Branchenmeldungen 04.10.2026
PISA-Ergebnisse alarmieren auch Ausbildungsbetriebe
Dazu äußert sich Ludger Wagner, Mitglied des VDZI-Vorstands und verantwortlich für den Bereich Bildung, wie folgt:
„Die PISA-Ergebnisse müssen uns auch als Ausbildungsbetriebe alarmieren. Wenn immer mehr junge Menschen die Schule verlassen, ohne sicher lesen, rechnen und grundlegende naturwissenschaftliche Zusammenhänge verstehen zu können, dann ist das längst nicht mehr allein ein Problem der Schulen. Es wird zu einem Problem für die berufliche Bildung, für die Betriebe und letztlich für die Fachkräftesicherung in Deutschland.
Gerade die Zahntechnik zeigt, welche Anforderungen eine moderne handwerkliche Ausbildung heute stellt. Unsere Auszubildenden arbeiten mit hochpräzisen Maschinen, digitalen Konstruktionsverfahren und modernen Materialien. Sie müssen zahnmedizinische und materialkundliche Zusammenhänge verstehen, Arbeitsanweisungen sicher erfassen, selbstständig Probleme lösen und zunehmend auch digitale Technologien beherrschen. Dafür braucht es ein solides Fundament aus Lesen, Schreiben, Rechnen und naturwissenschaftlichem Verständnis.
Unsere Ausbildungsbetriebe sind bereit, junge Menschen zu entwickeln, ihnen praktische Fähigkeiten zu vermitteln und sie auf ihrem Weg in den Beruf intensiv zu begleiten. Berufliche Ausbildung kann aber nicht kompensieren, was in vielen Jahren schulischer Bildung nicht ausreichend vermittelt worden ist. Wenn Ausbilder zunächst grundlegende schulische Defizite aufarbeiten müssen, fehlen ihnen Zeit und Ressourcen für die eigentliche berufliche Qualifizierung.
Deshalb müssen wir wieder stärker darüber sprechen, welche Kompetenzen junge Menschen am Ende ihrer Schulzeit tatsächlich beherrschen müssen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Jugendlichen die Verantwortung für diese Entwicklung zuzuschieben. Die Lebenswelt der Schule hat sich verändert, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verändert und die Voraussetzungen, mit denen Kinder in das Bildungssystem kommen, sind unterschiedlicher geworden. Darauf muss unser Bildungssystem reagieren, mit früher Sprachförderung, einer konsequenten Vermittlung von Basiskompetenzen und einer individuellen Förderung dort, wo sie notwendig ist.
Deutschland diskutiert intensiv darüber, wie wir mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung gewinnen können. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage, mit welchen Voraussetzungen sie dort ankommen. Gute berufliche Bildung beginnt nicht erst mit dem ersten Ausbildungstag. Die Grundlage dafür wird viele Jahre vorher gelegt.“
Neuer Vorstand
Am 9. September 2026 wurde der neue Vorstand der Initiative proDente e.V. gewählt, unter anderem mit der Vorsitzenden Dr. Romy Ermler (BZÄK) und den Stellvertretern Dr. Markus Heibach (VDDI) und VDZI-Vizepräsident Klaus Bartsch. Gemeinsam arbeitet proDente daran, die Bedeutung gesunder und schöner Zähne in der Öffentlichkeit zu stärken. Der VDZI ist seit der Gründung Teil dieser wichtigen Aufklärungsarbeit, mit dem Ziel, die Leistungen des Zahntechniker-Handwerks sichtbar zu machen.