Branchenmeldungen 03.11.2026

Stiftung Warentest nimmt Sensitiv-Zahnpasten unter die Lupe

STIFTUNG WARENTEST – Wenn Kaltes, Heißes oder Süßes am Zahn schmerzt oder das Putzen wegen freiliegender Zahnhälse zur Qual wird, greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher zur Sensitiv-Zahncreme. Die Stiftung Warentest hat 19 Zahnpasten dieser Kategorie getestet und zeigt, welche wirklich sanft putzen und vor Karies schützen.

Stiftung Warentest nimmt Sensitiv-Zahnpasten unter die Lupe

Foto: Christos – stock.adobe.com; Generiert mit KI

Im Test wurden bekannte Sensitiv-Zahnpasten überprüft – darunter Markenprodukte, Eigenmarken von Supermärkten und Discountern sowie Naturkosmetikprodukte. Dabei ging es unter anderem um ihre Wirkung gegen Karies, die Entfernung von Verfärbungen, den Einsatz von umweltkritischen Stoffen und den Abrieb am Dentin.

Bild von einem Quotenzeichen
„Die gute Nachricht ist, dass die meisten der von uns getesteten Sensitiv-Zahncremes empfehlenswert sind: Neun sind gut, zwei sind sogar sehr gut“, berichtet Vera Denkhaus, Expertin für Kosmetikprodukte bei der Stiftung Warentest. Allerdings zeigen sich bei den Preisen enorme Unterschiede. „Die drei besten Pasten liegen bei 68 Cent pro 100 Milliliter, ein anderes gutes Markenprodukt kostet etwa das 15-Fache“, so Vera Denkhaus weiter.

Kritisch fällt das Urteil bei einem anderen Punkt aus: dem Kariesschutz. Fluorid gilt nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand als unerlässlich, um wirksam vor Karies zu schützen. Vier der getesteten Zahncremes verzichten jedoch komplett auf Fluorid – und fielen damit im Test mit „mangelhaft“ durch.

Ein wichtiges Kriterium beim Test der Sensitiv-Zahncremes ist der Abrieb am Dentin. Denn zieht sich das Zahnfleisch zurück, sind Zahnhälse und die hauchdünne Zementschicht, die sie umgibt, schutzlos. Durch falsche Zahnpflege – beispielsweise ein zu starkes Aufdrücken beim Putzen oder eine Zahncreme mit hohem Abrieb – kann diese Zementschicht zerstört werden. Das Dentin, das Zahnbein, kommt zum Vorschein. Schmerzempfindlichkeit und Kariesrisiko steigen.

„Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen sollten Zahnpasten mit niedrigem oder sehr niedrigem Abrieb am Dentin nutzen. Leider weisen Hersteller das zumeist nicht auf den Produkten aus“, erklärt Vera Denkhaus. Die Stiftung Warentest hat deshalb für den aktuellen Test im Labor nachgemessen. Das Ergebnis: Die meisten Produkte sind empfehlenswert. Aber drei Zahncremes zeigen einen mittleren Abrieb, was laut der Stiftung Warentest nicht zur Bezeichnung „Sensitiv“ passt.

Neben einem niedrigen Abrieb sorgen auch schmerzlindernde Stoffe, etwa Kaliumverbindungen, für weniger Schmerzen an den Zahnhälsen. Sie dringen zu den Nervenenden im Inneren des Zahns vor und beruhigen direkt vor Ort. Fast alle getesteten Zahnpasten enthielten solche Wirkstoffe.

Allerdings ist neben Karies- und Schmerzschutz für viele auch die Optik wichtig. Strahlend weiße Zähne gibt es jedoch nur gegen einen ordentlichen Aufpreis. Es gelingt nur einer der Sensitiv-Zahncremes mit niedrigem Abrieb, Verfärbungen sehr gut zu entfernen – für einen stolzen Preis von gut acht Euro pro 100 Milliliter. „Wer bei der Entfernung der Verfärbungen noch mehr Optionen haben will, findet in unserem Online-Produktfinder auch passende Universalzahncremes mit niedrigem Abrieb“, empfiehlt Vera Denkhaus.

Tipp: Auf die richtige Technik kommt es an

Auch die beste Zahncreme nützt wenig, wenn die Putztechnik nicht stimmt. Wer dauerhaft mit zu viel Druck putzt, riskiert, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht und die Zahnhälse freiliegen. Doch wie lässt sich das einschätzen? Zur Probe die Zahnbürste auf eine Küchenwaage drücken, bis diese 100 Gramm anzeigt. Mehr Anpressdruck sollte beim Zähneputzen nicht aufgewendet werden.

Weitere Details und Tipps zu den Sensitiv-Zahnpasten erscheinen in der Novemberausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und online unter test.de/zahnpasta.

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