätiger Zahnarztpraxen handelt, wird das spannende und „spannungsreiche“ Programm auch diesmal wieder für alle Zahnärzte von Interesse sein. www.badische-implantologietage.de Oralchirurgie Journal 4 | 2016 37
BDO | EVENTS In den letzten Jahren ist es zunehmend schwieriger geworden, motiviertes und gut geschultes Assistenzpersonal für Praxen zu bekommen. Gerade in zahnärztlichen Praxen mit chirurgischem oder implantologischem Schwerpunkt besteht ein wachsender Bedarf an qualifi ziertem Fachpersonal, um den steigenden An- forderungen durch immer weiter wuchernde Vorschriften sowie neue Standards und dem wachsenden Informationsbedürfnis der Patienten gerecht zu werden. Save the Date: 6.–10. März 2017 Kurs „Oralchirurgisch- Implantologische Fachassistenz“ Dr. Joachim Schmidt, Dr. Markus Blume Mit dem Aufbaukurs „Oralchirur- gisch-Implantologische Fachassistenz“ für Mitarbeiterinnen bietet der BDO eine Fortbildungsveranstaltung vom 6. bis 10. März 2017 in Köln an. Dieser Kurs wurde bereits dreimal mit großem Erfolg und viel Begeis- terung bei Teilnehmern sowie Refe- renten durchgeführt. An insgesamt fünf Kurstagen, komprimiert in einer Woche, werden Theorie und Praxis zu den Themen zahnärztlich-chirurgische und implantologische Eingriffe; Instru- mentenkunde, Lagerverwaltung und Logistik; Umsetzung von MPG-Richt- linien zur Hygiene und Sterilisation; Nahttechniken und Nahtentfernung, Tamponadeherstellung und -wechsel; Anästhesie und Notfallmedizin; Her- stellen von Implantatpositionern; Vor- bereitung von sterilen OP-Feldern; Ein- und Ausschrauben von Implantatsupra- konstruktionen; Röntgen; Patienten- motivation und Organisation eines Recalls etc. Dieser Kurs wird analog nach dem Be- rufsbildungsgesetz durchgeführt und befähigt die Teilnehmerinnen, bei er- folgreicher Absolvierung einige Tätig- keiten wie Nahtentfernung, Tampona- dewechsel, Ein- und Ausschrauben von Implantatsuprakonstruktionen oder Herstellung von Implantatpositionern selbstständig nach Beauftragung durch den Praxisinhaber durchzuführen. Der Aufbaukurs trägt dazu bei, die Prozesse in der Praxis zu verbessern und die Mitarbeiterinnen erhalten eine Zusatzqualifi kation. Der Kurs fi ndet in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke statt, die zusammen mit dem BDO diesen Kurs zertifi ziert. Die Kursgebühr beträgt 600 € zzgl. MwSt. sowie Verpfl egungskosten in Höhe von 205 €. Für den Kurs können sogenannte Bildungsschecks einge- reicht werden. Dadurch können die Kosten für die Kursgebühr (600 €) zu einem großen Teil vom Bundesland übernommen werden. Die Anmeldung erfolgt über den ZMMZ Verlag. t k a t n o K ZMMZ Verlag UG (haftungsbeschränkt) Neue Weyerstraße 5 50676 Köln Tel.: 0221 99205-240 info@zmmz.de 38
5. BDO Symposium Praxismanagement 11.02.2017 | Köln Hotel Pullman Cologne Gastgeber: Landesverband Nordrhein Hauptthemen: MVZ oder doch lieber Einzelpraxis – Vor- und Nachteile verschiedener Praxisorganisationsformen Hygienemanagement in der Praxis – ist meine Praxis und mein Team (cid:2)t für eine Begehung? Update Notfallmanagement Update Antikoagulantientherapie Aktuelles aus Berufspolitik und Abrechnung Hygieneseminar für das Praxisteam (Parallelprogramm in Kooperation mit der Dt. Gesellschaft für Sterilgutversorgung) Abendprogramm: Teilnahme an der Großen Prunk- und Fremdensitzung der Ehrengarde der Stadt Köln im großen Festsaal des Kölner Gürzenich www.oralchirurgie.org i n e B e q u e m o n l a n m e l d e n u n t e r : / e v e n t s . c o l a d a . b i z / B D O _ S y m p o s i u m 2 0 1 7 h t t p s : /
BDO | EVENTS 33. Jahrestagung des BDO Mit den Kernthemen „Medicolegale Mit den Kernthemen „Medicolegale Aspekte“, „Systemerkrankungen“, „Im - Aspekte“, „Systemerkrankungen“, „Im - plan tatwerkstoffe“, „Immunologische plan tatwerkstoffe“, „Immunologische Reaktion auf Titanimplantate?“, „Peri- Reaktion auf Titanimplantate?“, „Peri- implantäre Entzündungen: Thera- implantäre Entzündungen: Thera- peutische Strategien?“, „Operative peutische Strategien?“, „Operative Verfahren in der Implantologie“ und Verfahren in der Implantologie“ und „Chirurgische Zahnerhaltung vs. Im- „Chirurgische Zahnerhaltung vs. Im- plantat“ fi ndet am 9. und 10. Dezem- plantat“ fi ndet am 9. und 10. Dezem- ber 2016 die 33. Jahrestagung des ber 2016 die 33. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchi- Berufsverbandes Deutscher Oralchi- rurgen gemeinsam mit 10. Implanto- rurgen gemeinsam mit 10. Implanto- logie für den Praktiker (DGMKG, logie für den Praktiker (DGMKG, BDO, EFMZ) und der 8. Gemeinsamen BDO, EFMZ) und der 8. Gemeinsamen Gutachtertagung des BDO und der Gutachtertagung des BDO und der DGMKG in Berlin statt. DGMKG in Berlin statt. Wie in den vergangenen Jahren konn- Wie in den vergangenen Jahren konn- ten namhafte Referenten gewonnen ten namhafte Referenten gewonnen werden, die wissenschaftlich abgesi- werden, die wissenschaftlich abgesi- cherte und praxisrelevante Erkennt- cherte und praxisrelevante Erkennt- nisse aufbereitet haben. Der Hetero- nisse aufbereitet haben. Der Hetero- genität klinischer Strategien stehen genität klinischer Strategien stehen die Erwartungshaltung der Patienten die Erwartungshaltung der Patienten und das individuelle Können der The- und das individuelle Können der The- rapeuten gegenüber, und diese Fak- toren müssen am Ende aller Überle- gungen zu einem fachlich fundierten Behandlungskonzept führen. Die Prä- sentationen dieses Kongresses werden aufzeigen, in welchen klinischen Situ- ationen fallzentrierte therapeutische „Freiräume“ möglich sind und wann wissenschaftlich abgesicherte Vorge- hensweisen konsequent eingehalten werden müssen. Im Namen des BDO lade ich Sie herzlich zu vielseitigen und spannenden Vorträgen ein. Neben dem fachlichen Informations- austausch dient der Kongress natürlich auch der Pfl ege kollegialer Freund- schaften in der besonderen Atmo- sphäre des Hotels Adlon Kempinski als Tagungsort. Mit freundlichen Grüßen Ihr Univ.