Wissenschaft und Forschung 19.08.2026
Direkt vereinbart, häufiger wahrgenommen: Zahnarzttermine in der Schwangerschaft
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Blutuntersuchung, Ultraschall und Beratung gehören heute selbstverständlich zur Schwangerschaftsvorsorge. Ein zahnmedizinisches Screening und die direkte Überweisung an eine Zahnklinik könnten das Angebot dennoch sinnvoll ergänzen. Darauf weisen aktuelle Ergebnisse des New York University/Bellevue Prenatal Oral Health Program hin.
Das Programm richtet sich insbesondere an Schwangere, die nur erschwert Zugang zur zahnärztlichen Versorgung haben. Patientinnen mit Behandlungsbedarf erhielten Informationen zur Bedeutung und Sicherheit zahnärztlicher Behandlungen während der Schwangerschaft und wurden an das NYU College of Dentistry überwiesen. Zwischen 2018 und 2020 nahmen 420 Medicaid-versicherte Schwangere an dem Programm teil. Die Mehrheit war hispanischer Herkunft, etwa die Hälfte sprach Spanisch als Muttersprache. Bei einem Teil der Frauen wurde noch während der Vorsorgeuntersuchung ein Zahnarzttermin vereinbart. Andere erhielten Unterstützung durch einen zweisprachigen Patientenlotsen, der informierte, an Termine erinnerte und bei Problemen nachfasste.
Fast 44 Prozent der überwiesenen Patientinnen nahmen anschließend einen Zahnarzttermin wahr. Wurde dieser bereits im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge fest vereinbart, suchten die Frauen 2,6-mal häufiger die Zahnklinik auf als Patientinnen ohne direkte Terminvergabe. Die sofortige Terminvereinbarung schnitt somit erfolgreicher ab als die Begleitung durch einen Patientenlotsen. Die Forscher sehen darin einen einfach umsetzbaren Weg, Mundgesundheit stärker in die pränatale Versorgung einzubinden und bestehende Hürden abzubauen. Die direkte Terminvereinbarung erfordert weder zusätzliches Personal noch zusätzliche Kosten. In weiteren Untersuchungen soll nun geklärt werden, ob die häufigere Inanspruchnahme der zahnärztlichen Versorgung auch die Mundgesundheit der Schwangeren messbar verbessert.