Branchenmeldungen 03.11.2026
Alterszahnmedizin: Wenn sich die Mundgesundheit verändert
Mundtrockenheit kann außerdem als ein mögliches Symptom bei chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Therapien, wie etwa einer Tumor-Strahlentherapie, vorkommen.1 Klinisch wird unterschieden zwischen Xerostomie, dem subjektiven Empfinden, von Mundtrockenheit, und Hyposalivation, der objektiv messbar verringerten Speichelsekretion. Zu den typischen Symptomen zählen zum Beispiel ein trockenes, klebriges Gefühl der Schleimhäute, Halitosis (Mundgeruch), Zungenbrennen, gesteigertes Durstempfinden oder das Gefühl von fehlendem Speichel.
Auswirkungen des Alterns auf die Mundgesundheit
Mundtrockenheit kann die Lebensqualität mitunter deutlich beeinträchtigen2 und das Risiko für Erkrankungen der Mundhöhle erhöhen: Speichel befeuchtet die Schleimhäute, unterstützt die natürliche Reinigung der Zähne und neutralisiert Säuren. Wird zu wenig Speichel produziert, können beispielsweise Sprechen, Schlucken oder Schlafen schwerfallen. Zudem kann sich das orale Gleichgewicht verändern und das Kariesrisiko steigen.3,4 Ohnehin stellt Karies im höheren Lebensalter ein relevantes Mundgesundheitsproblem dar. „Mit zunehmendem Alter verändert sich nicht nur das Kariesrisiko, sondern auch, wo Karies zum Problem werden kann. Durch Gingivarezessionen liegen häufiger Wurzeloberflächen frei und werden damit anfälliger für Wurzelkaries. Kommt ein verminderter Speichelfluss hinzu, geht zudem ein wichtiger Schutzfaktor der Mundhöhle verloren. Umso wichtiger ist es, Prävention im Alter an die individuelle Risikosituation anzupassen“, erklärt Nora-Sophie Feulner, Dentalhygienikerin und Präventionsmanagerin sowie Clinical Affairs Specialist bei TePe D-A-CH. Auch altersassoziierte Veränderungen der gingivalen Wundheilung können für die zahnärztliche Prävention und Behandlung relevant sein.1 Darüber hinaus können die allgemeine gesundheitliche Situation, chronische Erkrankungen und die Einnahme mehrerer Medikamente die Mundgesundheit beeinflussen. Präventions- und Behandlungskonzepte sollten daher nicht allein am Lebensalter, sondern an den individuellen Voraussetzungen, Risikofaktoren und Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet werden. Gerade Mundtrockenheit sollte dabei gezielt erfragt und im Zusammenhang mit möglichen Einflussfaktoren betrachtet werden. Ein Anamnesebogen, wie er etwa von TePe hier bereitgestellt wird, kann dabei unterstützen, Beschwerden und mögliche Einflussfaktoren systematisch zu erfassen und Patientinnen und Patienten entsprechend aufzuklären und zu beraten.
Gut begleiten – besser vorsorgen
Mundhygiene sollte immer individuell gedacht werden. Besonders mit zunehmendem Alter ist es aber wichtig, die Mundhygiene immer wieder an veränderte medizinische, funktionelle, und psychosoziale Gegebenheiten anzupassen. Dabei sind nicht nur geeignete Mundhygieneprodukte von TePe von Bedeutung, die ältere Menschen bei der täglichen häuslichen Mundhygiene unterstützen. Auch die individuelle Beratung in der Praxis nimmt einen besonderen Stellenwert ein, betont Feulner: „Haltung und Wahrnehmung des Teams, Kommunikation, Geduld, Praxisorganisation und interdisziplinäres Denken beeinflussen maßgeblich, wie gut ältere Menschen erreicht und begleitet werden. Dabei gilt es, mögliche Barrieren zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden, die zur individuellen Lebenssituation passen. Alterszahnmedizin ist daher immer auch Teamarbeit – zwischen Patientinnen und Patienten, Praxisteam und, wenn erforderlich, Angehörigen, Pflegekräften oder anderen unterstützenden Personen.“ Helfen können hierbei individuell angepasste Prophylaxetermine in der Praxis sowie das Erleichtern einer regelmäßigen und effizienten Zahn- und Zahnzwischenraumreinigung, etwa durch Mundhygieneinstruktionen als Videos auf dem Smartphone oder dem Hinzuziehen von Pflegekräften, Angehörigen oder anderen unterstützenden Personen.