-Prof. Dr. Jochen Jackowski Kongresspräsident www.bdo-dgmkg-2016.de 5. BDO Symposium Praxismanagement Das fünfte BDO Praxismanagementsym- posium fi ndet nach den Tagungsorten München, Hamburg, Stromberg und Leipzig am 11. Februar 2017 in der Dom- stadt Köln am Rhein statt. Wir haben für Sie ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, welches die zurzeit aktuellen Thematiken des Praxisma- nagements und der Praxisorganisation, der Hygiene sowie des Notfallmanage- ments und der Therapie von Patienten mit Antikoagulantienmedikation um- fasst. Weiterhin bieten wir Ihnen ein eintägiges Hygieneseminar zur Schulung Ihrer zahnärztlichen Mitarbeiter/-innen als Parallelprogamm an, welches von der Deutschen Gesellschaft für Steril- gutversorgung e.V. abgehalten wird. Ein Highlight wird auch die Abendveranstal- tung nach der Tagung am Samstag sein. Wir haben für Sie ein beschränktes Kar- tenkontingent für die Karnevalssitzung „Große Prunk- und Fremdensitzung der Ehrengarde der Stadt Köln“ reserviert. Auf dieser festlichen Veranstaltung „in der guten Stube Kölns“, dem großen Festsaal des Kölner Gürzenich, können Sie an einer traditionellen Karnevals- veranstaltung teilnehmen und den echten typischen kölschen Karneval mit vielen Live-Bands, Büttenrednern und Tanzgruppen erleben. Bringen Sie also Ihr Praxisteam mit, einerseits für die Hy gieneschulung, andererseits für die tolle Abendveranstaltung! Mit besten kollegialen Grüßen Ihr Dr. Mathias Sommer, M.Sc. Landesvorsitzender BDO Nordrhein www.oralchirurgie.org 40 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
Fortbildungsveranstaltungen des BDO 2016/17 EVENTS | BDO 29./30. 10. 2016 Instrumentenaufbereitung in der Zahnarztpraxis – Aufbaukurs für „Zahnmedizinische Fachangestellte“ Ort: Speicher Referenten: Rudolf Drautzburg, Matthias Neumann, Michael Mayer Anmeldung: IZI GmbH, Tel.: 06562 9682-15, IZI-GmbH.Speicher@t-online.de 18.–20. 11. 2016 Curriculum Implantologie + Parodontologie DGMKG/BDO in Düsseldorf Ort: Hotel Hyatt, Düsseldorf Referenten: Prof. Dr. Thomas Weischer, Dr. Sebastian Horvath, Dr. Kai Zwanzig et al. Informationen: www.oralchirurgie.org 26. 11. 2016 Augmentationskurs Ort: Privatzahnklinik Schloß Schellenstein, Am Schellenstein 1, 59939 Olsberg Referent: Dr. Joachim Schmidt Anmeldung: course@implantologieklinik.de 08./09. 12. 2016 Augmentative Verfahren Teil III Ort: Privatzahnklinik Schloß Schellenstein, Am Schellenstein 1, 59939 Olsberg Referent: Prof. Dr. Fouad Khoury Anmeldung: course@implantologieklinik.de 09./10. 12. 2016 33. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen gemeinsam mit der Gutachtertagung und Implantologie für den Praktiker Ort: Hotel Adlon Kempinski, Berlin Informationen: www.bdo-dgmkg-2016.de 09./10. 12. 2016 Teamkurs Ort: Hotel Adlon Kempinski, Berlin Referenten: Dr. Joachim Schmidt, Olsberg, Sabine Schröder et al. Informationen: www.bdo-dgmkg-2016.de 09./10. 12. 2016 Dentale Sedierung mit Lachgas und oralen Sedativa Ort: Residenz am Dom, An den Dominikanern 6–8, 50668 Köln Information: info@sedierung.com 11. 02. 2017 5. BDO Symposium Praxismanagement Ort: Hotel Pullman Cologne, Köln Referenten: RA Frank Heckenbücker, Dr. Dr. Wolfgang Jakobs et al. Informationen: www.oralchirurgie.org Bitte beachten Sie auch die chirurgischen Fortbildungen der DGMKG. Oralchirurgie Journal 4 | 2016 41
RECHT © Arcady/Shutterstock.com Approbationsentzug bei Hygienemängeln und unzureichenden Notfallvorkehrungen Dr. Susanna Zentai Ein Approbationsentzug kommt nicht so häufig vor – Hygienemängel hoffentlich auch nicht. Was aber pas- sieren kann, wenn Beanstandungen bezüglich der Hygiene vorliegen, zeigt der folgende Fall. Nachdem der Praxisbetreiber über einen längeren Zeitraum nicht dafür Sorge getragen hat, dass die hygieni- schen Beanstandungen bezüglich sei- ner Praxis bei hartnäckigen Verstößen gegen infektions- und hygienerecht- liche Vorschriften behoben wurden, wurde ihm mit Anordnung der soforti- gen Vollziehung die ärztliche Approba- tion entzogen. Der Leitsatz des Verwaltungsgerichts München zu seinem Beschluss vom 17.03.2016 (Az. M 16 16.399) lautet: „Ein hartnäckiger Verstoß gegen infek- tions- und hygienerechtliche Vorschrif- ten eines Arztes und das Ignorieren eines einrichtungsbezogenen Opera- tionsverbots kann die Anordnung der sofortigen Vollziehung des Widerrufs der ärztlichen Approbation im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundes- verfassungsgerichts rechtfertigen.“ In diesem Verfahren konnte sich der Arzt nicht erfolgreich gegen den sofortigen Widerruf der Approbation wehren. Die Hygienemängel waren zu massiv. Was war passiert? Wegen angeblich mangelnder Hygiene bei der Aufbereitung wurde dem Chi- rurgen vom Gewerbeaufsichtsamt mit sofortiger Wirkung die Anwendung von der in einer praxiseigenen Steril- gutaufbereitungsanlage aufbereiteten kritischen Medizinprodukte untersagt. Nebenbei liefen berufsgerichtliche Ver- fahren wegen einer nicht nachgewiese- nen Haftpflichtversicherung sowie des Vorwurfs eines Titelmissbrauchs. Mit Bescheid der Landeshauptstadt München vom Mai 2014 wurden kri- tische Hygienedefizite, unzureichende 42 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
