Branchenmeldungen 07.09.2026
Hannover: Prof. Dr. Felix Kunz übernimmt die Leitung der Klinik für Kieferorthopädie
Früher Berufswunsch
Professor Kunz wusste früh, was er werden wollte. „Ich hatte als Kind selbst eine längere kieferorthopädische Behandlung, die ich sehr positiv erlebt habe. Gleichzeitig habe ich schon immer gerne getüftelt und praktisch gearbeitet“, erinnert er sich. „Die Verbindung aus Medizin und präzisem handwerklichen Arbeiten hat mich früh fasziniert.“ So begann er 2006 das Studium der Zahnmedizin an der Universität Würzburg mit dem Ziel, Kieferorthopäde zu werden. 2011 schloss er das Studium ab, promovierte und begann die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie am Universitätsklinikum Würzburg. 2016 wurde er Oberarzt an der dortigen Poliklinik für Kieferorthopädie, vier Jahre später folgte die Habilitation.
Kieferorthopädie ist mehr als nur gerade Zähne
„Moderne Kieferorthopädie bedeutet weit mehr als nur gerade Zähne“, sagt Professor Kunz. „Es geht insbesondere um die Verbesserung der Funktion, die Prävention langfristiger gesundheitlicher Probleme und damit um die Verbesserung der Lebensqualität unserer Patienten.“ Besonders reizvoll sei für ihn dabei der langfristige Charakter des Fachs: „Man begleitet Menschen oftmals über viele Jahre hinweg und kann ihnen sowohl ästhetisch, als auch funktionell und gesundheitlich etwas fürs ganze Leben mitgeben.“ Moderne Kieferorthopädie behandelt dabei längst nicht mehr ausschließlich Kinder und Jugendliche. „Die Altersstruktur hat sich deutlich verändert“, erklärt Professor Kunz. „Wir behandeln heute Patienten aller Altersgruppen
Moderne Forschungsschwerpunkte
Der Forschungsschwerpunkt des neuen Klinikdirektors ist die Künstliche Intelligenz (KI) in der kieferorthopädischen Diagnostik. Gemeinsam mit Kollegen aus Würzburg gehörte Professor Kunz zu den ersten Forschenden, die eine vollständig automatisierte Auswertung sogenannter Fernröntgenseitenbilder mittels KI ermöglichten. Die Analyse dieser Röntgenbilder, die eine Grundlage kieferorthopädischer Diagnostik und Therapieplanung darstellt, erfolgte zuvor überwiegend manuell – ein zeitaufwändiger und potenziell fehleranfälliger Prozess. Die von der Arbeitsgruppe entwickelten KI-basierten Verfahren ermöglichen dagegen eine schnelle, standardisierte und hochpräzise Analyse. Für diese Forschungsarbeit wurde die Arbeitsgruppe 2019 mit dem Arnold-Biber-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie ausgezeichnet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Zahn- und Kieferfehlstellungen und der subjektiv empfundenen Lebensqualität von Patientinnen und Patienten. Beide Forschungsthemen möchte Professor Kunz an der MHH weiter ausbauen und zugleich neue interdisziplinäre Projekte initiieren. „Die MHH bietet hierfür außergewöhnlich gute Voraussetzungen“, sagt er. Besonders reizvoll sei für ihn die enge Zusammenarbeit sowohl innerhalb des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde als auch mit anderen medizinischen Fachbereichen der Hochschulmedizin. „Gerade an den Schnittstellen zwischen Zahnmedizin und Humanmedizin entstehen häufig besonders spannende Fragestellungen.“
Für einen gelungenen Start an der MHH sorgten insbesondere das Team der Klinik für Kieferorthopädie und das gesamte Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: „Die Offenheit, das kollegiale Miteinander und die große Unterstützung innerhalb der ZMK haben mich von Beginn an begeistert. Ich habe mich sofort willkommen gefühlt“, sagt Professor Kunz. Im Sommer wird nun auch seine Ehefrau gemeinsam mit Tochter und Sohn nach Hannover ziehen.