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Implantologie 20.02.2009

Die Indikationsklassen zur Implantattherapie nach dem "Konsensuspapier" der Verbände BDO, DGI, DGMKG und DGZI

Die Indikationsklassen zur Implantattherapie nach dem "Konsensuspapier" der Verbände BDO, DGI, DGMKG und DGZI

Implantattherapie
Die optimale Therapie des Zahnverlustes ist der Ersatz jedes einzelnen Zahnes durch ein Implantat. Dabei ist der Zahn 8 eines Quadranten in der Regel nicht zu ersetzen. Da die optimale Therapie aus verschiedensten Gründen (anatomische, aber auch wirtschaftliche) nicht immer durchgeführt werden kann, wurden die nachfolgenden Empfehlungen für Regelfallversorgungen aufgestellt.

Indikationsklassen für Regelfallversorgungen in der Implantologie

Klasse I
Wenn Zähne der Oberkieferfront fehlen

Klasse Ia „Frontzahnersatz“

Einzelzahnersatz und Schaltlücke

  • 1 Implantat je fehlendem Zahn


Wenn Zähne 32–42 der Unterkieferfront fehlen

  • Indikation für 2 Implantate


Wenn Zähne 33–43 der Unterkieferfront fehlen

  • Indikation für 2–4 Implantate unter Berücksichtigung der speziellen anatomischen Verhältnisse


Einzelzahnlücken der Unterkieferfront

  • Indikation für 1 Implantat


Klasse II – Grundsatz
Reduzierter Restzahnbestand und Freiendlücken

Bei der implantologischen Versorgung des reduzierten Restgebisses ist die Bezahnung des Gegenkiefers zu berücksichtigen. Darüber hinaus gelten die Regeln konventioneller Prothetik.

  • Für eine festsitzende Versorgung im Oberkiefer werden in der Regel 8 Pfeiler benötigt, im Unterkiefer in der Regel 6 Pfeiler. Natürliche Zähne können angerechnet werden, wenn diese an statisch günstiger Position stehen und eine gute Prognose aufweisen.
  • Für eine herausnehmbare Versorgung im Oberkiefer werden in der Regel 6 Pfeiler benötigt, im Unterkiefer in der Regel 4 Pfeiler. Natürliche Pfeilerzähne können angerechnet werden, wenn diese an statisch günstiger Position stehen und eine gute Prog-nose aufweisen.


Klasse IIa "Freiendlücke"

Zahn 8 fehlt

  • in Ausnahmefällen Indikation zur Implantation


Zähne 7 und 8 fehlen

  • Indikation für 1 Implantat


Zähne 6 bis 8 fehlen

  • Indikation für 1–2 Implantate


Zähne 5 bis 8 fehlen

  • Indikation für 2–3 Implantate


Zähne 4 bis 8 fehlen

  • Indikation für 3 Implantate


Klasse III
Zahnloser Kiefer

Für die Verankerung eines festsitzenden Zahnersatzes

  • im zahnlosen Oberkiefer: 8 Implantate
  • im zahnlosen Unterkiefer: 6 Implantate


Für die Verankerung eines herausnehmbaren Zahnersatzes

  • im zahnlosen Oberkiefer: 6 Implantate
  • im zahnlosen Unterkiefer: 4 Implantate


In Abhängigkeit zu anatomischen und prothetischen Gegebenheiten kann im individuellen Fall eine von der oben beschriebenen Anzahl von Implantaten abweichende Versorgung indiziert sein.

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