Personalmanagement 07.10.2026

Wenn Gen Alpha in die Praxis kommt

Die Generation Alpha wächst mit KI, Algorithmen, kurzen Reizzyklen und permanentem digitalem Feedback auf. Das heißt nicht, dass diese Generation automatisch schwieriger sein wird, es heißt aber, dass ihre Erwartungen an Kommunikation, Geschwindigkeit und Orientierung von einer anderen Lebenswelt geprägt sein werden.

Wenn Gen Alpha in die Praxis kommt

Foto: oneday – stock.adobe.com

Die Diskussion über die Generation Z ist noch längst nicht beendet, da steht die nächste Generation – Alpha – be­reits vor der Tür. Und für Zahnarztpraxen ist das keine theoretische Zukunftsfrage. Wer heute ausbildet oder Nach­wuchs sucht, muss verstehen, unter welchen Bedingungen diese Menschen aufgewachsen sind.

Sozialisation gibt Ton an

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Charakter, son­dern in der Sozialisation. Junge Menschen erleben eine Welt, in der Informationen jederzeit verfügbar sind, Feedback sofort kommt und Kommunikation stark digital geprägt ist. Gleichzei­tig treffen sie im Berufsleben auf Strukturen, die nicht selten noch aus einer anderen Zeit stammen: starre Hierarchien, wenig Erklärung, unklare Erwartungen und Führung nach dem Prinzip „Das haben wir schon immer so gemacht“.

Falsche Diagnose: Mangelnde Belastbarkeit

Gerade in Zahnarztpraxen ist der Arbeitsalltag eng getaktet, Verantwortung hoch und der Fachkräftemangel spürbar. Wenn junge Mitarbeitende nach Sinn, Orientierung oder regelmäßigem Feedback fragen, wird das manchmal vorschnell als mangelnde Belastbarkeit interpretiert. Doch häufig steckt etwas anderes dahinter: Sie erwarten Klarheit darüber, was von ihnen verlangt wird, warum etwas wichtig ist und wie sie sich entwickeln können.

Mehr Konsequenz, mehr Kommunikation

Das bedeutet: Gute Führung braucht heute mehr Konsequenz und mehr Kommunikation zugleich. Regeln müssen klar sein, Leistung muss eingefordert werden und gleichzeitig müssen Führungskräfte erklären, einordnen und Orientierung geben. Wer nur fordert, ohne Beziehung aufzubauen, verliert Menschen, wer nur Verständnis zeigt, ohne Grenzen zu setzen, verliert Führung.

Übersetzung entscheidet

Für Praxen wird deshalb eine Fähigkeit immer wichtiger: Übersetzung. Zwischen Generationen, unterschiedlichen Erwar­-tungen und analoger Berufswelt und digitaler Lebensrealität. Natürlich müssen sich junge Menschen an Arbeit anpassen, aber genauso müssen Organisationen prüfen, ob ihre Art zu führen noch zu der Realität passt, in der Menschen heute groß werden.

Lektüretipp: „Nach Generation Z kommt Alpha.Was Führungskräfte, Personaler und Ausbilder über die neue Generation wissen müssen“ von Andreas Wollermann. Erschienen im Verlag BusinessVillage.

Autor: Andreas Wollermann

ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 10/26

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Dieser Beitrag ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis erschienen.

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