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Branchenmeldungen 23.09.2008

Familienplanung und Berufsleben müssen vereinbar sein

Familienplanung und Berufsleben müssen vereinbar sein

"Gesellschaft und Wirtschaft müssen sich auf die jungen Frauen einstellen, die 'Beruf UND Familie' wollen", sagte Prof. Jutta Allmendinger (Präsidentin des WZB), bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der BRIGITTE-Studie "Frauen auf dem Sprung".

Die Zeitschrift BRIGITTE hat die Ergebnisse ihrer zusammen mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) erhobenen Studie zu Lebensentwürfen und Berufszielen junger Frauen vorgestellt: "Diese Frauen werden die Gesellschaft wachrütteln", sagte die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger, Ph.D., wissenschaftliche Leiterin der Studie und Präsidentin des WZB.

Es sind 17 – 19jährige und 27 – 29jährige Frauen befragt worden. Die Ergebnisse der neuen Untersuchung beweisen: Politik, Medien und Wirtschaft müssen ihr Denken und Handeln ändern und auf diese Generation abstimmen. Die aktuelle Entwicklung sagt "Und" statt "Oder". Frauen sind selbstbewusst, stark und lassen sich nicht mehr manipulieren. Sie wollen einen Beruf und eigenes Geld, sie wollen fast alle Kinder, und sie wollen Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Sie wissen, dass sie all das schaffen: 'Ich weiß, dass ich gut bin', sagten 99 %
der Befragten.

Während sich bei einer früheren BRIGITTE-Studie Ende der 80er Jahre die Frauen vor der Frage 'Familie ODER Beruf' sahen, stellt sich diese Frage der heutigen jungen Frauengeneration überhaupt nicht mehr, für sie heißt das eindeutig 'Familie UND Beruf'. Die Frauen sind zudem nicht bereit, sich für ihren Job zu zerreißen. "Die Frauen von morgen werden auch nicht die Männer von heute mit ihrer ständigen Verfügbarkeit für ihren Arbeitgeber sein", sagt Allmendinger. Hier müsse sich seitens der Arbeitgeber und auch der Betreuungssituation für die Kinder einiges verändern. Dies deckt sich mit den Stimmen einer punktuellen Befragung des DENTISTA Club bei Zahnmedizinstudentinnen: Die zahnärztliche Tätigkeit muss so erbringbar sein, dass Familienplanung und Berufsleben vereinbar sind. Ob die Ganztags-Einzelpraxis das Zukunftsmodell ist, steht also berechtigt in Frage. Auch die Hochschulforschung muss hier Arbeitsphasen mit Arbeitspausen ermöglichen und damit einen Anspruch erfüllen, der sich auch den Unternehmen stellt.


Die Ergebnisse der Studie waren bildungsübergreifend. Junge Fragen – ob mit Hauptschulabschluß oder Abitur - haben an ihren Platz in Beruf und Gesellschaft identische Erwartungen. Die Studienergebnisse haben daher auch eine Relevanz für die Lebenspläne zukünftiger Zahnärztinnen sowie derjenigen der ZFAs.

Die Frauen haben hohe fachliche Qualifikationen und sind sehr motiviert. Diese gut ausgebildeten Frauen werden von der Wirtschaft auch gebraucht. Einsatz leisten ist für sie selbstverständlich: 96 % glauben, dass man ohne Ziele im Leben nicht weiterkommt, 79 % geben an, dass sie für ihre Ziele hart arbeiten.
 Wenn es nach den jungen Frauen geht, stehen die Deutschen keinesfalls vor dem Aussterben: 90 % der jungen Frauen wollen mit Kindern leben. "Kinder ja - aber einen Beruf wollen sie auch, und sie wollen Verantwortung. Die Gesellschaft und die Wirtschaft wird sich diesen Zielen stellen müssen", so Prof. Allmendinger.


Quelle: dentista-club.de, 23.09.08

Foto: © Shutterstock.com
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