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Parodontologie 19.01.2021

Zusammenhang Parodontitis, Mitochondrien und Burn-out

Zusammenhang Parodontitis, Mitochondrien und Burn-out

Parodontitis ist eine Volkskrankheit und Burn-out ist ebenfalls eine Volkskrankheit. Beiden gemeinsam ist die Erschöpfung der Zellkraftwerke, der Mitochondrien.

Burn-out

Dies ist ein Zustand, mit dem man in der Regel beim Psychotherapeuten oder beim Psychiater landet. Der Zustand tiefer geistiger, körperliche  und emotionaler Erschöpfung wird in unserer Leistungsgesellschaft nicht gerne gesehen, wenn nicht am besten verleugnet. Die Symptome entwickeln sich langsam und schleichend über längere Zeiträume – bis einfach „nichts mehr geht“.

Meist versuchen die Betroffenen, mit „noch schneller“ und „noch effektiver“ diesem Zustand zu entkommen. Es kommt zur Bildung großer Mengen freier Radikale! Die Folge ist eine Erschöpfung  der  Zellkraftwerke: Es kann keine Leistung mehr erbracht werden.

Parodontitis

Die Parodontitis ist eine chronische Erkrankung des Zahnhalteapparates mit akuten Schüben. Unbehandelt führt sie durch Gewebe- und  Knochenabbau zum Zahnverlust. Initial wird sie durch Bakterien und deren Toxine ausgelöst. Daraus entwickelt sich durch die übermäßige Bildung freier Radikale oxidativer Stress, eine Erschöpfung der Zellkraftwerke, der Mitochondrien. Diese Mitochondrien sind als Energielieferanten besonders für unsere Immunzellen essenziell.

Mitochondrien

Sie sind als Energiekraftwerke in fast jeder Körperzelle vorhanden. Sie bilden energiereiche Moleküle, das sog. Adenosintriphosphat ATP, das universell überall als Energielieferant zur Verfügung steht. Diese Energie nehmen die Mitochondrien aus der täglichen Nahrung, und zusammen mit Sauerstoff vollzieht sich der Zellstoffwechsel. Gesundheit und Vitalität sind abhängig von der intakten Leistungsfähigkeit dieser Zellorganellen. Ohne funktionsfähige Mitochondrien keine Lebensenergie!

Mitochondrien sind Schädigungen relativ hilflos ausgeliefert. Vorwiegend anhaltender oxidativer Stress (übermäßige Bildung freier Radikale) führt zu einer Abnahme der Energieproduktion. Damit kommt es zur Leistungsverminderung in jeder Hinsicht. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, es sammelt sich Zellmüll an und die Mitochondrien erschöpfen sich (mitochondriale Dysfunktion).

Burn-out und Parodontitis

Damit ist die gemeinsame Basis beider Krankheitsbilder eigentlich auch schon erklärt! Sowohl beim Burn-out-Syndrom als auch bei der Parodontitis ist ein Übermaß an Radikalen und damit eine Schädigung und Erschöpfung der Mitochondrien die Ursache. Besonders das Immunsystem ist auf ausreichend Energie angewiesen. Es kann dann bakteriellen Angriffen keinen ausreichenden Widerstand entgegensetzen.  Das heißt, Burn-out-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, an Entzündungen und vor allem auch an der Parodontitis zu erkranken. Vice versa bedingt die chronische Entzündung am Zahnhalteapparat ein größeres Risiko für körperliche und geistige Erschöpfung Richtung Burn-out-Syndrom. Wichtig ist hier die ausreichende Zufuhr von – in der Regel fehlenden – Mikronährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen.

Allen voran – vor allem in Bezug auf die mitochondriale Energieleistung – ist hier das Coenzym Q10 zu nennen. Es steht an wichtigster Stelle in der inneren Atmung der Mitochondrien und ist der „Key-Player“ für die Energiebereitstellung.

Es ist zudem das einzige vom Körper selbst hergestellte lipophile Antioxidans und damit ein potenter Radikalfänger. Gleichzeitig ist es Überträger der Elektronen in den Komplexen I, II und III in der inneren Atmung jeder Zelle. Ist zu wenig Q10 vorhanden, verläuft die Energiebereitstellung  schleppend, der Zellstoffwechsel lahmt.

