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Ästhetik interdisziplinär 17.11.2014

Kombinationstherapien in der Ästhetischen Dermatologie

Kombinationstherapien in der Ästhetischen Dermatologie

Kombinationstherapien haben sich in den vergangenen Jahren in der Ästhetischen Dermatologie durchgesetzt. Neben der Weiterentwicklung minimalinvasiver Verfahren, die sich gut miteinander kombinieren lassen, trägt dieser Trend auch dem veränderten Patientenverhalten Rechnung.

Die Patienten sind heute vorausschauender in Sachen Hautgesundheit und Hauterscheinungsbild geworden. In vergangenen Zeiten war es üblich, dass sich Patienten in jungen Jahren kaum Gedanken um ihre Haut gemacht haben, Sonnenbäder ohne Sonnenschutz genossen und Alterserscheinungen der Haut ignoriert haben. Dies hatte zur Folge, dass in fortgeschrittenem Alter oftmals der radikalste Schritt vollzogen wurde: ein Facelift. Heute setzen sich die Patienten bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit dem Erscheinungsbild ihrer Haut auseinander. Sie suchen den Dermatologen bereits auf, wenn sich kleinere Hautveränderungen zeigen. Im Optimalfall wird der Dermatologe zu einem Begleiter, der ein umfassendes, den Stadien der Hautalterung entsprechendes Behandlungskonzept entwickelt; der den Patienten regelmäßig sieht und ihn dementsprechend auch in der allgemeinen

Hautgesundheit und in der Hautkrebsvorsorge beraten und behandeln kann. Im Zusammenhang mit einer kontinuierlichen Begleitung durch den Dermatologen ist auch das Thema Patientenführung wichtig. Aufgabe muss es hier sein, dem Patienten die unterschiedlichen Alterungsstadien der Haut zu erklären, entsprechende Therapieangebote zu erläutern und realistisch zu erwartende Ergebnisse zu besprechen.

Wirkstoffe und Energien im Zusammenspiel

Um die einzelnen Stadien der Hautalterung individuell behandeln zu können, stehen der Ästhetischen Dermatologie heute verschiedene miteinander kombinierbare Möglichkeiten zur Verfügung, die die Auswirkungen der Hautalterungsprozesse therapieren können.

Mit unterschiedlichen Energien oder Wirkstoffen, aber auch verschiedenen Intensitäten und damit verbundenen Ausfallzeiten ist es möglich, sehr individuell auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen.

Der Vorteil von Kombinations- und Gesamtkonzepten liegt im Praxisalltag zudem darin, dass sich begleitende Therapien an medizinisches Fachpersonal delegieren lassen.

Exkurs: Wie definiert sich Attraktivität?

Schönheitsideale sind gesellschaftlich geprägt und weisen kulturelle und geografische Unterschiede auf. Sie unterliegen Moden und ändern sich im Laufe der Geschichte. Attraktivität dagegen ist biologisch geprägt. Sie weist wenig kulturelle und geografische Unterschiede auf und ist über Jahrhunderte konstant und unabhängig von Trends und Moden.

Der goldene Schnitt

Eine attraktive Gesichtsform bezieht sich auf den sogenannten „goldenen Schnitt“: vertikaler Mund-Augen-Abstand 36 Prozent der Gesichtslänge, Augen-Augen-Abstand 46 Prozent der Gesichtsbreite.

Attraktivität eines Gesichtes

Für die Attraktivität eines Gesichtes spielt auch Symmetrie, Glätte und Reinheit der Haut eine Rolle. Mit zunehmendem Alter entfernt man sich von diesem Attraktivitätsideal, wobei vor allem die Gesichtsproportionen und die Ebenmäßigkeit der Haut verloren gehen. Darüber hinaus führt der Alterungsprozess zu Volumenverlust und die Haut ist weniger in der Lage, Feuchtigkeit zu speichern.

Ursachenorientierte Behandlung

Die Behandlungsansätze in der Ästhetischen Dermatologie sollten sich vor allem auf die Erhaltung oder Wiederherstellung der Proportionen unter besonderer Berücksichtigung der Symmetrie sowie auf die Ebenmäßigkeit der Haut beziehen. Die Vorteile eines umfassenden, langfristigen Behand- lungsplanes und von Kombinationstherapien liegen dabei darin, dass es heute möglich ist, Hautalterungsprozesse und Falten ihrer Ursache entsprechend zu behandeln. So lassen sich muskelbedingte Mimikfalten mit Botulinum glätten und tief ausgeprägte Falten mit einem Filler auffüllen. Energien, wie zum Beispiel Radiofrequenz oder Laser, fördern die Kollagenneogenese und regen die Haut an, sich selbst zu erneuern. Zudem sind sie gut einsetzbar bei der Narbenbehandlung.

