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Branchenmeldungen 21.05.2012

Zum Zahnarzt nach Ungarn?

Schnäppchen ziehen immer. In Krisenzeiten erst recht. Wenn die Frau Konsumentin und der Herr Konsument nicht so genau wissen, wie es mit der Wirtschaft weitergeht, schalten sie auf Sparkurs. Und greifen noch so gerne zu, wenn das Schnäppchen lockt. Auch wenn sie dafür über die Grenze fahren müssen. Und wenn man schon einmal da ist: Warum nicht auch gleich einen Zahnarztbesuch einbauen? Der harte Franken ist nicht nur bei Aldi & Lidl & Co. jenseits des Rheins mehr wert, sondern auch bei den dortigen Zahnarztpraxen. Diese machen das Geschäft mit den Patienten aus der Schweiz noch so gerne und helfen mit aggressiver Werbung nach. Neuerdings sind auch die Ungarn wieder aktiv. Und weil der Weg dorthin etwas länger ist, gibt’s als Zugabe einen persönlichen Wertcheck in der Höhe von 150 Franken auf die Reisekosten.

Was tut da die kluge Zahnärztin, der kluge Zahnarzt in der Schweiz? Das kleine Einmal - eins des Marketings bietet verschiedene Optionen an, um dem Druck der Konkurrenz zu begegnen. Zum Beispiel mag für eine unzureichend ausgelastete Zahnarztpraxis die Versuchung gross sein, kostensensible Patientinnen und Patienten mit Rabatten anzulocken. Doch diese Rechnung wird auf die Dauer kaum aufgehen. Wer sich auf Preiskämpfe
einlässt, braucht finanziell einen sehr, sehr langen Atem.

Fazit: Die Discount-Zahnarztpraxis hat hierzulande kaum eine Zukunft.

Tatsächlich findet diese im Schweizer Markt der Zahnmedizin auf einer anderen Ebene statt. Das Stichwort heisst Service. Und Service bedeutet, die Patientinnen und Patienten – und nur sie allein – ins Zentrum zu stellen.

Ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Ihnen die Wünsche von den Lippen abzulesen. Ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Es soll in der Schweiz noch Zahnärzte geben, die ihre Patientinnen und Patienten trotz vereinbartem Termin bis 15, 20 Minuten oder gar noch länger warten lassen. Zum Beispiel weil zwischendurch noch irgendwelche administrativen Dinge erledigt werden müssen. Oder sie verpassen es, einem finanziell weniger gut gebetteten Patienten eine Teilzahlungsmöglichkeit anzubieten und ihm so entgegenzukommen. Oder sie empfangen die Patienten in einer von Stress geprägten Atmosphäre, weil die Praxisorganisation zu wünschen übrig lässt. Kein Wunder, weicht der eine oder andere Patient zum Zahnarzt nach Deutschland oder Ungarn aus, wo er wenigstens ein paar Franken sparen kann.

Das einzig taugliche Mittel, um gegenüber der aus- und inländischen Konkurrenz zu bestehen, ist Service-Exzellenz. Die kundenorientierte Zahnarztpraxis konzentriert sich mit absoluter Priorität darauf, in diesem Sinne Wirkung zu erzielen. Sie stellt die zuvorkommende Betreuung der Patientinnen und Patienten konsequent in den Mittelpunkt. Sie glänzt mit einer exzellenten Beratung. Ganzheitlich. Nicht nur in zahnmedizinischen Belangen, sondern beispielsweise auch in Fragen der Finanzierung von zahnmedizinischen Behandlungen. Gelingt ihr das, braucht sie den Wettbewerb nicht zu fürchten. Denn die Patientinnen und Patienten bleiben ihr treu. Und pfeifen auf den Gutschein aus Ungarn.

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