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Branchenmeldungen 18.05.2020

„Vor 10 Jahren war Wasserhygiene in der Dentalbranche kaum ein Thema“

Antje Isbaner
Antje Isbaner
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„Vor 10 Jahren war Wasserhygiene in der Dentalbranche kaum ein Thema“

Die Wasserhygiene in (zahn)medizinischen Einrichtungen rechtssicher zu gestalten – mit diesem Ziel wurde das Münsteraner Unternehmen BLUE SAFETY vor genau zehn Jahren gegründet. Zunächst als Zwei-Mann-Betrieb gestartet, zählt der Wasserexperte heute über 70 Mitarbeiter. Wir blicken mit den beiden Gründern und Geschäftsführern Jan Papenbrock und Chris Mönninghoff auf das letzte Jahrzehnt zurück und sprechen über Erfolge und Herausforderungen bei der Etablierung ihres vielseitigen Wasserhygiene-Konzepts.

Herr Papenbrock, Herr Mönninghoff – bevor wir uns genauer Ihrem zehnjährigen Wirken im Bereich der Wasserhygiene widmen – wie erleben Sie die aktuelle Corona­Krise?

Mönninghoff: Corona überschattet natürlich unser Jubiläum. Es zeigt aber auch, wie wichtig und richtig unsere Entscheidung war, uns auf die Hygiene zu spezialisieren. Denn wirklich jeder muss sich spätestens jetzt mit dem Thema beschäftigen. Und nicht nur punktuell und temporär, sondern umfassend. Es wird die (zahn)medizinische Zukunft maßgeblich weiterbestimmen. Dabei können wir als das einzige Unternehmen in Deutschland in der Dentalindustrie, das gleichzeitig Installationsbetrieb sowie nach DIN EN ISO 13485 zertifizierter Medizinproduktehersteller ist und ein eigenes mikrobiologisches Labor betreibt, diese Entwicklung qualifiziert und maßgeblich begleiten. Wir sehen Corona somit auch als eine wirkliche Chance für Praxen, aufzuwachen und umzudenken. Denn wer seinen Hygieneeinsatz klug nutzt und sichtbar macht, schützt, gewinnt und bindet Patienten. Das sagt die Studienlage.

COVID­-19 hat weltweit eine neue Dimension von Angst vor Infektionen ausgelöst. Kann denn das Virus über unser Trinkwasser übertragen werden? Und wie lässt sich das Risiko eindämmen?

Mönninghoff: Laut einer Stellungnahme des Umweltbundesamts ist eine Übertragung des Virus auf dem Trinkwasserweg zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Die Gefahr für die Gesundheit lauert viel eher in den Wasserwegen der Praxis selbst. Denn wegen Corona-bedingten Stillstands haben Legionellen ein leichtes Spiel. Ist dann das Immunsystem durch eine vorherige virale Atemwegsinfektion bereits geschwächt, steigt die Gefahr einer Legionellose. Für den Mitarbeiter- und Patientenschutz ist es also wichtig, vorzusorgen und sich sicher aufzustellen.

Nun zu Ihnen – wie ist es zu Ihrer beider Zusammenarbeit gekommen? Wann und wie haben Sie sich kennengelernt und wie ist die Wasserhygiene zu Ihrem Thema geworden?

Papenbrock: Als ehemaliger Leistungsschwimmer des Nationalkaders lag mir das Element Wasser schon immer im Blut. Kennengelernt haben wir uns allerdings bei einem ganz anderen Sport, nämlich beim Fußballspielen. Abseits des Feldes zeigte sich schnell, dass wir uns auch unternehmerisch ideal ergänzen. Wir teilen den Ansporn, mit technologischen Innovationen die Welt nachhaltig zu verändern. Nach eingehender Forschung und Erfahrungen in der Lebensmittelhygiene und -technik zeigte sich die Dentalwelt als das spannendste Handlungsfeld mit dem größten Bedarf nach einer wirklich wirksamen Wasserhygiene-Lösung. So fing es an, der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Mit dem SAFEWATER Hygiene-Technologie-Konzept sorgt BLUE SAFETY in deutschen und österreichischen Zahnarztpraxen für lückenlose Wasserhygiene. © BLUE SAFETY

Wer von Ihnen ist für welche Bereiche im Unternehmen BLUE SAFETY zuständig?

Mönninghoff: Unsere sportliche Vergangenheit hat nicht nur unseren Ehrgeiz, sondern auch unseren Teamzusammenhalt geprägt. Bei BLUE SAFETY setzen wir seit Beginn auf ein interdisziplinäres Expertenteam, in dem jeder sein Spezialgebiet hat. Als eingeschworene Partner treffen wir zukunftsweisende Entscheidungen stets gemeinsam. Im Alltagsgeschäft zeichnet sich Jan jedoch vorwiegend für die Bereiche Recht, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung verantwortlich. Ich gestalte hingegen in erster Linie die finanzielle Weiterentwicklung des Unternehmens und betreue über das Marketing unsere Außenwahrnehmung.

Wie müssen wir uns die Prozesskette bei BLUE SAFETY von einer Idee zum fertigen Produkt vorstellen?

Papenbrock: Am Anfang neuer Produkte stehen bei uns immer die Bedürfnisse der Praxen. Unser Ziel ist es, die Zahnmediziner und ihre Teams bei ihrer Arbeit bestmöglich zu unterstützen und zu entlasten – sowohl gesundheitlich, rechtlich wie finanziell. Bei der Entwicklung von der Produktion bis hin zur Implementierung verfolgen wir höchste Qualitätsansprüche. Das attestiert uns nun auch ganz offiziell unsere jüngst bestandene Zertifizierung nach DIN EN ISO 13485 als Medizinproduktehersteller. Das ist ein echter Meilenstein unserer Unternehmensgeschichte und zugleich Startschuss für weitere innovative Projekte.