Erstmals wurde in Studien festgestellt, dass bei der Parodontitis ein Abfall des Coenzyms Q10 von mehr als der Hälfte vorliegt (minus 56 Prozent, Studien von Bullon et al.) und auch die Citratsynthase (ein wichtiges Enzym im Citratzyklus) ist um 77 Prozent reduziert.

Durch Zufuhr von Coenzym Q10 kann die mitochondriale Dysbalance aber relativ schnell ausgeglichen werden. Dies geschieht durch die Herabregulierung der übermäßig gebildeten freien Radikale auf das Normalmaß eines Gesunden (Studien von Bullon et al.). Damit kann das Krankheitsbild einer Parodontitis maßgeblich verbessert werden.

Ich darf meinen geschätzten Lehrer Prof. DDr. Niklaus Lang zitieren: „Bei der Gingivitis/Parodontitis ist zu 80 Prozent die Wirtsantwort verantwortlich und nicht die Bakterien“ (EuroPerio 9, Juni 2018).

Patientenfall: Burn-outSyndrom und Parodontitis

Ein 36 Jahre alter männlicher Patient bemerkt seit einigen Wochen, dass seine Zähne „länger“ werden. Er ist Schichtarbeiter, lebt in Scheidung, bangt um seinen Job und ist einfach „fertig“ – jetzt bangt er um seine Zähne.

Behandlungsablauf

Nach genauer Anamnese und parodontaler Diagnostik wird eine sorgfältige professionelle Zahn- und Taschenreinigung durchgeführt und es  werden Mundhygieneinstruktionen erteilt. Unterstützend erhält er eine ausreichende Zufuhr von mitochondrialen Substanzen sowie lokal vor allem das Coenzym Q10. Besonders die polymorphkernigen neutrophilen Granulozyten (PMN) als erste Verteidigungslinie der immunologisch-unspezifischen Abwehr benötigen ausreichend Energie (ATP). Damit sind Sie in der Lage, die Erreger zu finden und an Ort und Stelle zu eliminieren.

In der zahnärztlichen Praxis steht uns seit Jahren Coenzym Q10 in flüssiger Form als Spray zur Verfügung. ParoMit Q10-Spray, jahrelang klinisch erfolgreich erprobt, wurde sofort nach der PZR/SRP auf die gereinigten Stellen aufgebracht. Der Patient wurde angehalten, zwei- bis dreimal täglich im Oberkiefer und im Unterkiefer das Zahnfleisch nach der täglichen Reinigung weiter mit 2 x 10 Sprühstößen zu benetzen, 20 Sekunden einwirken zu lassen und den Rest zu schlucken!

Damit wird dieser Wirkstoff über alle Schleimhäute sehr rasch über die Blutbahn zur Zelle und zu den Mitochondrien transportiert. Sehr rasch kam es zur Reduktion der Blutungsneigung und der Taschentiefe.

Die entsprechende Dokumentation über das System „Parostatus.de“ erfolgt leicht und sicher in der Anwendung und ist in unserer Praxis nicht mehr wegzudenken.

Durch die so rasche Verbesserung des Krankheitsbildes Parodontitis und durch die merkbare Steigerung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit schöpfte unser Patient sehr rasch wieder Zuversicht! Wir haben seine zunehmende Genesung mit Freude verfolgt.

In ParoMit Q10-Spray ist Q10 zu 99 Prozent als körpereigener Wirkstoff enthalten, enthält keinen Alkohol und bis dato wurden keinerlei Unverträglichkeitserscheinungen bekannt.

Fazit

Oxidativer und nitrosativer Stress schädigen unsere Mitochondrien. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente helfen, einen sogenannten antioxidativen und mitochondrialen Schutzschirm aufzubauen. Coenzym Q10 ist der „Key-Player“ in der körpereigenen Energieproduktion und damit ein zentraler Faktor bei der Bekämpfung von Entzündungen und systemischen Erkrankungen. 

Entsprechende Studien können bei der Autorin angefordert werden.

Der Beitrag ist in der Dental Tribune Deutschland erschienen.

Originaltitel „Warum Parodontitis, Mitochondrien und Burn-out-Syndrom zusammenhängen“

Foto Teaserbild: Alex – stock.adobe.com

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