RECHT Notfallausstattung und Notfallvorsorge sowie unzureichende räumliche Vor- aussetzungen seiner Praxis festgestellt. In der Begründung zu dem Beschluss des VG München wird u. a. ausgeführt: „Dem Antragsteller wurde wegen unzureichender Notfallausstattung und Notfallvorsorge ab sofort bis auf Weiteres untersagt, Operationen mit Allgemeinanästhesie oder tiefer An- algosedierung und kleinere invasive chirurgische Eingriffe im Bereich der Endoskopischen Plastischen Chirurgie mit Allgemeinanästhesie oder tiefer Analgosedierung in seiner Einrichtung für ambulantes Operieren durchzu- führen, solange unter anderem keine unterbrechungsfreie Stromversorgung gemäß der einschlägigen DIN-Normen sichergestellt sei, keine Notrufvorrich- tung für Patienten im Patientenzimmer vorgehalten werde und keine postinter- ventionelle Überwachung nach Beendi- gung des Eingriffs sichergestellt sei. Dem Antragsteller wurde zudem we- gen unzureichender Notfallausstattung und Notfallvorsorge ab sofort bis auf Weiteres untersagt, kleinere invasive chirurgische Eingriffe im Bereich der Endoskopischen Plastischen Chirurgie bis zur moderaten Analgosedierung in seiner Einrichtung für ambulantes Operieren durchzuführen, solange un- ter anderem nicht ausreichende Geräte (sofern die Herstellerangaben der ver- wendeten Medikamente nichts anderes bestimmen) zur manuellen Beatmung und Geräte zur Sauerstoffversorgung vorhanden seien und keine unterbre- chungsfreie Stromversorgung hinsicht- lich der einschlägigen DIN-Normen sichergestellt sei, keine Notrufvorrich- tung für Patienten im Patientenzimmer vorgehalten werde und keine post- interventionelle Überwachung nach Beendigung des Eingriffs sichergestellt sei. Dem Antragsteller wurde zugleich wegen unzureichender räumlicher Vo- raussetzungen untersagt, Operationen wie Aufbauplastiken der Mamma/Im- plantationen, Reduktionsplastiken der Mamma und Bauchdeckenplastiken in seiner Eingriffseinheit durchzufüh- ren. Weiter wurde dem Antragsteller erlaubt, kleinere invasive chirurgische Eingriffe unter zahlreichen Auflagen durchzuführen. Unter anderem wurde dem Antragsteller aufgegeben, das Fenster des Eingriffsraums mit einem dichtsitzenden Fliegengitter zu verse- hen, die beschädigte Auflage der OP- Liege im Eingriffsraum auszutauschen, die Reinigungskraft/Kranken- oder OP-Schwester für das spezielle Reini- gungsverfahren im Operationsbereich zu schulen und dies der Landeshaupt- stadt München bis zum 27. Juni 2014 nachzuweisen.“ Fälligstellung mehrerer Trotz der Zwangsgelder in Höhen von 24.000 und 18.000 Euro und diverser Anord- nungen, einen auf die Einrichtung der Praxisräume zugeschnittenen Hygiene- plan nach den Vorgaben des § 3 der Verordnung zur Hygiene und Infek tions- prävention in medizinischen Einrichtun- gen (MedHygV) vorzulegen, erfüllte der Arzt die Auflagen nicht hinreichend, wie eine Praxisbegehung durch Mitar- beiter der Landeshauptstadt München ergab. Dabei fanden sich zudem noch Hinweise (Operations- und Anästhesie- einwilligungen sowie OP-Dokumenta- tionen), dass zwischenzeitlich verbote- nerweise in der Praxis noch Operatio- nen vorgenommen worden waren. „Die sofortige Vollziehung wurde angeordnet und ein Zwangsgeld für den Fall der Nichtbefolgung verhängt.“ Schließlich wurden die Praxisräume ver- siegelt und die Approbation widerrufen. Im Zuge dessen musste der Arzt das Original seiner Approbationsurkunde sowie sämtliche in seinem Besitz be- findlichen Ablichtungen der Regierung von Oberbayern abgeben. Die sofortige Vollziehung wurde angeordnet und ein Zwangsgeld für den Fall der Nichtbe- folgung verhängt. Die Begründung hierzu wurde in der Entscheidung des VG München wiederholt: „Der Antragsteller sei unwürdig und unzuverlässig, den ärztlichen Beruf weiterhin auszuüben. Die sofortige Vollziehung der Nr. 1 und Nr. 2 sei im öffentlichen Interesse anzuordnen. Der Antragsgegner habe das öffentliche Interesse an der sofortigen Abwehr von Gefahren zum Schutz von Leben und Gesundheit der Allgemeinheit ge- gen das Interesse des Antragstellers, bis zum Vorliegen einer bestands- kräftigen Entscheidung den Beruf des Arztes auszuüben, abgewogen. Das öffentliche Interesse überwiege das Interesse des Antragstellers, weil vom Antragsteller, sofern dieser den ärztli- chen Beruf ausübe, eine konkrete Ge- fahr für Leib und Leben von Patienten ausgehe. Es sei zu befürchten, dass der Antragsteller trotz der Versiegelung seiner Praxisräume weiterhin Patienten ohne Einhaltung von