Branchenmeldungen 28.10.2026

IDS 2027: „Hohe Dynamik in Paro und Prävention – digitale Lösungen so komfortabel wie nie“

VDDI – Im Dentalmarkt ist vieles in Bewegung. Wie Zahnärzte und Zahntechniker diesen Schwung aufnehmen und ihre Praxis zukunftsfest aufstellen, erläutert Mark Stephen Pace, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI) – mit Blick auf die Internationale Dental-Schau (IDS) vom 16. bis 20. März 2027 in Köln.

IDS 2027: „Hohe Dynamik in Paro und Prävention – digitale Lösungen so komfortabel wie nie“

Foto: Koelnmesse / IDS Cologne / Thomas Klerx

Herr Pace, was kann die IDS 2027, was kein digitaler Produktvergleich und keine Onlinepräsentation leisten können? Oder anders gefragt: Warum lohnt sich der Weg nach Köln im kommenden Jahr?

Mark Stephen Pace: In der virtuellen Welt lassen sich Produkte nicht in die Hand nehmen und testen. Der IDS-Besucher ist mit einem neugierigen, wachen Blick unterwegs, sieht, fühlt und erhält Antworten auf Fragen wie diese: Wie unterscheidet sich dieser Intraoralscanner von jenem – wie liegen sie in der Hand? Wie komfortabel lässt sich ein neuer Labordrucker bedienen – und wie fügt er sich in den Alltag?

In Fachgesprächen an den Messeständen lassen sich die gewonnenen Eindrücke vertiefen und so ein solides Fundament für Investitionsentscheidungen schaffen. Der Weg nach Köln lohnt sich zur 42. IDS 2027 besonders, weil sich hier entscheidet, wie zahnärztliche und zahntechnische Teams in Zukunft arbeiten und wie sich das ökonomisch rechnet.

Welche Themen werden die IDS 2027 prägen?

Digitale Technologien sind auf breiter Front einfacher integrierbar als je zuvor. Ihr Einsatz wird komfortabler. Volldigitale Workflows und Automatisierung machen Diagnose, Therapie, Fertigung sowie die gesamte Praxis- und Laborverwaltung damit noch effektiver.

Auf der IDS präsentieren die Aussteller darüber hinaus cloudbasierte Anwendungen und KI-gestützte Abläufe. Sie verbessern die Kommunikation zwischen Praxen, Laboren und Kliniken. Dentalspezifische Algorithmen analysieren Röntgenbilder, unterstützen Zahnärzte bei der Diagnose und machen Vorschläge für die Gestaltung von Kronen und Brücken oder für Position und Einschubwinkel von Implantaten.

Passend dazu stellt die IDS weiterentwickelte Materialien vor: Biokompatible Kunststoffe und hochfeste Keramiken eröffnen neue Möglichkeiten für langlebigen Zahnersatz. Selbstadhäsive Materialien vereinfachen den Füllungsworkflow. Antibakterielle Beschichtungen erhöhen die Effizienz und Sicherheit vieler Behandlungen, etwa in der Endodontologie, wo Laser zunehmend zur Keimreduktion bis zum Apex eingesetzt werden.

Der 3D-Druck lässt sich auf der IDS als Alternative oder Ergänzung zur CAD/CAM-Fertigung erleben. Er ermöglicht maßgeschneiderte Implantate, Zahnersatz und chirurgische Schablonen. Neue Druckverfahren reduzieren Produktionszeiten und steigern die Funktionalität, während neue Druckharze die Indikation auf definitive prothetische Versorgungen erweitern.

Innovatives zeigt die IDS auch auf dem Feld der dentalen Bildgebung: Über bewährte Verfahren wie das Röntgen hinaus gewinnt die auf der letzten IDS vorgestellte Magnetresonanzspektroskopie an Bedeutung. Gleichzeitig bereichert die optische Kohärenztomografie das Portfolio – besonders stark bei der Approximalkaries-Erkennung.

Wer Prävention und Parodontologie bisher als Entwicklungsfelder mit langen Innovationszyklen wahrgenommen hat, wird überrascht sein: Hier vollziehen sich gerade echte Durchbrüche. Parodontopathogene Bakterien haben schlechtere Karten als bisher. Denn dank einer gezielten Blockade lässt sich selektiv ein Enzym hemmen, das in den Paradontitis-assoziierten Bakterien vorkommt und dort die Produktion von Virulenzfaktoren reguliert. Der entsprechende Wirkstoff kann etwa in einer Zahnpasta formuliert werden.

Perspektivisch könnte sich sogar die häusliche Mundpflege fundamental verändern. Denn ultraschallkavitationsbasierte Systeme mit einem zahnschienenähnlichen Mundstück und einer kabelgebundenen Steuereinheit befinden sich in der Entwicklung. Sie könnten eine minutenschnelle Reinigung der Zähne freihändig ermöglichen.

Herr Pace, wie wird es die 42. IDS 2027 schaffen, echte, langfristig relevante Lösungen von kurzlebigen Trends zu unterscheiden und den Besuchern dabei Orientierung zu geben?

Die IDS stellt einen umfassenden Informationspool bereit. Das ist der Schlüssel, um sich auf den Stand der Technik zu bringen – und fundierte Bewertungen vorzunehmen. So fällt es dem Besucher nach seinem Rundgang durch die Messehallen leicht, aus der Perspektive seiner Praxis oder seines Labors mit Blick auf dentaltechnische Produkte die Spreu vom Weizen zu trennen.

Das finden Sie an keinem anderen Ort. Darum kommen die Besucher der IDS traditionell zu großen Teilen aus der ganzen Welt extra nach Köln. Natürlich hat, wer nahebei wohnt, einen Heimvorteil: Er kann sein Team einfach zur Weltleitmesse mitnehmen. Der gemeinsame Rundgang und der anschließende Austausch schärfen den Blick für die richtigen Neuanschaffungen.

Ich bin gespannt auf die Einschätzungen der IDS-Besucher 2027, auch weil sie den Unternehmen der Dentalindustrie die Richtung für ihre Forschung und Entwicklung in den nächsten beiden Jahren bis zur IDS 2029 weisen.

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