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Ästhetik interdisziplinär 27.06.2017

Natürlich jünger aussehen

Natürlich jünger aussehen

Mit steigendem Alter verliert die Haut an Elastizität. Das Schönheitsideal der modernen Gesellschaft sieht jedoch zunehmend auch im hohen Alter ein glattes Gesicht vor. Immer mehr Menschen helfen ihrem äußeren Erscheinungsbild daher mit modernsten Faltenbehandlungen nach. Zu den häufigsten Therapieformen gehören nichtinvasive Behandlungen mittels Hyaluronsäure, Botulinum, volumenaufbauende PRP-Verfahren und Kollagenbooster.

Aktuelle Zahlen der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC)1 bestätigen den Wunsch nach natürlichen Gesichtszügen und sanften Verfahren, wonach beispielsweise Behandlungen mit Botulinum im Jahr 2015 einen Zuwachs von rund 10 Prozent erfahren haben. Ähnlich verhält es sich bei Fillern wie Hyaluronsäure. Frauen machen dabei weiterhin den größten Teil der Patientengruppe aus, doch auch immer mehr Männer lassen sich kleine Fältchen entfernen. Der männliche Anteil liegt nach Angaben der VDÄPC noch bei rund 6 Prozent. Hier lässt sich langsam aber stetig ein Aufwärtstrend entdecken. Selbst die Kosmetikindustrie hat ihr Sortiment durch eine große Produktvielfalt aufgestockt und auf die männliche Zielgruppe abgestimmt. Auch ästhetische Verfahren sprechen immer mehr das männliche Geschlecht an, da sich bei diesem das Bewusstsein für ein symmetrisches und harmonisches Gesichtsbild immer stärker durchsetzt.

Bereits ab dem 30. Lebensjahr verringern sich die Zellteilung und die körpereigene Produktion von Kollagen sowie Hyaluron, weshalb die Haut dünner und sensibler wird. Vor allem in Gesicht, an Hals und Dekolleté zeichnen sich erste Spuren der Zeit ab. Unabhängig davon beschleunigen Umwelteinflüsse, Stress, Rauchen sowie Alkoholkonsum den Alterungsprozess und auch Sonnenbäder setzen der Haut zu, sodass sich zunehmend jüngere Patienten einer Faltenbehandlung unterziehen. Im Vordergrund jeder Behandlung sollte, neben der ausführlichen Aufklärung, immer das natürliche Erscheinungsbild der Patienten stehen. Maskenhafte Gesichtszüge, die keine Mimik mehr zulassen, gilt es, zu vermeiden. Daher tragen je nach Art und Tiefe der Falten verschiedene Behandlungsformen zur Verjüngung bei. So lassen sich störende Fältchen, aber auch Hohlwangen und Narben risikoarm korrigieren.

Die sanften Faltenfiller

Botulinum

Als Glättungsmittel für entstandene Gesichtsfurchen nutzten Experten lange Zeit synthetisch hergestelltes Kollagen. Allerdings ist dieser Filler veraltet und sollte aufgrund allergischer Reaktionen gar nicht mehr zum Einsatz kommen. Heute greifen Mediziner bevorzugt auf Therapiemethoden zurück, die für gewöhnlich eine Allergiegefahr ausschließen, und arbeiten mit verschiedenen Wirkstoffen, die sich lediglich in ihrer Effektivität und Haltbarkeit unterscheiden.

Das potente Nervengift Botulinumtoxin A, kurz Botulinum, verhindert beispielsweise Kontraktionen, indem es den Muskel vorrübergehend lähmt. Seine Anwendung ist nicht unumstritten, denn Befürchtungen um Antikörperbildung und systemische Nebenwirkungen haben dieser Methode einen schlechten Beigeschmack verliehen. Die Fakten sprechen jedoch für sich: Bereits seit Anfang der 1980er-Jahre kommt Botulinum erfolgreich in der Augenheilkunde zur Behandlung von krampfhaften Lidschlüssen oder gegen Schielen zur Anwendung. Das Ehepaar Carruthers, das diese Behandlungsmöglichkeit entdeckte, konnte innerhalb von fünf Jahren auf 10.000 Eingriffe zurückblicken, die keinerlei irreversible Nebenwirkungen nach sich zogen. Diese Eigenschaft sowie der Umstand, ein kostengünstiges Mittel mit rasch einsetzenden Erfolgen zu besitzen, ließ Botulinum einen wichtigen Platz in der Behandlung von Gesichtsfalten einnehmen. Während das Produkt früher aus tierischen Substanzen wie beispielsweise Hühnereiern gewonnen wurde, kommen heute ausschließlich synthetisch hergestellte Präparate zur Anwendung. Damit hat sich das Risiko für Antikörperbildung aufgrund von Verunreinigungen nochmals minimiert.