infektionsschutz- rechtlichen Vorgaben behandle und operiere, sei es nun in den aktuellen Praxisräumen oder an anderen Orten. Diese Befürchtung ergebe sich aus der hartnäckigen Weigerung des An- tragstellers, infektionsschutzrechtliche Anordnungen zur Sicherung des Le- bens und der Gesundheit der Patienten einzuhalten und der Tatsache, dass der Antragsteller trotz bestandskräftiger vollziehbarer Anordnung, welche ihm das Operieren in seinen Praxisräumen untersage, in mindestens 21 Fällen Operationen durchgeführt habe, ohne dabei infektionsschutzrechtliche Vor- gaben einzuhalten. Der Antragsgegner habe die Bedeutung des Grundrechts des Art. 12 Grundgesetz (GG), Berufs- freiheit, nicht verkannt. Die Schäden, die bei Operationen ohne Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen Vorga- ben erfolgen könnten, überwögen das Interesse an der weiteren Berufsaus- übung. Wegen des Schutzes der kör- perlichen Unversehrtheit der Patienten des Antragstellers könne der mögliche Ausgang eines Klageverfahrens nicht abgewartet werden.“ Gegen diese Vorgehensweise klagte der Arzt im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes. Dies allerdings im Er- gebnis erfolglos. Das Gericht bewertet in einer Gesamtbetrachtung das Ver- halten des Arztes als „unzuverlässig zur Ausübung des ärztlichen Berufes“ und damit den Widerruf der Approbation für gerechtfertigt: „Eine Unzuverlässigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufs gemäß § 5 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Oralchirurgie Journal 4 | 2016 43
RECHT BÄO ist nach summarischer Prüfung des Gerichts gegeben. Die Beurteilung der Zuverlässigkeit setzt eine Gefah- renprognose hinsichtlich des künftigen Verhaltens des Arztes voraus. Unzu- verlässig im Sinn des § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BÄO ist, wer aufgrund seines bisherigen Verhaltens keine Gewähr dafür bietet, dass er in Zukunft seinen Beruf als Arzt ordnungsgemäß aus- üben wird. Dies ist zu bejahen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, der Arzt werde in Zukunft die berufs- spezifischen Vorschriften und Pflichten nicht beachten … Es kommt darauf an, ob der Betreffende nach den gesamten Umständen des Falls willens und in der Lage sein wird, künftig seine berufli- chen Pflichten zuverlässig zu erfüllen … Ausschlaggebend für die Prognose der Zuverlässigkeit ist die Würdigung der gesamten Persönlichkeit des Arz- tes und seiner Lebensumstände auf der Grundlage der Sachlage im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsver- fahrens … Der Antragsteller bietet aufgrund seines bisherigen Verhaltens keine Gewähr dafür, dass er den Beruf des Arztes künftig ordnungsgemäß ausüben wird. Der Antragsteller er- scheint nicht gewillt, seine beruflichen Pflichten, die sich unter anderem aus § 1 BÄO, wonach der Arzt der Ge- sundheit des einzelnen Menschen und des gesamten Volkes dient, und der MedHygV ergeben, künftig zuverlässig zu erfüllen.“ Das VG München führt weiter aus: „Ein Arzt, der wie der Antragsteller, über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr, nämlich vom … Mai 2014 bis zum … November 2015 die vorgenannten hy- gienischen und infektionsschutzrecht- lichen Mängel und die unzureichende Notfallausstattung, Notfallvorsorge sowie unzureichende räumliche Vor- aussetzungen in seinen Praxisräumen duldet und dort sogar noch Patienten behandelt, hält sich offensichtlich nicht an berufsspezifische Vorschriften und Pflichten, die sich unter anderem auch in § 1 Abs. 1 BÄO und der MedHygV wiederfinden. Der lange Zeitraum, über den der Antragsteller die hygie- nischen und infektionsschutzrechtli- chen Mängel und die unzureichende Notfallausstattung, Notfallvorsorge sowie die unzureichenden räumlichen Voraussetzungen nicht beseitigte, lässt ohne Weiteres den Schluss zu, dass er sich auch künftig nicht gewillt zeigen wird, diese und andere Mängel sowie diesbezügliche Verstöße zu ermitteln, zu beseitigen oder gar zu vermeiden. „Entscheidend ist, dass das Verhalten des Antragstellers […] als Zerstörung der für die ärztliche Tätigkeit unverzichtbaren Vertrauens- basis erscheint.“ Aus Sicht des Gerichts handelt es sich bei den von der Landeshauptstadt München festgestellten Mängeln und Verstößen keinesfalls um geringfügige Verstöße. Vielmehr ist das Gericht im Rahmen seiner summarischen Prüfung überzeugt, dass bei Weiterbetrieb der Praxis des Antragstellers ab dem … November 2015 ohne Beachtung der Anordnungen und Auflagen aus dem Bescheid vom … Mai 2014 eine kon- krete Gefahr für Leben und/oder kör- perliche Unversehrtheit der Patienten des Antragstellers bestanden hätte. Der mögliche Einwand, dass bislang kein Patient zu Schaden gekommen sei, ändert nichts an dem Vorliegen einer konkreten Gefahr, da sich diese durch eine Sachlage auszeichnet, bei deren weiterem ungestörten Ablauf alsbald mit einem Schaden zu rechnen ist, ein solcher aber nicht zwingend eintreten muss. … Angesichts der zuvor geschil- derten Umstände, die eine Unzuverläs- sigkeit begründen, liegt zugleich ein schwerwiegendes Fehlverhalten des Antragstellers vor, das bei Würdigung aller Umstände seine weitere Berufs- ausübung im maßgeblichen Zeitpunkt der Verwaltungsentscheidung untrag- bar erscheinen lässt. Entscheidend ist, dass das Verhalten des Antragstellers für jeden billig und gerecht Denken- den als Zerstörung der für die ärztliche Tätigkeit unverzichtbaren Vertrauens- basis erscheint. Würde die Bevölkerung davon erfahren, dass der Antragsteller trotz jedenfalls sofort vollziehbarem Operationsverbot Patienten operiert und zudem eklatante hygienische und infektionsschutzrechtliche Mängel und eine unzureichende Notfallausstattung, Notfallvorsorge sowie unzureichende räumliche Voraussetzungen in seiner Praxis über den Zeitraum von einein- halb Jahren vorlagen, ohne dass diese auch nur ansatzweise beseitigt worden wären, wäre jegliche Vertrauensbasis für eine ärztliche Tätigkeit zerstört.