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Laserzahnmedizin 25.06.2012

Laserbehandlung eines Fibroms

De me expertus sum - Fibromentfernung aus Patientensicht

Welche interessante Interpretationsmöglichkeit sich in der Weisheit „De me expertus sum“ verbirgt und wie Sie diese Erkenntnis für sich und Ihre Laserpraxis nutzen können, soll in diesem Beitrag erläutert werden. Ganz bewusst möchte ich dabei aus einer sehr persönlichen Sichtweise heraus die Laserbehandlung eines Fibroms beschreiben und darstellen, wie ich zum Experten aus mir heraus wurde.

Das Wort Experte kommt, wie Sie sicherlich schon vermutet haben, aus dem Lateinischen. Das zugrunde liegende Verb experire bedeutet „versuchen, erproben“. Den „echten“ Experten bis ins Innere zeichnet also nicht nur Wissen, Können und Titel aus, sondern auch die Erfahrung des Erprobens und Versuchens bestenfalls am eigenen Körper oder Geist. Das kann ihn dann zum Experten mit innerer Überzeugung und Erfahrung machen.

Sichtwechsel: Vom Behandler zum Patienten


Dieser Artikel unterscheidet sich wesentlich von allem, was Sie bisher zum Thema Fibrom gelesen haben, da das Hauptaugenmerk auf dem Eingriff aus Patientensicht liegt und nicht auf dem zahnmedizinischen Verfahren. Denn ich hatte insofern das Glück, selbst versuchen zu dürfen, wie es sich anfühlt, ein Fibrom mit schonender ­Lasertechnologie aus der Wange entfernt zu bekommen. Plötzlich und unerwartet war es an einem Mittwochmittag soweit: Nachdem tatsächlich zwei Patienten parallel abgesagt hatten, konnte meine Kollegin, Zahnärztin E. Housseinipour, sich Zeit für mich nehmen und ­sogar eine zahnmedizinische Fachassistentin stand für Film- und Fotoaufnahmen zur Verfügung. Also, das ­Fibrom schnell beim Schopf gepackt und los ging es.

Zuerst wurden Fotos von der Ausgangssituation angefertigt (Abb. 1 und 2). Nach keimreduzierender Mundspüllösung und Oberflächenanästhesie bekam ich eine absolut schmerzfreie lokale Infiltrationsanästhesie rund um das OP-Gebiet. Da bei der Testung mit der Pinzette noch keine ausreichende Betäubungstiefe festgestellt wurde, ergänzte meine Zahnärztin mit einem kleinen Depot am N. mentalis und N. buccalis bis zur vollständigen Anästhesie. Danach wurde das breitbasig aufsitzende Fibrom mit dem 30-Watt-Diodenlaser elexxion claros im patentierten digitalen Hochpulsverfahren unter fortlaufenden gleichmäßigen Bewegungen Schicht um Schicht abtragend entfernt. Dabei wurde darauf geachtet, möglichst parallel zur Wangenschleimhaut zu arbeiten, um eine nicht gewollte Einstrahlung in das gesunde Gewebe zu minimieren (Abb. 3). Durch die Absaugung der Dämpfe wurde auch meine olfaktorische und gustatorische Sensorik geschont.

Schon nach für mich als Patienten überraschend kurzen drei Minuten Behandlungszeit teilte mir meine Zahnärztin mit, dass die Neubildung erfolgreich und vollständig entfernt wurde. Der Zustand wurde post OP mit einer digitalen extraoralen Kamera festge­halten (Abb. 4). Durch die patentierte digitale Hochpulstechnologie kam es trotz hoher Pulsenergie von 30 Watt und schneller Schneidleistung zu keiner Karbonisierung. Danach wurde eine Softlaser-Behandlung mit 100mW für eine Minute durchgeführt, um postoperativen Schmerzen vorzubeugen und die Wundheilung zu beschleunigen (Abb. 5). Die Neubildung wurde zur Diagnosebestätigung zur pathohistologischen Untersuchung eingeschickt. Hier ist der Hinweis für den Pathologen hilfreich, dass es sich um eine Laserexcision handelt, damit die Wundränder einfacher zu interpretieren sind. Zusätzlich wurde ein klinisches Foto vom Ausgangszustand der Pathologie zugesandt. Die Verdachtsdiagnose Reizfibrom der Wange konnte dann eine Woche später histologisch ­bestätigt werden (Abb. 6). Nach einer kurzen Aufklärung über Verhaltenshinweise verließ ich die Praxis und konnte zu Hause auf das Abklingen der Betäubung warten. Das Ergebnis war sensationell gut. Keinerlei Schmerzen, auch nicht bei Berührung mit der Zunge. Noch besser als erwartet war dieses positive Ergebnis der Wundsituation nach Abklingen der Anästhesie aus Patientensicht. Wenn ich mit der Zunge den operierten Bereich abtastete, fühlte es sich so an, als würde sich an der ehemaligen Fibromstelle ein Pflaster befinden. Zu erklären ist dieses schmerzfreie Wundgefühl durch die Vermeidung von unerwünschter Karbonisierung mit der von elexxion patentierten digitalen Hochpulstechnologie, der Deaktivierung von Schmerzfaserenden durch den Laserschnitt und der anschließenden Soft­lasertherapie.

Noch am gleichen Tag konnte ich trotz Operation meinen Mund voll nutzen, also sprechen, telefonieren und natürlich trinken und essen, alles mit einer gewissen Vorsicht, jedoch ohne merkliche Einschränkungen. Besonders vorteilhaft war bei der Größe der Wundfläche das Fehlen von Nähten und in der Folge eine narbenfreie Abheilung ohne Narbenzug. Die folgende Nacht habe ich ohne Einschränkungen oder gar die Einnahme von Schmerzmitteln gut überstanden. Das Ausbleiben von Blutungen empfand ich als Patient sehr viel wichtiger und wertvoller, als ich das zuvor als Behandler eingeschätzt hatte. Ich blieb dadurch uneingeschränkt kommunikationsfähig und musste keine Angst vor überraschenden Nachblutungen in der Öffentlichkeit haben. Besonders beruhigend für mich als Patient war die reduzierte Gefahr der Gewebeverschleppung durch sofortige Koagulation der Blutgefäße, besonders im Zeitraum bis zur histologischen Bestätigung. Am nächsten Vormittag stand ich wieder in der Praxis und behandelte ganz normal meine Patienten weiter, ohne jegliche Einschränkung und ohne ein Schmerzmittel benötigt zu haben. Das Foto vom Donnerstag zeigt den erwarteten Fibrinbelag bei sonst unauffälliger Wunde (Abb. 7). Nach erneuter Low-Level-Laser-Therapie wurde ich sieben Tage später zur Kontrolle einbestellt. Hier zeigte sich guter Fortschritt der Wundheilung (Abb. 8). Nach zwei Wochen war die Wundheilung abgeschlossen und auf dem Foto ist eine narbenfreie unauffällige gesunde Wangenschleimhaut zu sehen (Abb.9).

Fazit


Wenn ich nun Patienten zum Thema Laser berate, spricht aus mir die tiefe Überzeugung, dass mit dem ­Laser auf schonende Art und Weise ein optimales und nachhaltiges Ergebnis erzielt wird. Dass ich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Experte aus mir heraus bin, spüren die Patienten. Sie sind von der natürlichen intrinsisch motivierten Argumentation überzeugt und folgen gerne meinen Behandlungsvorschlägen zu ihrem eigenen Nutzen.

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