Zum Einsatz kommt Botulinum vor allem zur Faltenreduktion im Gesicht, am Hals und am Dekolleté. Bei einer Behandlung sollten keine Muskeln mit einbezogen werden, die für mehr als eine Regung im Gesicht verantwortlich sind. So wurden Versuche an der Nasolabialfalte rasch wieder aufgegeben, da sich die Muskelaktivitäten in diesem Areal sehr vielfältig gestalten und deren teilweises Ausschalten zu einer unnatürlichen Mimik führte.

Insbesondere Stirn- und Zornesfalten sowie die sogenannten Krähenfüße der seitlichen Augenpartien lassen sich sehr erfolgreich mithilfe von Botulinum behandeln. Um möglichst natürliche Gesichtszüge zu erhalten, sollten Behandler vorab mit ihren Patienten genau besprechen, wie viel Botulinum an welchen Stellen zum Einsatz kommt. Denn unterschiedliche Anwendungsergebnisse entstehen vor allem aufgrund der Injektionstechnik, der injizierten Menge des Toxins sowie des Verdünnungsgrades. Erscheinen Patienten mit Wünschen in der Praxis, die zwar technisch möglich sind, aus ästhetischen Gründen jedoch abgelehnt beziehungsweise abgeschwächt werden sollten, gilt es auch hier, einzugreifen. Schließlich sollen nach einer Therapie mit Botulinum die Gesichtszüge zwar glatt wirken, sie dürfen aber nicht eingefroren erscheinen. Man spricht auch von sogenannter Gesichtsentspannung, die nach etwa sechs bis neun Monaten nachlässt und je nach Wunsch aufgefrischt werden kann.

Hyaluronsäure

In den Medien oftmals als Faltenkiller Nummer eins beschrieben, bietet die gelartige Substanz Hyaluronsäure tatsächlich viele Vorteile bei der Faltenunterspritzung. Sie sorgt für mehr Volumen und ein straffes Hautbild. Um Alterungsprozessen der Haut sowie entstandenem Feuchtigkeitsmangel entgegenzuwirken, lässt sich die körpereigene Substanz heutzutage mithilfe chemischer Prozesse herstellen und an entsprechender Stelle in den Körper einbringen. Mit der Technik des Liquid Liftings können erfahrene Ärzte indirekt Gesichtspartien anheben. Dennoch sind auch dieser Methode Grenzen gesetzt, beispielsweise in der Zone um die Wangenknochen: Um die Augen herum beginnt meist im Alter von ca. 30 Jahren der Aufbau formgebender Fettdepots. Gleichzeitig verlieren die Bindegewebsstrukturen jedoch an natürlicher Straffheit. Häufig erscheint diese Partie dann eingefallen und die Nasolabialfalte wird tiefer. Als erster Schritt eignet sich hier das Lifting mittels Hyaluronsäure. Doch der Versuch, nicht nur die ursprüngliche Form wiederherzustellen, sondern darüber hinaus durch Überfüllung mit Hyaluronsäure auch die altersbedingte Erschlaffung des Bindegewebes zu kompensieren, bewirkt keine guten Resultate. Betroffene Patienten sind dann zwar faltenfrei, es zeichnen sich jedoch auch skurril anmutende und übertrieben pralle Wangen ab. Von einem solchen Ergebnis ist dringend abzuraten. Für ein nachhaltig ästhetisches Resultat sollte der Fokus also auf Formschönheit liegen.

Kollagenbooster

Moderne Kollagenbooster wie beispielsweise die Präparate Radiesse (Merz) oder Sculptra (Sinclair Pharma) regen die Neubildung von Kollagen im Körper an. Dabei werden die gelartigen Substanzen in die tiefer liegenden Hautschichten injiziert und sorgen hier für einen straffen Hauteffekt. Durch den Aufbau von körpereigenem Bindegewebe können so ganze Gesichtsareale großflächig geglättet werden. Erste Effekte sind nach sechs Wochen sichtbar. Seinen harmonischen Höhepunkt erreicht das Verfahren nach etwa drei bis vier Monaten. Dieser kann bis zu zwei Jahre anhalten. Damit gehören die Kollagenbooster zu den eher lang anhaltenden Alternativen.

