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Branchenmeldungen 17.09.2019

Abkürzungen beim Zahnarzt – oft böhmische Dörfer

Abkürzungen beim Zahnarzt – oft böhmische Dörfer

Nicht nur, dass man die sprichwörtliche Arzt-Klaue oft nicht lesen kann, nein, auch viele Abkürzungen oder Fachausdrücke sagen einem gar nichts und lassen so manchen Patienten oder frischen Auszubildenden ratlos zurück. Selbst der Zahnarzt vergisst manchmal, dass er normalerweise einen Laien auf dem Stuhl liegen hat, der vielleicht ganz gern wüsste, was sich hinter einzelnen Buchstaben oder fachspezifischen Wörtern verbirgt. Die gängigsten einmal kurz zusammengestellt ...

Wenn beim nächsten Besuch in der Praxis von "drei-sechs x" gesprochen wird, kann man also gleich mitreden. Los geht's, angefangen mit dem sogenannten Zahnschema. Will der Zahnarzt seiner Zahnarzthelferin oder seinem -helfer mitteilen, welche Zähne in Ordnung sind und welche nicht, bräuchte er ziemlich lange, würde jeder einzelne der Beißerchen mit vollem Namen ausgesprochen. Ob Schneide-, Eck oder Reißzahn oder die vorderen und hinteren Molaren und dann auch noch oben, unten, links oder rechts, erkennt man an den Zahlenfolgen, auf die man sich einmal geeinigt hat. Diese besteht aus den Zahlen 1 bis 4, gefolgt von den Zahlen 1 bis 8 (falls vorhanden). Die 1, 2, 3 oder 4 stehen dabei für Oberkiefer rechts, Oberkiefer links, Unterkiefer links, Unterkiefer rechts. Die nächste Ziffer betrifft den Zahn, um den es sich handelt. Der erste Zahn, also Nummer 1, ist dann jeweils der Schneidezahn, der letzte, sofern man Weisheitszähne hat, der achte. Ist bei einer Untersuchung von der "Zwei-Eins" die Rede, dann bedeutet dies, dass der erste Schneidezahn im Oberkiefer links betroffen ist. Ein Weisheitszahn im Unterkiefer rechts würde hingegen als "Vier-Acht" bezeichnet. Nach der Zahl, mit der der Zahn genannt wird, folgt meist ein Buchstabe. Folgende Bedeutung haben diese:

 

b = Brückenglied c = Karies e = ersetzt f= fehlt h = Klammer (Halteelement) i = Implantat k = Krone o = Geschiebe pk = Teilkrone t = Teleskopkrone x = extraktionswürdig z = zerstört. "Drei-Sechs x" heißt also, dass der erste große Molar im Unterkiefer links extraktionswürdig ist, also möglicherweise gezogen werden könnte. Natürlich wird ein Zahnarzt zunächst alles versuchen, einen Zahn zu erhalten.

Nicht nur die Abkürzungen sind für manche Patienten böhmische Dörfer, auch viele Fachausdrücke sind nicht als das erkennbar, was sie auf gut Deutsch aussagen wollen. Kein Wunder, sind doch die Begriffe lateinischen Ursprungs. Bringt man also ein wenig Licht ins Dunkel: -Approximal = zwischen zwei Zahnkrone befindlich -Buccal = wangenwärts/Richtung Wange -Distal = von der Kiefermitte abgewandt, zum Kieferbogenende gesehen -Interdental = Zahnzwischenraum, zwischen den Zähnen befindlich -Labial = der Lippe zugewandt, zur Lippe hin -Lingual = der Zunge zugewandt, die Zunge betreffend -Mesial = der Kiefermitte zugewandt, zur Kiefermitte hin -Okklusal = der Zahnkontakt zur Kaufläche hin, kauflächenwärts -Palatinal = den Gaumen betreffend (und damit Oberkieferbezogen) -Vestibulär = zum Mundvorhof hin -Zervikal = in Richtung Zahnhals, den Zahnhals betreffend.

Diese Begriffe fallen bei einer Analyse des Zahnschemas häufig. Aber auch für das, was umgangsprachlich Loch im Zahn genannt wird oder Zahnfleischentzündung, gibt es Fachbegriffe.

Quelle: Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Steffen Klabunde

Fotomontage: Maridav – stock.adobe.com

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