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Ästhetik interdisziplinär 03.04.2014

3-D-Makeover zur umfassenden Rejuvenation

3-D-Makeover zur umfassenden Rejuvenation

Lange Zeit waren chirurgische Maßnahmen die einzigen effektiven Verfahren zur Gesichtsverjüngung. Mit zunehmendem Verständnis des Alterungsprozesses und der daran beteiligten Strukturen sowie der steigenden Nachfrage nach minimalinvasiven Verjüngungsverfahren wandelten sich die Therapiekonzepte im Bereich der Ästhetischen Medizin.

Der Alterungsprozess im Gesicht äußert sich durch Veränderungen der Hautstruktur, Volumenverlust der Weichteile – insbesondere des polsternden Fettkörpers – und nicht zuletzt durch den Abbau der knöchernen Strukturen. Zudem kann das alternde Gewebe dem Einfluss der Mimik und der Schwerkraft immer weniger entgegensetzen, die Qualität des Teints lässt mit den Jahren nach. Auch dies sind wesentliche Anzeichen der Hautalterung. Die daraus resultierende Faltenbildung ist nur einer der Faktoren, die das Gesicht älter erscheinen lassen. Das jugendliche Erscheinungsbild wird maßgeblich von einer definierten Gesichtskontur bestimmt, die infolge der Gewebeerschlaffung zunehmend verloren geht. Diese Erkenntnisse sind wesentliche Grundlagen der modernen Verjüngungsverfahren im Gesicht, wobei die Beeinflussung der Mimik mit Botulinumtoxin, Augmentation der Volumendefizite und Wiederherstellung der dreidimensionalen Gesichtsform mit Fillern sowie die Straffung des Gewebes beispielsweise durch Ultraschall einen ganzheitlichen, modernen und minimalinvasiven Ansatz zur Rejuvenation darstellen. Gerade die vielfältigen Verfahren zur Gewebestraffung und Verbesserung der Hautstruktur gewinnen im Rahmen dieser Konzepte immer mehr an Bedeutung, da sie nicht nur die bereits eingetretene Gewebeerschlaffung beeinflussen und Hautschäden reparieren, sondern durch ihren regenerierenden Effekt in hohem Maße präventiv wirken und den Alterungsprozess an sich zwar nicht aufhalten, aber wesentlich verlangsamen können.

Das erste von der FDA im Jahr 2009 zugelassene Verfahren für nichtinvasives Lifting Ultherapy® setzt hochfokussierten Ultraschall zur Straffung des Gewebes ein. 2012 erhielt Ultherapy die FDA-Zertifizierung als wirksame Liftingmethode bei erschlaffter Hals- und Kinnregion.

Hochfokussierter Ultraschall

Das Ultherapy® Verfahren setzt hochfokussierten Ultraschall gekoppelt mit optischem Ultraschall im dermalen und subkutanen Gewebe ein. Eine aktuelle amerikanische Studie von Lakshmi Pillai, Ph.D. und Thomas M. Hitchcock, Ph.D. zeigt, dass genau diese Ultraschallwellen eine Art Vibration der Moleküle im behandelten Gewebe bewirken und dadurch Wärme erzeugen. Die gezielt gesetzten Koagulationspunkte erreichen eine Temperatur von 60–70 Grad Celsius. Daraus resultiert der Ersteffekt der Therapie, die Kontraktion der Kollagenfasern und Schrumpfung der Dermal- und Unterhautschicht sowie des SMAS-Gewebes. Die gezielt gesetzte Verletzung des Gewebes setzt einen Wundheilungsprozess in Gang. Dieser beinhaltet Geweberegeneration, indem sich das Kollagen neu bildet, ordnet und quervernetzt. Zudem gewinnt das Gewebe an Viskoelastizität und kann mechanischem Stress besser standhalten. Die Regeneration des Gewebes kann jedoch individuell unterschiedlich sein und nimmt mit dem Alter ab, sodass sicherlich auch unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten sind, wobei prädiktive Aussagen nicht zuverlässig getroffen werden können.