“ Fazit Dieser Fall zeigt – wenn auch in drasti- scher Weise – wie wichtig die korrekte Einhaltung der Hygienevoraussetzun- gen ist. Nicht zuletzt geht es immer vorrangig um Sicherheit und Gesund- heit der Patienten. Hinweis Das nächste Praxismanagement-Sym- posium des BDO am 11. Februar 2017 in Köln wird sich u. a. mit dem Thema Hygiene befassen, nachdem die Mehr- heit der befragten Mitglieder ein aus- drückliches Interesse an diesem Thema bekundet hat. Dr. Susanna Zentai [Infos zur Autorin] t k a t n o K Dr. Susanna Zentai Justitiarin des BDO Kanzlei Dr. Zentai – Heckenbücker Rechtsanwälte Partnerschafts- gesellschaft mbB Hohenzollernring 37, 50672 Köln kanzlei@d-u-mr.de www.dental-und-medizinrecht.de 44 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
EIN KLICK – EIN BLICK Tägliches News-Update aus der Zahnmedizin. JETZT NEWSLETTER ABONNIEREN! www.zwp-online.info Das führende Newsportal der Dentalbranche (cid:32)(cid:3)Fachartikel (cid:32)(cid:3)News (cid:32)(cid:3)Wirtschaft (cid:32)(cid:3)Berufspolitik (cid:32)(cid:3)Veranstaltungen (cid:32)(cid:3)Produkte (cid:32)(cid:3)Unternehmen (cid:32)(cid:3)E-Paper (cid:32)(cid:3)CME-Fortbildungen (cid:32)(cid:3)Videos und Bilder (cid:32)(cid:3)Jobsuche (cid:32)(cid:3)Dental Life & Style ZWP ONLINE MOBIL O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-0 · info@oemus-media.de
NEWS ZWP Designpreis 2016 Die Schönste ist in einem Fabrikgebäude „Deutschlands schönste Zahnarztpraxis“ 2016: Das MUNDWERK ALBSTADT von Dr. Shabana Ilic-Brodam und Zahntechniker Dejan Ilic, Albstadt-Ebingen. Fotos: © Agentur Canzler, Norman Canzler Fast sechzig Bewerbungen, eine sechsköpfi ge Jury und Tausende Ideen, was gutes Design einer Zahnarztpraxis ausmacht – das sind die Fakten zum diesjährigen ZWP Designpreis um „Deutschlands schönste Zahnarztpraxis“, den die Redaktion der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis seit 2002 vergibt. Danke für Ihre Kreativität, Ihre Liebe zum Detail und Ihren Anspruch, Ihre Patienten jeden Tag in angenehmer Atmosphäre empfangen zu wollen. Ob Sie dabei mit den Kleinsten auf Abenteuerreise gehen oder Erwachsenen einen Ruhe pol vom Alltag schaffen, im Alt- oder Neubau praktizieren – auf das Neubau praktizieren – auf das ausgewogene Zusammenspiel ausgewogene Zusammenspiel von Architektur und Design von Architektur und Design kommt es an, auf die Harmo- kommt es an, auf die Harmo- nie von Formen, Materialien, nie von Formen, Materialien, Farben und Licht. Nicht zuletzt Farben und Licht. Nicht zuletzt auch auf den Wiedererken- auch auf den Wiedererken- nungswert, den ganz eigenen nungswert, den ganz eigenen Stil, das Corporate Design. Einer Zahnarztpraxis ist das in Perfektion gelungen. Wir gratulieren dem MUNDWERK ALBSTADT! Dr. Shabana Ilic-Brodam und Zahn- techniker Dejan Ilic haben aus einer ehemaligen Samtfabrik im baden-württembergischen Albstadt-Ebingen eine Zahnarzt praxis kreiert, die Gewohntes mit Gewagtem kombiniert, mit Stil und einem unverwechselbaren Erscheinungsbild, das auch bei poten- ziellen Patienten mit einem gekonnten Außenauftritt – auf Druck- sachen und der Website – eindrucksvoll glänzt. Die ausführliche Vorstellung der diesjährigen Gewinnerpraxis und der Prämierten sowie einen Gesamtüberblick über alle Teilneh- mer fi nden Sie im ZWP spezial 9/2016, dem Supplement der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis. Auch erwarten Sie spannende Artikel, u. a. zu den Themen Praxiskonzept, -planung und -gestaltung. Im kommenden Jahr wird der ZWP Designpreis neu verge- ben. Einsendeschluss für alle Bewerber ist am 1. Juli 2017. Die Teilnahmebedingungen und -unterlagen fi nden Sie auf www.designpreis.org sowie alle E-Paper-Ausgaben des ZWP spezial zum Designpreis. ZWP spezial 9/16 [E-Paper] Designpreis 2016 [Bildergalerie Teilnehmer] Wann bewerben auch Sie sich? Wir freuen uns darauf. OEMUS MEDIA AG Stichwort: ZWP Designpreis 2017 Tel.: 0341 48474-120 zwp-redaktion@oemus-media.de www.oemus.com · www.designpreis.org 46 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