Worin sehen Sie Ihren größten Unternehmenserfolg? Und welche Herausforderungen mussten Sie bisher meistern?

Mönninghoff: Als wir mit BLUE SAFETY starteten, war Wasserhygiene in der Dentalbranche kaum ein Thema. Dabei wurden die Gefahr von Wasserkeimen und der Mangel an wirksamen Lösungen aktiv totgeschwiegen. Immer wieder kämpften wir auch mit Gegenwind – traurigerweise vor allem aus den Kammern. Doch wir haben es geschafft, diese dringenden Mängel zu thematisieren, die damit verbundenen Problematiken klar und deutlich aufzuzeigen und eine echte, nämlich praxistaugliche Alternative zu etablieren. Genau diese Alternative stellt inzwischen weit über 1.000 Zahnarztpraxen wasserseitig sicher auf. Der Themenkomplex „Wasserhygiene“ ist in den Köpfen vieler Zahnmediziner angekommen. Das zeigt auch unser Unternehmenswachstum seit 2010 – wir gingen damals zu zweit an den Start und zählen heute über 60 Teammitglieder bei BLUE SAFETY.

Im unternehmenseigenen Labor: Maxie Vienenkötter (Entwicklungs- und Qualitätsingenieurin) und Dr. Friederike Emeis (Prozess-, Projekt- und Qualitätsmanagerin) (v. l.) im Zuge der Produktentwicklung. © BLUE SAFETY

Welche konkrete Unterstützung bieten Ihre Technologien im zahnmedizinischen Alltag?

Papenbrock: Wir entlasten mit einem Full Service. Zahnarztpraxen haben diverse Aufgabenfelder, Praxishygiene ist da nur ein kleiner, aber äußerst komplexer Teil. Unser Ansatz ist es, nicht nur einfach ein Produkt zu verkaufen, sondern Praxisteams ganz wesentlich und langfristig bei ihrer Wasserhygiene zu begleiten. Nur so ist ein dauerhafter Erfolg für die Praxen gesichert. Gemeinsam sorgen wir für absolute Gewissheit bei der Wasserqualität in der gesamten Praxis. Zum Beispiel mithilfe inkludierter akkreditierter Probenahmen, die gleichzeitig Rechtssicherheit liefern. Damit sich Praxisinhaber ganz auf die Weiterentwicklung ihres Praxisunternehmens konzentrieren können.

Wie erfolgt die Installation und Einweisung Ihrer Systeme vor Ort?

Papenbrock: Hat sich eine Praxis nach unserer individuellen, persönlichen und kostenfreien Beratung für unser Hygiene-Technologie-Konzept entschieden, installieren unsere unternehmenseigenen Servicetechniker die Anlage. Das geht einfach bei laufendem Praxisbetrieb. Maximal für eine Stunde muss das Wasser kurz abgestellt werden. Die Mittagspause des Behandlungsteams eignet sich idealerweise dafür. Noch am gleichen Tag bekommen die Mitarbeiter eine fundierte Einweisung. Danach kommen wir planmäßig einmal jährlich zur Wartung und Probenahme in die Praxis. Darüber hinaus sind wir jederzeit für sämtliche Fragen persönlich erreichbar. Denn wir geben ein Leistungsversprechen und kommen im Zweifel so lange vorbei, bis alles einwandfrei läuft.

Warum ist Ihnen die Aufklärungsarbeit zur Wasserhygiene so wichtig?

Mönninghoff: Wir wollen durch unser Wirken, auch über unsere gemeinnützige Stiftung WATER.FOUNDATION, aktiv zum Erhalt der Gesundheit aller beitragen. Dabei ist es wichtig, nicht nur Produkte und Lösungen anzubieten, sondern eben auch die Kontexte und Zusammenhänge aufzuzeigen, in denen diese Produkte wichtig und notwendig sind. Gerade jetzt, inmitten einer weltweiten Pandemie, merken wir, einzeln und als Gemeinschaft, wie letztlich anfällig unser Organismus ist und wie wichtig Kenntnisse, Prävention und Schutzmaßnamen sind. Jeder Arzt beziehungsweise Zahnarzt, jede Zahnmedizinische Fachangestellte, ist auch Patient. Und wir alle verdienen eine bestmögliche medizinische Versorgung, die unsere Gesundheit nicht unnötig gefährdet. Warum also eine Gefahr hinnehmen, die sich zuverlässig und dauerhaft ausmerzen lässt? Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir schon erreicht haben, doch wir sind längst noch nicht am Ziel. Auch heute noch unterschätzen leider viel zu viele Zahnmediziner die Konsequenzen einer vernachlässigten Wasserhygiene, insbesondere auch im Bezug auf die Verbreitung von antibiotikaresistenten Spezies durch Zahnarztstühle in der Patientenschaft. Sie gilt es, in den kommenden Jahren „abzuholen“ und die Hygieneketten der Praxen weiter zu sichern.

Und was planen Sie zukünftig?

Papenbrock: Mit unserer Zertifizierung, vielen neuen Produkten und verschiedenen Patenten im Rücken ist mit uns auch in den kommenden Jahren als Medizinproduktehersteller und Innovator zu rechnen. Wir werden weiter wachsen, um Zahnmediziner immer besser schützen und unterstützen zu können. Keime kennen keine Grenzen, und wir haben ihnen den Kampf angesagt.

Vielen Dank für das Gespräch und noch einmal herzlichen Glückwunsch zum zehnjähigen Jubiläum.

Foto Teaserbild: BLUE SAFETY

Hinweis: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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