Branchenmeldungen 16.10.2026
Neue Wege in der Augmentationschirurgie
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Herr Prof. Palm, was zeichnet Ihr Konzept der minimalinvasiven Augmentation aus und welche Vorteile bietet es im Praxisalltag?
Der Begriff der minimalinvasiven Augmentation bezeichnet einen schonenden Eingriff über möglichst kleine operative Zugänge. Für die meisten chirurgisch tätigen Kolleg/-innen ist dieses Vorgehen inzwischen Routine. Ziel einer Augmentation ist es, verloren gegangene Strukturen zu rekonstruieren. Inwieweit sich dabei ein minimalinvasiver Ansatz verwirklichen lässt, hängt in erster Linie von der Größe und Lokalisation des Defekts ab.
Mein Ansatz besteht darin, umfangreichere Augmentationen so weit wie möglich zu vermeiden. Durch eine gezielte Rekonstruktion mit geeigneten Knochenersatzmaterialien können in bestimmten klinischen Situationen knöcherne Strukturen weitgehend erhalten und damit auch die Weichgewebe geschont werden. Dies kann dazu beitragen, den chirurgischen Eingriff zu reduzieren und die Belastung für die Patient/-innen zu minimieren.
Welche Bedeutung haben die digitale Planung und moderne chirurgische Techniken für eine möglichst schonende Augmentation?
Die digitale Planung mithilfe der digitalen Volumentomografie (DVT) ist in chirurgisch ausgerichteten Praxen und Kliniken mittlerweile Standard. Da Gewebeverluste stets dreidimensional sind, müssen auch die Befundung und die Operationsplanung dreidimensional erfolgen. Eine präzise dreidimensionale Diagnostik ermöglicht es, die Defektmorphologie genau zu beurteilen und das chirurgische Vorgehen entsprechend zu planen. Dadurch können die vorhandenen anatomischen Strukturen gezielt berücksichtigt und operative Maßnahmen möglichst auf das notwendige Maß begrenzt werden.
Worauf dürfen sich die Teilnehmer/-innen Ihres Vortrags beim DGZI-Jahreskongress besonders freuen?
In unserer Klinik setzen wir minimalinvasive Augmentationsverfahren bereits seit mehreren Jahren erfolgreich ein. Auch wissenschaftliche Untersuchungen haben die klinische Wirksamkeit entsprechender Verfahren bestätigt. Im Rahmen meines Vortrags werde ich die entsprechenden Daten sowie die verschiedenen klinischen Einsatzbereiche vorstellen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, in welchen Situationen sich umfangreichere Augmentationen vermeiden oder reduzieren lassen und welche Faktoren für eine erfolgreiche Therapie entscheidend sind. Das Verfahren kann insbesondere für chirurgisch ambitionierte Praxen von Interesse sein, da sich damit in vielen Fällen eine gezielte und zugleich möglichst gewebeschonende Augmentation realisieren lässt.
Herzlichen Dank für das Gespräch, Prof. Palm.