Neue Gesundheitskampagne Practice Pink: Mehr Bewusstsein für Brustkrebs NEWS Mit rund 74.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufi gste Krebserkrankung bei Frauen in Deutsch- land. Etwa jede neunte Frau ist davon betroffen. Auch Männer können erkran- ken. Deshalb unterstützt Henry Schein im Rahmen seines Practice Pink-Kampagne den Kampf gegen den Krebs. Seit Okto- ber bietet das Unternehmen verschiedene pinke Produkte an, von dessen Erlös Teile an die Brustkrebs Deutschland e.V. gespendet werden. Die Kam- pagne möchte Menschen für das Thema Brustkrebs sensibili- sieren, auf die hohen Heilungs- chancen bei Früherkennung hinweisen und bereits erkrankte Personen durch gezielte Förderung der etablierten Hilfsorganisationen unterstützen. Henry Schein [Infos zum Unternehmen] Practice Pink ist ein Teil von Henry Schein Cares, dem welt- weiten Programm zur sozia- len Verantwortung der Firma. Unter dem Motto „Helping Health Happen“ unter- stützt Henry Schein weltweit Aktivitäten, die eine bessere medizinische Versorgung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen ermöglichen. Quelle: Henry Schein Dental Deutschland GmbH Füllungstherapie Amalgam erst ab acht Füllungen gefährlich? Die einst so vielversprechende Zahnfüllung Amalgam ist längst nicht mehr in aller Munde. Hohe Quecksilberwerte und die damit ver- bundenen gesundheitlichen Risiken machen das günstige und lang- lebige Füllungsmaterial immer unattraktiver. Forscher haben jetzt untersucht, ab welcher Menge Amalgam tatsächlich gefährlich ist. Glaubt man den Wissenschaftlern der University of Georgia, dann wird es für einen gesunden, erwachsenen Menschen erst ab einer Anzahl von acht Amalgamfüllungen kritisch. Dann ist der Quecksil- bergehalt im Blut um 150 Prozent höher als bei denen ohne Amal- gam in den Zähnen und steigert so die Risiken für Erkrankungen in Hirn, Herz und Nieren. Die Studie, bei der fast 15.000 Menschen untersucht wurden, hat erstmals auch Faktoren wie Alter, Bildung, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Rauchergewohnheiten und den Verzehr von Meeresfrüchten, ein bekannter Zulieferer für Quecksilber im Körper, mit einbezogen. Neben Zahnfüllungen müs- sen außerdem die alltäglichen Lebensgewohnheiten beachtet wer- den. Menschen mit vielen Amalgamfüllungen, die zusätzlich durch Nahrung oder dem Arbeitsumfeld vermehrt mit Quecksilber in Berührung kommen, haben eine deutlich höhere Gefahr für körper- liche Schäden. Der Toxikologe und Co-Autor der Studie Xiaozhong „John“ Yu betont, dass die Gefahr von Quecksilber also haupt- sächlich von dessen Menge bestimmt wird. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse jetzt auf der Website des Journals Ecotoxicology and Environmental Safety. Quelle: ZWP online © Sebastian Kaulitzki/Shutterstock.com Oralchirurgie Journal 4 | 2016 47
NEWS Neue Methode im Test Entrostungsmittel gegen empfi ndliche Zähne? Schmerzempfi ndliche Zähne können uns fast jeden Genuss vermie- sen: ein leckeres Eis, heißer Kaffee am Morgen oder das extra süße Schokoladendessert – und schon gibt es einen kurzen stechenden Schmerz im Zahn. Hilfe soll jetzt ausgerechnet Entrostungsmittel bringen. Kaliumoxalat heißt das Zaubermittel, mit dem zukünftig empfi ndlichen Zähnen zu Leibe gerückt werden sollen. Die Che- mikalie, die sonst zum Entfernen von Rost oder Bleichen von Holz verwendet wird, hat laut Aussage der Wissenschaftler die perfekten m o c . k c o t s r e t t u h S / i e f f o t o k © Eigenschaften dafür. Sie soll die kleinen Löcher in der Zahnoberfl ä- che längerfristig verschließen, und das in nur rund 10 Minuten. Dafür werden die Zähne mit einer Art Pfl aster beklebt, welches das Kalium- oxalat in Form von Gel enthält. Da sich die Chemikalie im Mund nicht aufl öst, kann es bis zu einem Monat lang seine volle Wirkung entfalten. Aktuell wird die neue Methode an der University of Bristol an 100 Patienten mit schmerzempfi ndlichen Zähnen weiter getestet. © bogdanhoda/Shutterstock.com Forschung Mit Füllungen Zähne reparieren Es wäre die Erfi ndung der dentalen Welt: Füllungen, die Zähne von innen heraus reparieren. Diese Nachricht schlug Mitte des Jahres große Wellen. Studienleiter Robert Hill von der Queen Mary Univer- sity of London hat jetzt erste Ergebnisse präsentiert. Das neuartige bioaktive Glaskomposit soll, im Gegensatz zu her- kömmlichen Füllungen, nicht nur ein Leben lang halten, sondern auch kaputte Zähne wieder heilen. Das wird durch die Freisetzung von Fluorid, Kalzium und Phosphaten erreicht, die dazu dienen, neue Mineralien im Zahn zu bilden. Das Komposit arbeitet mit dem Körper zusammen, um die Mineralien zu ersetzen, die durch Karies verloren gegangen sind. Außerdem erzeugt die neue Füllung eine basische Umgebung, welches das Kariesbakterium daran hindert, sich auszu- breiten und weitere Schäden im Zahn anzurichten. Richard Whatley, CEO von BioMin Technologies, dem Unternehmen, welches erst kürz- lich die Lizenzen für diese neue Technologie erworben hat, ist zuver- sichtlich, dass mit dem bioaktiven Glaskomposit das Ziel, bis 2020 alle amalgamhaltigen Füllungen zu eliminieren, erreicht werden kann. Quelle: ZWP online Quelle: ZWP online Förderung neuer Diagnostika Bakterien mit Viren bekämpfen Die Entwicklung von Resistenzen ist ein natürlicher evolutions- biologischer Vorgang, der selbst bei optimalem Einsatz von An- tibiotika nicht verhindert, sondern lediglich verzögert werden kann. Daher ist es unbedingt erforderlich, nach neuen Wegen zur Bekämpfung gefährlicher Bakterien zu suchen und diese in der Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. Forscher arbeiten an neuen Ansätzen: So setzen sie bei- spielsweise Phagen ein, eine besondere Form von Viren, die nur bestimmte Bakte- rien angreifen. Oder sie versuchen, die Krankheits- entstehung beim infi zierten Menschen zu blockieren, indem sie die von den Bakterien produ- zierten Gifte mit geeigneten Wirkstoffen zerstören. Neue Nach- weisverfahren können dabei helfen, Antibiotika zielgerichteter ein- zusetzen. Dazu müssen die Forscher klären, welche Art von Erregern die Krankheitssymptome ausgelöst haben und welche Wirkstoffe sie bekämpfen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird ab 2017 Verbünde aus Industrie und Wissenschaft darin unter stützen, Lösungen in diesen beiden Forschungs- feldern zu fi nden. Quelle: BMBF 48 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
