Branchenmeldungen 18.09.2026
Wrigley Prophylaxe Preis 2026: Mundgesundheit besonders vulnerabler Menschen im Fokus
Neuro-Sjögren: Wenn Speichelmangel die Mundgesundheit belastet
Den ersten Platz in der Kategorie „Wissenschaft“ (Prämie 4.500 Euro) erhielten Prof. Dr. Ingmar Staufenbiel und Prof. Dr. Anne-Katrin Lührs mit ihrer interdisziplinären Arbeitsgruppe von der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie untersuchten erstmals systematisch die Mundgesundheit von Menschen mit Neuro-Sjögren-Syndrom. Die Erkrankung gehört zu den Autoimmunerkrankungen und kann unter anderem die Speichel- und Tränendrüsen beeinträchtigen. Typisch sind trockene Schleimhäute, insbesondere Mund- und Augentrockenheit. Hinzu kommen häufig Gelenk- und Muskelschmerzen sowie ausgeprägte Erschöpfung. Gerade die verringerte Speichelproduktion kann die Mundgesundheit erheblich beeinträchtigen: Speichel schützt die Zähne, unterstützt die natürliche Reinigung der Mundhöhle und hilft dabei, Säuren zu neutralisieren. Die Studienergebnisse schaffen eine Grundlage, um die zahnmedizinische Versorgung von Menschen mit Neuro-Sjögren gezielter an ihre besonderen Bedürfnisse anzupassen.
Mundpflege bei Pflegebedürftigen: Wissen einfach zugänglich machen
Im Bereich „Praxis & Gesellschaft“ (Prämie 4.500 Euro) überzeugten Dr. Elmar Ludwig, Ulm, und Prof. Dr. Dr. Greta Barbe, Köln, mit der Online-Plattform von „mund-pflege e.V.“. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bessere Mundgesundheit von pflegebedürftigen Menschen ein. Denn wenn Menschen im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind, wird auch die tägliche Mundpflege häufig zu einer gemeinsamen Aufgabe von Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräften. Die Plattform bündelt praxisnahes Wissen und soll dabei helfen, Mundpflege im Pflegealltag leichter umzusetzen.
Mundpflege für Menschen mit Fluchterfahrung
Der zweite Preis in der Kategorie „Wissenschaft“ (prämiert mit 3.000 Euro) ging an Jun.-Prof. Dr. Anna-Lena Hillebrecht und ihr Team vom Universitätsklinikum Freiburg. Sie werteten ein mehrsprachiges Lernvideo zur Mundpflege aus, das speziell für Menschen in Flüchtlingsunterkünften entwickelt wurde.
Der Wrigley Prophylaxe Preis zeichnet seit über 30 Jahren herausragende Projekte in der Kariesforschung aus. Die Stifterin „Wrigley Oral Health Program“ (WOHP) setzt sich damit für eine Verbesserung der Zahn- und Mundgesundheit in allen Bevölkerungsgruppen ein. Hintergrund ist der wissenschaftliche Nachweis, dass regelmäßiges Kauen von zuckerfreiem Kaugummi den Speichelfluss stimuliert und damit zur Kariesvorbeugung beitragen kann. Neben gründlichem Zähneputzen und einer zahngesunden Ernährung gehört deshalb das Kauen zuckerfreien Kaugummis zu den zentralen Empfehlungen für jeden Tag in der medizinischen Leitlinie zur Kariesprävention. Schirmherrin des Preises ist die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), auf deren Jahrestagung die Auszeichnung vergeben wird – in diesem Jahr in Heidelberg.
Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury aus namhaften Zahnmedizinerinnen und Zahnmedizinern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie dem jeweils amtierenden Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung. In 2026 wirkten mit: Prof. Dr. Thomas Attin (Zürich), Dr. Steffi Beckmann (Bonn), Prof. Dr. Katrin Bekes (Wien), Prof. Dr. Rainer Haak (Leipzig), Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel (Bern), Prof. Dr. Sebastian Paris (Berlin, DGZ-Präsident), Prof. Dr. Nadine Schlüter (Hannover) und Prof. Dr. Annette Wiegand (Göttingen).