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Branchenmeldungen 20.09.2016

„Reziprokes Feilensystem ohne Einschraubeffekt“

„Reziprokes Feilensystem ohne Einschraubeffekt“

Aller guten Dinge sind drei – Komet komplettiert sein Sortiment an rotierenden Feilensystemen. Zu den bereits am Markt etablierten vollrotierenden Systemen F360 und F6 SkyTaper gesellt sich nun erstmals ein linksalternierend – sprich „reziprok“ arbeitendes – System. Was ist daran nun neu und lohnt es sich die R6 ReziFlow genannten Instrumente zu testen? Ein Anwenderbericht von Nils Widera gibt Aufschluss.

Reziprok arbeitende Feilensysteme sind momentan mächtig en vogue, wenn man sich die Verkaufszahlen der Hersteller ansieht. Und in der Tat bietet diese spezielle Form der Bewegung Vorteile. Durch die auf die Arbeitsphase der Feile folgende, kurze gegenläufige Bewegung kommt es zu einer signifikanten Entspannung und dadurch zu einer deutlich verminderten Bruchgefahr.

Komet geht allerdings in der geometrischen Gestaltung seiner Instrumente einen anderen Weg als VDW (Reziprok) und Maillefer (Wave One). Die R6 ReziFlow-Feilen verfügen alle über einen konstanten Taper von 6 % und sind somit besonders im Spitzenbereich in den kleinen ISO-Größen immer noch relativ flexibel. Der von anderen Systemen bekannte und in Abhängigkeit von der Behandlungsweise unterschiedlich stark auftretende Einschraubeffekt tritt – behutsames Arbeiten vorausgesetzt – überhaupt nicht ein. Die Bandbreite der angebotenen ISO-Größen reicht von 25 bis 50 und deckt ein breites Einsatzgebiet ab.

Im Folgenden möchte ich mit einem Behandlungsfall typische Einsatzgebiete für das neue System umreißen.

Der Fall – Eine Primärbehandlung an einem Zahn 16

Der Patient wurde zur Behandlungsübernahme für die notwendige endodontische Therapie und den adhäsiven Aufbau zu mir überwiesen. Die zu Behandlungsbeginn durchgeführte Untersuchung führte zur Diagnose einer chronischen apikalen Parodontitis. Details zur Untersuchung: keine Lockerung des betroffenen Zahnes, ein circumferrent intaktes Ligamentum parodontale (Cave: Ausschluss Längsfraktur). Der Erhalt des Zahnes war für den Patienten sehr wichtig, da er in eine prothetische Versorgung eingegliedert werden sollte.

Die genaue Betrachtung der Ausgangsröntgenaufnahme (Bild 1) warf zwei Fragen auf: 1. Kann der Zahn nach der endodontischen Therapie mithilfe von Glasfaserstiften adhäsiv sicher aufgebaut werden und 2. Wie genau verläuft die palatinale Wurzel?  

Die Behandlung wurde als zweizeitige endodontische Therapie durchgeführt. Nach Anästhesie (Ultracain D-S Forte, Sanofi-Aventis) und komplettem präendodontischen adhäsiven Aufbau des Zahnes (Optibond FL, Kerr Dental; Venus Diamond/Venus Diamond Flow, Heraeus Kulzer) erfolgte die IKD (Intrakoronale Diagnostik) unter dem Opmi PICO. Die IKD ließ keine Risse oder andere Unregelmäßigkeiten erkennen und es konnten vier Kanaleingangssysteme dargestellt werden. Die Entfernung der Restkaries im ehemaligen Pulpencavum habe ich mit Langhalsrosenbohrern (H1SML, Komet Dental) vorgenommen. Schon während dieser Arbeitsschritte wurde kontinuierlich mit NaOCl 3 % zwischengespült. Die Arbeitslänge wurde in allen Kanalsystemen endometrisch mit 10er Handinstrumenten (K-Feile 17325.654.010, Komet Dental) bestimmt. Danach kam eine R6 ReziFlow-Feile in der Größe 30 zum Einsatz. Mit Hilfe dieses Instrumentes konnten in einem Arbeitsschritt die Kanaleingänge im koronalen Drittel effizient erweitert werden und eine primäre Aufbereitung der Kanalsysteme bis auf 15 mm Arbeitslänge vorgenommen werden.

In der zweiten Behandlungssitzung wurde dann erneut in jedem Kanalsystem mit 10er Handfeilen die Länge kontrolliert. Im relativ einfach zu erschließenden palatinalen Kanalsystem erfolgte die komplette Aufbereitung dann mit lediglich drei Feilen: zuerst wurde der Gleitpfad mit dem PathGlider 03/20 (Komet Dental) erweitert, und  danach mit einer R6 ReziFlow Feile 06/30 und einer F360 Feile 04/45 (beide Komet Dental) definitiv ausgeformt. In den drei verbliebenen Kanalsystemen wurde apikal bis 30 ausgeformt – auch hier Gleitpfadverfolgung mit dem schon erwähnten 03/20 PathGlider (Komet Dental). Die abschließende Ausformung erfolgte mit einer 06/30 R6 ReziFlow Feile. Nach jedem Feilenwechsel wurden die Kanalsysteme mit Ultraschall (Satelec) und NaOCl 3 % gespült. Und wie schon erwähnt, können reziprokierende Bewegungen hier von Vorteil sein, wenn man die stark gekrümmten mesialen Kanalsysteme betrachtet und die Bruchgefahr verringern möchte (Bild 2). Wichtig ist aus meiner Sicht, in permanent „gefluteten“ Kanalsystemen zu arbeiten, um die Feilen weiter zu entlasten und ein Einpressen von Debris durch stetigen Spülmittelaustausch zu vermeiden. Hier konnte die R6 ReziFlow Feile überzeugen. Sie kam im EndoPilot zum Einsatz. Im Praxisalltag hat sich die Einstellung der in Bild 3 sichtbaren Parameter bewährt.

Warum diese Wahl der Feilen? Die R6 ReziFlow in Größe 30 mit ihrem 6er Taper folgte dem Kanalverlauf ohne jegliche Kraftanstrengung. Eine weitere apikale Aufbereitung ist aber palatinal aufgrund des apikalen Durchmessers notwendig. Dieses Ergebnis konnte ich mit einer 4 % konischen F360 Feile ohne Risiko erreichen, wie die Masterpointaufnahme (Bild 2) zeigt.

Mit der rein mechanischen Aufbereitung ist die Behandlung allerdings noch nicht abgeschlossen. Es schließt sich noch die Abschlussspülung (Zitronensäure, NaOCl, CHX, Ethanol als Zwischenspülung) an.

Fazit

Komet verwendet in der R6 ReziFlow-Broschüre den Begriff „Sanftheit“. Ich würde es einmal folgendermaßen formulieren: Die reziproke Arbeitsweise der R6-Feile lässt kein Einschrauben zu, das gibt dem Anwender während der gesamten Behandlungszeit das Gefühl von Sicherheit. Gleichzeitig liefert der konstante Taper von 6 % besonders im Spitzenbereich in den kleinen ISO-Größen relativ viel Flexibilität. Liegen also stark gekrümmte Kanalsysteme vor wie im oben beschriebenen Fall, ist R6 ReziFlow das Feilensystem der Wahl, um kontrolliert zu arbeiten, die Bruchgefahr zu verringern und die endodontische Behandlung erfolgreich abzuschließen.

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Foto: © Autor/Komet
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