Branchenmeldungen 26.03.2026
3 Spezialisten, 2 Inhaber, 1 Praxis
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Für meinen Bruder Lennart und mich kam sowohl eine Neugründung als auch eine Praxisübernahme infrage. Wichtiger als eine schnelle Niederlassung war uns jedoch, dass wir vollkommen hinter der Entscheidung stehen und sich das Gesamtpaket richtig anfühlt. Über mehr als ein Jahr besichtigten wir zahlreiche Praxen und Immobilien – ohne dass sich etwas Passendes ergab. Dann lernte ich zufällig im Rahmen eines Qualitätszirkels in Dortmund Dr. Christian Mentler kennen. Rückblickend war das für alle Beteiligten ein großer Glücksfall. Zunächst war es einfach spannend, sich mit einem Spezialisten aus einer anderen Fachgesellschaft auszutauschen. Dabei merkten wir schnell, dass wir nicht nur fachlich, sondern auch menschlich auf einer Wellenlänge sind und die gleiche Vorstellung von Zahnmedizin teilen. Gerade bei einer Praxisübernahme sind diese Aspekte aus meiner Sicht wichtiger als Standort- oder Marktanalysen.
Da die Praxis von Dr. Mentler über ein eingespieltes Team und sehr gut etablierte Strukturen verfügte, war für uns schnell klar, dass wir zusammen mit Dr. Mentler den Weg der Praxisübernahme gehen wollten. Besonders reizvoll erschien uns die Möglichkeit, in einer auf CMD und Prothetik spezialisierten Praxis unsere zahnerhaltenden Schwerpunkte einzubringen und das Behandlungsspektrum um die Bereiche Endodontie und Parodontologie zu ergänzen.
Ein paar Hürden gab es natürlich …
Gab es während des Übernahmeprozesses auch Herausforderungen? Natürlich! Die größte war sicherlich der Praxisumbau. Da die Praxis bereits wenige Monate zuvor für drei Wochen geschlossen war, wollten wir die erneute Schließzeit so kurz wie möglich halten. Nach intensiver Planung entschlossen wir uns, den kompletten Umbau, einschließlich neuer Behandlungsstühle, einer neuen Rezeption, zwei Deckenmikroskopen und einem DVT-Gerät, innerhalb von nur vier Wochen umzusetzen. Angesichts des Umfangs war das eine enorme Herausforderung und intensive Zeit. Am Wochenende vor der Eröffnung arbeiteten wir, unterstützt von Freunden und Familie, noch bis spät abends, konnten aber letztlich wie geplant am Montag mit dem Praxisbetrieb starten.
Überrascht hat uns dann vor allem das von Beginn an hohe Patientenaufkommen. Natürlich haben wir uns sehr darüber gefreut, wie gut die Übernahme angenommen wurde. Gleichzeitig war es keine kleine Aufgabe, neben voll ausgelasteten Behandlungstagen auch alle organisatorischen Themen zu bewältigen und neue Abläufe zu etablieren. Die Arbeitsbelastung in den ersten Wochen war entsprechend hoch. Nicht nur für uns, sondern auch für das gesamte Praxisteam, das uns wirklich toll unterstützt hat. In dieser Phase wurde uns sehr deutlich, wie wertvoll ein eingespieltes Team und gut funktionierende Praxisstrukturen bei einer Übernahme sind.
Wichtige Jahre vor der Niederlassung
Obwohl ich den Schritt in die Niederlassung nicht mehr missen möchte, hatten auch meine Jahre in der Anstellung in einer endodontischen Überweisungspraxis in Bonn ihre Berechtigung. Sie gaben mir die Möglichkeit, mich vollständig auf die Behandlung zu konzentrieren. Das habe ich bewusst genutzt, um mich fachlich weiterzuentwickeln. Die Rahmenbedingungen der Praxis waren dafür ideal: klare Strukturen, ausreichend Zeit für komplexe Behandlungen und eine hohe Anzahl anspruchsvoller Fälle. So konnte ich ein klar strukturiertes Behandlungskonzept entwickeln, welches ich nun – mit den Freiheiten der Selbstständigkeit – weiter verfeinern und noch besser auf unsere Praxisabläufe zuschneiden kann. Zudem habe ich in Bonn besonders die Überweisungstätigkeit schätzen gelernt. Man ist nicht nur im Patientenkontakt, sondern steht auch in einem engen, vertrauensvollen Austausch mit den überweisenden Kolleg/-innen. Dieser kollegiale Dialog und das gemeinsame Ziel einer optimalen Patientenversorgung machen für mich den großen Reiz der endodontischen Überweisungstätigkeit aus. Genau diesen Ansatz möchte ich nun auch in unserer eigenen Praxis etablieren und gezielt weiterentwickeln.
Neue Energie entwickeln
Dr. Christian Mentler hat als Spezialist für Funktionsdiagnostik und -therapie über viele Jahre eine sehr hohe Behandlungsqualität in der Praxis etabliert. Darauf können wir heute aufbauen. Unsere Idee ist es, diese bestehenden Strukturen gezielt um den Bereich der modernen Zahnerhaltung zu erweitern. Darin und in der umfangreich modernisierten Praxisausstattung liegt für uns die „neue Energie“. Neben der etablierten CMD-Überweisungstätigkeit bietet die Praxis nun auch eine Überweisungstätigkeit für Endodontie und Traumatologie an. Mein Bruder bringt durch zwei abgeschlossene Curricula zudem eine hohe Expertise im Bereich Parodontologie und Implantologie mit. So können wir sowohl überweisenden Kolleg/-innen als auch dem bestehenden Patientenstamm ein erweitertes Behandlungsspektrum auf konstant hohem Niveau anbieten.
So siehts der Abgeber …
„Natürlich ist der Übergangsprozess auch für mich eine spannende Zeit! Dass ich weiterhin in der Praxis tätig bin, ermöglicht einen allmählichen Übergang für unsere Patient/-innen, aber insbesondere auch für unsere Mitarbeitenden. Bei allen fachlichen und wirtschaftlichen Überlegungen, die bei der Übergabe einer Praxis zu bedenken waren, war uns dieser Aspekt ehrlich gesagt am wichtigsten. Die Zusammenarbeit mit den Brüdern Lennart und Jonas Zupanc bringt mir neue Einblicke in andere spezialisierte Bereiche der Zahnheilkunde. Persönlich eröffnet mir die Praxisübergabe mehr Freiräume in der Versorgung von Patient/-innen mit Funktionsstörungen, mehr Zeit für meine Vorstandstätigkeit in der DGFDT und vor allem mehr Zeit für meine Enkelkinder.“ (Dr. Christian Mentler)