Der angeregte Prozess der Gewebestraffung verläuft in drei Phasen:

  • 1. Entzündung: In dieser Phase spielen die Makrophagen eine wich- tige Rolle, welche die Zytokine freisetzen und Fibroblasten aktivieren.
  • 2. Proliferation: Die zweite Phase kann bereits überlappend zur Entzündungsphase auftreten. Hier wird das Kollagen (hauptsächlich Kollagen Typ III) gebildet und andere gewebewirksame Faktoren werden aktiviert, die zur Restrukturierung der Kollagenmatrix dienen. In Studien konnte gezeigt werden, dass sich im thermobehandelten Gewebe ab dem 28. Tag Fibroblasten bilden. Suh et al. (2011) konnten in einer histologischen Untersuchung an mit Ultherapy® behandelter Gesichtshaut zeigen, dass der durchschnittliche Anteil an brüchigem Kollagen in der retikulären Dermis um 23,7 % höher als normal war und die Hautdicke insgesamt zunahm.
  • 3. Reifung und Umwandlungsprozess: Diese Phase beginnt ca. 20 Tage nach der Behandlung und kann bis zu zwölf Monate andauern. Hierbei wird das Kollagen Typ I durch Kollagen Typ III ersetzt. Dieses bildet innerhalb der neuen Kollagenstruktur und mit anderen Proteinen feste Quervernetzungen – ein wichtiger Baustein der Gewebefestigung und des Liftingeffekts von Ultherapy®. Die thermisch angeregten Bereiche werden ab der zehnten Woche nach der Therapie mit neuem Kollagen angereichert.

Kombinationsbehandlung

Um den eingangs beschriebenen ganzheitlichen Effekt einer Gesichtsverjüngung zu erzielen, ist Ultherapy® als Liftingmethode bei abgesackten Hautarealen und als Gegengewicht zur Schwerkraft zu verstehen, wobei mittels Filler wie Hyaluronsäure verloren gegangenes Volumen vor allem in der Gesichtsmitte aufgefüllt werden kann und die Mimikfalten mit Botulinumtoxin entspannt werden. Für einen gesunden, frisch und vital aussehenden Teint bietet sich hier das Plasma-Lifting (PRP, Platelet Rich Plasma), die sogenannte Eigenbluttherapie, plus Hyaluronsäure als Skin Booster-Konzept an. Dem derzeitigen Anspruch an ein jüngeres, vitaleres Erscheinungsbild, welches natürlich und nicht „gemacht“ aussehen soll, wird man nur genügen, wenn für jeden Patienten/jede Patientin ein individuelles Konzept ausgearbeitet wird: Die individuelle Gesichtsproportion und -form muss stimmen und gleichermaßen sollten die ästhetischen, vor allem auch realisierbaren Vorstellungen des Patienten in das Konzept einfließen. Ein solches natürlich aussehendes, verjüngtes und vor allem dreidimensional optimiertes Äußeres ist mit nur einer Methode oftmals nicht zu erreichen. Die Symbiose aus nichtinvasiven und minimalinvasiven Behandlungen verspricht hier die besten Erfolge. So können alle Komponenten der Gesichtsalterung in Betracht gezogen und behandelt werden. Der natürliche 3-D-Effekt lebt von einem gezielten Modellieren der Gesichtskontur und der Wangenform, weniger vom Auffüllen einzelner Falten.

Die nachfolgende Kombinationsbehandlung ist eine von mir gerne eingesetzte und bewährte Konzeption, welche je nach Indikation und ästhetischem Wunsch des Patienten individuell angepasst werden kann.