PRP

Als weitere Verjüngungsmethode zählt das sogenannte Vampir-Lifting. Um die Produktion von Kollagen anzuregen, injizieren Behandler aus Eigenblut gewonnenes plättchenreiches Plasma (PRP) in die Haut. Diese regeneriert sich und wirkt sichtbar frischer und praller. Um den Effekt zu verstärken, kann zusätzlich Hyaluronsäure oder ein Vitamincocktail aus pflanzlichen Biostimulanzien zum Plasma gegeben werden. Mit nur 15 Minuten ist die Behandlung schnell durchgeführt und erste Ergebnisse sind nach etwa vier Wochen zu erwarten. Das Vampir-Lifting sollte allerdings als „Add-on“-Behandlung betrachtet werden und eignet sich vor allem bei jungen Frauen, um kleinen Falten und schwachem Bindegewebe vorzubeugen. Bei älteren Patienten hat sich eher die Kombination mit Filler-Unterspritzungen durchgesetzt, damit der Effekt sofort sichtbar wird. Insgesamt kann das Ergebnis bis zu einem Jahr halten, wenn die Behandlung mehrmals wiederholt wird. Als Faustregel gilt eine Sitzung pro Lebensjahr.

Harmonie geht vor

Für Patienten, die sich ein harmonisches Gesichtsbild wünschen, kommen meist unterschiedliche operative Behandlungsmethoden infrage. Zu nennen sind hier vor allem die Nasen- und Ohrenkorrektur sowie Entfernung des Doppelkinns.

Eine Nasenkorrektur trägt maßgeblich zu einem schönen und symmetrischen Gesichtsbild bei. Zu den häufigsten Eingriffen zählen heutzutage die Korrektur eines zu hohen Nasenrückens sowie das Anheben der Nasenspitze und die Verschmälerung der Flügel. Während Patienten mit einer Höcker-, Sattel- oder Breitnase sich häufig aus ästhetischen Gründen einer Behandlung unterziehen, gibt es auch medizinische Ursachen, die für einen Eingriff sprechen. So kommt es aufgrund einer schiefen Nasenscheidewand häufig zu Atemproblemen sowie Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und den Nebenhöhlen. Bei Patienten, die eine Begradigung erhalten, verbessert sich nicht nur die Symptomatik, sondern auch das Risiko für entzündliche Erkrankungen minimiert sich. Auch die Entscheidung für eine Ohrenkorrektur unterliegt unterschiedlichsten Aspekten. Vor allem Patienten mit abstehenden oder zu großen Ohren sowie Ohrläppchen wünschen sich eine Veränderung. Zudem ist es heutzutage auch möglich, die Form der Ohren sowie ihre Stellung durch eine Korrektur zu verändern, um ein harmonischeres Gesichtsbild zu erzeugen.

Auch die Entfernung des Doppelkinns stellt eine häufig angefragte Behandlung dar. Ältere Patienten leiden meist aufgrund von Elastizitätsverlust der Haut unter einer Deformierung des Kinns und wünschen sich eine Korrektur. Aber auch junge Menschen leiden manchmal unter dem Phänomen Doppelkinn, da sich hier aufgrund genetischer Veranlagung kleine Fettpölsterchen gebildet haben. Entscheidend bei der Wahl der Behandlungsmethode, ist die Ursache für das Doppelkinn. Bei altersbedingter Erschlaffung nehmen Experten in der Regel eine Straffung der Haut und des Platysmas vor. Bei jungen Patienten kommt häufiger die Entfernung mittels minimalinvasiver Injektionslipolyse zur Anwendung. Auch mithilfe einer Fettabsaugung lässt sich dem Kinn seine ursprüngliche Form wieder zurückgeben.

Patientenwohl im Fokus

Egal, ob Faltenbehandlung oder Gesichtskorrektur: Bei entsprechenden Eingriffen sollten stets Patientenwünsche und -wohl gegeneinander abgewogen und eine individuell passende Behandlungsmethode gefunden werden. Vor jeder Maßnahme gilt es, den Patienten intensiv zu beraten sowie über mögliche Risiken aufzuklären.

Quelle: 1http://www.vdaepc.de/pressemitteilung­-neue-statistik-­der-­aesthetisch­-plastischen-operationen-2015/

Der Artikel ist in der face & body 2/17 erschienen.

Foto: screensolutions gmbh – shutterstock.com
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