Mundhygiene für besondere Bedürfnisse
Die tägliche Zahnzwischenraumreinigung ist Pflicht. Gleichzeitig kann sie für ältere Menschen eine große Herausforderung sein, weil sowohl Zahnseide als auch klassische Interdentalbürsten klein und filigran sind. Die Handhabung kann sich deshalb vor allem bei manuellen Einschränkungen oder mangelnder Geschicklichkeit als schwierig erweisen. Spezielle Varianten von Interdentalbürsten, zum Beispiel die TePe Angle mit verlängertem Griff, können insbesondere Pflegekräften, Angehörigen oder Menschen mit motorischen Einschränkungen den Zugang deutlich erleichtern. Die Schutzkappe kann auch am Ende des Kopfes aufgesteckt werden, sodass die Wange weggehalten werden kann und eine Reinigung mit besserer Sicht auch im hinteren Seitenzahnbereich ermöglicht wird. Bei sensiblem Zahnfleisch eignen sich die TePe Interdentalbürsten Extra Soft mit besonders weichen Filamenten für eine sanfte Reinigung. Speziell für Mundtrockenheit steht bei den Mundhygieneprofis aus Schweden eine Produktreihe aus feuchtigkeitsspendenden Mundspülungen, Gelen und Mundspray zur Verfügung, die gut miteinander kombiniert werden können und die Beschwerden mindern können. Diese sind auch in einer sanften Version ohne Geschmacksstoffe erhältlich, die sich vor allem für Menschen mit sehr empfindlichen Schleimhäuten empfiehlt. Die bewährten TePe-Produkte sind über alle Dentaldepots sowie bei TePe direkt, z. B. online über den Praxis-Shop, erhältlich.
Wissen vertiefen und Punkte sammeln
Das Thema lässt sich im kommenden Webinar auf TePe Share vertiefen: Am 11. November 2026 geht es um 19 Uhr um „Mundtrockenheit. Was tun, wenn die Spucke wegbleibt?“ In dem 60-minütigen Webinar können Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur ihr Wissen auffrischen, sondern zudem auch einen CME-Punkt erhalten.
[1] Kamnoedboon P, Spyraki F, Thomson WM, Srinivasan M. A Systematic Review and Meta-Analysis of the Global Prevalence of Dry Mouth in Older Adults. Gerodontology. 2026;43(3):383–402
[2] Lipsky, M.S. et al. Oral Health and Older Adults: A Narrative Review. Dent. J. 2024, 12: 30
[3] Srisanoi et al. Associations Between Multimorbidity, Polypharmacy and Oral Conditions in Older Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis. Gerodontology. 2026;43(3):403–419
[4] Filippi A et al. Mundtrockenheit. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige. 2022, Quintessence Verlags-GmbH, Berlin
[5] Hahnel S et al. Prevalence of xerostomia and hyposalivation and their association with quality of life in elderly patients in dependence on dental status and prosthetic rehabilitation: A pilot study. Journal of dentistry 2014; 42 (6): 664–670
[6] https://www.ada.org/resources/ada-library/oral-health-topics/xerostomia
[7] Gottschalk, T. (2021). Mundhygiene bei Pflegebedürftigen: Maßnahmen in bestimmten Pflegesituationen (Teil 2). Prophylaxe Impuls, 25(62), 62–68