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Businessnews 10.12.2018

„Die Zahntechnik ist das Fundament unseres Unternehmens“

Carolin Gersin
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„Die Zahntechnik ist das Fundament unseres Unternehmens“

Nach 15 Jahren als CEO von Ivoclar Vivadent übergibt Robert Ganley im Juli 2019 sein Amt an Diego Gabathuler. Ein Interview über persönliche Highlights, schwierige Momente und Wünsche für die Zukunft.

Herr Ganley, Sie stehen seit 2003 an der Spitze von Ivoclar Vivadent. Wenn Sie zurückblicken, was war für Sie das schönste Erlebnis in dieser Zeit?

Robert Ganley: Der Kontakt zu den Menschen. Ich hatte das Glück, ein hoch talentiertes Team führen zu dürfen, das sich immer für die Bedürfnisse unserer Kunden eingesetzt hat. Außerdem habe ich in all diesen Jahren in der Branche unglaublich viele interessante Persönlichkeiten getroffen, darunter Zahntechniker, Zahnärzte und Universitätsprofessoren, die sich alle der qualitativ hochstehenden Ästhetischen Zahnheilkunde verschrieben haben.

Und welches Erlebnis hat Sie am meisten erschüttert?

Erschüttert ist ein hartes Wort. Ich würde sagen, es hat mich betroffen gemacht, wie schnell die Loyalität eines Unternehmens zur Diskussion stehen kann.

Sie sprechen von der Präsentation der PrograMill-Serie auf der letzten IDS?

Ja, genau. Wir stellten vier neue Produkte vor. Drei, die ganz klar den Laboren zugutekommen, und eines, das sowohl im Dentallabor als auch in der Zahnarztpraxis eingesetzt werden kann. Aber diese eine Option, in Kombination mit einer unglücklichen Kommunikation unsererseits, hat viele Menschen verärgert.

Es wurden Stimmen laut, dass sich Ivoclar Vivadent von der Zahntechnik abwendet …

Ja, das habe ich gehört. Aber das stimmt ganz und gar nicht! Im Gegenteil: Wir bekennen uns seit eh und je ganz klar zur Zahntechnik. Das sehen Sie auch an unserem Sortiment, das zum Großteil aus Produkten für Zahntechniker besteht.

Würden Sie die Zahntechnik sogar als das Fundament Ihres Unternehmens bezeichnen?

Ja, das ist aus historischer Sicht sicher richtig. Die Zahntechnik hat unseren Geschäftserfolg begründet. Mit der Zahntechnik ist Ivoclar Vivadent gewachsen und groß geworden. Gelernte Zahntechniker finden Sie bei uns in der Forschung, in der Entwicklung, im Marketing, im Verkauf und in vielen anderen Unternehmensfunktionen. Ivoclar Vivadent IST zu einem großen Teil Zahntechnik.

Wie groß ist der Anteil, den Sie in der Forschung und Entwicklung für Zahntechnikprodukte ausgeben?

Groß. Wir investieren über die Hälfte unseres F&E-Budgets in Produkte für die Zahntechnik.

Glauben Sie an die Zukunft des Zahntechniker-Berufs?

Absolut. Die Komplexität der zahntechnischen Versorgungsmöglichkeiten nimmt zu. Der Bedarf an zahntechnischer Expertise wird also weiter steigen. Gleichzeitig ist klar, dass die Digitalisierung den Beruf verändern wird, so wie sie viele Berufsbilder verändert. Wir glauben, dass in Zukunft Erfahrung und Fachwissen in der Fallanalyse, im Design und in der Materialverwen-dung noch wichtiger sein werden als heute. Und auch die Unterstützung durch digitale Technologien und Geräte wird weiter stark an Bedeutung gewinnen.

Sie übergeben Ihre Funktion als CEO im Sommer an Diego Gabathuler. Wie fühlen Sie sich?

In erster Linie freue ich mich, dass wir für das Unternehmen einen so qualifizierten Nachfolger gewinnen konnten und ich mich mit gutem Gewissen zurückziehen kann. Aber es sind schon Emotionen dabei, wenn ich daran denke, dass ich nach 39 Jahren in einer Industrie, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, in den Ruhestand trete. Ich werde die Zahntechniker und Zahnärzte vermissen, die über die Jahre auch zu Freunden geworden sind.

Sie dürfen im Verwaltungsrat weitermachen?

Genau (lacht)! Ich freue mich sehr, diese neue Rolle zu übernehmen.

Foto: Ivoclar Vivadent
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