Branchenmeldungen 23.09.2026
Auslandsfamulatur als Mega-Rundum-Erfahrung
Während unserer Recherche nach Möglichkeiten wurden wir über den ZAD auf die Dental International Aid Networking Organization aufmerksam. DIANO e.V. vermittelt Studierende und approbierte Zahnärzt/-innen für humanitäre Einsätze, insbesondere in Ländern wie Haiti, der Dominikanischen Republik, Kuba und Jamaika.
Reisekostenzuschüsse von FVDZ & ZAD
Seit 1982 fördern FVDZ und ZAD gezielt Auslandseinsätze von Zahnmedizinstudierenden, indem Reisen finanziell unterstützt wird.
Viel Eigeninitiative und Flexibilität gefragt
Nach Einreichung unserer Bewerbungsunterlagen erhielten wir zeitnah eine Zusage und begannen mit der konkreten Planung unseres Einsatzes: die Orga der Flüge, den Transport von Spendengepäck – unterstützt durch eine Kooperation mit Condor – sowie die Akquise von Materialspenden. Die Planung erforderte ein hohes Maß an Eigeninitiative und Flexibilität. Während des gesamten Prozesses wurden wir von DIANO e.V. sowie unserem ZAD-Ansprechpartner Tobias Bauer unterstützt. Neben Unternehmen und privaten Unterstützern, die durch Material- und Geldspenden unseren Einsatz ermöglichten, stand uns auch der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) mit Materialspenden zur Seite.
Spanisch vor Englisch
Wir waren in zwei Einrichtungen im Einsatz, dem Monkey Jungle sowie der Escuela de Amiguitos. Beide Einrichtungen verfolgen das Ziel, insbesondere sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen einen Zugang zu medizinischer und zahnmedizinischer Versorgung zu ermöglichen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase vor Ort begannen wir mit unserer praktischen Tätigkeit. Der klinische Alltag unterschied sich in vielerlei Hinsicht von unseren bisherigen Erfahrungen in Deutschland. Neben eingeschränkten materiellen Ressourcen stellte insbesondere die sprachliche Kommunikation eine Herausforderung dar, wodurch viel Improvisation und Anpassungsfähigkeit erforderlich waren. Englisch ist in der Dominikanischen Republik kaum verbreitet, sodass Spanisch eine grundlegende Voraussetzung für Aufklärungsgespräche und die Organisation des Arbeitsalltags darstellt. Gleichzeitig sprach ein Großteil der Patienten ausschließlich Kreol, da vor allem haitianische Migranten ohne gesicherten Aufenthaltsstatus die Einrichtungen aufsuchen. Dies erschwerte die Kommunikation zusätzlich erheblich.
Teamwork und Support ist A und O
Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Team sowie mit weiteren, zeitweise parallel eingesetzten Studierenden und Zahnärzten war geprägt von gegenseitiger Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt zudem den deutschen Zahnärzt/-innen, die uns auch aus der Ferne bei fachlich anspruchsvollen Entscheidungen unterstützten und uns telefonisch beratend zur Seite standen. Hervorheben möchten wir hierbei insbesondere Dr. Thomas Schröder, Isabel Nixdorf sowie Dr. Catarina Zimmermann.
Berührende Schicksale
Neben der klinischen Tätigkeit erhielten wir tiefe Einblicke in die kulturellen und sozialen Lebensbedingungen vor Ort, die unser Verständnis für globale gesundheitliche Ungleichheiten nachhaltig geprägt haben. Besonders eindrücklich war die Begegnung mit einer Patientin, die uns im Zuge einer Antibiotikaversorgung zu sich nach Hause einlud. Sie berichtete vom Tod ihres ersten Mannes infolge einer unbehandelten Infektion durch einen retinierten Weisheitszahn. Wegen fehlender finanzieller Mittel sei eine notwendige Behandlung nicht möglich gewesen. Diese Erzählung hat uns nachhaltig bewegt, da ein solcher Verlauf unter den Bedingungen des deutschen Gesundheitssystems kaum vorstellbar ist.
Was der FVDZ für Studierende anbietet, kann man hier erfahren: www.fvdz.de
Fazit
Autoren: Nike Harvey und Laura Smykalla