Branchenmeldungen 27.10.2026
Post-Processing im Wandel: Wie eine Polishing Cassette Fertigungsprozesse beschleunigt
share
Wie sich die Technologie im täglichen Betrieb auswirkt und welche wirtschaftlichen Vorteile sie bietet, zeigen die Erfahrungen aus dem Berliner Dentallabor Einsdental.
Alles begann mit der grundlegenden Umstellung des Schienenworkflows bei Einsdental von der subtraktiven Frästechnik auf den 3D-Druck mit dem Carbon-Drucker M2 nebst Nutzung der AO Polishing Cassette (C4). Das System von Carbon Technologies nutzt eine hochentwickelte Lichtstreuungstechnologie direkt während des 3D-Druckprozesses. Dadurch wird die Oberflächenqualität der Bauteile bereits im flüssigen Harzbett optimiert, ohne dass die feinen geometrischen Details oder die Passgenauigkeit verloren gehen. Die C4-Kassette ist für gängige, validierte Schienenmaterialien ausgelegt und zielt darauf ab, manuelle Arbeitsschritte bei der Politur zu reduzieren.
Einmal getestet, dauerhaft bewährt
Im direkten Vergleich zur Standard-Druckkassette C2 setzt das Berliner Labor für die Schienenproduktion inzwischen flächendeckend auf das neue System, um eine reproduzierbare Basis für die Endkontrolle zu schaffen. „Zu Beginn haben wir das Ergebnis einmal mit der C2-Kassette verglichen. Inzwischen benutzen wir für jeden Schienendruck die C4-Kassette (AO Polishing). Damit erhalten wir die notwendige Oberfläche als Grundlage für das Finish und nach der Härtung auch die gewünschte Transparenz“, erklärt Zahntechnikermeister Christian Hankel.
Da Dentallabore strengen Qualitäts- und Transparenzstandards unterliegen, diene das Ergebnis der Polishing Cassette als optimierte Grundlage für ein nachgelagertes, maschinelles Verfahren. Hankel führt hierzu weiter aus: „Früher haben wir die Schienen gefräst, deren Oberfläche war deutlich rauer. Mit der AO Polishing Cassette C4 kommen die 3D- gedruckten Schienen bereits hochgradig glatt aus dem Drucker, das reduziert die Nacharbeit erheblich. Fix und fertig ist die Arbeit aber trotz Polishing Cassette nicht. Das Ergebnis ist besser als gefräst, aber schlechter als nach der manuellen Politur. Um unseren hohen Standards nachzukommen, polieren wir daher maschinell nach und erreichen so das von uns gewünschte Ergebnis.“
Veränderter Workflow im Labor
Der wesentliche Vorteil des Systems zeige sich beim Blick auf die Arbeitsstunden. Da durch die Lichtstreuung homogene Oberflächen entstehen, entfalle der zeitaufwendigste Teil der manuellen Nacharbeit. „Das händische Polieren fällt weg. Bei zehn bis 15 Schienen sparen wir eine Stunde Arbeitszeit“, weist Christian Hankel die verbesserte Wirtschaftlichkeit aus.
Weiter betont er, dass die Automatisierung die Aufgabenfelder im Labor verschiebe: Während die Nachbearbeitung der Oberflächen verkürzt werde, verlagere sich der Fokus auf das präzise Handling der Plattformen und den Reinigungsprozess. „Hier gibt nun die Maschine den Takt vor. Die Arbeitsverteilung richtet sich danach, wann der Druck fertig ist, denn dann muss es schnell gehen. Reinigung, das Entfernen der Supports und das Härten sind Prozesse, die relativ viel Aufmerksamkeit brauchen, währenddessen wir aber schon die nächste Plattform drucken.“
Prozesssicherheit als Kernvorteil
In der Gesamtbetrachtung biete die Kombination aus der DLS-Technologie und der AO Polishing Cassette vor allem verlässliche, wiederholbare Prozesse bei gleichbleibend hoher Qualität. „Prozesssicherheit ist sicher der entscheidende Faktor und natürlich die Zeitersparnis im Vergleich zum Fräsen“, führt Hankel seine Erfahrungen abschließend aus.