Wissenschaft und Forschung Mit Mikroben zur schnelleren Parodontitisdiagnose NEWS Fast 80 Prozent der über 35-Jährigen leiden unter Parodontitis, in ihrer schweren Form zählt sie mittlerweile zu den sechshäufigs- ten chronischen Erkrankungen weltweit. Als Vorstufe bzw. Vorbote gilt oft die Gin- givitis. Beide Erkrankungen unterscheiden sich nicht nur in ihren Symptomen, sondern auch in der mikrobiellen Zusammenset- m o c . k c o t s r e t t u h S / t a r i r i S © zung. Das fanden jetzt Forscher bei der Untersuchung von annähernd 1.000 ma- lawischen Frauen heraus, die damit einen Grundstein für eine schnellere Parodontitis- diagnose gelegt haben. Um das mikrobielle Klima in der Mundhöhle bei Gingivitis und Parodontitis zu differen- zieren, erstellten die Forscher mithilfe der Hochgeschwindigkeits-Sequenzierung der 16S ribosomalen RNA einen Zensus der ora- len Mikroben. Dabei fanden sie eine kleine Anzahl an Spezies, die in Verbindung mit Parodontitis aber nicht mit Gingivitis ge- bracht werden, unter ihnen die Gattungen Prevotella, Treponema und Selemonas. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler rund um den Briten Liam Shaw jüngst im Applied and Environ- mental Microbiology, einer Publikation der American Society for Microbiology. Quelle: ZWP online Aktuelle Studie Gesunde Zähne senken Schlaganfallrisiko list. Er beobachtet im Auftrag der Stiftung Deutsche Schlag anfall- Hilfe regelmäßig die internationale Forschung. Zwar sollte man nicht in Panik verfallen und die Daten überbewerten, „aber es gibt ja auch andere gute Gründe für Zahnpflege“. Quelle: ZWP online m o c . k c o t s r e t t u h S / o t o h p _ m a f s © Eine aktuelle Studie aus Dänemark unterstreicht den Verdacht, dass schlechte Zähne auch Schlaganfälle begünstigen können. Kardiologen, Zahnärzte und Mikrobiologen haben den Zusam- menhang zwischen Parodontitis und kardiovaskulären Erkran- kungen untersucht. 17.691 Patienten wurden identifiziert, die in einem 15-Jahres-Zeitraum in dänischen Krankenhäusern eine Parodontitisdiagnose erhielten. Verglichen wurden sie mit gut 83.000 Kontrollprobanden. Es zeigte sich, dass Parodontitispatienten ein doppelt so hohes Risiko für kardiovaskuläre Todesereignisse wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte aufwiesen. Insgesamt hatten sie sogar eine 2,7-fach erhöhte Sterblichkeit in diesem Zeitraum. Die Parodontitispatien- ten hatten außerdem mehr Nebenerkrankungen. Zahnärzte weisen schon länger darauf hin, dass ihre Prophylaxe auch Herz und Hirn schütze. Die These ist, dass lokale chronische Entzündungsprozesse über die im Zahnfleisch lebenden Keime auf das Herz-Kreislauf-System wirken. Wissenschaftlich scheint das plausibel, doch die Datenlage ist bis heute nicht ganz eindeutig. Wer im Krankenhaus eine Parodontitisdiagnose erhält, hat in der Regel noch weitere Erkrankungen. Das führt zur Verfälschung solcher Studienergebnisse. „Das dänische Register liefert jetzt recht gute Daten“, urteilt Philipp Grätzel von Grätz, Berliner Arzt und Wissenschaftsjourna- Oralchirurgie Journal 4 | 2016 49
IMPRESSUM Kongresse, Kurse und Symposien 1. Wiesbadener Forum für Innovative Implantologie 4./5. November 2016 Veranstaltungsort: Wiesbaden Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.wiesbadener-forum.info Implantologieforum Berlin 2016 4./5. November 2016 Veranstaltungsort: Berlin Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.implantologieforum.berlin 6. Essener Implantologietage 11./12. November 2016 Veranstaltungsort: Essen Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.essener-implantologietage.de Faxantwort an 0341 48474-290 Bitte senden Sie mir die angekreuzten Veranstaltungsprogramme zu. Titel, Name, Vorname E-Mail-Adresse (Für die digitale Zusendung des Programmes.) Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal Berufsverband Deutscher Oralchirurgen Sekretariat: Ingrid Marx Bahnhofstraße 54 54662 Speicher Impressum Tel.: 06562 9682-15 Fax: 06562 9682-50 izi-gmbh.speicher@t-online.de www.izi-gmbh.de Herausgeber: OEMUS MEDIA AG in Zusammen arbeit mit dem Berufsverband Deutscher Oralchirurgen Produktmanagement: Stefan Reichardt Tel.: 0341 48474-222 reichardt@oemus-media.de Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-0 Fax: 0341 48474-290 kontakt@oemus-media.de www.oemus.com Deutsche Bank AG Leipzig IBAN DE20 8607 0000 0150 1501 00 BIC DEUTDE8LXXX Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke Tel.: 0341 48474-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) Tel.: 0341 48474-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller Tel.: 0341 48474-0 Chefredaktion: Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach oralchirurgie-journal@remmerbach.net Redaktionsleitung: Georg Isbaner, M.A. Tel.: 0341 48474-123 g.isbaner@oemus-media.de Layout: Sandra Ehnert/Theresa Weise Tel.: 0341 48474-119 Korrektorat: Frank Sperling/Sophia Pohle Tel.: 0341 48474-125 Druck: Silber Druck oHG Am Waldstrauch 1 34266 Niestetal Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Jochen Jackowski, Universität Witten/Herdecke; Prof. Dr. Fouad Khoury, Privatklinik Schloss Schellenstein; Prof. Dr. Georg Nentwig, Universität Frankfurt am Main; Prof. Dr. Gerhard Wahl, Universitätsklinik Bonn; Prof. Dr. Thomas Weischer, Universität Duisburg-Essen; Dr. Peter Mohr; Dr. Dr. Wolfgang Jakobs, Speicher; Dr. Daniel Engler-Hamm, München Erscheinungsweise/Aufl age: Das Oralchirurgie Journal – Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen – erscheint 2016 mit 4 Ausgaben. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Ver - wertung ist ohne Zustimmung des Verlegers und Herausgebers unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfi lmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Einver ständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffent- lichung vorausgesetzt, sofern nichts anderes vermerkt ist. Mit Einsendung des Manuskriptes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Foto kopien an den Verlag über. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge auf Formfehler und fachliche Maßgeblichkeiten zu sichten und gegebenenfalls zu berichtigen. Für unverlangt eingesandte Bücher und Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Mit anderen als den redaktionseigenen Signa oder mit Verfasser namen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitrages trägt die Verantwortung. Gekennzeichnete Sonderteile und Anzeigen befi nden sich außerhalb der Verantwortung der Redaktion. Für Verbands-, Unternehmens- und Markt- informationen kann keine Gewähr übernommen werden. Eine Haftung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Darstellungen wird in jedem Falle ausgeschlossen. Gerichtsstand ist Leipzig. Praxisstempel / Laborstempel Grafi k/Layout: Copyright OEMUS MEDIA AG 50 Oralchirurgie Journal 4 | 2016
ABOSERVICE Oralchirurgie Journal Interdisziplinär und nah am Markt 16. Jahrgang | € 10,00 zzgl. MwSt. | ISSN 1617-7843 | PVSt. F 54707 Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal 4 2016 Fachbeitrag Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern – Teil 2 Seite 10 Anwenderbericht Neuartiges Augmen tationsmaterial und Membran für Sinuslift Seite 20 Interview Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig erkennen und therapieren Seite 30 Events 1. Befundsymposium in Leipzig Seite 34 BESTELLUNG AUCH ONLINE MÖGLICH www.oemus.com/abo Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe folgende Themen: Fachbeitrag Erkrankungen mit Beteiligung der Mundschleimhaut bei Kindern – Teil 2 Anwenderbericht Neuartiges Augmentationsmaterial und Membran für Sinuslift Interview Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig erkennen und therapieren Events 1. Befundsymposium in Leipzig Faxantwort an 0341 48474-290 Ja, ich möchte die Informationsvorteile nutzen und sichere mir folgende Journale bequem im günstigen Abonnement:  Oralchirurgie Journal  Implantologie Journal  Endodontie Journal  Prophylaxe Journal jährlich 4 x 10 x jährlich 4 x jährlich 6 x jährlich 44,– Euro* 99,– Euro* 44,– Euro* 66,– Euro* * Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und Versandkosten (Preise für Ausland auf Anfrage). Widerufsbelehrung: Den Auftrag kann ich ohne Begründung innerhalb von 14 Tagen ab Bestellung bei der OEMUS MEDIA AG, Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig schriftlich widerufen. Rechtzeitige Absendung genügt. Das Abonnement verlängert sich automatisch um 1 Jahr, wenn es nicht fristgemäß spätestens 6 Wochen vor Ablauf des Bezugszeitraumes schriftlich gekündigt wird. Name / Vorname Telefon / E-Mail Unterschrift Praxisstempel / Laborstempel 6 1 / 4 J O O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-201 · grasse@oemus-media.de
. n e t l a h e b r o v e t h c e R e l l A . s t n a p m l l I a n o r i S y p s t n e D 6 1 0 2 © 9 0 6 1 - E D - 3 6 1 1 7 6 2 3 Paul (67) „Ich bin wirklich glücklich, dass mein Arzt mir eine einfachere Behandlungslösung anbieten konnte, trotz meiner Krankheitsgeschichte und den Medikamenten, die ich nehme.“ Abbildung: Fotomodell Astra Tech Implant System® „Ja“ sagen leicht gemacht Verwenden Sie beim schräg atrophierten Kieferkamm OsseoSpeed® Profile EV. So können Sie Ihre Patienten mit einer einfacheren, weniger traumatischen Behandlung versorgen: Denn die Notwendigkeit für Knochenaufbau wird reduziert, während Sie immer noch vorhersagbare, ästhetische Ergebnisse erzielen. Machen Sie es den Patienten mit ihren individuellen Anforderungen einfacher, „Ja“ zu einer Implantatbehandlung zu sagen. Herkömmliche gegenüber innovativer Vorgehensweise OsseoSpeed® Profile EV – Es ist Zeit, umzudenken. www.jointheev.de