Step 1: Ultherapy-Behandlung

Hier werden die zu behandelnden Areale im Gesicht (abgesunkene Augenbrauenpartie, der sogenannte „Truthahnhals“, Hängebäckchen und das Kinngewebe) mit hochfokussiertem Ultraschall zu einem nachhaltigen Liftingeffekt angeregt. Da diese Methode von der FDA auch für den Hals und das Dekolleté zugelassen wurde, bietet sich mit Ultherapy® eine Erweiterung der zu behandelnden Areale an, welches dem Patienten ein noch umfassenderes und vor allem natürlich aussehendes Verjüngungsresultat verspricht. Die Behandlung dauert je nach Größe des Areals ca. eine Stunde. Schmerzempfindliche Patienten werden mit einer Anästhesiesalbe behandelt, können aber auch ca. eine Stunde vor Therapie eine Schmerztablette einnehmen. Das finale Resultat dieses Behandlungskonzeptes baut sich schrittweise im Verlauf von ca. sechs Monaten auf und ist somit die Grundlage meines 3-D-Makeovers. Im Regelfall reicht eine einzige Behandlung aus. Nach einem Jahr kann hier ein Auffrischungstreatment erfolgen.

Step 2: Augmentation mittels Filler

Circa zehn Tage bis zwei Wochen nach der Ultherapy® Sitzung wird das verloren gegangene Volumen im Gesichtsbereich behandelt. Hierzu verwende ich eine stark vernetzte, volumengebende Hyaluronsäure (z.B. Teosyl Ultra Deep/Ultimate oder Jolidermis Volume). Der Vorteil: Diese Produkte lassen sich sehr gut verteilen und weisen einen optimalen Aufpolsterungseffekt von innen auf. Der Effekt ist sofort sichtbar und hält je nach Stoffwechselveranlagung des Patienten ca. 12–18 Monate an. Danach ist eine Auffrischungsbehandlung bzw. kleinere Touch-up-Behandlungen empfehlenswert. Der Dreh- und Angelpunkt einer natürlichen, dreidimensionalen Wiederherstellung der jugendlichen Gesichtsform ist der sogenannte „point of change“ – der Augmentationspunkt mit einem optimalen Hebevermögen. Dieser liegt auf der Höhe des Jochbeins und kann individuell variieren. Durch die Augmentation dieses Punktes sowie weiterer Punkte mit guter Hebekapazität (wie z.B. das 8-Point-Lifting nach de Maio) bzw. gezielter Volumengabe lässt sich ein optimales und natürliches, ästhetisches Ergebnis erzielen.

Step 3: Mimikfaltenbehandlung mit Botulinumtoxin

Parallel zur Augmentation oder als nächsten Behandlungstermin, ca. eine Woche später, werden die Mimikfalten mittels Botulinumtoxin behandelt. Der Effekt hält hier ca. fünf bis sechs Monate. Wurde die Ultherapy®-Behandlung ausschließlich im Hals- und Wangenbereich angewendet, kann die Behandlung der Stirnfalten oder der Krähenfüße mit Botulinumtoxin auch parallel zur Augmentation durchgeführt werden.

Step 4: Skin Boostering – Hyaluronsäure plus Plasma-Lifting

Mit der Augmentation wird im Normalfall die erste PRP-Behandlung durchgeführt. Das Skin Boostering ist auf drei Sitzungen im Abstand von drei Wochen angelegt: 1 x Plasma-Lifting und 2 x Hyaluronsäurebehandlungen mit unvernetzter bzw. leicht vernetzter Hyaluronsäure. Bei jüngerer Haut, die lediglich eine Auffrischung des Teints braucht, kombiniere ich gern 2 x PRP-Behandlungen mit einer Hyaluronsäure-Sitzung. Bei älterer Haut, bei der eher der Volumenverlust im Vordergrund steht und die Hautelastizität nachgelassen hat, verwende ich 2 x die Hyaluronsäure und in der dritten Sitzung das PRP. Hier kann bei Bedarf noch nach einiger Zeit ein Boostering mit Hyaluronsäure wiederholt werden. Die Hautqualität wird schrittweise aufgebaut. Hautpartien an Wangen, um die Augen, am Hals, Dekolleté und auf dem Handrücken werden effektiv aufgepolstert und gestrafft.

Hier haben sich für mich die Präparate Redensity I® von Teoxane und Restylane Vital® bewährt, die auch zur Optimierung des Erscheinungsbildes der Hände eingesetzt werden können. Redensity I® beinhaltet, zusätzlich zur Hyaluronsäure, einen hautrestrukturierenden Komplex aus acht Aminosäuren, drei Antioxidantien, zwei Mineralien und ein Vitamin. Für hohen Patientenkomfort wurde auch Lidocain in diese Formel integriert.

