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Bei Behandlungsfehlern muss der Arzt alle Kosten für den Schaden ersetzen

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Recht 27.01.2011

Bei Behandlungsfehlern muss der Arzt alle Kosten für den Schaden ersetzen

Haftet ein Arzt für eine falsche Behandlung, muss er alle Kosten für den Schaden tragen. Das ergibt sich aus einem Urteil des Kammergerichts Berlin, auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins hinweist (Az.: 20 U 221/08).

In einem Arzthaftungsprozess gelten demnach die allgemeinen schadensrechtlichen Grundsätze. Ersetzt werden müssen daher auch Kosten, die entstehen, wenn der anschließend behandelnde Arzt zum Beispiel eine unnötige Maßnahme ergreift.

In dem konkreten Fall war einem Zahnarzt bei einer komplizierten Prothesenversorgung ein Behandlungsfehler unterlaufen. Der Patient erhielt daraufhin von einem anderen Arzt ein möglicherweise nicht nötiges Langzeitprovisorium, das der erste Arzt deshalb nicht zahlen wollte. Das Gericht war anderer Ansicht: Der Arzt musste alle Kosten übernehmen, weil die allgemeinen Grundsätze des Schadenersatzrechts anzuwenden seien und er auch das sogenannte Prognoserisiko des zweiten Arztes zu tragen habe.

Quelle: dpa/tmn

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