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Branchenmeldungen 04.04.2014

GAERID thematisiert die weibliche Genitalverstümmelung

GAERID thematisiert die weibliche Genitalverstümmelung

Am 7. und 8. März 2014 fand die 2. Jahrestagung der Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie Deutschland e.V. (GAERID) im Leipziger Hotel Marriott statt. Gut 100 der wichtigsten Vertreter aus den Fachgebieten Gynäkologie, Dermatologie, (Plastischer) Chirurgie und Urologie kamen zusammen, um an dem nationalen und internationalen Wissenstransfer teilzunehmen.

Die diesjährigen Schwerpunktthemen fokussierten zum einen die Behandlung an männlichen Patienten, zum anderen das rekonstruktive Segment der weiblichen Intimchirurgie. Dabei wurde den Teilnehmern neben einem multidisziplinär ausgerichteten Tagungsprogramm auch die Möglichkeit geboten, in den Plenarsaal übertragenen und kommentierten Live-OPs beizuwohnen. Tagungspräsident und Vorstandsvorsitzender Dr. med. Marwan Nuwayhid zeigte sich erfreut über die seit der Gründung im September 2012 stetig steigende Bedeutung der Gesellschaft, die sich inzwischen als die treibende Kraft für die Entwicklung der Intimchirurgie in Deutschland und Europa versteht. Weiterhin betonte er die am Tagungsprogramm deutlich ersichtliche Reifung der GAERID, deren thematisches Spektrum die beeindruckende Vielseitigkeit des sehr spezialisierten Fachgebietes widerspiegelt. Mit der Korrektur der rituellen weiblichen Beschneidung lag einer der Schwerpunkte auf dem wohl sensibelsten Teilbereich der Intimchirurgie. Während viele intimchirurgische Eingriffe heute das Ziel haben, gehobene Ästhetikansprüche zu verwirklichen und das Lustvermögen zu steigern, liegt das Bestreben der rekonstruktiven Intimchirurgie darin, das Leben beschnittener Frauen zu retten und wieder lebenswert zu machen.

Impressionen aus Leipzig

Als Betroffene dieser Personengruppe fand Fadumo Korn, Gründerin der gemeinnützigen Organisation NALA e.V., während der Tagung bewegende Worte zur Darstellung ihres eigenen Schicksals, das sie mit weltweit rund 140 Millionen Frauen teilt. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden, je nach Form, die natürlichen anatomischen Strukturen des weiblichen Genitalbereichs teilweise oder vollständig entfernt und die Wunde bis auf eine minimale Öffnung verschlossen. Zahlreiche Frauen überleben den Eingriff nicht, die meisten übrigen leiden ihr Leben lang unter den physischen und psychischen Folgen. Nicht zuletzt den Bemühungen der Ärzte auf dem Gebiet der wiederherstellenden Intimchirurgie ist es zu verdanken, dass inzwischen rekonstruktive Methoden und Techniken entwickelt werden, um die entstandenen Traumata zu mildern.

Als weiteres Motiv fand die operative Korrektur von Geburtsfisteln Eingang in den wissenschaftlichen Diskurs. Dr. Fekade Ayenachew berichtete über das in den ländlichen Gebieten Afrikas weitverbreitete Problem, das auf die mangelnde geburtshilfliche Versorgung zurückzuführen ist und das Leben der Mütter bedroht.

Ergänzt und abgerundet wurde die Zusammenstellung der Fokusthemen durch intimchirurgische Indikationen am männlichen Patienten, beispielhaft dargelegt durch Prof. Dr. med. Dr. (US) Björn Dirk Krapohll anhand eines Vortrags über die Therapiemöglichkeiten des „Vergrabenen Penis“. Der Dank Dr. Marwan Nuwayhids galt neben den Teilnehmern und den hochkarätigen Referenten auch der Industrie, die im Rahmen einer informativen Ausstellung ein umfangreiches Produktport- folio präsentierte. Er zeigte sich optimistisch, die Pionierarbeit der GAERID weiterhin in erfolgreicher Kooperation und zum Wohle der Patienten fortführen zu können.

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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