Müder und schlaffer Teint wird mit den Skin Boostern aufgefrischt, die Haut gefestigt und gestrafft. Die neue Hautstruktur baut sich schrittweise auf. Hautpartien an Wangen, um die Augen, am Hals, Dekolleté und auf dem Handrücken werden effektiv behandelt. Eine von mir angewendete Mischtechnik aus kleinen Depots und linearen Injektionen in der Perioralregion machen zudem eine sehr effiziente Behandlung der sogenannten Plisseefältchen über der Oberlippe möglich und unterstreichen auf eine sehr natürliche Weise die Lippenkontur.

Plasma-Lifting (Platelet Rich Plasma/PRP)

Die Injektionsbehandlung der Haut mit PRP führt zur Freisetzung von Fibroblasten, d.h. zur Aktivierung von Bindegewebszellen, die wiederum die Produktion von Elastin und Kollagen anregen. Die Hyaluronsäuresynthese steigt, womit vermehrt Feuchtigkeit gebunden und gespeichert wird. Das injizierte PRP-Plasma lockt mesenchymale Stammzellen an, die dann den natürlichen Prozess der Geweberegeneration mit nachfolgender Kollagenneubildung aktivieren. Bei diesem Verfahren wird das Blut des Patienten aufbereitet und das Plasma gewonnen. Dieses ist reich an Thrombozyten, speziellen Wachstumsfaktoren sowie Stammzellen. Es wird flächenhaft, ähnlich der Mesotherapie, aber auch tiefer injiziert und regt in der Haut und dem darunter liegenden Bindegewebe einen Regenerationsprozess an. PRP besitzt die Fähigkeit, auf ganz natürliche Art und Weise den körpereigenen Selbstheilungsprozess zu beschleunigen. Zusätzlich kann PRP die Regeneration und Neubildung von Bindegewebe sowie die Kollagenbildung anregen. Beides führt dann zu einer deutlichen, nachhaltigen Verbesserung und Festigung des Hautbildes. Es gibt der Haut den jugendlichen „Glow“ und die Spannkraft zurück.

Great Expectations – Patientenerwartungen erfüllen

Wie bei allen ästhetischen Behandlungen ist es auch bei diesem Konzept enorm wichtig, die Erwartungen des Patienten zu erkennen, diese zu analysieren und realistische Ergebnisse in Aussicht zu stellen. Gerade bei der Gewebestraffung mit Ultherapy®, deren Wirkung sich über Monate entwickelt und nicht wie bei einer Augmentation sofort sichtbar wird, muss der Patient sehr umfangreich aufgeklärt und der Status vor und nach Therapie exakt fotodokumentiert werden. Themen, die in jedem Fall anzusprechen sind, sind die Abbaubarkeit der jeweiligen Injektionspräparate und die damit eventuell notwendigen Folgebehandlungen, wobei hier häufig kleinere Touch-up-Behandlungen ausreichen. Eine einmalige Anwendung dieses 3-D-Makeovers wird im Durchschnitt 12–18 Monate anhalten, wobei das Resultat der Ultherapy® deutlich länger vorhält. Das kombinierte Vorgehen ermöglicht, die bereits eingetretenen Alterungserscheinungen des Gewebes effektiv zu behandeln, gleichzeitig aber durch die Anregung natürlicher regenerativer Vorgänge wie Kollagen- und Fibroblasteninduktion dessen Alterungsprozess positiv zu beeinflussen.

Ein ganzheitliches Konzept, wie dieses in vier Schritten, muss natürlich individuell angepasst werden. Die Erfahrung zeigt, dass der Patient, der sich (noch) nicht für eine invasive Verjüngungsmethode begeistern kann, sich hier sehr gut aufgehoben fühlt und in seinem Arzt einen vertrauensvollen Wegbegleiter hinsichtlich der Aufrechterhaltung, Optimierung und Balance seiner Jugendlichkeit sieht.

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