Branchenmeldungen 09.10.2026

Duales System erhalten – Freiberuflichkeit stärken

FVDZ – Mit einem starken Signal der Geschlossenheit hat der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) seine Hauptversammlung in Kassel eröffnet. Im Mittelpunkt der politischen Debatte steht in diesem Jahr mehr denn je die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens – und damit auch die Frage, wie das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung erhalten und weiterentwickelt werden kann.

Duales System erhalten – Freiberuflichkeit stärken

Foto: cirquedesprit – stock.adobe.com

„Wir reden längst nicht mehr nur über einzelne Gesetze oder einzelne Maßnahmen, wir reden über das große Ganze“, sagte der FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Christian Öttl und appellierte: „Nutzen wir unsere Möglichkeiten. Übernehmen wir Verantwortung. Machen wir unseren Beruf, machen wir die freie Praxis für die nächste Generation attraktiv. Denn wir reden darüber, wie unser Gesundheitssystem künftig aussehen soll und wer darin Verantwortung trägt.“

Die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, Dr. Romy Ermler, rief zur Geschlossenheit der Zahnärzteschaft gegenüber den politisch Verantwortlichen für diese Aufgabe auf. „Von Debatten lebt die Demokratie und intern können und sollten wir eine offene Diskussion führen“, sagte sie. „Nach außen aber brauchen wir Geschlossenheit.“ Diese mahnte auch der Vorstandsvorsitzende der KZBV, Martin Hendges, an. Gerade in gesamtgesellschaftlich schwierigen Zeiten müsse die Zahnärzteschaft gemeinsam und geschlossen auftreten. Dem FVDZ dankte er in diesem Zusammenhang für die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre.

Diese Geschlossenheit zeigten Verbandschef Öttl, BZÄK-Präsidentin Ermler und KZBV-Vorsitzender Hendges auch in der anschließenden Podiumsdiskussion, die durch die stellvertretende FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Jeannine Bonaventura moderiert wurde. Angesichts der von Bundeskanzler Friedrich Merz angestoßenen Gerechtigkeitsdebatte im Gesundheitswesen drehte sich die Diskussion in diesem Jahr um die Entwicklung des dualen Systems und der Rolle der Zahnmedizin innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. „Diese Gerechtigkeitsdebatte nervt“, stellte die Vorsitzende des Bundesfachausschusses Gesundheit der FDP, Christine Aschenberg-Dugnus, langjährige Gesundheitspolitikerin und bis zum vergangenen Jahr Abgeordnete des Deutschen Bundestages, fest. Sie sei absolut dafür, den Patientinnen und Patienten wieder mehr Eigenverantwortung zuzutrauen – nur seien die Präventionserfolge der Zahnmedizin innerhalb zu erklären. Mit einem grundsätzlich ungerechten Zugang zu medizinischen Leistungen habe dies allerdings nichts zu tun. Der Präsident der Schweizer Zahnärztegesellschaft SSO, Dr. Jean-Philippe Haesler, hatte zuvor in seinem Grußwort aufgezeigt, wie die Zahnmedizin in der Schweiz ohne Anbindung an die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert. Dass dies allerdings im Moment kein Modell für Deutschland sein könne, darüber waren sich in der anschließenden Podiumsdiskussion alle einig. „Wir brauchen keine Flucht aus dem System, sondern Veränderungen im System: weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die Selbstverwaltung und bessere Rahmenbedingungen für freiberufliche Praxen“, betonte der FVDZ-Bundesvorsitzende. „Für dieses gemeinsame Ziel brauchen wir zweierlei: unsere offene Debattenkultur mit einem Wettbewerb der Ideen – und ganz ausdrücklich Geschlossenheit nach außen.“

Die Hauptversammlung des FVDZ wird sich in den nächsten beiden Tagen mit weiteren gesundheitspolitischen Themen und Anträgen befassen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die freiberufliche Zahnmedizin auch unter sich verändernden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zukunftsfähig bleiben kann.

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