Einzelne Verfahren im Überblick

Eine Einteilung der zu behandelnden Hautveränderungen kann nach der Kategorisierung „oberflächliche Läsionen“, „dermale Läsionen“ und „Falten“ erfolgen. Oberflächliche Läsionen lassen sich effektiv mit Peelings, Mikrodermabrasion, Laser, IPL und der Photodynamischen Therapie behandeln. Bei dermalen Läsionen zeigen fraktionierte und ablative Laser, mitteltiefes Peeling, Radiofrequenz, Photodynamische Therapie und Dermabrasion gute Ergebnisse. Die lokale Faltentherapie bemisst sich nach Faltenursache (mimikbedingt, nicht mimikbedingt, Volumenverlust). Hier kommt der Falteneigenschaft entsprechend Eigenfett, Botulinum oder Hyaluronsäure zum Einsatz. Auch das Fadenlift mit resorbierbaren Fäden aus Polymilchsäure hat sich als gute Therapie zur Hautstraffung und -konturierung einzelner Areale erwiesen.

Kombinationstherapien – Wissenswertes aus dem Praxisalltag

Zu Beginn einer Kombinationstherapie sollte mit dem Patienten ein Stufenplan erarbeitet werden. Dabei sind Grad der Hautschädigung/Hautalterung sowie die Ursachen zu analysieren. Sind Hautveränderungen Ursache von Elastosis oder ist es UV-Exposition? Wie ist die Oberflächenstruktur zu bewerten und wie tief sind die Falten? Oder steht der Volumenverlust im Vordergrund? Auch abzuklären ist, wie viel Auszeit der Patient bereit ist, einzuplanen.

Die Reihenfolge der mit dem Patienten erarbeiteten Therapiemaßnahmen richtet sich allerdings nicht nur nach den Wünschen des Patienten, sondern auch danach, welche Maßnahmen in welchen Abständen miteinander kombiniert werden können. Dies betrifft vor allem die Kombination aus Botulinum und Hyaluronsäure sowie die verschiedenen Energien, wie beispielsweise Laser, Ultraschall oder Radiofrequenz.

Ein möglicher umfassender Behandlungsplan kann dementsprechend zunächst mit einer PDT in Kombination mit einem fraktionierten Laser beginnen, mit der Zielsetzung, die dermalen und/oder oberflächlichen Läsionen zu behandeln. Alternativ oder begleitend können mitteltiefe Peelings eingesetzt werden. Sollte ein Radiofrequenz-Microneedling zum Einsatz kommen, sollte direkt im Anschluss eine Behandlung erfolgen, die Wirkstoffe einschleust, da die Haut nach der Needling-Methode besonders aufnahmefähig für Wirkstoffe ist. Dies kann gut an ausgebildetes medizinisches Fachpersonal delegiert werden.

Nach einer kurzen Regenerationsphase der Haut kann im zweiten Behandlungsschritt im Sinne einer ganzheitlichen Faltentherapie Botulinum, Hyaluronsäure oder ein Eigenfetttransfer zur Anwendung kommen.

Ganzheitliche Therapiekonzepte: Zusammenarbeit zwischen Arzt und medizinischem Fachpersonal

Im Rahmen ganzheitlicher Konzepte, die den Patienten mit aufeinander abgestimmten Behandlungsstufen langfristig begleiten und somit auch eine Kontinuität und Vorsorge in Sachen Hautgesundheit gewährleisten, lassen sich einige der Maßnahmen auch gut und sicher an das medizinische Fachpersonal abgeben. Neben der Unterstützung in der Vorbereitung, wie zum Beispiel Fotodokumentation oder Reinigung und Auftragen von Lidocain, können mit entsprechender Schulung und mit dem Absolvieren eines Laserschutzkurses auch IPL-Behandlungen, non-ablative Lasertherapien, die Mikrodermabrasion, die Mesotherapie sowie oberflächliche Peelings an medizinisches Fachpersonal delegiert werden.

Foto: © Shutterstock.com
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